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Veröffentlicht am 26.01.2025

Horror Telefonat

Der Heimweg
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„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon ...

„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon und leistet ihr Gesellschaft auf ihrem Heimweg. Die ungekürzte Hörbuchfassung wurde 2020 exklusiv für Audible von den Audible Studios produziert und wird von dem deutschen Synchron- und Hörbuchsprecher Simon Jäger gelesen. „Der Heimweg“ ist ein Einzelband.

Theoretisch liebe ich die Psychothriller von Sebastian Fitzek, weil es für mich kaum einen anderen Thriller Autor gibt, dem es immer wieder aufs Neue gelingt, mich auf Anhieb an die Seiten zu fesseln. Seine Art Geschichten zu erzählen ist für mich normalerweise so spannend, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte. Leider konnte „Der Heimweg“ dieses Gefühl bei mir nicht gänzlich auslösen. Nach einem für mich eher schwergängigen Einstieg habe ich die Geschichte als spannend empfunden und zum Ende hin konnte sie mich auf fesseln aber das Gefühl, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte, hat sie nie eingestellt. Vielleicht hat für mich das gewisse Etwas gefehlt, vielleicht lag es auch an der verwirrenden Handlung, der ich stellenweise kaum folgen konnte, oder es lag an den vielen kleinen Logiklücken, die immer wieder meinen Lesefluss unterbrochen haben. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie hat mich die Geschichte nicht vollends abgeholt.

Dabei ist es Sebastian Fitzek erneut gelungen Charaktere zu erschaffen, die meine Neugierde wecken konnten. Ich möchte nicht sagen, dass sie mir sympathisch waren, das sind mir die Figuren aus Thriller in den meisten Fällen nie, aber sie hatten für mich eine erkennbare Persönlichkeit und genug Ecken und Kanten, um sie authentisch zu machen. Leider hatte ich stellenweise Probleme ihre Entscheidungen und ihr Verhalten nachzuvollziehen und auch ihre Gedanken und Gefühle haben für mich nicht immer Sinn ergeben.

Ähnlich erging es mir mit dem Kriminalfall. Fitzeks erzählt seine Geschichten in der Regel nicht nach dem typischen Schema „Gut und Böse“. Es ist also nie von Anfang an klar, wer ist Opfer und wer ist Täter, denn der erste Eindruck könnte sich zum Schluss hin als eine riesige Täuschung herausstellen, mit der es Fitzek mal wieder gelungen ist, seine Leser in die Irre zu führen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das in die Irre führen allerdings so gut gelungen, dass der Kriminalfall für mich nicht mehr logisch war. Zwar klärt er das Ganze Wirrwarr am Ende halbwegs logisch auf und er beantwortet auch die wichtigsten Fragen, über die fehlende Logik konnte mich das Ende aber nicht hinwegtrösten. Ein guter Thriller lebt von unvorhersehbaren Wendungen und normalerweise gelingt es Fitzek seine Geschichten so zu erzählen, dass die Wendungen zwar unvorhersehbar sind, der Geschichte aber nicht die Logik nehmen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das leider nicht gelungen.

Was Fitzek dafür mal wieder hervorragend gelungen ist, sind die Beschreibungen der unterschiedlichen Gewalttaten, die im Laufe der Geschichte passieren. Er gehört nicht zu den Autoren, die im übertragenden Sinne draufhalten, wenn es so brutal wird, dass man das Ganze auch problemlos dem Genre Horror zuordnen könnte. Er gehört aber auch nicht zu den Autoren, die die Gewalttaten nur umschreiben und den Rest der Fantasie ihrer Leser überlassen. Fitzek ist eine Mischung aus beidem und trifft damit in den meisten Fällen genau meinen Geschmack. Seine Beschreibungen sind definitiv nichts für zartbesaitete Leser er verfällt aber auch nicht in sinnloses Gemetzel.

Ich liebe es der Stimme von Simon Jäger zu lauschen, weil kaum ein anderer deutscher Hörbuchsprecher die Emotionen einer Geschichte so wundervoll vertonen kann wie er. Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von Klara und Jules erzählt und wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
Der Heimweg war zwar spannend und konnte mich nach einem nervenaufreibenden Einstieg auch fesseln, der Handlung fehlt es für meinen Geschmack aber zu sehr an Logik.

Veröffentlicht am 26.01.2025

Horror Telefonat

Der Heimweg
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„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon ...

„Der Heimweg“ erzählt die Geschichte von Klara Vernet und Jules Tannberg. Sie befindet sich auf dem Heimweg und hat Angst vor einem Unbekannten, der sie verfolgt. Er sitzt für diesen Abend am Begleit-Telefon und leistet ihr Gesellschaft auf ihrem Heimweg. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Sebastian Fitzek geschrieben und ist 2020 als eBook und Hardcover im Droemer Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. „Der Heimweg“ ist ein Einzelband.

Theoretisch liebe ich die Psychothriller von Sebastian Fitzek, weil es für mich kaum einen anderen Thriller Autor gibt, dem es immer wieder aufs Neue gelingt, mich auf Anhieb an die Seiten zu fesseln. Seine Art Geschichten zu erzählen ist für mich normalerweise so spannend, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte. Leider konnte „Der Heimweg“ dieses Gefühl bei mir nicht gänzlich auslösen. Nach einem für mich eher schwergängigen Einstieg habe ich die Geschichte als spannend empfunden und zum Ende hin konnte sie mich auf fesseln aber das Gefühl, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen möchte, hat sie nie eingestellt. Vielleicht hat für mich das gewisse Etwas gefehlt, vielleicht lag es auch an der verwirrenden Handlung, der ich stellenweise kaum folgen konnte, oder es lag an den vielen kleinen Logiklücken, die immer wieder meinen Lesefluss unterbrochen haben. Ich kann nicht genau sagen warum, aber irgendwie hat mich die Geschichte nicht vollends abgeholt.

Dabei ist es Sebastian Fitzek erneut gelungen Charaktere zu erschaffen, die meine Neugierde wecken konnten. Ich möchte nicht sagen, dass sie mir sympathisch waren, das sind mir die Figuren aus Thriller in den meisten Fällen nie, aber sie hatten für mich eine erkennbare Persönlichkeit und genug Ecken und Kanten, um sie authentisch zu machen. Leider hatte ich stellenweise Probleme ihre Entscheidungen und ihr Verhalten nachzuvollziehen und auch ihre Gedanken und Gefühle haben für mich nicht immer Sinn ergeben.

Ähnlich erging es mir mit dem Kriminalfall. Fitzeks erzählt seine Geschichten in der Regel nicht nach dem typischen Schema „Gut und Böse“. Es ist also nie von Anfang an klar, wer ist Opfer und wer ist Täter, denn der erste Eindruck könnte sich zum Schluss hin als eine riesige Täuschung herausstellen, mit der es Fitzek mal wieder gelungen ist, seine Leser in die Irre zu führen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das in die Irre führen allerdings so gut gelungen, dass der Kriminalfall für mich nicht mehr logisch war. Zwar klärt er das Ganze Wirrwarr am Ende halbwegs logisch auf und er beantwortet auch die wichtigsten Fragen, über die fehlende Logik konnte mich das Ende aber nicht hinwegtrösten. Ein guter Thriller lebt von unvorhersehbaren Wendungen und normalerweise gelingt es Fitzek seine Geschichten so zu erzählen, dass die Wendungen zwar unvorhersehbar sind, der Geschichte aber nicht die Logik nehmen. Bei „Der Heimweg“ ist ihm das leider nicht gelungen.

Was Fitzek dafür mal wieder hervorragend gelungen ist, sind die Beschreibungen der unterschiedlichen Gewalttaten, die im Laufe der Geschichte passieren. Er gehört nicht zu den Autoren, die im übertragenden Sinne draufhalten, wenn es so brutal wird, dass man das Ganze auch problemlos dem Genre Horror zuordnen könnte. Er gehört aber auch nicht zu den Autoren, die die Gewalttaten nur umschreiben und den Rest der Fantasie ihrer Leser überlassen. Fitzek ist eine Mischung aus beidem und trifft damit in den meisten Fällen genau meinen Geschmack. Seine Beschreibungen sind definitiv nichts für zartbesaitete Leser er verfällt aber auch nicht in sinnloses Gemetzel.

Sebastian Fitzeks Schreibstil ließ sich gewohnt flüssig lesen. Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von Klara und Jules erzählt. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
Der Heimweg war zwar spannend und konnte mich nach einem nervenaufreibenden Einstieg auch fesseln, der Handlung fehlt es für meinen Geschmack aber zu sehr an Logik.

Veröffentlicht am 18.01.2025

Mehr Spannungsroman als Thriller

Die Schanze
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„Die Schanze“ erzählt die Geschichte von Dr. Ellen Roth. Als sie in das Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt, um die Stelle als Allgemeinmedizinerin in der örtlichen Hausarztpraxis zu übernehmen, wird sie mit ...

„Die Schanze“ erzählt die Geschichte von Dr. Ellen Roth. Als sie in das Dorf ihrer Kindheit zurückkehrt, um die Stelle als Allgemeinmedizinerin in der örtlichen Hausarztpraxis zu übernehmen, wird sie mit einem Todesfall konfrontiert, der mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Lars Menz geschrieben und ist 2025 als eBook und Taschenbuch im Ullstein Taschenbuch Verlag (Ullstein Buchverlage) erschienen. „Die Schanze“ ist ein Einzelband.

Bevor ich näher auf die Geschichte eingehe, möchte ich eine Sache anmerken, die mich gestört hat. Ich habe „Die Schanze“ als Taschenbuch gelesen und musste dabei leider feststellen, dass der Farbschnitt nicht in Form eines Digitaldrucks erstellt wurde, sondern in dem der Farbschnitt mit Farbe angemalt wurde. Diese Methode hat unangenehmerweise zur Folge, dass die Farbe die Seiten zusammenklebt und man, wenn man beim Umblättern nicht aufpasst, die Seiten einreißt. Ich werde dafür jetzt keine Sterne von meiner Bewertung abziehen aber in meinen Augen sollte ein so großer Verlag wie der Ullstein Buchverlage genug Geld zur Verfügung haben, um den Farbschnitt mittels Digitaldruck erstellen zu lassen.

Laut Verlag handelt es sich bei „Die Schanze“ um einen Thriller. Keine Ahnung, ob man sich dafür aus Marketinggründe entschieden hat oder ob man einfach keine Ahnung von Genres hat. „Die Schanze“ ist sicherlich kein normaler Roman ein Thriller ist es aber genauso wenig. Ich würde das Buch unter dem Genre „Spannungsroman“ einsortieren. Der Kriminalfall spielt nur eine Nebenrolle und die Katastrophe auf, die der Hauptcharakter in einem Thriller normalerweise zusteuert, muss man in „Die Schanze“ suchen. Beides sind aber Dinge, die erfüllt sein müssen, wenn man einen Krimi oder einen Thriller schreibt. Lars Menz hat kein schlechtes Buch geschrieben, aber er hat eben keinen Thriller geschrieben. Da die Genre Zuordnung aber wahrscheinlich eher vom Verlag getroffen wird und weniger vom Autor werde ich das Lars Menz an dieser Stelle nicht negativ anlasten.

Ich habe mich dazu entschieden „Die Schanze“ zu lesen, weil mich der Prolog auf Anhieb fesseln konnte und ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht. Leider ist der Prolog das Einzige Kapitel, dass mich wirklich fesseln konnte. Diese ersten Seiten sind so detailliert geschrieben, dass ich das Gefühl hatte live dabei zu sein. Meine Neugierde war also auf Anhieb geweckt, weil das genau die Art und Weise ist wie ein Thriller geschrieben sein muss, damit er mich fesselt. Leider ist es dem Autor nicht gelungen diesen lebendigen Schreibstil beizubehalten.

Das restliche Buch erzählt eine Geschichte, die von unterschiedlichen menschlichen Schicksalen handelt. Insgesamt sind es drei und sie alle stehen irgendwie mit dem Toten in Verbindung. Da gibt es Dr. Ellen Roth, die Ärztin ist und die dank einem traumatischen Erlebnis in ihrer Jugend ein besorgniserregendes Maß an selbstverletzendem Verhalten an den Tag legt. Dann gibt es noch Merab Alieva, er ist Journalist, träumt vom großen Durchbruch und trauert die gesamte Geschichte über seiner Ex-Freundin hinterher. Die letzte Person ist Karl Haußer, ein ehemaliger Polizist, der seine schwer kranke Frau pflegt und ansonsten seinen speziellen Sexuellen Neigungen nachgibt. Alle drei Charaktere haben deutlich erkennbare Ecken und Kanten und irgendwie waren sie auch authentisch. Mir ist es aber auch wichtig, dass sie irgendetwas haben, dass sie mir sympathisch macht. Leider habe ich auf dieses „Etwas“ vergeblich gewartet.

Mich konnten also weder die Geschichte noch die Charaktere fesseln. Das Buch wurde für mich somit immer langweiliger und bei einem Thriller, der eigentlich spannend sein soll, ist das ein massiver Dämpfer für meinen Lesegenuss. Mich macht das ehrlich gesagt ein bisschen traurig, weil der Prolog so gut war, dass man problemlos ein Thriller daraus hätte entwickeln können, der das Potenzial gehabt hätte, um mich an die Seiten zu fesseln. Stattdessen habe ich eine Geschichte gelesen, die mich nicht packen konnte und deren Ende für mich unbefriedigend war.

Fazit
„Die Schanze“ ist eine Geschichte die sich mehr auf die Schicksale, der einzelnen Charaktere konzentriert als auf den Kriminalfall. Ich, die gerne Krimis und Thriller liest, weil ich es liebe Kriminalfälle zu lösen, wurde von der Geschichte leider nicht so abgeholt, wie ich es mir erhofft hatte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.12.2024

Der erste Eindruck kann täuschen

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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„Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ erzählt die Geschichte von Robyn Jackson. Einem 17-jährigen Mädchen, dass an einer schweren Krankheit leidet und ein leidenschaftlicher True Crime Fan ist. Das ...

„Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ erzählt die Geschichte von Robyn Jackson. Einem 17-jährigen Mädchen, dass an einer schweren Krankheit leidet und ein leidenschaftlicher True Crime Fan ist. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Katie Kento geschrieben und ist 2025 als Taschenbuch und eBook im ONE Verlag (Bastei Lübbe) erschienen. „Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ ist ein Einzelband.

Robyn Jackson ist ein Hauptcharakter, der für mich sowohl positive als auch negative Eigenschaften hat. Ich habe es geliebt, dass sie nicht auf den Mund gefallen ist und für ihre Träume gekämpft hat. Gleichzeitig ist mir ihre Engstirnigkeit auf die Nerven gegangen und auch ihre Sturheit war für mich irgendwann nur noch anstrengend. Glücklicherweise durchläuft Robyn im Laufe der Geschichte eine gut erkennbare Entwicklung, die sich in eine Richtung bewegt, mit der ich am Ende zufrieden war. So kam meine Sympathie, die ich anfänglich für Robyn hatte und die zwischenzeitlich einen gehörigen Dämpfer bekam, zum Ende hin wieder zurück. Genauso erging es mir auch mit ihrem Verhalten und ihren Entscheidungen, die ich mal nachvollziehen konnte und dann mal wieder nicht. Anders sah es hingegen mit ihren Gedanken und Gefühle aus. Die Tatsache, dass ich einen intensiveren Blick auf beides werfen konnte, weil die komplette Geschichte aus Robyns Sicht erzählt wird, hat mir nur stellenweise dabei geholfen eine Bindung zu ihr aufzubauen. Leider bleib sie an zu vielen Stellen für mich nicht richtig greifbar. Als Hauptcharakter war Roby für mich ok mehr aber auch nicht.

Neben Robyn gibt es noch zwei weitere Charaktere, die eine entscheidende Rolle spielen und die gegensätzlicher nicht sein könnten. A.J. ist Robyns Partner in Crime, der für sie zu Augen und Ohren im Hotel Ambrosia wird. Ein Junge, der genauso alt ist wie Robyn und der mir auf Anhieb sympathisch war. Trotz seiner eher zwielichtigen Vergangenheit ist er ein herzensguter Mensch, der für Gerechtigkeit kämpft und der ähnlich wie Robyn kein bisschen auf den Mund gefallen ist. Mir hat besonders gut gefallen, dass A.J. nicht alles so ernst nimmt, das hat ihn für mich zu einem angenehmen Zeitgenossen gemacht.

Nelly Jackson ist Robyns Großtante, die als Krankenschwester im örtlichen Krankenhaus arbeitet und die sich neben ihrem zeitintensiven und stressigen Job auch noch aufopferungsvoll um ihre Großnichte kümmert. Mein erster Eindruck von Nelly war nicht gerade positiv. Ihre Fürsorge fand ich stellenweise arg übertrieben und in manchen Situationen fand ich ihr Verhalten gegenüber Robyn übergriffig. Robyn ist 17 Jahre alt. Ich hatte aber manchmal den Eindruck, dass sie für ihre Großtante noch ein unmündiges Baby ist, dass für absolut alles Hilfe braucht. Dieses Verhalten bessert sich im Laufe der Geschichte ein bisschen aber nie soweit das es gereicht hätte, um mir Nelly sympathisch zu machen. Für mich war sie bis zum Schluss das komplette Gegenteil von A.J..

Wichtigster Handlungsstrang der Geschichte, sind Robyns Ermittlungen im Hotel Ambrosia, die ursprünglich nur als Recherchematerial für eine Podcastfolge von ihrer Lieblingspodcasterin gedacht waren und dann passiert direkt vor Robyns Augen etwas, dass ihr keine Ruhe mehr lässt. Plötzlich werden alle Bewohner des Hotels zu Verdächtigen und Robyn vermutet hinter jedem ungewöhnlichen Verhalten ein Verbrechen. Dabei wurde mit jedem weiteren Kapitel klar, dass man sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen sollte, denn nur weil jemand eine zwielichtige Vergangenheit hat, macht ihn das noch lange nicht zu einem Mörder.

Dieser Handlungsstrang basiert lose auf unterschiedlichen realen True Crime fällen, die einem mehr oder weniger auffallen, wenn man sich bereits intensiver mit dem Thema True Crime beschäftigt hat. Ich, die ähnlich True Crime verrückt ist wie Robyn, hat nicht besonders lange gebraucht, um all die Ganzen True Crime Fälle zu erraten, die die Autorin hier als Inspiration genutzt hat. Für jemanden der sich bisher eher weniger mit dem Thema beschäftigt hat, kann das ein oder andere Geschehen eine Überraschung sein.

Katie Kento ist es gelungen einen packenden Jugendkrimi zu schreiben, der mich mit einem kontinuierlich ansteigenden Spannungsbogen von sich überzeugen konnte. Spätestens nach den ersten 100 Seiten hatte mich die Geschichte so sehr gefesselt, dass ich das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen wollte. Da kann ich der Autorin sogar verzeihen, dass die Geschichte kein bisschen gruselig war. Zugegeben es braucht schon eine ganze Menge damit ich mich grusele und das wäre für ein Jugendbuch wahrscheinlich zu viel. Von daher kann ich damit leben, dass dieser Teil gänzlich gefehlt hat.

Was ich der Autorin hingegen nicht verzeihen kann, ist das Ende des Buches. Zwar gelingt es ihr die Geschichte zu einem halbwegs logischen Ende zubringen für meinen Geschmack lässt sie dabei aber zu viele Fragen unbeantwortet. Würde es sich bei „Hotel Ambrosia“ um ein normales Jugendbuch handeln wäre das für mich nicht so schlimm gewesen. Es handelt sich hier aber um einen Krimi und bei diesem Genre mag ich es überhaupt nicht, wenn Fragen offenbleiben. Ich weiß, dass das hart klingt aber für mich ist die Geschichte damit unvollständig.

Was mich ebenfalls gestört hat war die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde. Es gibt Kapitel, die nicht in Form eines klassischen Fließtextes geschrieben wurden und die meinen Lesefluss massiv gestört haben. Glücklicherweise hält sich die Anzahl dieser Kapitel in Grenzen, sodass ich nicht ständig aus meinem Lesefluss gerissen wurde. In den restlichen Kapiteln hat die Autorin bewiesen das sie einen wundervollen Schreibstil hat, der sich angenehm flüssig lesen lässt und auch ihre Beschreibungen waren ein Genuss. Katie Kento hat ein Händchen für detailreiche Beschreibungen, die mich als Leserin in die Geschichte hineingezogen haben und mir so das Gefühl gegeben haben ein Teil des Geschehens zu sein.

Fazit
Ein Jugendkrimi, der mich trotz der für mich bekannten True Crime Fälle überraschen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2024

Der erste Eindruck täuscht

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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„Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun“ erzählt die Geschichte von Ella Graham. Sie ist 17 Jahre alt und hat ihre beste Freundin bei einem Autounfall verloren. Das Buch wurde von der ...

„Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun“ erzählt die Geschichte von Ella Graham. Sie ist 17 Jahre alt und hat ihre beste Freundin bei einem Autounfall verloren. Das Buch wurde von der US-amerikanisch Autorin Sloan Harlow geschrieben und ist 2024 als eBook und Hardcover im Fischer Sauerländer Verlag (S. Fischer Verlage) erschienen. „Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun“ ist ein Einzelband. Das englische Original ist unter dem Titel „Everything We Never Said“ erschienen.

Es spielt keine Rolle, ob es sich um Haupt- oder Nebencharaktere handelt, Sloan Harlow hat ein Händchen für vielschichtige Charaktere, die alle auf ihre Art und Weise authentisch sind. Besonders gefallen hat mir Ella, die mir auf Anhieb sympathisch war und die ich für ihre Stärke bewundert habe. Der Autorin ist es hervorragend gelungen Ellas Gedanken und Gefühle so detailliert zu beschreiben, dass man sowohl ihr Verhalten als auch ihre Entscheidungen nachvollziehen kann, ohne dass man Erfahrungen gemacht haben muss, wie Ella sie gemacht hat. Aus diesem Grund konnte ich mich problemlos in Ella hineinversetzen.

„Everything We Never Said“ ist eine Mischung aus Thriller und Jugendbuch. Wobei das Buch für mich mehr Triller als Jugendbuch ist und das trotz der Tatsache, dass es ganz anders ist als die typischen Thriller. Ja, es gibt auch eine Liebesgeschichte, aber die spielt eher eine Nebenrolle, denn hauptsächlich geht es um die Nacht in der Hayley gestorben ist und deren Folgen für Ella. Sloan Harlow hat eine Geschichte geschrieben, die zwar voller unvorhersehbarer Wendungen war, die für mich aber nicht immer spannend war.

Sloan Harlow schreibt in „Everything We Never Said“ über ein sehr schweres Thema, dass meiner Meinung nach nicht in einem Jugendbuch behandelt werden sollte. Es ist definitiv ein wichtiges Thema über das viel zu wenig gesprochen wird und für mich hat die Autorin das Thema auch mit der nötigen Menge an Ernsthaftigkeit beschrieben, trotzdem hatte ich meine Probleme mit diesem Teil der Geschichte. Vielleicht lag es an den anderen heiklen Themen, mit denen sie das Thema verbunden hat. Für Geschmack war das zu viel des Guten. Ich hatte das Gefühl, dass sie eine besonders dramatische Geschichte schreiben wollte und dabei leider übers Ziel hinausgeschossen ist.

Die deutsche Übersetzung von Sloan Harlows Schreibstil ließ sich flüssig lesen. Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Ella erzählt. Die restlichen Kapitel werden aus der Sicht von Sawyer erzählt. Das Buch wurde in der ersten Person geschrieben.

Fazit
„Everything We Never Said“ fühlt sich wie eine Achterbahnfahrt in Überschallgeschwindigkeit an. Eine Geschichte die dich seelische komplett auseinander nimmt.