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Veröffentlicht am 25.12.2025

Dunkelbuch

Der Nachbar
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Sarah Wolff hat eine unschöne Vergangenheit. Ihr Ex-Mann Ralph, ein Psychologe, stellte sich als ein gefährlicher Kindermisshandler heraus, der Säure in Kinderwägen schüttete. Jetzt kann sie nicht mehr ...

Sarah Wolff hat eine unschöne Vergangenheit. Ihr Ex-Mann Ralph, ein Psychologe, stellte sich als ein gefährlicher Kindermisshandler heraus, der Säure in Kinderwägen schüttete. Jetzt kann sie nicht mehr als Strafverteidigerin arbeiten und ist nach Berlin gezogen, wo sie mit ihrer Teenie-Tochter Ruby in einer ruhigen Gegend lebt. Doch so schön, wie es anfangs war, wird es ihr langsam unheimlich. Ihr fällt auf, dass immer wieder Dinge passieren, die eigentlich für sie positiv sind, für die aber jemand Zutritt zu ihrem Grundstück und Haus benötigt. Und dann bringt jemand Leute um, die sie in ihrem Tagebuch erwähnt hat - unter grässlicher Folter ...

Die Idee gefällt mir gut. Stell dir vor, du hast einen Stalker, der dir jedoch nichts Böses will, dafür allen anderen? Schon gruselig, oder? Dann noch ein paar andere Dinge, die eigentlich creepy sind. In dem Buch jedoch eher nicht. Fitzek hat einen sehr leichten, flüssigen Schreibstil, der so glatt ist wie ein Kieselstein und mit dem man über die Dinge drüberliest, die er behauptet. Er sagt, los, fürchte dich. Das tut man aber nicht, weil alles so oberflächig aufgebaut ist. Die Charaktere sind flach und schablonenhaft, sodass man wenig mit ihnen mitfiebert, die Ereignisse verlieren sich in Alltagsdramatik. Die Protagonistin kommt als flache, unzuverlässige Erzählerin rüber, die einem völlig egal bleibt, was auch immer geschieht. Was mich auch geärgert hat: Die vollkommene Omnipräsenz des Täters, die auch mit Wanzen oder Kameras nicht zu erklären ist. Der ist Tag und Nacht unterwegs und in der Nähe und niemand bekommt mit, wenn er in Häuser einsteigt oder in Autos oder sich sonstwo rumtreibt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einer äußerst ruhigen Gegend?

Das Ende hat mich dann zwar überrascht, aber nicht unbedingt nur im positiven Sinne und ganz ehrlich? Den Epilog hätte er sich schenken können. Tatsächlich war am ganzen Buch die Danksagung noch am spannendsten.

Veröffentlicht am 23.12.2025

Knives Out With Magic

The Blackgate Invitation
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Ruby und Wren sind Schwestern, finanziell nicht gerade sicher aufgestellt, und arbeiten deshalb auf einem Jahrmarkt. Da tritt die exzentrische ältere Dame Mrs Blackgate auf sie zu und macht ihnen ein Angebot, ...

Ruby und Wren sind Schwestern, finanziell nicht gerade sicher aufgestellt, und arbeiten deshalb auf einem Jahrmarkt. Da tritt die exzentrische ältere Dame Mrs Blackgate auf sie zu und macht ihnen ein Angebot, das sie nicht ablehnen können: Sie erhalten 4000 Dollar, wenn sie für einen Abend lang ihre Enkelinnen im geheimnisvollen Hegemony Manor spielen. Wie könnten die beiden da Nein sagen? Doch als sie erst kurz beim Manor eingetroffen sind, stirbt unter mysteriösen Umständen die Dame des Hauses. Als wäre das nicht genug, verschwindet Mrs Blackgate und das Haus schottet sich von der Außenwelt ab - magisch. Echte Magie! Ruby und Wren müssen irgendwie zusehen, dass die Magier ihnen nicht auf die Schliche kommen und noch wichtiger: dass sie die nächsten drei Tage überleben ...

Das war eine spannende Prämisse und die Autorin hat auch vieles richtig gemacht. Ein sehr eigenwilliges und faszinierendes Magiesystem entwickelt, klischeehafte, aber dennoch interessante Charaktere in die Geschichte geworfen und viel zum Rätseln mitgegeben. Das hat mir gut gefallen. Auch die Beziehungen untereinander fand ich gut. Das Einzige, was ich ein bisschen bemängeln muss, ist, dass so ab der Mitte des Buches ein bisschen die Luft raus war, es dauerte eine Weile, bis sie wieder Fahrt aufnahm. Der Schluss hingegen war ein bisschen wie High Noon und das Ende erscheint trotz einiger vorheriger Grausamkeiten versöhnlich. Auch cool: Das scheint mir ein Einzelband zu sein, was ich als Bonus ansehe. Empfehlenswert für alle, die klassische Krimis und Fantasy und ein bisschen Romantasy mögen. Die werden hier gut bedient.

Veröffentlicht am 22.12.2025

Kampf um den Elfenthron

The Last Wish of Bristol Keats
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Die Gefahr für Bristol und alle, die sie im Reich der Elfen kennen- und liebengelernt hat, spitzt sich dank Kormick zu. Dieser hat ausgerechnet ihre Mutter an seiner Seite, die hier als Bestie verschrien ...

Die Gefahr für Bristol und alle, die sie im Reich der Elfen kennen- und liebengelernt hat, spitzt sich dank Kormick zu. Dieser hat ausgerechnet ihre Mutter an seiner Seite, die hier als Bestie verschrien ist. Und Bristol kann wegen der Zecke in ihrem Körper noch immer nicht ihre volle Magie abrufen, dabei bräuchten sie jetzt ganz dringend jemanden, der Portale öffnen und schließen kann. Die Bedrohung durch Kormick und seine Untoten, die von ihrer Mutter befehligt werden, spitzt sich zu. Nicht nur lässt er wichtige Verbündete umbringen, er droht auch dem ganzen Reich, es zu vernichten, wenn es ein anderer während der Königswahl wagt, sich neben ihm aufstellen zu lassen. Und dann sind da noch die Probleme, die durch mangelnde Kommunikation entstehen ...


Ich bin ehrlich etwas enttäuscht. In diesem Teil werden Probleme aufgebaut und aufgebaut, eine gewisse Spannung durchzieht sämtliche Handlungen, weil man mit immer mehr Konflikten konfrontiert wird, die sich entwickeln. Und dann macht es irgendwann "Puff!" und die Kämpfe lösen sich vielleicht nicht in Wohlgefallen auf, erscheinen aber doch zu leicht konstruiert, nachdem man so darauf hingefiebert hat. Aber das ist nicht das Schlimmste - am verheerendsten sehe ich, dass einem zum Schluss ein echtes Happy End und Wohlbefinden verwehrt wird. Ich habe nichts gegen bittersüße Enden, wenn es gut gemacht ist, aber bei aller Liebe: So schön der Schreibstil ist (zum Niederknien!), so wunderbar detailliert und liebevoll die Welt aufgebaut wurde - das Ende geht (zumindest für mich) gar nicht. Das haben weder Bristol, ihre Schwestern noch wir verdient. Schade. 3.5/5 Punkten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.12.2025

Endlock

To Cage a Wild Bird
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Nach einer nicht näher beschriebenen globalen Katastrophe ist die dreiundzwanzigjährige Raven gezwungen, sich als Kopfgeldjägerin zu verdingen, auch wenn sie weiß, dass alle Leute, die sie fängt, nach ...

Nach einer nicht näher beschriebenen globalen Katastrophe ist die dreiundzwanzigjährige Raven gezwungen, sich als Kopfgeldjägerin zu verdingen, auch wenn sie weiß, dass alle Leute, die sie fängt, nach Endlock kommen. Endlock ist ein Gefängnis und gleichzeitig Endstation, da kommt - egal welches Verbrechen begangen wurde - nie wieder jemand raus. Die Gefangenen werden gegen Bezahlung zur Jagd verkauft, das heißt, jeder, der genügend Geld hat, darf sie töten. Als ihr Bruder Jed nach Endlock kommt, zögert Raven nicht und lässt sich ebenfalls festnehmen, auch wenn sie mit Rebellen den Plan eines Ausbruchs hat. In Endlock kämpft sie nicht nur um ihr Überleben und das anderer, sondern kommt auch dem Wachmann Vale näher.

Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, besonders wenn man bedenkt, dass es sich um Debüt handelt. Es ist gut geschrieben, hat fesselnde Passagen und sympathische Charaktere, mit denen man mitfiebert. Gut und erschütternd umgesetzt sind gerade die Szenen, in denen sich die Jäger ihre "Beute" aussuchen. Das Schlimme ist, dass man sich heutzutage gut vorstellen kann, wie das im real life durchgeführt wird. Allerdings gibt es auch einige Versatzstücke aus anderen, bekannten Dystopien, die recht auffällig waren. Und wenn man bedenkt, dass Raven für viele der Eingesperrten verantwortlich war, hatte sie relativ wenig von anderen Gefangenen auszustehen. Um die Story voranzutreiben, gab es ein paar relativ uneleganten Lösungen, mit denen ich nicht so glücklich war und die Liebe von Vale kommt ein bisschen instamäßig rüber. Dafür jedoch war er eine wandelnde green flag, was ich in Jugendbüchern immer zu schätzen weiß. Alles in allem habe ich mit ein paar Abstrichen das Buch sehr gern gelesen und bin gespannt auf die Fortführung.

Veröffentlicht am 07.12.2025

Wir

Die Spur der Vertrauten
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In einer Welt, in der keine Individualität existiert und jeder Mensch dank seines Instinkts quasi einer Klasse zugeordnet wird, verschwinden immer wieder Jugendliche und niemanden scheint es zu kümmern. ...

In einer Welt, in der keine Individualität existiert und jeder Mensch dank seines Instinkts quasi einer Klasse zugeordnet wird, verschwinden immer wieder Jugendliche und niemanden scheint es zu kümmern. Claire jedoch bemerkt es. Und auch Goliath, dem Schützer, fällt es auf. Ihm fehlt noch ein gerettetes Leben, um in eine höhere Klasse aufzusteigen und so schließen sich Claire und Goliath zusammen. Ihnen gelingt es, hinter die Ursachen des Verschwindens zu kommen und sie steigen nicht nur auf, Claire wird sogar als Heldin gefeiert und muss auf Tournee gehen. Doch damit gelangt ihr Geheimnis in immer größere Gefahr - und auch Goliath muss sich fragen, ob das Leben in einem endlosen "Wir" das wahre ist ...

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, von denen manche nicht sofort klar sind. Und um ehrlich zu sein, geht es mir ein bisschen wie damals in der Schule, als die DeutschlehrerInnen stets fragten: Was wollte uns die DichterInnen/AutorInnen damit sagen? Ich habe keine Ahnung. Die Handlung plätschert endlos dahin und präsentiert uns zwar eine in einem alternativen 90iger Szenario angesiedelte Dystopie, bietet aber weder Lösungen noch Tiefe an. Es kam mir wie ein endloser Stream of Consciousness vor; nicht unbedingt uninteressant, aber so dermaßen zäh und ohne Weiterentwicklung, dass ich gefühlt Jahre für das Buch gebraucht habe. Und wie gesagt: Das Ende lässt mich einfach so im Regen stehen. Für einen Mehrteiler wäre das okay, für ein Standalone finde ich es unbefriedigend. 2.5/5 Punkten.