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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2018

Charmante Reise ins England der 30er Jahre

Die Abenteuer der Cluny Brown
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Die junge Cluny Brown lebt nach ihren eigenen Regeln, sie geht zum Nachmittagstee ins Ritz oder verbringt den ganzen Tag Orangen essend im Bett - sehr zum Missfallen ihres Onkels, der sie kurzerhand als ...

Die junge Cluny Brown lebt nach ihren eigenen Regeln, sie geht zum Nachmittagstee ins Ritz oder verbringt den ganzen Tag Orangen essend im Bett - sehr zum Missfallen ihres Onkels, der sie kurzerhand als Dienstmädchen auf den Herrensitz Friars Carmel in Devonshire schickt. Schon bald stellt Cluny mit ihrer lebenslustigen und unkonventionellen Art das Leben des Landadels auf den Kopf...

Die Abenteuer der Cluny Brown, erstmals 1944 erschienen, ist ein charmantes Zeitzeugnis und eine pointierte Gesellschaftsstudie verpackt in einen unterhaltsamen Roman. Dazu trägt auch der eingängige und elegante Schreibstil von Margery Sharp bei, die so wunderbare Kinderbücher wie Miss Bianca geschrieben hat.
Die Figuren sind sehr gut gezeichnet und authentisch. Clunys erfrischende Art bildet einen herrlichen Kontrast zur britischen Aristokratie und verdeutlicht die gesellschaftlichen Gepflogenheiten der damaligen Zeit mit ihrem starren Rollensystem.

Fazit: Ein unterhaltsamer Gesellschaftsroman mit einer freigeistigen Protagonistin, die mit ihrer unkonventionellen und lebenslustigen Art bezaubert. Humorvoll, gut beobachtet und mit feinem Spott - in der Tat eine charmante literarische Wiederentdeckung!

Veröffentlicht am 14.01.2019

Mäßig spannender Taunus-Krimi

Muttertag
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Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden, auf dem Gelände machen Pia Sander und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine weitere grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund ...

Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden, auf dem Gelände machen Pia Sander und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine weitere grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut. Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kann einige der Opfer identifizieren, die schon vor Jahren ermordet wurden. Alle waren Frauen, die an einem Sonntag im Mai verschwanden. Pia ist überzeugt, dass der Mörder noch frei herumläuft. Und bald ist Anfang Mai...

Muttertag ist ein solider Taunus-Krimi, durchaus spannend, aber insgesamt zu langatmig und wenig originell. Neuhaus verliert sich immer wieder in Nebensächlichkeiten, die weder den Kriminalfall noch die Ermittler voranbringen. Durch die Vielfalt an Figuren fällt es schwer, den Überblick zu behalten, die verschiedenen Erzählstränge bringen allerdings Abwechslung und werden am Ende gut miteinander verknüpft.

Alles in allem ein mäßig spannender Krimi ohne Überraschungen, gut konstruiert, aber zu ausschweifend um durchgehend zu fesseln, daher lediglich für Fans der Reihe interessant.

Veröffentlicht am 14.01.2019

Düsterer Thriller

Ich weiß, wo sie ist
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Zehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter Autumn bekommt Francine einen Zettel durch den Briefschlitz geschoben, auf dem steht: Ich weiß, wo sie ist. Am nächsten Tag steht ein junges Mädchen vor ihr ...

Zehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter Autumn bekommt Francine einen Zettel durch den Briefschlitz geschoben, auf dem steht: Ich weiß, wo sie ist. Am nächsten Tag steht ein junges Mädchen vor ihr und behauptet, den Brief geschrieben zu haben. Francine hält es für einen grausamen Scherz. Doch das Mädchen weiß erschreckend viel über ihre Tochter. Ist Autumn noch am Leben?

Eindringlich und authentisch erzählt S.B.Caves von der Angst und Verzweiflung einer Mutter, deren Kind verschwunden ist. Francine klammert sich an die Hoffnung und würde alles tun, um ihr Kind zu retten. Ihr Exmann Will ist ihr keine Stütze, hat inzwischen eine neue Familie gegründet und mit der Situation abgeschlossen. Auf sich alleine gestellt, handelt Francine nicht immer überlegt und erfährt bei ihrer Suche erschütternde Details, die auch den Leser schockieren.

Alles in allem ein düsterer und spannender Thriller mit überraschenden Wendungen, einigen recht brutalen Szenen und gut ausgearbeitem Spannungsbogen, aber nicht ganz bündigem Schluss.

Veröffentlicht am 14.01.2019

Berührende Geschichte mit Herz und Humor

Unter uns nur Wolken
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Tom sucht verzweifelt nach einer Pflegerin für seinen Großvater Florian. Der hat Alzheimer und lehnt jede Hilfe ab, daher wird der charmante alte Herr zum Ekelpaket, sobald Tom die Wohnung verlässt. Doch ...

Tom sucht verzweifelt nach einer Pflegerin für seinen Großvater Florian. Der hat Alzheimer und lehnt jede Hilfe ab, daher wird der charmante alte Herr zum Ekelpaket, sobald Tom die Wohnung verlässt. Doch Ani lässt sich nicht vergraulen, denn sie wurde von ihrem Freund betrogen und ist aus der gemeinsamen Wohnung geflüchtet...

Unter uns nur Wolken ist eine humorvolle und emotionale Geschichte über Familie, Liebe und Vergessen, die von ihren authentischen Figuren lebt. Tom ist erschöpft und mutlos, er fühlt sich für seinen Großvater verantwortlich, ist mit der Situation jedoch überfordert. Florian kann seine Krankheit nicht akzeptieren und ist zu stolz, um Hilfe anzunehmen. Angst und Verzweiflung lassen ihn mitunter zu einem richtigen Ekelpaket werden. Ani ist verletzt und wütend, lässt sich jedoch nicht unterkriegen und stellt sich der für sie neuen Herausforderung als Pflegerin auf eine sehr sympathische Art und Weise.

Nicht immer gelingt die Gradwanderung zwischen Tragik und Komik, nichtsdestotrotz ist Unter uns nur Wolken ein unterhaltsamer und gefühlvoller Roman mit sympathischen Figuren, der einen zum Schmunzeln bringt und das Herz berührt.

Veröffentlicht am 14.01.2019

Psychologischer Thriller

Traue niemandem
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Jo wird auf der Straße von einer Unbekannten angesprochen, die etwas verloren hat und ihr Mann wüßte Bescheid, doch Max hat keine Ahnung, wer die Frau sein könnte. Jo fühlt sich ständig beobachtet, doch ...

Jo wird auf der Straße von einer Unbekannten angesprochen, die etwas verloren hat und ihr Mann wüßte Bescheid, doch Max hat keine Ahnung, wer die Frau sein könnte. Jo fühlt sich ständig beobachtet, doch keiner glaubt ihr. Die bedrohlichen Vorfälle häufen sich, dann verwüstet jemand ihr Haus. Jo fürchtet um das Leben ihrer Tochter und flieht mit Elise...
Traue niemanden ist ein spannender Thriller über eine Mutter, die ihre Tochter um jeden Preis beschützen möchte und gleichzeitig gegen die eigenen Ängste ankämpfen muss. Jo leidet an Agoraphobie, steigert sich oft in Situationen hinein und sieht mehr in Blicken und Gesten als andere. Das macht sie zu keiner sonderlich vertrauenswürdigen Protagonistin. Man möchte ihr glauben, dass die Bedrohung real ist und fragt sich gleichzeitig, ob sie nicht übertreibt. Trotz ihrer übersteigerten Ängste sind ihre Reaktionen als Mutter nachvollziehbar, auch Max ist eine sympathische Figur, der man nicht zutraut, die eigene Familie in Gefahr zu bringen, wodurch man lange rätselt, ob die Vorfälle wirklich so bedrohlich sind, wie Jo sie empfindet.
Alles in allem ein spannender und emotionaler Thriller, der den Leser geschickt verunsichert und immer wieder an den Geschehnissen zweifeln lässt.