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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2025

Wunderschön poetisch und einfallsreich

Water Moon
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Water Moon entführt uns in eine phantastische Parallelwelt, in der nichts so ist wie es scheint. Auf einer rasanten Reise werden von der Autorin ein wahres Ideen-Feuerwerk abgefackelt und sämtliche Naturgesetze ...

Water Moon entführt uns in eine phantastische Parallelwelt, in der nichts so ist wie es scheint. Auf einer rasanten Reise werden von der Autorin ein wahres Ideen-Feuerwerk abgefackelt und sämtliche Naturgesetze außer Kraft gesetzt. So erleben wir eine wahnsinnig poetische Geschichte, die sich unter anderem mit dem Thema der freien Entscheidung auseinandersetzt.

Ein phantasievolles Setting löst hier recht schnell das nächste ab während Kei und Hana vor den Shikuin flüchten und versuchen Hanas Eltern zu finden. Und während man noch staunt über die Atmosphäre, die Umgebung, die Magie oder schlichtweg den unerschöpflichen Einfallsreichtum der Autorin springt man schon durch eine Pfütze ins nächste Abenteuer.

Das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich an dem Buch habe - einige Szenen hätten es verdient gehabt, weiter auserzählt zu werden. Hier und da wurde auch Spannungspotential liegen gelassen, indem erzählerisch abgekürzt wurde.

Davon abgesehen, haben mich die Welt, die Themen und auch die sehr besonderen Charaktere und ihre zarte aber innige Liebesgeschichte überzeugt. Es hat mir besonders gefallen, dass Hana mit Kei ein Wissenschaftler an die Seite gestellt wurde, der aber in der Lage war, sich auf diese Parallelwelt einzulassen. Das hat der Geschichte eine interessante Sichtweise hinzugefügt.

Für mich war dies fast wie eine Traumreise - wunderschön und inspirierend. Wer Spaß an poetischer Fantasy hat, könnte hier einen Schatz entdecken.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Über Schicksal und Selbstbestimmung

How to Fight Fate: Ist es wahre Liebe, wenn das Schicksal den Seelenpartner vorherbestimmt? Enemies-to-Lovers-Romantasy Young Adult Buch ab 14 Jahren mit Farbschnitt nur in der 1. Auflage (Fate Dilogie, Bd. 1)
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Dieses Buch hat mich mit seinem spannenden Worldbuilding und seinen Charakteren überzeugt. In einer Welt, in der die Schicksalsgöttin und der Gott der Liebe sich mit der Kriegsgöttin im Krieg befinden, ...

Dieses Buch hat mich mit seinem spannenden Worldbuilding und seinen Charakteren überzeugt. In einer Welt, in der die Schicksalsgöttin und der Gott der Liebe sich mit der Kriegsgöttin im Krieg befinden, ist das Schicksal aller Menschen vorbestimmt und nur das Wir in Form von vorgegebenen Seelenpartnern gewinnt.

Als Kiana ihren Seelenverwandten unerwartet verliert und sich zum verheizen auf dem Weg zur Front wiederfindet, trifft sie auf die Schicksalsbrecher Tyron und Nevin und beginnt nach und nach, das System in Anima zu hinterfragen.

Die ganze Idee und das von der Autorin entwickelte Magiesystem sind sehr phantasievoll und stimmig umgesetzt. Die Kräfte der Novizen und Novizinnen, welche Möglichkeiten aber auch welche Bürde sie mitbringen sind sehr gut ausgearbeitet. Darüber hinaus gibt es viel unerwartetes und geheimnisvolles, was es erst nach und nach zu entschlüsseln gilt. Dies feuert natürlich die Spannung an.

Die Charaktere haben Ecken und Kanten, sind tiefgründig und bringen eine Geschichte und Themen mit, die allerhand Gedankenfutter im Gepäck haben: über Liebe und Partnerschaft, über Familie, über Krieg aber vor allem über das Schicksal im Gegensatz zur Selbstbestimmung. Der Romance-Anteil ist vorhanden, dominiert aber nicht und hält sich auch in Bezug auf Spice sehr zurück, was mir sehr gut gefällt.

Aus meiner Sicht ist dies ein sehr gelungener Auftakt, dass ich gerne empfehle. Der Schluss lässt einen in Erwartung der Fortsetzung etwas hibbelig zurück.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Ergreifender Familienroman

Die Verlorene
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„Die Verlorene“ ist ein sehr ergreifender Roman, der auf zwei Zeitebenen eine Familiengeschichte voller Geheimnisse und Tragik erzählt. Historisch geht es um das Schicksal der Menschen in Schlesien während ...

„Die Verlorene“ ist ein sehr ergreifender Roman, der auf zwei Zeitebenen eine Familiengeschichte voller Geheimnisse und Tragik erzählt. Historisch geht es um das Schicksal der Menschen in Schlesien während des zweiten Weltkriegs. Um Fremdarbeit, Flucht, Enteignung und den Einmarsch der Roten Armee.

Nach dem Tod ihrer Großmutter stellen Laura und ihre Mutter Ellen fest, dass Änne ihnen nie die Wahrheit über ihre Abstammung und Vergangenheit erzählt hat. Und so begeben wir uns mit den beiden auf Spurensuche und tauchen ein in ein Leben voller Schmerz und Kampf.

Mir haben sowohl der Einblick in die Geschichte Schlesiens, die mir ehrlicherweise nicht in dieser Form präsent war, als auch die mit viel Tiefe gestalteten Charaktere sehr gut gefallen. Es ist der Autorin gelungen einen mitzunehmen und tief einzutauchen in das Leben auf dem Pappelhof. Im Nachwort erläutert die Autorin private Bezüge und ich finde die persönliche Note kommt sehr gut zum Tragen - es ist ein sehr berührendes und emotionales Buch.

Freunde von mehrere Generationen übergreifenden Familienromanen werden hier eine fesselnde Geschichte finden, die ich gerne empfehle.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Viele aktuelle Themen

Heimat
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„Heimat“ hat mir insgesamt gut gefallen - in ihrem Buch porträtiert die Autorin unsere Gesellschaft und beleuchtet dabei eine Vielzahl von Aspekten.

Mit Jana treffen wir auf eine Frau und Mutter, die ...

„Heimat“ hat mir insgesamt gut gefallen - in ihrem Buch porträtiert die Autorin unsere Gesellschaft und beleuchtet dabei eine Vielzahl von Aspekten.

Mit Jana treffen wir auf eine Frau und Mutter, die versucht Arbeitsleben und Mutterschaft in Einklang zu bringen. Erst kürzlich ist sie mit ihrem Mann aufs Land gezogen und trifft dort auf die TradWife Influencerin und Vorzeige-Ehefrau und Mutter Caro, die sie schnell in ihren Bann zieht.

In vielen der Gedanken zur Kindererziehung und zur Zerrissenheit zwischen den Erwartungen von Familie, Arbeit und Gesellschaft kann man sich durchaus wiederfinden. Und dennoch wird auch deutlich, dass wir es hier viel mit Schein und weniger mit Sein zu tun haben. Gezeigt wird eine schleichende Radikalisierung hin zu bedenklich rechtem Gedankengut - erschütternd und doch auch besorgniserregend real und aktuell. Leider sind mir die Charaktere alle etwas zu distanziert gewesen, ich habe keinen guten Zugang gefunden.

Die Hörbuchsprecherin hat mir persönlich sehr gut gefallen. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und hat das Abdriften der Protagonistin und deren Innenwelt gut transportiert. Die Distanz lag meiner Meinung nach eher im Text begründet.

Ich finde es gut und wichtig, sich mit den hier skizzierten, gesellschaftlichen Entwicklungen kritisch auseinander zu setzen und empfinde das Buch als eine gute Möglichkeit das zu tun, insofern man sich mit der Beobachterrolle wohlfühlt.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Zwischen Genialität und Absurdität

Dr. No
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Verrückt - anders kann ich dieses Leseerlebnis nicht beschreiben. Auf der einen Seite ist es ein unfassbar intelligentes Buch, voller Wort-(Witz) und sprachlicher Spielereien rund um die Mathematik im ...

Verrückt - anders kann ich dieses Leseerlebnis nicht beschreiben. Auf der einen Seite ist es ein unfassbar intelligentes Buch, voller Wort-(Witz) und sprachlicher Spielereien rund um die Mathematik im Allgemeinen und das Nichts im Speziellen. Auf der anderen Seite ist die Handlung überschaubar und die Situationen teils einfach nur absurd.

So ist schon aufmerksames Lesen erforderlich - die ein oder andere Passage musste ich tatsächlich auch zweimal lesen. Insbesondere Kapitel eins ist schon sehr wirr und verlangt einem einiges ab. Es wird besser danach, aber der Stil wird schon deutlich und Auslassungen rund um das Nichts ziehen sich durch das ganze Buch.

Es gibt Passagen, die haben mich zum Lachen gebracht, es gibt welche, die habe ich glaube ich nicht verstanden. Gesellschaftskritik dringt auf jeden Fall durch, aber ob ich die Intention des Autors komplett durchblickt habe kann ich nicht sagen.

Für mich war es ein überraschendes, einzigartiges Leseerlebnis. Ich bereue es nicht, fand es aber auch anstrengend genug, dass ich sowas jetzt nicht nochmal brauche. Zumindest nicht direkt.

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