Profilbild von Angi_molly

Angi_molly

Lesejury Star
offline

Angi_molly ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Angi_molly über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2026

grandios

Marsolleks Morde / Ifrit
0

Meinung: Nachdem mich Band 1 bereits vollkommen in seinen Bann gezogen hatte, war für mich sofort klar: Die Fortsetzung muss ich lesen. In Dortmund werden Obdachlose brutal mit einem Baseballschläger ermordet. ...

Meinung: Nachdem mich Band 1 bereits vollkommen in seinen Bann gezogen hatte, war für mich sofort klar: Die Fortsetzung muss ich lesen. In Dortmund werden Obdachlose brutal mit einem Baseballschläger ermordet. Schnell zeigt sich eine erschreckende Parallele zu einem Fall, der über 20 Jahre zurückliegt. Alte Wunden werden aufgerissen, ungelöste Fragen drängen wieder an die Oberfläche. Wer steckt hinter diesen grausamen Taten? Ist es ein Nachahmungstäter oder kehrt ein Monster aus der Vergangenheit zurück? Erneut begleiten wir Lukas Marsollek, der inzwischen als Fallanalytiker tätig ist, sowie seinen Kollegen bei den Ermittlungen. Besonders die Arbeit des OFA-Teams hat mich fasziniert. Sie wird sehr detailliert und realistisch beschrieben, ohne dabei trocken zu wirken. Im Gegenteil: Ich hatte mehr als einmal das Gefühl, direkt neben dem Team zu stehen, die Gedankengänge mitzuvollziehen und selbst Teil der Ermittlungen zu sein.
Der Schreibstil ist flüssig, lebendig und unglaublich mitreißend. Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und entwickeln sich von Band zu Band spürbar weiter. Sie wirken authentisch, menschlich und nahbar. Mit jedem Buch wachsen sie mir mehr ans Herz, und gerade der liebevolle, respektvolle Umgang miteinander hat mich emotional sehr abgeholt.


Auch Melissa spielt eine zentrale, emotionale Rolle. Als Streetworkerin kennt sie viele der Opfer persönlich, was die Ermittlungen für sie extrem belastend macht. Als sie ihrem Ehemann mit ihrem Wissen helfen möchte, war ich gleichzeitig stolz auf ihren Mut und voller Angst um sie. Diese Zerrissenheit war so intensiv beschrieben, dass sie mich wirklich mitgenommen hat.
Die Morde an den Obdachlosen sind hart und schonungslos dargestellt. Hier wird nichts beschönigt, und genau das macht die Geschichte so eindringlich. Der Fall selbst ist durchgehend spannend, voller Wendungen und emotionaler Momente. Neben der klassischen Ermittlungsarbeit geht es auch um Menschlichkeit, Verantwortung und den Blick auf jene, die in der Gesellschaft oft übersehen werden.

Eine klare absolute Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2026

tolles Debüt

Marsolleks Morde / Die Achte Linie
0

Meinung: Dieses Buch lag über ein Jahr ungelesen bei mir. Still. Fast vergessen.
Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt nicht leicht. Ich musste mich erst hineinfinden, stolperte stellenweise über den Rhythmus ...

Meinung: Dieses Buch lag über ein Jahr ungelesen bei mir. Still. Fast vergessen.
Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt nicht leicht. Ich musste mich erst hineinfinden, stolperte stellenweise über den Rhythmus und fragte mich kurz, ob die Geschichte mich wirklich packen würde. Doch dann kam dieser Punkt, dieser Moment, an dem ich merkte: Jetzt hat es mich. Ab da ließ mich das Buch nicht mehr los.
Gemeinsam mit Hauptkommissar Lukas Marsollek tauchen wir in einen verstörenden Mordfall ein. Wieder ist das Opfer eine zierliche Brünette. Wieder diese seltsamen, fast schon ritualhaften Schnitte. Und dann diese geometrischen Muster, die sich langsam wie ein dunkler Schleier über den Stadtplan legen. Die Signatur des Täters ist kalt, berechnend und sie kriecht einem unweigerlich unter die Haut. Je mehr sich das Puzzle zusammensetzt, desto beklemmender wird das Gefühl beim Lesen.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, was den Kontrast zur Brutalität der Taten noch verstärkt. Man gleitet förmlich durch die Seiten und merkt oft erst zu spät, wie tief man bereits in dieser düsteren Welt steckt. Besonders intensiv empfand ich die wechselnden Perspektiven zwischen den Ermittlern und dem Täter. Dem Mörder so nah zu kommen, ihn bei seinen Taten zu begleiten, seine Gedanken mitzuerleben, das war verstörend, beklemmend und unglaublich eindringlich. Diese Passagen haben mich stellenweise richtig frösteln lassen.
Die detaillierten Beschreibungen der Morde sind hart, schonungslos und nichts für schwache Nerven. Aber genau diese Konsequenz macht diese Story so wirkungsvoll.
Hier wird nichts beschönigt, nichts abgeschwächt und genau das mag ich.
Auch die Figuren haben mich überrascht. Sie fühlen sich echt an, greifbar, menschlich. Besonders Lukas Marsollek konnte ich schnell nah kommen. Und dann ist da Aki bester Freund, Kollege, Ruhepol. Die Dynamik zwischen den beiden bringt Wärme in eine ansonsten sehr dunkle Geschichte. Ihre Dialoge lockern auf, schenken kleine Atempausen und haben mir mehr als einmal ein Lächeln entlockt.
Das Ende hat mich zufrieden zurückgelassen und fühlt sich stimmig an. Vor allem aber hat es mir gezeigt, welches Potenzial in dieser Autorin steckt.
Kein Buch für Zartbesaitete, aber für alle, die düstere, intensive und schonungslose Krimis lieben, eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.12.2025

spannender Thriller

Sturmschreie
0

Meinung: wie ihr wisst, liebe ich skandinavische Thriller und genau deshalb bedeutet mir diese Reihe so viel. Ich begleite sie von Anfang an, und mit jedem neuen Band fühlt es sich an, als würde ich zu ...

Meinung: wie ihr wisst, liebe ich skandinavische Thriller und genau deshalb bedeutet mir diese Reihe so viel. Ich begleite sie von Anfang an, und mit jedem neuen Band fühlt es sich an, als würde ich zu alten Bekannten zurückkehren. Am Seeufer nahe dem kleinen Dorf Harads wird ein toter Mann gefunden. Schnell wird klar, dass der Tote ein ehemaliger Bewohner des nahegelegenen Abschiebelagers für Geflüchtete war. Für Kommissarin Idun Lind und Kommissar Calle Brandt beginnt ein Fall, der von Anfang an schwer auf der Seele liegt. Je tiefer sie ermitteln, desto dichter wird das Schweigen um sie herum. Es fühlt sich kalt an, abweisend, bedrückend fast so, als würde sich die ganze Umgebung gegen sie stellen.
Parallel dazu begegnen wir Nadira. Ein junges Mädchen aus Syrien, dessen Leben vom Krieg zerrissen wurde. Ihre Flucht ist kein Weg, sondern ein Kampf gegen Angst, gegen Misstrauen, gegen die ständige Unsicherheit, ob sie den nächsten Tag erleben wird. Nadiras Geschichte hat mich tief im Herzen getroffen. Die Trennung von ihrer Familie, diese unendliche Sehnsucht, das Hoffen und gleichzeitige Verzweifeln all das war beim Lesen so spürbar, so schmerzhaft nah.
Der Schreibstil ist angenehm ruhig und flüssig, fast sanft und gerade dadurch entfalten die schweren Themen ihre volle Wucht. Die Seiten sind nur so dahin geflogen, während mein Herz immer schwerer wurde. Die verschiedenen Perspektiven verleihen der Geschichte eine enorme Intensität.
Jeder Erzählstrang bringt eigene Emotionen mit sich, doch besonders Nadiras Vergangenheit hat sich unauslöschlich in mein Herz eingebrannt. Die Charaktere wirken lebendig, echt und nahbar. Gleichzeitig haben auch die neuen Figuren schnell einen Platz in meinem Herzen gefunden. Ich habe mitgefiebert, mitgerätselt, mir Theorien zurechtgelegt und wollte unbedingt verstehen, wie all diese Schicksale miteinander verwoben sind. Die Spannung war von Anfang bis zum Schluss aufrecht erhalten.
Das Ende ist stimmig, rund und fühlt sich ehrlich an. Kein lauter Knall, sondern ein leiser Abschluss

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.12.2025

Tolles Rezeptbuch

Koreanisch kochen
0


Ich liebe die asiatische Küche, aber koreanisch hatte ich bis zu diesem Buch weder probiert noch selbst gekocht. Genau das hat meine Neugier geweckt und ich wurde positiv überrascht. Schon beim Durchblättern ...


Ich liebe die asiatische Küche, aber koreanisch hatte ich bis zu diesem Buch weder probiert noch selbst gekocht. Genau das hat meine Neugier geweckt und ich wurde positiv überrascht. Schon beim Durchblättern merkt man, wie viel Liebe in diesem Buch steckt.

Da ich unter der Woche oft wenig Zeit habe, war es für mich perfekt: Jedes Rezept ist in etwa 30 Minuten zubereitet. Die 30 Gerichte sind übersichtlich erklärt, mit appetitlichen Bildern versehen und so verständlich beschrieben, dass das Nachkochen wirklich mühelos gelingt – selbst ohne Vorkenntnisse. Man bekommt direkt Lust, loszulegen.

Besonders gefallen hat mir, dass die Zutaten leicht erhältlich sind und man einzelne Dinge problemlos weglassen oder austauschen kann. Ich habe zum Beispiel die Auberginen nachgekocht und war begeistert. Einfach, aromatisch und richtig lecker.

Dieses Buch hat mir einen tollen Einstieg in die koreanische Küche ermöglicht. Wer neugierig ist, gerne Neues ausprobiert und wenig Zeit hat, wird hier definitiv fündig. Eine klare Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2025

Geniales Buch

Splitterkind
0

Meinung: ich liebe die Bücher von Sabrina, sie sind für mich jedes Mal ein Genuss für die Seele, auch wenn sie tief unter die Haut gehen.
Jerry Kramer und Käthe Karess von der Frankfurter Kripo werden ...

Meinung: ich liebe die Bücher von Sabrina, sie sind für mich jedes Mal ein Genuss für die Seele, auch wenn sie tief unter die Haut gehen.
Jerry Kramer und Käthe Karess von der Frankfurter Kripo werden in eine Sondereinheit für besonders schwerwiegende Verbrechen versetzt. Ihr erster Fall ist grausam: Die 15-jährige Amara wird brutal ermordet in ihrem Elternhaus gefunden. Keine Zeugen, keine eindeutigen Spuren, nur eine blutige Botschaft und widersprüchliche Hinweise.
Parallel erhält die Telefonseelsorgerin Maya kurz vor Schichtende einen verstörenden Anruf. Der Anrufer kennt sie. Er weiß, was sie getan hat, doch Maya erinnert sich an nichts. Er zwingt sie nach Harheim, an einen Ort, an dem sich alles zuspitzen soll.
Der Schreibstil ist fesselnd und flüssig, die kurzen Kapitel sorgen für einen starken Sog. Kaum beginnt man zu lesen, will man nicht mehr aufhören. Sabrina spielt gekonnt mit falschen Fährten: Gerade wenn man denkt, man habe den Durchblick, folgt die nächste Wendung. Die Geschichte ist düster, intensiv und alles andere als leichte Kost, genau das liebe ich. Zwei Haupt-Handlungsstränge, verschiedene Perspektiven und eingestreute Vergangenheitsepisoden fügen sich nach und nach zu einem erschreckenden Gesamtbild zusammen. Die Twists haben mich völlig überrascht, das Grauen baut sich langsam, aber gnadenlos auf. Erst gegen Ende erschließt sich die volle Bedeutung des Titels.
Für mich ein sehr gelungener Thriller mit starken psychologischen Aspekten und ein großartiger Start in eine neue Reihe. Bitte mehr davon!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere