Dunkelbuch
Der NachbarSarah Wolff hat eine unschöne Vergangenheit. Ihr Ex-Mann Ralph, ein Psychologe, stellte sich als ein gefährlicher Kindermisshandler heraus, der Säure in Kinderwägen schüttete. Jetzt kann sie nicht mehr ...
Sarah Wolff hat eine unschöne Vergangenheit. Ihr Ex-Mann Ralph, ein Psychologe, stellte sich als ein gefährlicher Kindermisshandler heraus, der Säure in Kinderwägen schüttete. Jetzt kann sie nicht mehr als Strafverteidigerin arbeiten und ist nach Berlin gezogen, wo sie mit ihrer Teenie-Tochter Ruby in einer ruhigen Gegend lebt. Doch so schön, wie es anfangs war, wird es ihr langsam unheimlich. Ihr fällt auf, dass immer wieder Dinge passieren, die eigentlich für sie positiv sind, für die aber jemand Zutritt zu ihrem Grundstück und Haus benötigt. Und dann bringt jemand Leute um, die sie in ihrem Tagebuch erwähnt hat - unter grässlicher Folter ...
Die Idee gefällt mir gut. Stell dir vor, du hast einen Stalker, der dir jedoch nichts Böses will, dafür allen anderen? Schon gruselig, oder? Dann noch ein paar andere Dinge, die eigentlich creepy sind. In dem Buch jedoch eher nicht. Fitzek hat einen sehr leichten, flüssigen Schreibstil, der so glatt ist wie ein Kieselstein und mit dem man über die Dinge drüberliest, die er behauptet. Er sagt, los, fürchte dich. Das tut man aber nicht, weil alles so oberflächig aufgebaut ist. Die Charaktere sind flach und schablonenhaft, sodass man wenig mit ihnen mitfiebert, die Ereignisse verlieren sich in Alltagsdramatik. Die Protagonistin kommt als flache, unzuverlässige Erzählerin rüber, die einem völlig egal bleibt, was auch immer geschieht. Was mich auch geärgert hat: Die vollkommene Omnipräsenz des Täters, die auch mit Wanzen oder Kameras nicht zu erklären ist. Der ist Tag und Nacht unterwegs und in der Nähe und niemand bekommt mit, wenn er in Häuser einsteigt oder in Autos oder sich sonstwo rumtreibt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einer äußerst ruhigen Gegend?
Das Ende hat mich dann zwar überrascht, aber nicht unbedingt nur im positiven Sinne und ganz ehrlich? Den Epilog hätte er sich schenken können. Tatsächlich war am ganzen Buch die Danksagung noch am spannendsten.