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Veröffentlicht am 25.04.2026

Eine Formel 1 Saison voller Höhen und Tiefen

Chasing Hearts
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„Chasing Hearts“ erzählt die Geschichte von Georgia Dubois und Luca Rossi. Sie ist eine von zwei Formel 1 Fahrerinnen, die für das rein weibliche Valkyrie Formel 1-Team fährt. Er fährt für den großen Traditionsrennstall ...

„Chasing Hearts“ erzählt die Geschichte von Georgia Dubois und Luca Rossi. Sie ist eine von zwei Formel 1 Fahrerinnen, die für das rein weibliche Valkyrie Formel 1-Team fährt. Er fährt für den großen Traditionsrennstall Hermes und ist der Sohn eines dreifachen Formel 1 Weltmeisters. Das Buch wurde von der britischen Autorin Grace Newman geschrieben und ist 2026 als eBook und Taschenbuch im Knaur Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. „Chasing Hearts“ ist der erste Band der „Love at Full Speed“ Reihe. Das englische Original ist unter dem Titel „Racing Hearts“ erschienen.

Ein Sports Romance Buch mit Formel 1 Setting von einer Autorin, die diesen Sport scheinbar genauso sehr liebt wie ich, wollte ich unbedingt lesen. Bereits nach dem Lesen des Klappentextes hatte ich gefühlt hundert Ideen, wie Grace Newman diese spannende Idee umgesetzt haben könnte. Rückblickend betrachtet, muss ich leider sagen, dass die Liebesgeschichte von Georgia und Luca für mich zwar fast perfekt war, mich die Umsetzung des Formel 1 Settings aber fassungslos zurückgelassen hat.

Mit den beiden Hauptcharakteren hat Grace Newman zwei Charaktere erschaffen, die für mich perfekt zur Geschichte gepasst haben. Georgia ist eine junge Frau, die ihre Ziele ganz genau kennt und die definitiv nicht auf den Mund gefallen ist. Ein weiblicher Hauptcharakter, der mir auf Anhieb sympathisch war. Ich habe sie für ihr Rückgrat bewundert und für ihren scheinbar unerschütterlichen Ehrgeiz meinen imaginären Hut vor ihr gezogen. Luca ist ein junger Mann, der am Scheideweg seines Lebens steht und im entscheidenden Moment großen Mut beweist. Trotz seiner großen Klappe war auch er mir auf Anhieb sympathisch. Wer Geduld hat und sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lässt, der lernt einen männlichen Hauptcharakter kennen, der einfühlsam sein kann und der für die Menschen, die ihm am Herzen liegen durchs Feuer gehen würde.

An Georgia und Luca haben mir tatsächlich ihre Ecken und Kanten gefallen. Die beiden wirkten dadurch nicht nur authentisch, sondern wurden für mich dadurch auch greifbarer. Besonders gefallen hat mir, dass ich sowohl das Verhalten als auch die Entscheidungen der beiden unabhängig vom „Black Moment“ stets nachvollziehen konnte. Das hat mich positiv überrascht, weil ich in der Regel mit dem Verhalten und den Entscheidungen des weiblichen Hauptcharakters meine Probleme habe und das war bei Georgia überhaupt nicht der Fall.

Meiner Meinung nach ist es Grace Newman gelungen eine fast perfekte Liebesgeschichte zu schreiben. Auf Anhieb habe ich Georgia und Luca in mein Herz geschlossen und ich habe von der ersten Seite an ihrem gemeinsamen Happy End entgegengefiebert. Ich habe mit den beiden gelacht und geweint, mich riesig gefreut, als sie sich endlich ihre Liebe füreinander gestanden habe und jedes Mal vor Spannung den Atem angehalten, wenn die beiden eine weitere Hürde auf ihrem Weg zum gemeinsamen Glück überwinden mussten. Ja, ich war ein bisschen enttäuscht als ich feststellen musste, dass sich Grace Newman für den „Black Moment“ das größte Romance Klischee ausgesucht hatte, sie konnte das Ganze für meinen Geschmack aber damit retten, dass sie die Situation zwischen Georgia und Luca nicht zu sehr in die Länge gezogen hat. Der „Black Moment“ hat meiner positiven Stimmung zwar einen kleinen Dämpfer verpasst, er hatte am Ende aber keinen nennenswerten negativen Einfluss auf mein Leseerlebnis.

Wäre „Chasing Hearts“ ein normales Romance Buch, dann wäre die Geschichte von Georgia und Luca für mich ein 5 Sterne Buch, dass definitiv Potenzial zum Jahreshighlight hätte. „Chasing Hearts“ ist aber kein normales Romance Buch, sondern ein Sports Romance Buch mit Formel 1 Setting. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich ein großer Formel 1 Fan bin und diesen Sport seit mittlerweile 20 Jahren verfolge. Ich gehöre also weder zu den „Fans“ die die Formel 1 nur durch die Netflix Serie „Drive to Survive“ kennen noch zu den Lesern, die diesen Sport erst durch ein anderes Sports Romance Buch mit Formel 1 Setting kennen gelernt haben. Ich bin also eine Leserin, die gewisse Erwartungen an diese Art von Sports Romance Büchern hat. Erwartungen die „Chasing Hearts“ definitiv nicht erfüllen konnte.

Ich könnte mich an dieser Stelle jetzt über all die kleinen und großen Fehler aufregen, die die Welt der Formel 1 völlig falsch darstellen und die sich leider wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen. Fehler die einer Autorin, die sich selbst als „Formel 1 Fan“ bezeichnet, meiner Meinung nach nicht passieren sollten. Ich lasse es aber, weil es nicht nur den Rahmen meiner Rezension sprengen, sondern auch massiv spoilern würde. Trotzdem finde ich es Schade, dass sich Grace Newman bei der Darstellung der Formel 1 so wenig Mühe gegeben hat.

Mein größter Kritikpunkt ist gleichzeitig der Grund, warum mich die Umsetzung des Formel 1 Settings fassungslos zurückgelassen hat. Grace Newman beschreibt in „Chasing Hearts“ ein ganz bestimmtes Szenario. Sowohl Georgia Dubois als auch das Valkyrie Formel 1-Team befinden sich in diesem Szenario in einer ganz bestimmten Phase innerhalb ihrer Karrieren. Man könnte jetzt argumentieren „Chasing Hearts“ ist eine fiktive Geschichte also ist dieses Szenario so doch völlig in Ordnung. Das passt vielleicht für Jemanden, der von der Welt der Formel 1 keine Ahnung hat. Nach 20 Jahren habe ich von diesem Sport aber genug Ahnung, um zu wissen, dass dieses Szenario sehr unrealistisch ist. Für mich ist daher nicht nachvollziehbar, warum sich Grace Newman, die sich selbst als „Formel 1 Fan“ bezeichnet, für dieses Szenario entschieden hat.

Positiv überrascht hat mich hingegen die Darstellung der weiblichen Charaktere. Aktuell (Saison 2026) ist die Formel 1 ein reiner Männersport und wenn man sich Mal anschaut, was es braucht, um einen der 22 Plätze in der Formel 1 zu bekommen, dann wird sich an diesem Zustand wahrscheinlich auch nicht so schnell was ändern. Eine Geschichte über eine Formel 1 Fahrerin fand ich daher ganz besonders spannend und für mich hat die Autorin, das Ganze authentisch umgesetzt. In den unterschiedlichsten Momenten dürfte ich als Leserin miterleben, wie sich Georgia gegen ihre männlichen Kollegen beweisen musste und dabei auf sehr viel Widerstand stößt. Meiner Meinung nach hat man auf Anhieb gemerkt, dass Grace Newman hier ihre eigenen Erfahrungen verarbeitet hat.

Den Schreibstil einer Autorin anhand einer Übersetzung zu bewerten finde ich immer schwierig, weil beim Übersetzten meiner Meinung nach leider immer ein Stückweit, der Charakter des Schreibstils verloren geht. In „Chasing Hearts“ fällt das sogar bei der Wortwahl auf, die für mich leider nicht zum Formel 1 Setting gepasst hat. Glücklicherweise ließ sich die Geschichte halbwegs flüssig lesen. Ja, ich finde es positiv, dass die Geschichte sowohl aus der Sicht von Georgia als auch aus der von Luca erzählt wird. So hatte ich wenigstens die Chance an den Gedanken von beiden Hauptcharakteren teilzuhaben, trotzdem hätte ich mir eine gleichmäßigere Verteilung der Sichten gewünscht.

Fazit
„Chasing Hearts“ hatte dank der fast perfekten Liebesgeschichte Potenzial zu einem 5 Sterne Buch, leider wird dieses Potenzial durch die unrealistische Darstellung des Formel 1 Settings Zunichte gemacht.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Seelenverwandte auf den zweiten Blick?

Hard to Resist - Mason
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„Hard to Resist - Mason“ erzählt die Geschichte von Ashley Brennan »Bren« Matthews und Mason Andrew Bentley. Sie hatte als Teenager ein traumatisches Erlebnis und kämpft seitdem den seelischen Folgen. ...

„Hard to Resist - Mason“ erzählt die Geschichte von Ashley Brennan »Bren« Matthews und Mason Andrew Bentley. Sie hatte als Teenager ein traumatisches Erlebnis und kämpft seitdem den seelischen Folgen. Er ist auf der Suche nach seiner Seelenverwandten, mit der er bis an sein Lebensende glücklich sein möchte. Das Buch wurde von der US-amerikanischen Autorin Kendall Ryan geschrieben und ist 2026 als eBook im beHEARTBEAT Verlag (Bastei Lübbe) erschienen. „Hard to Resist - Mason“ ist der vierte Band der „Roommates“ Reihe. Das englische Original ist unter dem Titel „The Soul Mate“ erschienen.

Das Beste an „Hard to Resist - Mason“ ist für mich leider der Klappentext. Ich habe das Buch beim Stöbern auf der Verlagswebseite entdeckt und nachdem der Klappentext auf Anhieb meine Neugierde wecken konnte, wollte ich unbedingt das Buch lesen. Rückblickend betrachtet, bin ich mehr als nur glücklich, dass ich das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen dürfet und somit kein Geld für das Buch ausgeben musste, den über diese Ausgabe hätte ich mich definitiv geärgert. Der Klappentext klingt fantastisch und ich hatte sofort gefühlt hundert Ideen wie die Geschichte von Bren und Mason verlaufen könnte, umso enttäuschter bin ich, weil sie so ganz anders war als ich mir das in meinen Vorstellungen ausgemalt hatte.

Für meinen Geschmack war die Handlung zu abgehackt, was wahrscheinlich an der Länge des Buches liegt. Logisch bei einer Länge von 231 Seiten (Seitenanzahl laut Verlagswebseite) kann man keine tiefgehende Geschichte erwarten. Meiner Meinung nach aber trotzdem eine Geschichte die mehr als nur an der Oberfläche kratzt. Was aber nicht umsetzbar ist, wenn man versucht die halbe Lebensgeschichte seiner beiden Hauptcharaktere in 231 Seiten zu quetschen. Das Ganze liest sich dann leider wie eine zusammenhangslose Aneinanderreihung von Ereignissen, was für mich am Ende fast schon den Charakter von einer Kurzgeschichten Sammlung hatte.

Anderseits gebe ich zu, dass ich am Ende sehr froh war, dass die Geschichte nur 231 Seiten lang ist, weil ich die beiden Hauptcharaktere definitiv keine Seite länger ertragen hätte. Ja beide haben Ecken und Kanten, was sie irgendwie authentisch gemacht hat, mir aber leider auch sehr unsympathisch. Ich bin weder mit Bren noch mit Mason warm geworden. Beide sind mir nach ein paar Seiten so dermaßen auf die Nerven gegangen, dass ich nur noch mit dem Kopfschütteln konnte. Keiner der beiden hat nachvollziehbare Entscheidungen getroffen und mit dem Verhalten, dass die beiden an den Tag gelegt haben, fange ich hier gar nicht erst an. Ihr Verhalten hätte vielleicht zu Anfang zwanzigjährigen gepasst aber sicherlich nicht zu „erwachsenen“ Menschen, die Anfang dreißig sind. Was die individuellen Charakterzüge der beiden angeht möchte ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen, weil das meiner Meinung nach zu sehr spoilern würde. Es sei aber soviel gesagt, dass sich Kendall Ryan für Charakterzüge entschieden hat, die bei mir leider dafür gesorgt haben, dass mir sowohl Bren als auch Mason im Verlauf der Geschichte immer unsympathischer geworden sind.

Was mich richtig gestört hat ist die Art und Weise wie Kendall Ryan mit dem Trauma von Bren umgegangen ist. Bren hat während ihrer Teenagerzeit ein Trauma erlitten, dass sie bis in ihr Erwachsenenleben verfolgt und es ihr unmöglich macht ein normales Leben zu führen. Mir haben Kendall Ryans Beschreibungen gefallen, wann immer Bren an ihre seelischen Grenzen gestoßen ist, weil sie meiner Meinung nach gezeigt haben, dass Brens Trauma keine Kleinigkeit ist. Der Moment als Bren ihr Trauma schließlich überwindet war dann aber leider das komplette Gegenteil. Kendall Ryan handelt das Ganze innerhalb weniger Sätze ab und all die seelischen Hürden, die vorher Brens Leben bestimmt haben existieren plötzlich einfach nicht mehr. Dieser unrealistische Verlauf der Geschichte hat mich einfach nur fassungslos gemacht. Ja man könnte jetzt argumentieren, dass das der kurzen Seitenanzahl des Buches geschuldet ist, aber das ist für mich keine Entschuldigung.

Den Schreibstil eines Autors bzw. einer Autorin anhand einer Übersetzung zu bewerten finde ich immer schwierig, weil beim Übersetzten meiner Meinung nach leider immer ein Stückweit, der Charakter des Schreibstils verloren geht. Wenn man mal von der Handvoll Rechtschreibfehler absieht, die dem Korrektorat offensichtlich durch die Lappen gegangen sind, dann ließ sich die Übersetzung von Kendall Ryans Schreibstil halbwegs flüssig lesen. Die Wortwahl hat für mich leider nicht ganz zum Genre gepasst, was stellenweise mein Leseerlebnis negativ beeinflusst hat. Positiv hingegen fand ich das die Geschichte sowohl aus der Sicht von Bren als auch aus der von Mason erzählt wird. So hatte ich wenigstens die Chance an den Gedanken von beiden Hauptcharakteren teilzuhaben.

Fazit
Eine vielversprechende Idee, die auf Anhieb meine Neugierde wecken konnte, deren Umsetzung mich aber enttäuscht hat.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Wer ist hier Täter und wer ist hier Opfer?

Ostseehölle
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In „Ostseehölle“ ermittelt Kriminalhauptkommissarin Pia Korittki in einem Fall, der sie beruflich als auch privat an ihre Grenze bringt. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Eva Almstädt geschrieben ...

In „Ostseehölle“ ermittelt Kriminalhauptkommissarin Pia Korittki in einem Fall, der sie beruflich als auch privat an ihre Grenze bringt. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Eva Almstädt geschrieben und ist 2026 als eBook und Taschenbuch im Lübbe Belletristik Verlag (Bastei Lübbe) erschienen. „Ostseehölle“ ist der einundzwanzigste Band der „Pia Korittki“ Reihe.

Der einundzwanzigste Fall für Pia, ist ein Kriminalfall, der mich positiv überrascht hat, weil er sogar mich alten Hasen in die Irre führen konnte. Von Anfang an konnte ich mir nicht vorstellen, dass Eva nach zwanzig Büchern von ihrem Täter Typus abweichen wird, trotzdem hatte ich im Laufe der Geschichte immer wieder Zweifel. Ja, am Ende bleibt sie ihrem Täter Typus dann doch treu, führt ihre Leser auf dem Weg zum großen Showdown aber etliche Male ordentlich in die Irre. Wer ist hier Täter und wer ist hier Opfer? Das war die Frage, die ich mir, während dem Lesen wohl am meisten gestellt habe, den in „Ostseehölle“ gab es mindestens genauso viele Täter wie es Opfer gab und so gut wie jeder von ihnen hatte ein glaubhaftes Motiv. Wer dabei nicht den Überblick verliert, vor dem ziehe ich nicht nur meinen imaginären Hut, der hat meiner Meinung nach auch einen überragenden Orientierungssinn. Eva hat die unterschiedlichen Motive nämlich auf so geniale Art in Pias Ermittlungen einfließen lassen, dass mein Orientierungssinn sich irgendwann komplett verabschiedet hat.

Mit „Ostseehölle“ ist Eva Almstädt ein fast perfekter Krimi gelungen. Auch wenn die Spannung nach dem fesselnden Prolog wieder gesunken ist und die Geschichte für meinen Geschmack ein paar Kapitel lang eher schleppend vorangekommen ist. Hat es Eva trotzdem erneut geschafft eine Geschichte zu schreiben, die auf Anhieb meine Neugierde wecken konnte. Zum Ende vom ersten Drittel kommt die Geschichte dann auch wieder in Fahrt und die Spannung steigt von da an stetig an, bis sie am Ende im großen Showdown gipfelt. Getragen wird die Spannung dabei von Pias Ermittlungsarbeit, die so fesselnd war, dass ich das Buch am liebsten keine Sekunde aus der Hand gelegt hätte. Am Ende bekommt die Spannung dann aber einen Dämpfer verpasst. Die finale Auflösung des Kriminalfalls hätte ich gerne live miterlebt, leider hat sich Eva dagegen entschieden. Zwar bekommt der Leser Antworten auf alle wichtigen Fragen, aber die Art wie Eva sie in die Geschichte eingearbeitet hat war mir zu passiv.

Der Klappentext war dieses Mal definitiv ein Kritikpunkt für mich. Mir erschließt sich nicht warum der Klappentext absichtlich spoilert, denn mir kann keiner erzählen, dass die Erwähnung der Übernahme des Falls durch Marten und seine Kollegen vom LKA kein Spoiler ist. In der Theorie hätte dieser Moment ein Plot Twist sein können, der die Spannung weiter vorangetrieben hätte. In der Praxis funktioniert das Ganze aber nicht, weil ich dank dem Klappentext ja bereist weiß, dass der Fall vom LKA übernommen wird. Das hat für mich nicht nur die Spannung gedämpft, sondern bei mir auch für Erwartungen gesorgt, die die Geschichte nicht erfüllen konnte.

Neben dem Kriminalfall lebt die Pia Korittki Reihe auch immer von Pias Privatleben. In „Ostseehölle“ kam mir Pias Privatleben aber ein bisschen zu kurz. Dieses Empfinden wurde noch von dem Konflikt zwischen Pia und Marten verstärkt, der sich durch die gesamte Geschichte zieht. Der Konflikt wird am Ende vollständig aufgeklärt, was ich einerseits positiv fand, weil es mich definitiv gestört hätte, wenn Eva erneut mehrere Bücher für die Lösung gebraucht hätte, anderseits konnte das für mich aber nicht die negative Stimmung, die sich durch Pias Beziehung wie ein roter Faden gezogen hat aufwiegen.

Für mich als Fan der ersten Stunde ist Eva Almstädts Schreibstil etwas ganz Besonderes, weil er für mich immer wieder aufs Neue eine Atmosphäre kreiert, die mir nicht nur vertraut ist, sondern mir auch das Gefühl gibt nach Hause zu kommen. Evas Schreibstil lebt von einer Wortwahl, die immer perfekt zum Genre passt. Ihre Beschreibungen sind so detailliert, dass sie bei mir auf Anhieb ein Kopfkino erzeugen, dass jedem guten Krimi-Film problemlos, das Wasser reichen kann. Ich lieb es, wenn ich der Hauptfigur beim Ermitteln über die imaginäre Schulter schauen darf und Eva gelingt diese Illusion mit einer Mühelosigkeit, die ihresgleichen sucht.

Fazit
Ein vielschichtiger Krimi, den ich trotz seiner kleineren Makel am liebsten keine Sekunde aus der Hand gelegt hätte.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Aus dem Leben eines Formel 1 Rennfahrers und einer High Society Prinzessin

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
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„Crushing Souls“ erzählt die Geschichte von Fiona Thialda Mac Kenzie und Duncan McKinnon. Sie ist die Tochter von Alfred Logan MacKenzie, dem Teamchef und CEO von ED. Er ist der Goldjunge von Alfred Logan ...

„Crushing Souls“ erzählt die Geschichte von Fiona Thialda Mac Kenzie und Duncan McKinnon. Sie ist die Tochter von Alfred Logan MacKenzie, dem Teamchef und CEO von ED. Er ist der Goldjunge von Alfred Logan MacKenzie und fährt für ED. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Carolin Wahl geschrieben und ist 2025 als eBook und Taschenbuch im Loewe Intense Verlag (Loewe Verlag) erschienen. „Crushing Souls“ ist der erste Band der „Driven Dreams“ Reihe.

Ich bin ein großer Fan der Formel 1 und schaue sie bereits seit meiner Kindheit. Ein Sports Romance Buch über die Formel 1 geschrieben von einer deutschen Autorin konnte mein Interesse daher auf Anhieb wecken. Ursprünglich wollte ich dieses Buch komplett ohne Erwartungen lesen, doch das mehr als auffällige Marketing des Verlags und der Autorin hat schließlich auch mich beeinflusst und meine Erwartungen immer mehr steigen lassen. Als ich das Buch dann endlich in den Händen halten konnte, wahren meine Erwartungen an die Geschichte schon fast utopisch hoch und so ist es wahrscheinlich weniger verwunderlich, dass Carolin Wahl diese nur dürftig erfüllen konnte.

Wer Carolin Wahl und dem Loewe Verlag in den sozialen Netzwerken (hauptsächlich Instagram) folgt, der hat vor der Veröffentlichung von „Crushing Souls“ Einblicke hinter die Kulissen bekommen. Ein Teil davon waren Einblicke in die Recherche Arbeit die Carolin für diese Geschichte betrieben hat. Diese Einblicke ließen mich hoffen, dass sie mehr als nur einen flüchtigen Blick hinter die Kulissen der Formel 1 Welt geworfen hat und dementsprechend nun über ein umfangreiches Wissen verfügt. Ein Wissen, das ihr dabei hilft, ein Sports Romance Buch über die Formel 1 zuschreiben, dass mehr als nur an der Oberfläche kratzt.

Leider macht „Crushing Souls“ aber genau das. Die Geschichte hatte zwar ein paar wenige kurze Szenen, die einen kleinen Blick unter die Oberfläche geworfen haben, die meisten Szenen haben aber lediglich an der Oberfläche gekratzt. Da stellt sich mir die Frage, ob ihr Wissen gar nicht so umfangreich war, wie ihre Recherche vermuten lässt oder ob sie möglicherweise gar nicht die Erlaubnis bekommen hat über gewisse Dinge zuschreiben. Andernfalls stellt sich mir sonst die Frage warum, sie ihr ganzes Wissen nicht in die Geschichte hat einfließen lassen.

Da ich ein großer Fan der Formel 1 bin und dieses beim Lesen leider auch nicht ausblenden konnte, ist „Crushing Souls“ für mich leider eine Enttäuschung. Wie ich bereits geschrieben hatte, gibt es ein paar wenige kurze Szenen, die mir einen spanenden Einblick in das Leben eines Formel 1 Fahrers gewährt haben, leider waren das für meinen Geschmack aber entschieden zu wenig Szenen. Ohne hier jetzt groß zu spoilern, möchte ich noch ein bisschen näher auf all die Momente eingehen, aus den Carolin Wahl meiner Meinung nach deutlich mehr hätte rausholen können. Mal abgesehen davon, dass die eigentliche Rennsaison noch nicht mal die Hälfte der Geschichte einnimmt, hätte ich mir innerhalb dieser Kapitel doch zumindest ein paar Einblicke hinter die Kulissen gewünscht. Während eines Rennwochenendes passiert schließlich deutlich mehr als nur das Rennen und selbst das dürfte ich nicht richtig miterleben. Viele dieser Momente, hätten spannend und sehr interessant sein können, wenn sie aus der Sicht von Duncan erzählt worden wären. Stattdessen hat sich die Autorin ein ums andere Mal für die Sicht von Fiona entschieden und mir als Leserin so die Chance genommen die Momente live mitzuerleben. Denn die Erzählung aus der Sicht von Fiona ist lediglich eine Erzählung von einer außenstehenden Person und kommt nicht mal ansatzweise an die Gedanken und Gefühle von Duncan heran.

Sowohl Fiona als auch Duncan konnte ich anfänglich nur schwer einschätzen. Bei beiden hatte ich Schwierigkeiten eine Bindung aufzubauen, weil ihre Gedanken ihr Verhalten und ihre Entscheidungen nur dürftig erklärt haben. Was das Ganze für mich leider nicht immer nachvollziehbar gemacht hat. Positiv fand ich die Ecken und Kanten, wodurch Fiona und Duncan zu lebhaften und authentischen Charakteren wurden. Ich kann jetzt nicht unbedingt behaupten, dass mir einer der beiden so richtig sympathisch war. Trotzdem konnten sie meine Neugierde wecken.

Die Liebesgeschichte hingegen fand ich größtenteils sehr gelungen. Carolin Wahl hat mit Fiona und Duncan zwei Hauptcharaktere erschaffen, die so herrlich gegensätzlich sind, dass sie sich wie zwei Magnete anziehen. Die Chemie zwischen den beiden war einfach nur wundervoll und hat die Geschichte für mich erst so richtig unterhaltsam gemacht. Leider verliert die Chemie zum Ende hin an Intensität. Was mein anfänglich so positives Leseerlebnis gedämpft hat. Der „Black Moment“ hatte zwar Potenzial, war für meinen Geschmack aber viel zu vorhersehbar und die Spannung, die er hätte erzeugen können, flachte nach wenigen Seiten schon wieder so sehr ab, dass die Harmonie zwischen den beiden nahezu wieder komplett hergestellt war. Eine gelungener „Black Moment“ sieht für mich definitiv anders aus.

Das Ende hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Zwar hat mir das letzte Kapitel gefallen für meinen Geschmack bleiben aber zu viele Fragen unbeantwortet. Fragen bei den ich mir ziemlich sicher bin, dass sie im zweiten Band nicht beantwortet werden, was die Geschichte für mich leider irgendwie unvollständig macht.

Jetzt bin ich neugierig auf den zweiten Teil der Dilogie. Die Geschichte von Fionas bester Freundin Aurora und Duncans Teamkollege Adrian wurde bereits angeteasert und ich muss sagen meine Neugierde wurde definitiv geweckt. Am Ende von „Crushing Souls“ befinden sich Aurora und Adrian in einer Situation, die eine Menge Potenzial für eine spannende und unterhaltsame Geschichte bietet und ich hoffe sehr das Carolin Wahl es dieses Mal besser nutzt.

Positiv hervorheben möchte ich noch das Glossar, dass sich am Ende des Buches befindet. Hier werden die wichtigsten Formel 1 Begriffe so erklärt, dass sie auch für Leser ohne Formel 1 Kenntnisse verständlich sind. Bei der eBook Ausgabe wurde das Ganze sogar mit einem integrierten direkten Link zum Glossar umgesetzt, was einem das Blättern erspart.

Der Schreibstil von Carolin Wahl ließ angenehm flüssig lesen. Die Geschichte wurde sowohl aus der Sicht von Fiona als auch aus der von Duncan erzählt. Das Buch wurde in der ersten Person geschrieben.

Fazit
Trotz der Tatsache, dass das Thema Formel 1 nur dürftig umgesetzt wurde, konnte mich die Liebesgeschichte gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Liebe kann tödlich sein

Ostseedämmerung
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In „Ostseedämmerung“ ermittelt Kriminalhauptkommissarin Pia Korittki in einem Cold Case Fall, der die heile Welt eines kleinen Dorfes ins Chaos stürzt. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Eva Almstädt ...

In „Ostseedämmerung“ ermittelt Kriminalhauptkommissarin Pia Korittki in einem Cold Case Fall, der die heile Welt eines kleinen Dorfes ins Chaos stürzt. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Eva Almstädt geschrieben und ist 2025 als eBook und Taschenbuch im Lübbe Belletristik Verlag (Bastei Lübbe) erschienen. „Ostseedämmerung“ ist der zwanzigste Band der „Pia Korittki“ Reihe.

Pias zwanzigster Fall ist eine Berg- und Talfahrt. Eva Almstädt ist ein Anfang gelungen, der auf Anhieb meine Neugierde wecken konnte und der in gewohnter Art spannend war. Leider gelingt es ihr in ihrem Jubiläums Band nicht diese Spannung zuhalten. Bereits nach wenigen Kapiteln verliert sich die Geschichte in eher langweiliger Ermittlungsarbeit, die der Spannung einen so gewaltigen Dämpfer verpasst hat, dass ich das Buch pausieren musste, weil für mich einfach die Lauft raus war.

Einen weiteren Dämpfer bekam die Spannung von zwei Szenen verpasst, die meiner Meinung nach wichtige Schlüsselmomente waren. Bei einer der beiden Szene gibt sich Eva überhaupt keine Mühe und handelt diesen eigentlich so wichtigen Moment wie eine unwichtige Nebensächlichkeit ab. Bei der anderen Szene ist ihr zumindest der Anfang halbwegs gelungen, ihre Beschreibungen sind spannend und ich hatte im ersten Moment den Eindruck, dass das, was wird, doch dann löst sie das Ganze, genauso wie schon in Szene Eins, mit einem kurzen unbedeutenden Nebensatz auf und dahin war die gesamte Spannung.

Ich liebe die „Pia Korittki“ Reihe, weil es Eva mit ihrem unverwechselbaren Schreibstil bisher immer gelungen ist eine packende Atmosphäre zu erschaffen, die der Geschichte nicht nur das gewisse Etwas verleiht, sondern sie auch so spannend macht, dass ich das Buch normalerweise für keine Sekunde aus der Hand legen möchte. In „Ostseedämmerung“ ist ihr leider nur die packende Atmosphäre gelungen, was ich wirklich schade finde, weil das Dorfsetting eine wundervolle Möglichkeit geboten hat, um die Geschichte spannend zu machen. Aus einem für mich nicht nachvollziehbaren Grund hat Eva sich gegen diese Möglichkeit entschieden und die Ermittlungsarbeit von Pia auf eine Art begonnen, die für mich weder spanend noch zielführend war. Vielmehr konnte ich über diesen ersten Abschnitt nur mit dem Kopfschütteln, weil sich Eva hier für einen ersten möglichen Täter entschieden hat, der so offensichtlich nicht der Täter war, dass es schon nervig war. Vielleicht konnte sie damit die Leser in die Irre führen, die die Vorgängerbände noch nicht gelesen haben, aber mich, die die gesamte Reihe kennt, konnte sie damit nicht verwirren. Nach neunzehn Büchern weiß ich einfach, dass der Täter immer die eine Person ist, die man bis zum Schluss am wenigsten verdächtigt hat und damit zu keinem Zeitpunkt der Geschichte mit irgendwelchem offensichtlichen Verhalten auf sich aufmerksam gemacht hat.

Besonders gestört hat mich dieses Mal der Klappentext, weil er für meinen Geschmack zu viel verrät und damit unnötig spoilert. Die Information das Kriminalhauptkommissar Heinz Broders entführt wird hat mich leider nicht neugierig gemacht, sondern meinen Lesegenuss negativ beeinflusst, weil ich mich die gesamte Geschichte über gefragt habe, wann es endlich soweit ist und das war mir letzten Endes eine zu große Ablenkung. Als es dann endlich soweit war, hat sich Eva so sehr auf die Entführung und die Gefangenschaft konzentriert, dass der eigentliche Kriminalfall fast komplett in den Hintergrund gedrängt wurde.

Positiv hingegen fand ich das Eva mich bezüglich einer Frage, die sie in Band fünfzehn (Ostseegruft) in den Raum geworfen hat, endlich erlöst hat. Sechs Bücher waren für meinen Geschmack zwar zu viel des Guten aber besser später als nie. Ein bisschen enttäuschend fand ich allerdings, dass sie die Frage eher unspektakuläre aufgelöst hat. Bei einem Thema, dass man über sechs Bücher hinweg aufbaut, hatte ich mir definitiv mehr erhofft. Naja, vielleicht bekommt sie das ja mit der nächsten Frage hin, den am Ende des Buches blieb eine Situation ungeklärt, bei der ich mir sehr sicher bin, dass Eva sich erneut mehrere Bücher Zeit lassen wird, bis sie sie auflöst. Ich hoffe einfach nur, dass sie es dieses Mal mit weniger Bücher hinbekommt, denn ich habe absolut keine Lust erneut so lange warten zu müssen.

Zwar hat mir die Auflösung gefallen, weil es Eva erneut gelungen ist mich mit dem Täter, der absolut nicht vorhersehbar war, in die Irre zu führen. Leider hat sie diesen positiven Moment aber wieder zunichtegemacht, als sie die Geschichte mit zu vielen offenen Fragen beendet hat. Die Tatsache, dass ein paar der Fragen wahrscheinlich in den nächsten Büchern beantwortet werden, konnte mich leider nicht über das dürftige Ende hinwegtrösten.

Fazit
Für mich gehört „Ostseedämmerung“ leider zu den schwächeren Bänden der Reihe. Eva Almstädt hat dieses Mal einfach zu viele gute Möglichkeiten verschenkt.

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