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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2019

Berührende Familiengeschichte

Ziemlich wunderbares Leben
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Nach einer schweren Krankheit möchte Abi ihr altes Leben weiterleben, doch ihre Ehe kriselt und auch ihr Sohn hat sich nach dem Schicksalsschlag verändert. Mit aller Kraft versucht Abi, die Menschen, die ...

Nach einer schweren Krankheit möchte Abi ihr altes Leben weiterleben, doch ihre Ehe kriselt und auch ihr Sohn hat sich nach dem Schicksalsschlag verändert. Mit aller Kraft versucht Abi, die Menschen, die sie am meisten liebt, wieder zueinander zu bringen...

Katie Marsh erzählt vom problematischen Weiterleben nach schwerer Krankheit, eine emotionale Geschichte über Schicksalsschläge, Familie und Hoffnung. Realitätsnah und einfühlsam beschreibt Marsh die drastischen Veränderungen und emotionalen Belastungen, die mit einer schweren Krankheit einhergehen. Abi schwankt zwischen Mut und Verzweiflung, Hoffnung und Resignation, eine authentische und sympathische Protagonistin, der man von Herzen wünscht, dass sie ihren Weg zurück ins Leben findet.

Fazit: Eine berührende Familiengeschichte mit recht offenem Ende - lebensnah, hoffnungsvoll und ergreifend.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Eine Geschichte voller Magie und Machtspiele

Flammenflug
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Im Stadtstaat Raverra wird jeder Magier an einen Falkner gebunden, der die Kraft kontrolliert, denn Magie ist eine gefährliche Waffe und kann so gebändigt werden. Die Feuermagierin Zaira konnte diesem ...

Im Stadtstaat Raverra wird jeder Magier an einen Falkner gebunden, der die Kraft kontrolliert, denn Magie ist eine gefährliche Waffe und kann so gebändigt werden. Die Feuermagierin Zaira konnte diesem Schicksal bislang entgehen, doch als sie in Gefahr gerät und einen magischen Feuersturm entfesselt, wird sie durch das Eingreifen der Grafentochter Amalia mit dieser magisch verbunden. Ein Bund, der nicht rückgängig gemacht werden kann und von beiden große Opfer fordert ...

Flammenflug ist eine fantasievolle und atmosphärische Geschichte mit venezianisch angehauchtem Setting, die spannend beginnt und sich dann zunehmend in politischen Machtspielen verliert. Dies muss man mögen, sonst erscheint die Geschichte schnell langatmig, denn der Fokus liegt nicht auf dem spannungsreichen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Frauen, dem hoffentlich im Folgeband mehr Raum gegeben wird. Eine Adelstochter und eine Feuermagier werden eher zufällig und entgegen der geltenden Regeln magisch verbunden und damit zum Spielball der Machthaber.

Eine Geschichte voller Magie, Intrigen und Konflikte, die aufgrund der detailliert beschriebenen Machtverhältnisse nicht durchgehend zu fesseln vermag, aber mit Atmosphäre, interessanten Figuren und einem Hauch Romantik begeistert.

Veröffentlicht am 03.07.2019

Nach zögerlichem Beginn durchaus spannend

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Erin und Mark verbringen ihre Flitterwochen auf Bora Bora. Bei einem Tauchausflug stoßen sie auf eine Tasche mit wertvollem Inhalt. Erin und Mark beschließen, ihren Fund für sich zu behalten und alle Spuren ...

Erin und Mark verbringen ihre Flitterwochen auf Bora Bora. Bei einem Tauchausflug stoßen sie auf eine Tasche mit wertvollem Inhalt. Erin und Mark beschließen, ihren Fund für sich zu behalten und alle Spuren zu verwischen, doch ihre Entscheidung hat gefährliche Konsequenzen....

Something in the Water beginnt mit einem Paukenschlag und verliert sich anschließend in Nebensächlichkeiten. Recht spät setzt die Spannung wieder ein und das Geschehen nimmt dramatischere Züge an. Erin und Mark verstricken sich zunehmend in kriminelle Machenschaften, wobei Erin teilweise sehr naiv agiert, während der Leser die Zusammenhänge bereits ahnt.
Mark bleibt als Figur blass, über Erin erfährt der Leser mehr, da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, jedoch wirkt sie als Figur nicht immer stimmig.
Die Geschichte ist nicht besonders originell oder raffiniert, aber spannend und unterhaltsam.
Alles in allem ein solides Thriller-Debüt, nicht sonderlich überraschend, aber nach zögerlichem Beginn durchaus fesselnd .

Veröffentlicht am 03.07.2019

Perfide Geschichte ohne Nervenkitzel

Tiefes Grab
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Familienvater Martin Reese geht heimlich einem ungewöhnlichen Hobby nach: Er spürt die lang verschollenen Opfer von Serienkillern auf, gräbt ihre Überreste aus und meldet den Fund anonym der Polizei. Doch ...

Familienvater Martin Reese geht heimlich einem ungewöhnlichen Hobby nach: Er spürt die lang verschollenen Opfer von Serienkillern auf, gräbt ihre Überreste aus und meldet den Fund anonym der Polizei. Doch bei einem seiner Streifzüge macht er eine schockierende Entdeckung und muss erkennen, wie gefährlich es ist, einem Serienkiller ins Handwerk zu pfuschen ...

Tiefes Grab ist eine durchaus packende Geschichte, die das Thema Serienmörder von einer neuen Seite beleuchtet, für einen Thriller fehlt es jedoch an anhaltender Spannung und Nervenkitzel.
Martin sieht sich selbst als Kämpfer für die Gerechtigkeit, der der Polizei weit überlegen ist, doch seine wahren Beweggründe bleiben unklar. Dies ist die Schwäche der Geschichte, denn Martin ist kein charismatischer Held, er ist überheblich, eigentümlich und scheint mit seinem seltsamen Hobby ein tiefes inneres Bedürfnis zu befriedigen. Eine rätselhafte Figur, deren Motivation unklar ist und an deren Schicksal man nur bedingt Anteil nimmt. Zwar möchte man hinter die biedere Fassade schauen und wissen, was damals mit der Schwester seiner Frau geschah, doch seine Handlungen verfolgt man recht unbeteiligt. Auch die Nebenfiguren bleiben einem fremd und handeln nicht immer glaubwürdig.

Ein Thriller, der viel andeutet und kaum Fragen beantwortet, wodurch die Geschichte an Spannung verliert. Insgesamt ein recht durchwachsenes Leseerlebnis mit durchaus packenden Momenten und überraschenden Wendungen, jedoch mit unsympathischen Figuren, wenig Nervenkitzel und nicht sehr schlüssig.

Veröffentlicht am 01.07.2019

Ein großartiger Spannungsroman - raffiniert und fesselnd

Die Zeit, die bleibt
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Rechtsanwalt Ewart Colver wurde von einem Auto angefahren und liegt im Münchner Krankenhaus Rechts der Isar. Er ist sich sicher, Opfer eines Attentats geworden zu sein. Gibt es eine Verbindung zu einem ...

Rechtsanwalt Ewart Colver wurde von einem Auto angefahren und liegt im Münchner Krankenhaus Rechts der Isar. Er ist sich sicher, Opfer eines Attentats geworden zu sein. Gibt es eine Verbindung zu einem toten Drogendealer, der vor Jahren auf einem Bananendampfer in Bremerhaven gefunden wurde, als Colver noch für eine Versicherung tätig war? Als sein Verbindungsmann aus der Vergangenheit spurlos verschwindet, macht sich Colver selbst auf die Suche nach Täter und Tatmotiv....

Die Zeit, die bleibt ist weit mehr als ein Kriminalroman, neben der packenden Suche nach möglichem Täter und Motiv, ist es das spannende Psychogramm zweier Männer, die sich zunehmend in ihren Gedanken verlieren. Colver befindet sich in einer Krise, seine Ehe ist gescheitert und seinen Job hat er verloren. Er klammert sich an den Gedanken, dass ein Mordanschlag auf ihn verübt wurde und kann die Situation nicht mit Abstand betrachten. Er versteift sich zunehmend auf seine Theorien zur Tat und lässt keine weitere Wahrnehmung zu. Der Berliner Orlov hingegen trauert seiner großen Liebe nach, für deren Tod er sich verantwortlich fühlt. Seine Schuldgefühle und sein Misstrauen gegenüber seiner neuen Freundin belasten die Beziehung zunehmend.
Ein sehr gut konstruierter und vielschichtiger Roman, der seine Spannung nicht nur aus der Tätersuche generiert, sondern auch aus der Figurenentwicklung und der Frage nach dem großen Zusammenhang. In zwei voneinander losgelösten Handlungssträngen lässt Palzer den Leser am Leben seiner recht unterschiedlichen Protagonisten teilhaben und erhöht langsam Spannung und Tempo bis zum dramatischen Höhepunkt.
Ein großartiger Spannungsroman - raffiniert, fesselnd und tiefsinnig.