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Veröffentlicht am 25.12.2024

Der erste Eindruck kann täuschen

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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„Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ erzählt die Geschichte von Robyn Jackson. Einem 17-jährigen Mädchen, dass an einer schweren Krankheit leidet und ein leidenschaftlicher True Crime Fan ist. Das ...

„Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ erzählt die Geschichte von Robyn Jackson. Einem 17-jährigen Mädchen, dass an einer schweren Krankheit leidet und ein leidenschaftlicher True Crime Fan ist. Das Buch wurde von der deutschen Autorin Katie Kento geschrieben und ist 2025 als Taschenbuch und eBook im ONE Verlag (Bastei Lübbe) erschienen. „Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.“ ist ein Einzelband.

Robyn Jackson ist ein Hauptcharakter, der für mich sowohl positive als auch negative Eigenschaften hat. Ich habe es geliebt, dass sie nicht auf den Mund gefallen ist und für ihre Träume gekämpft hat. Gleichzeitig ist mir ihre Engstirnigkeit auf die Nerven gegangen und auch ihre Sturheit war für mich irgendwann nur noch anstrengend. Glücklicherweise durchläuft Robyn im Laufe der Geschichte eine gut erkennbare Entwicklung, die sich in eine Richtung bewegt, mit der ich am Ende zufrieden war. So kam meine Sympathie, die ich anfänglich für Robyn hatte und die zwischenzeitlich einen gehörigen Dämpfer bekam, zum Ende hin wieder zurück. Genauso erging es mir auch mit ihrem Verhalten und ihren Entscheidungen, die ich mal nachvollziehen konnte und dann mal wieder nicht. Anders sah es hingegen mit ihren Gedanken und Gefühle aus. Die Tatsache, dass ich einen intensiveren Blick auf beides werfen konnte, weil die komplette Geschichte aus Robyns Sicht erzählt wird, hat mir nur stellenweise dabei geholfen eine Bindung zu ihr aufzubauen. Leider bleib sie an zu vielen Stellen für mich nicht richtig greifbar. Als Hauptcharakter war Roby für mich ok mehr aber auch nicht.

Neben Robyn gibt es noch zwei weitere Charaktere, die eine entscheidende Rolle spielen und die gegensätzlicher nicht sein könnten. A.J. ist Robyns Partner in Crime, der für sie zu Augen und Ohren im Hotel Ambrosia wird. Ein Junge, der genauso alt ist wie Robyn und der mir auf Anhieb sympathisch war. Trotz seiner eher zwielichtigen Vergangenheit ist er ein herzensguter Mensch, der für Gerechtigkeit kämpft und der ähnlich wie Robyn kein bisschen auf den Mund gefallen ist. Mir hat besonders gut gefallen, dass A.J. nicht alles so ernst nimmt, das hat ihn für mich zu einem angenehmen Zeitgenossen gemacht.

Nelly Jackson ist Robyns Großtante, die als Krankenschwester im örtlichen Krankenhaus arbeitet und die sich neben ihrem zeitintensiven und stressigen Job auch noch aufopferungsvoll um ihre Großnichte kümmert. Mein erster Eindruck von Nelly war nicht gerade positiv. Ihre Fürsorge fand ich stellenweise arg übertrieben und in manchen Situationen fand ich ihr Verhalten gegenüber Robyn übergriffig. Robyn ist 17 Jahre alt. Ich hatte aber manchmal den Eindruck, dass sie für ihre Großtante noch ein unmündiges Baby ist, dass für absolut alles Hilfe braucht. Dieses Verhalten bessert sich im Laufe der Geschichte ein bisschen aber nie soweit das es gereicht hätte, um mir Nelly sympathisch zu machen. Für mich war sie bis zum Schluss das komplette Gegenteil von A.J..

Wichtigster Handlungsstrang der Geschichte, sind Robyns Ermittlungen im Hotel Ambrosia, die ursprünglich nur als Recherchematerial für eine Podcastfolge von ihrer Lieblingspodcasterin gedacht waren und dann passiert direkt vor Robyns Augen etwas, dass ihr keine Ruhe mehr lässt. Plötzlich werden alle Bewohner des Hotels zu Verdächtigen und Robyn vermutet hinter jedem ungewöhnlichen Verhalten ein Verbrechen. Dabei wurde mit jedem weiteren Kapitel klar, dass man sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen sollte, denn nur weil jemand eine zwielichtige Vergangenheit hat, macht ihn das noch lange nicht zu einem Mörder.

Dieser Handlungsstrang basiert lose auf unterschiedlichen realen True Crime fällen, die einem mehr oder weniger auffallen, wenn man sich bereits intensiver mit dem Thema True Crime beschäftigt hat. Ich, die ähnlich True Crime verrückt ist wie Robyn, hat nicht besonders lange gebraucht, um all die Ganzen True Crime Fälle zu erraten, die die Autorin hier als Inspiration genutzt hat. Für jemanden der sich bisher eher weniger mit dem Thema beschäftigt hat, kann das ein oder andere Geschehen eine Überraschung sein.

Katie Kento ist es gelungen einen packenden Jugendkrimi zu schreiben, der mich mit einem kontinuierlich ansteigenden Spannungsbogen von sich überzeugen konnte. Spätestens nach den ersten 100 Seiten hatte mich die Geschichte so sehr gefesselt, dass ich das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen wollte. Da kann ich der Autorin sogar verzeihen, dass die Geschichte kein bisschen gruselig war. Zugegeben es braucht schon eine ganze Menge damit ich mich grusele und das wäre für ein Jugendbuch wahrscheinlich zu viel. Von daher kann ich damit leben, dass dieser Teil gänzlich gefehlt hat.

Was ich der Autorin hingegen nicht verzeihen kann, ist das Ende des Buches. Zwar gelingt es ihr die Geschichte zu einem halbwegs logischen Ende zubringen für meinen Geschmack lässt sie dabei aber zu viele Fragen unbeantwortet. Würde es sich bei „Hotel Ambrosia“ um ein normales Jugendbuch handeln wäre das für mich nicht so schlimm gewesen. Es handelt sich hier aber um einen Krimi und bei diesem Genre mag ich es überhaupt nicht, wenn Fragen offenbleiben. Ich weiß, dass das hart klingt aber für mich ist die Geschichte damit unvollständig.

Was mich ebenfalls gestört hat war die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde. Es gibt Kapitel, die nicht in Form eines klassischen Fließtextes geschrieben wurden und die meinen Lesefluss massiv gestört haben. Glücklicherweise hält sich die Anzahl dieser Kapitel in Grenzen, sodass ich nicht ständig aus meinem Lesefluss gerissen wurde. In den restlichen Kapiteln hat die Autorin bewiesen das sie einen wundervollen Schreibstil hat, der sich angenehm flüssig lesen lässt und auch ihre Beschreibungen waren ein Genuss. Katie Kento hat ein Händchen für detailreiche Beschreibungen, die mich als Leserin in die Geschichte hineingezogen haben und mir so das Gefühl gegeben haben ein Teil des Geschehens zu sein.

Fazit
Ein Jugendkrimi, der mich trotz der für mich bekannten True Crime Fälle überraschen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2024

Der erste Eindruck täuscht

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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„Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun“ erzählt die Geschichte von Ella Graham. Sie ist 17 Jahre alt und hat ihre beste Freundin bei einem Autounfall verloren. Das Buch wurde von der ...

„Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun“ erzählt die Geschichte von Ella Graham. Sie ist 17 Jahre alt und hat ihre beste Freundin bei einem Autounfall verloren. Das Buch wurde von der US-amerikanisch Autorin Sloan Harlow geschrieben und ist 2024 als eBook und Hardcover im Fischer Sauerländer Verlag (S. Fischer Verlage) erschienen. „Everything We Never Said - Liebe lässt uns böse Dinge tun“ ist ein Einzelband. Das englische Original ist unter dem Titel „Everything We Never Said“ erschienen.

Es spielt keine Rolle, ob es sich um Haupt- oder Nebencharaktere handelt, Sloan Harlow hat ein Händchen für vielschichtige Charaktere, die alle auf ihre Art und Weise authentisch sind. Besonders gefallen hat mir Ella, die mir auf Anhieb sympathisch war und die ich für ihre Stärke bewundert habe. Der Autorin ist es hervorragend gelungen Ellas Gedanken und Gefühle so detailliert zu beschreiben, dass man sowohl ihr Verhalten als auch ihre Entscheidungen nachvollziehen kann, ohne dass man Erfahrungen gemacht haben muss, wie Ella sie gemacht hat. Aus diesem Grund konnte ich mich problemlos in Ella hineinversetzen.

„Everything We Never Said“ ist eine Mischung aus Thriller und Jugendbuch. Wobei das Buch für mich mehr Triller als Jugendbuch ist und das trotz der Tatsache, dass es ganz anders ist als die typischen Thriller. Ja, es gibt auch eine Liebesgeschichte, aber die spielt eher eine Nebenrolle, denn hauptsächlich geht es um die Nacht in der Hayley gestorben ist und deren Folgen für Ella. Sloan Harlow hat eine Geschichte geschrieben, die zwar voller unvorhersehbarer Wendungen war, die für mich aber nicht immer spannend war.

Sloan Harlow schreibt in „Everything We Never Said“ über ein sehr schweres Thema, dass meiner Meinung nach nicht in einem Jugendbuch behandelt werden sollte. Es ist definitiv ein wichtiges Thema über das viel zu wenig gesprochen wird und für mich hat die Autorin das Thema auch mit der nötigen Menge an Ernsthaftigkeit beschrieben, trotzdem hatte ich meine Probleme mit diesem Teil der Geschichte. Vielleicht lag es an den anderen heiklen Themen, mit denen sie das Thema verbunden hat. Für Geschmack war das zu viel des Guten. Ich hatte das Gefühl, dass sie eine besonders dramatische Geschichte schreiben wollte und dabei leider übers Ziel hinausgeschossen ist.

Die deutsche Übersetzung von Sloan Harlows Schreibstil ließ sich flüssig lesen. Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Ella erzählt. Die restlichen Kapitel werden aus der Sicht von Sawyer erzählt. Das Buch wurde in der ersten Person geschrieben.

Fazit
„Everything We Never Said“ fühlt sich wie eine Achterbahnfahrt in Überschallgeschwindigkeit an. Eine Geschichte die dich seelische komplett auseinander nimmt.

Veröffentlicht am 28.09.2024

Das schwächste Glied der Gesellschaft

Mit kaltem Kalkül
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In „Mit kaltem Kalkül“ ermittelt Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao in einem Fall, der tief in die Abgründe der menschlichen Psyche blicken lässt. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Prof. Dr. Michael ...

In „Mit kaltem Kalkül“ ermittelt Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao in einem Fall, der tief in die Abgründe der menschlichen Psyche blicken lässt. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Prof. Dr. Michael Tsokos geschrieben und ist 2024 als Taschenbuch und eBook im Knaur Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. „Mit kaltem Kalkül“ ist der zweite Band der „Sabine Yao“ Reihe.

„Mit kaltem Kalkül“ spielt acht Monate nach den Ereignissen aus „Mit kalter Präzision“. Michael Tsokos schreibt seine Bücher zwar so, dass man die Reihe nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge lesen muss. Trotzdem ist es natürlich interessant und manchmal vielleicht sogar hilfreich, wenn man den Vorgängerband gelesen hat.

Der zweite Fall für Dr. Sabine Yao lässt sich grob in zwei Handlungsstränge aufteilen, die parallel zueinander erzählt werden. Am Schluss gelingt es Michael Tsokos zwar die beiden Handlungsstränge zu einem logischen Ende zusammenzufügen, ich hätte es aber deutlich besser gefunden, wenn die beiden Handlungsstränge ein paar Berührungspunkte gehabt hätten. So hat es sich nämlich angefühlt, als hätte ich zwei Geschichten in einem Buch gelesen. Diese Erzählweise nimmt der Geschichte leider auch ein bisschen die Spannung. Damit war „Mit kaltem Kalkül“ leider nicht ganz so fesselnd wie der Vorgängerband.

In „Mit kaltem Kalkül“ steht Dr. Sabine Yao nicht länger allein im Fokus der Erzählung. Diesmal bekommt sie Unterstützung von Kriminalhauptkommissarin Monica Monti. Die Leiterin der vierten Mordkommission des Berliner LKA ist ähnlich wie Dr. Yao eine Frau für die Aufgeben ein Fremdwort ist und die sich von Steinen, die man ihr in den Weg legt, nicht aufhalten lässt. Genauso wie Yao war auch Monti mir auf Anhieb sympathisch und für die Tatsache, dass sie, ohne lange darüber nachzudenken, tatkräftig mit anpackt habe ich sie bewundert. Der zweite Band ist also voller Frauenpower und ich muss sagen, dass die beiden für mich ein sehr unterhaltsames Ermittlerduo abgeben, dass sich meiner Meinung nach perfekt ergänzt.

Neben den beiden Frauen gibt es in diesem Buch auch noch einen dritten Charakter, der ein größere Rolle spielt. Hassan Khalaf hat viele Jahre lang für den jordanischen Geheimdienst gearbeitet, bevor er nach Berlin gekommen ist. Mit ihm hat Michael Tsokos einen Charakter erschaffen, der einen spannenden Gegenpart zu den beiden Frauen bildet. Auf den ersten Blick würde man ihn wahrscheinlich zu den „Guten“ zählen, wenn man aber einen genaueren Blick hinter seine Maske wirft, erkennt man, dass er über reichlich Ecken und Kanten verfügt. Dieser Mann hat definitiv keine weiße Weste und trotzdem war er mir irgendwann sympathisch, weil er eben nicht dem typischen Klischee des „Bösen“ entspricht.

Genauso wie auch schon in „Mit kalter Präzision“ gewährt Michael Tsokos seinen Lesern in „Mit kaltem Kalkül“ detaillierte Einblicke in die Arbeit eines Rechtsmediziners. Dabei gelingt es ihm die medizinischen Abläufe so zu beschreiben, dass sie nicht nur spannend, sondern auch für einen Laien verständlich sind. So hatte ich neben der Tatsache, dass ich eine unterhaltsame Geschichte lesen dürfte, auch die Chance etwas Neues zu lernen.

Die Kapitel beginnen jeweils mit einem Datum, einer Uhrzeit und einer Ortsangabe. Der Schreibstil von Michael Tsokos ließ sich angenehm lesen. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
Trotz der Tatsache, dass „Mit kaltem Kalkül“ nicht ganz so packend war wie der erste Band, konnte mich die Geschichte gut unterhalten.

Veröffentlicht am 26.09.2024

Die Toten lügen nicht

Mit kalter Präzision
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In „Mit kalter Präzision“ ermittelt Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao in einem Fall, der sie vor scheinbar unlösbare Rätsel stellt. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Prof. Dr. Michael Tsokos geschrieben ...

In „Mit kalter Präzision“ ermittelt Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao in einem Fall, der sie vor scheinbar unlösbare Rätsel stellt. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Prof. Dr. Michael Tsokos geschrieben und ist 2023 als Taschenbuch und eBook im Knaur Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erschienen. „Mit kalter Präzision“ ist der erste Band der „Sabine Yao“ Reihe.

Der erste Fall für Dr. Sabine Yao ist ein hochkomplizierter Kriminalfall, der im ersten Moment unzählige Fragen aufwirft. Michael Tsokos ist es hervorragend gelungen diese Fragen Stück für Stück zu beantworten, ohne dabei der Spannung einen Dämpfer zu verpassen. Vielmehr hat er es geschafft einen Thriller zu schreiben, der mich mit absolut unvorhersehbaren Wendungen überraschen konnte und der bereits nach wenigen Seiten so fesselnd war, dass ich ihn keine Sekunde aus der Hand legen konnte.

„Mit kalter Präzision“ ist der erste Rechtsmedizin Thriller von Michael Tsokos, in dem eine Frau die Hauptrolle spielt. Dr. Sabine Yao ist Rechtsmedizinerin aus Leidenschaft, für die Aufgeben ein Fremdwort und keine Hürde zu groß ist. Für mich ist sie eine Ermittlerin, zu der ich problemlos eine Bindung aufbauen konnte und die ich für ihr Rückgrat bewundert habe. Von ihrem Verhalten her hat sie mich an Dr. Paul Herzfeld erinnert, denn ähnlich wie ihr Chef und Mentor gräbt auch Yao so lange, bis sie zufriedenstellende Antworten auf ihre Fragen gefunden hat. Eine Eigenschaft, die sie mir schnell sympathisch gemacht hat.

Besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit alten Bekannten, den im Laufe der Geschichte tauchen sowohl Dr. Paul Herzfeld als auch Dr. Fred Abel auf. Aber auch ein paar der neuen Charaktere habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Einer dieser Charaktere ist eine Kriminalhauptkommissarin, dir mir auf Anhieb sympathisch war und von der ich sehr hoffe, dass sie auch in weiteren Büchern der Reihe eine Rolle spielen wird.

Wie auch schon in seinen anderen Rechtsmedizin Thriller gewährt Michael Tsokos seinen Lesern in „Mit kalter Präzision“ detaillierte Einblicke in die Arbeit eines Rechtsmediziners. Dabei gelingt es ihm die medizinischen Abläufe so zu beschreiben, dass sie nicht nur spannend, sondern auch für einen Laien verständlich sind. So hatte ich neben der Tatsache, dass ich eine spannende Geschichte genießen dürfte, auch die Chance etwas Neues zu lernen.

Die Kapitel beginnen jeweils mit einem Datum, einer Uhrzeit und einer Ortsangabe. Der Schreibstil von Michael Tsokos ließ sich angenehm lesen. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichten erzählt. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
Der erste Fall für Dr. Sabine Yao ist ein packender Thriller voller Frauenpower und Action.

Veröffentlicht am 25.09.2024

Die Rolle seines Lebens

Stalker – Er will dein Leben.
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„Stalker - Er will dein Leben.“ erzählt die Geschichte von Eric Sanders, der nach einer Rolle im Tatort kurz vor seinem großen Durchbruch als Schauspieler steht, doch dann taucht ein Unbekannter auf, der ...

„Stalker - Er will dein Leben.“ erzählt die Geschichte von Eric Sanders, der nach einer Rolle im Tatort kurz vor seinem großen Durchbruch als Schauspieler steht, doch dann taucht ein Unbekannter auf, der sich für ihn ausgibt und sein bisheriges Leben ins Chaos stürzt. Das Buch wurde von dem deutschen Autor Arno Strobel geschrieben und ist 2024 als eBook und Taschenbuch im FISCHER Taschenbuch Verlag (S. Fischer Verlage) erschienen. „Stalker - Er will dein Leben.“ ist ein Einzelband.

Mit „Stalker - Er will dein Leben.“ hat Arno Strobel ein weiteres Mal bewiesen, dass er ein Händchen für unvorhersehbare Wendungen hat. Nachdem ich den Klappentext und die ersten Kapitel gelesen hatte, hatte ich eine wage Idee in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln könnte und dann kam Herr Strobel mit einer Wendung um die Ecke, die alle meine Ideen über den Haufen geworfen hat. Am Ende hat sich die Geschichte in eine Richtung entwickelt, auf die ich niemals gekommen wäre. Arno Strobel ist es auf unvergleichliche Art und Weise gelungen eine Spannung aufzubauen, die mich so sehr an die Seiten gefesselt hat, dass ich das Buch keine Sekunde aus der Hand legen konnte.

Eric Sanders begibt sich auf eine Reise in seine Vergangenheit, die ab einem bestimmten Punkt sehr psychologisch wird. Ich vermute Mal, dass Arno Strobel intensive Recherche betreibt, bevor er über ein fachfremdes Thema schreibt. Daher gehe ich davon aus, dass die unterschiedlichen Behandlungsmethoden, die von den verschiedenen Psychiatern und Psychotherapeuten im Laufe der Geschichte angewandt werden, tatsächlich existieren. Ich als Laie hätte mir eine detailliertere Beschreibung ebendieser Behandlungsmethoden gewünscht, weil ich stellenweise Probleme hatte der Handlung in diesen Momenten zu folgen.

Mit Eric Sanders hat Arno Strobel einen Hauptcharakter erschaffen, der für mich perfekt zum Genre gepasst hat. Mal abgesehen von seinem Beruf ist Eric ein Mensch, der ein relativ durchschnittliches Leben führt und der im ersten Moment ganz normale Probleme hat. Das ändert sich als ein Unbekannter Erics Identität stielt. Innerhalb weniger Tage ertrinkt sein bisher eher ruhiges Leben im Chaos und ich finde das Arno Strobel die Beschreibungen des emotionalen Ausnahmezustandes, in dem Eric sich plötzlich befindet, hervorragend gelungen ist. Zusammen mit Eric schickt er seine Leser auf eine hochemotionale Reise, die mich stellenweise sprachlos gemacht hat. Was ich ganz besonders gelungen finde, ist die Art und Weise wie Arno Strobel Erics Beruf als Schauspieler in die Geschichte eingebaut hat. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sein Beruf nur eine kleine Nebenrolle spielt, doch dieser Eindruck täuscht.

Arno Strobels Schreibstil ließ sich gewohnt flüssig lesen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Eric erzählt. Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben.

Fazit
„Stalker - Er will dein Leben.“ ist ein packender Psychothriller, der in die Abgründe der menschlichen Seele blickt.