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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2024

Was sich neckt, das liebt sich!

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Seit der fünften Klasse schreiben sich Naomi aus Oklahoma und Luca aus Kalifornien gegenseitig boshafte Briefe. Zwölf Jahre dauert dieser Schlagabtausch an, bis Luca plötzlich nicht mehr antwortet.
Nach ...

Seit der fünften Klasse schreiben sich Naomi aus Oklahoma und Luca aus Kalifornien gegenseitig boshafte Briefe. Zwölf Jahre dauert dieser Schlagabtausch an, bis Luca plötzlich nicht mehr antwortet.
Nach Jahren der Funkstille, Naomi arbeitet inzwischen als Wetterfee bei einem regionalen Fernsehsender, erhält sie eines Tages aus dem Nichts heraus, eine neue, fiese Nachricht von Luca. Diesmal möchte sie ihn nicht davonkommen lassen, doch hat er keinen Absender hinterlassen. Naomi fühlt sich um so mehr herausgefordert und reist sogar bis nach Kalifornien, um Luca ausfindig zu machen.
Aber nicht nur er bringt ihre Gefühlswelt durcheinander, sondern auch ihr Nachbar Jake sorgt dafür, dass Naomi nicht mehr weiß, für wen ihr Herz tatsächlich schlägt.

Zugegeben, ich habe anfangs ein wenig mit diesem Buch gehadert. Der Plot war ziemlich vorhersehbar und die gegenseitigen fiesen Wortgefechte für meinen Geschmack zunächst eine Spur zu überzogen. Da es sich jedoch um eine waschechte Enemies-to-Lovers-Story handelt, hatte ich nach den leichten Anlaufschwierigkeiten richtig Spaß an der „Was sich liebt, das neckt sich“- Geschichte. Hauptprotagonistin Naomi erscheint zwar nicht in allen Lebenslagen als die leuchtendste Kerze auf dem Adventskranz, ist dafür jedoch ziemlich schlagfertig und witzig.

Eine sehr unterhaltsame Story, die zwar kleine Schwächen hat, aber auch mit einem gelungenen Epilog schön abgerundet wurde. Ein amüsantes Lesevergnügen, vor allem für Romance-Fans!

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Veröffentlicht am 04.12.2024

WG-Leben

Wohnverwandtschaften
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Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten findet Zahnärztin Constanze am leergefegten Wohnungsmarkt keine neue Wohnung und zieht „übergangsweise“ in die bereits bestehende WG von Jörg, Murat und Anke ...

Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten findet Zahnärztin Constanze am leergefegten Wohnungsmarkt keine neue Wohnung und zieht „übergangsweise“ in die bereits bestehende WG von Jörg, Murat und Anke ein.
Obwohl der Einzug in die Wohngemeinschaft eigentlich nur Zwischenlösung gedacht war, hat sich Constanze mit dem WG-Leben schnell arrangiert. Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein. Bei Anke bleiben schon seit Längerem die Rollenangebote aus, Murat und Constanze riskieren den Gemeinschaftsfrieden und nachdem sich Jörg einer OP unterzogen hat, steht die WG plötzlich an einem Wendepunkt.
Denn Jörgs Gedankenaussetzer häufen sich und bald ist allen klar, dass er nie mehr der Alte sein wird. Gemeinsam müssen Lösungen her.

Der Titel „Wohnverwandtschaften“ könnte für diese außergewöhnliche und dennoch harmonierende Konstellation aus Charakteren kaum treffender sein. Obwohl ich altersmäßig hier nicht unbedingt zur Zielgruppe des Romans gehöre, habe ich das Buch dennoch mit Begeisterung, einigem Schmunzeln, manchmal auch mit feuchten Augen gelesen. Die Darstellung von Protagonist Jörg und seinem Umfeld, mit Blick auf beginnende Demenz, wirkt wie aus dem wahren Leben gegriffen. Die Entwicklungen zwischen den WG-Bewohnern sind währenddessen so spannend wie bei einer Daily Soap.

Sollte es auf eine Fortsetzung hinauslaufen, wäre ich mit dem abrupten, offen geratenem Ende wieder versöhnt.
So fehlt mir leider ein runder Abschluss dieser ansonsten wunderbaren und absolut lesenswerten Geschichte!

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Ein vollkommenes Leseerlebnis!

Die Frauen jenseits des Flusses
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1965 schließt sich der Bruder von Frances “Frankie” McGrath den Marines im Vietnamkrieg an. Die knapp 21-jährige träumt ebenfalls davon ihrem Land zu dienen und Teil der Heldengalerie ihrer Familie zu ...

1965 schließt sich der Bruder von Frances “Frankie” McGrath den Marines im Vietnamkrieg an. Die knapp 21-jährige träumt ebenfalls davon ihrem Land zu dienen und Teil der Heldengalerie ihrer Familie zu werden. Kurzentschlossen lässt sie sich bei der Army als Krankenschwester verpflichten.
In Vietnam angekommen, erlebt Frankie dann erstmals die blutige und grausame Realität des Krieges. Die Freundschaft mit den OP-Schwestern Barb und Ethel und die Arbeit mit Chirurg James, der bald weit mehr als nur ein Kollege für sie ist, wird für Frankie zum einzigen Lichtblick in dem Chaos zwischen den Bombenanschlägen, Verwundung und Tod.
Als sie später in die USA zurückkehrt, steht die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung dem Kriegseinsatz längst ablehnend gegenüber, was Frankie deutlich zu spüren bekommt.
Da sie als Krankenschwester nicht aktiv am Kampfgeschehen teilgenommen hat, wird sie in der Heimat nicht als Veteranin anerkannt
und mit den Auswirkungen und der Bewältigung ihres Kriegstraumata allein gelassen.
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In diesem Roman thematisiert Autorin Kristin Hannah auf sehr authentische Weise, den historisch nahezu totgeschwiegene Einsatz und vergessene Existenz von weiblichen Soldaten im Vietnamkrieg.
Im Glauben einer guten Sache zu dienen, hat es damals tausende, vor allem junge Frauen als Helferinnen in ein Kriegsgebiet gezogen. Einen Einsatz, den sie im Nachhinein in mehrfacher Hinsicht bereuen sollten. Neben Entfremdung von der Gesellschaft, wurden viele durch die Erlebnisse seelisch gebrochen und für den Rest ihres Lebens traumatisiert.
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Protagonistin Frankie und ihre Freundinnen stehen für diese Frauen und ihre Geschichte hat eine derartige Sogwirkung, dass sie mich von Beginn an gefesselt und nicht mehr losgelassen hat. Es kommt einer emotionalen Achterbahnfahrt aus Hoffen und Bangen, Glückseligkeit und todbringender Ernüchterung gleich.
Man möchte dieses Buch bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand legen.
Ein vollkommenes Leseerlebnis!

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Nach einem guten Start abgestürzt

Freier Fall
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Bei Stewardess Mina hängt der Haussegen gehörig schief. Neben Problemen mit ihrer Adoptivtochter, verhält sich ihr Ehemann immer merkwürdiger, sodass sie bereits eine heimliche Affäre mit dem Au-pair-Mädchen ...

Bei Stewardess Mina hängt der Haussegen gehörig schief. Neben Problemen mit ihrer Adoptivtochter, verhält sich ihr Ehemann immer merkwürdiger, sodass sie bereits eine heimliche Affäre mit dem Au-pair-Mädchen dahinter vermutet.
Kurz darauf bricht Mina jedoch auf einen 20-Stunden Non-Stop-Flug von London nach Sydney auf, wo sie als Flugbegleitern plötzlich vor eine unmögliche Entscheidung gestellt wird: Entweder verhindert sie das Ankommen der Maschine am Zielort, oder ihre Tochter wird in den Händen von Entführern sterben.

Was zunächst noch nach einem spannenden Thriller klingt, wird schnell zu einer mittelmäßigen Enttäuschung.

Einerseits bombardiert uns Clare Macintosh in gewohnter Manier, wieder mit einer Vielzahl Protagonisten, andererseits baut sie damit zunächst auch einen schönen Spannungsbogen auf. Die Erzählperspektiven wechseln sich kapitelweise durch die verschiedenen Personen ab und legen damit auch Stück für Stück Motive frei. Leider die Story nach dem durchaus gelungenen Start, gehörig ins Trudeln. Verfrühte Auflösungen, fehlplatzierte Plottwists und ein unrealistisches Tatszenario lassen den Nervenkitzel regelrecht verpuffen. Der Epilog am Ende reißt es zwar ein Stück heraus, aber eine Glanzleistung ist es wahrlich nicht.

Diese Vermutung hatte wohl auch der Verlag. Jedenfalls scheint es so, als hätte dieser bereits spekuliert, dass es kein Spitzentitel werden wird. Anders kann ich mir nicht erklären, warum hier auf eine billig aussehende Taschenbuchausgabe gesetzt wurde, statt der gewohnten, schön gestalteten Paperbackversion.

Insgesamt ist es ein eher lauwarm servierter Locked-in Thriller mit reichlich falschem Timing und verschenktem Potential.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Lascher Zauber

Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall
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In der Welt der Nightbirds stellen Frauen mit Zugang zu Magie eine Bedrohung dar. Für die Mächtigen und Priester sind magische Kräfte etwas Heiliges und ausschließlich Männern vorhalten sein sollte.
Daher ...

In der Welt der Nightbirds stellen Frauen mit Zugang zu Magie eine Bedrohung dar. Für die Mächtigen und Priester sind magische Kräfte etwas Heiliges und ausschließlich Männern vorhalten sein sollte.
Daher existieren sie im Geheimen, versteckt hinter Masken, die ihre Identität verbergen. Mit einem berauschenden Kuss können sie ihre Gaben an ihre reiche Kundschaft weitergeben. Ein Überfall in ihrem bisher sicheren Rückzugsort, offenbart die tödliche Gefahr in der sie schweben.
Doch wem können sie noch trauen?

Es handelt sich hier um den ersten Band einer Romantasy-Reihe mit starken, magischen Frauen, umgeben von einem verhängnisvollen Netz aus Verrat und Intrigen. Anders als erwartet, herrscht zwischen den Nightbirds Mathilde, Sayer und Æsa übrigens nicht etwa eine innige Freundschaft, gegenseitiges Vertrauen und Offenheit. Vielmehr sind sie aufgrund ihrer magischen Fähigkeiten eher Schicksalsschwestern und lernen erst im Verlauf der Geschichte, dass sie auf besondere Art miteinander verbunden sind.

Obwohl ich anfangs gut in die Story eintauchen konnte, geht mir nach knappen 100 Seiten die Lust an der Geschichte verloren. Zu verworren, überschlagend sind die Geschehnisse nach dem Attentat auf die Nightbirds und dennoch quäle ich mich durch die übrigen Seiten, in der Hoffnung, dass noch etwas Spannendes passiert. Doch zugegebenermaßen bin ich am Ende eher enttäuscht als begeistert.

Der Zauber der Nightbirds konnte leider nicht auf mich überspringen.

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