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Veröffentlicht am 06.02.2020

Mors irrumat omnia

Das neunte Haus
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Yale ist eine der berühmtesten Universitäten der Welt, die unzählige berühmte und berüchtigte Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Das liegt nicht zuletzt an den ebenso berühmten und berüchtigten Studentenverbindungen, ...

Yale ist eine der berühmtesten Universitäten der Welt, die unzählige berühmte und berüchtigte Persönlichkeiten hervorgebracht hat. Das liegt nicht zuletzt an den ebenso berühmten und berüchtigten Studentenverbindungen, den "Häusern", deren bekanntestes Skulls & Bones ist. Acht gibt es davon, und was die meisten nicht wissen, ist, dass sie alle ihr Händchen in Magie versuchen und jeder seine eigene Spezialität dabei hat. Dann existiert noch das neunte Haus, Lethe. Sie sind dafür da, die anderen zu überwachen, damit keine streunende Magie Unheil anrichtet. Alex Stern ist ganz neu im Geschäft und sie ist fast ganz auf sich allein gestellt, als ein Mord auf dem Campus geschieht. Ob es dieses Mal hilfreich ist, dass sie Geister sehen kann?

Ich gestehe, dass ich ziemlich Probleme hatte mit dem Einstieg. Das ging mir zwar bei meinen heiß geliebten Krähen ebenso, aber hier war es schlimmer, weil es teilweise wirklich so Young Adult/New Adult war, womit ich so gar nichts anfangen konnte. Aber entweder hat sich Bardugo irgendwann ihrer Stärken besonnen oder ich gewöhnte mich dran oder beides - ab einem gewissen Punkt entwickelte die Geschichte einen Sog, dem ich gern folgte. Alex war eine taffe Protagonistin, die sich nicht gern die Butter vom Brot nehmen ließ und auch die Nebenfiguren bekamen gute Charaktere, mit denen sich was anfangen ließ. Ein paar ernste Themen wurden mit dem nötigen Respekt behandelt und am Ende konnte ich sagen - her mit dem zweiten Teil!

Veröffentlicht am 05.02.2020

Bewusst essen

Wohlfühlgewicht
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Dr Mareike Awe verspricht uns, auf unkonventionelle Weise das Wohlfühlgewicht zu erreichen und stellt mit diesem Buch ihr Konzept dazu vor. Dabei hat sie in sechs Kapiteln ihre Gedanken zusammengefasst, ...

Dr Mareike Awe verspricht uns, auf unkonventionelle Weise das Wohlfühlgewicht zu erreichen und stellt mit diesem Buch ihr Konzept dazu vor. Dabei hat sie in sechs Kapiteln ihre Gedanken zusammengefasst, wie das zu erreichen wäre, unterstützt durch Schaubilder und kleine Geschichtchen aus ich nenne es jetzt mal milde "ihrem Leben".

Sie geht anfangs darauf ein, warum Diäten nicht funktionieren können (sie arbeiten gegen das Körperbewusstsein und alles, was die Natur ausmacht) und erläutert anschaulich ein paar Sachen, die im Körper ablaufen.

Wie empfinde ich das Konzept?

Ich habe ganz klar mehr erwartet. So freundlich und nett Doktor Awe erscheint, sie verliert sich in ihrem aufgebauschten Büchlein in endlosen Wiederholungen und Allgemeinplätzen. Natürlich sind Ansätze in mentalem Training nicht verkehrt und den einen oder anderen Gedanken habe ich durchaus aufgegriffen. Doch obwohl sie sehr viel auf intuitivem Essen beharrt, würde ich, wenn ich alle Übungen verfolge, nichts anderes mehr tun, als permanent über Essen nachzudenken. Auch finde ich es bedenklich, gerade die negativen Leitsätze ständig zu wiederholen, besonders nachdem auch erklärt wurde, dass sich das Gehirn gern in ausgetretenen Trampelpfaden verliert. Also, was wird das Gehirn dann wohl lieber tun: neue, möglicherweise gesunde Ansätze verfolgen oder doch lieber die ausgetretenen, vertrauten Wege gehen? Die Antwort liegt wohl auf der Hand.

So gut ich auch das Eingehen auf mentales Training finde, so lächerlich sind die Ausflüge in die Esoterik. Fehlte nur noch, dass man seinen Namen tanzen sollte. Alles in allem bin ich der Meinung, wäre das ganze Buch locker auf dreißig Seiten zusammengefasst worden; da ich nicht alles für Verschwendung, sondern nur ziemliches Aufbauschen halte, gibt es noch 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 01.02.2020

Echidnas Kinder

Knochengrab (Ein Sayer-Altair-Thriller 2)
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Maxwell Cho ist ein FBI-Agent, der seinen freien Tag in seiner alten Heimat auf dem Appalachen-Trail genießen will. Lange dauert das nicht an, denn seine Hündin Kona ist ein Leichenspürhund, die ihn unverhofft ...

Maxwell Cho ist ein FBI-Agent, der seinen freien Tag in seiner alten Heimat auf dem Appalachen-Trail genießen will. Lange dauert das nicht an, denn seine Hündin Kona ist ein Leichenspürhund, die ihn unverhofft zu einem alten Massengrab führt. Sofort wird Senior Special Agent Sayer Altair auf den Cold Case angesetzt. Sie bekommt so gut wie keine Unterstützung, weil der letzte Fall das ganze FBI aufgewirbelt hat und muss feststellen, dass hier ein Mörder seit gut zwanzig Jahren sein Unwesen treibt, der auch jetzt nicht aufhört und sich durch ihre Ermittlungen gestört fühlt.

Das Positive vorneweg: Ich habe mich eigentlich nicht gelangweilt, es war trotz eines nicht immer überzeugenden Schreibstils flott zu lesen. Auch muss man den Vorgänger nicht kennen, um mit diesem Fall klarzukommen: Was man nicht weiß, wird immer wieder erwähnt. So weit, so gut. Was mich wirklich gestört hat, war oftmals die Begriffsstutzigkeit der ansonsten recht sympathischen Ermittler. Sie brauchen allein schon bis Seite 200, um auf das Offensichtliche zu stoßen - warum eine Frau tut, was sie ihrem Ermittlungsstand nach tut. Der Grund wurde wieder und wieder erwähnt, ins Gesicht gehalten, eigentlich hätte nur noch eine Leuchtreklame gefehlt, auf der es in Großbuchstaben geschrieben steht. Aber nein, die Erleuchtung ohne Leuchtreklame kam spät und war für den leicht genervten Leser vielleicht nicht so eine Überraschung wie für die Ermittler. Auch ansonsten wurde nicht immer logisch agiert, weder von Täters noch Agentenseite. Warum der Täter nach dem Fund der Leichen die Ermittler in der Höhle anzünden wollte, wird wohl immer sein oder der Autorin Geheimnis bleiben. Es war ja nicht so, als würden nicht schon gefühlt 100 andere Ranger und Polizisten in der Gegend rumwuseln, die Bescheid wussten. Auch dass die Ermittler niemals einen Blick auf ihren Flüchtigen erhaschen konnten, gehört ins Reich der Märchen. Ab und zu hätte ich Sayer wegen ihrer Begriffsstutzigkeit gern geschüttelt, aber wäre sie eine schlaue Frau gewesen, hätte es nicht viele Actionszenen gegeben, das sehe ich ein. Nette Lektüre, aber kein Must Read.

Veröffentlicht am 28.01.2020

Schwarz und Weiß

Night of Crowns, Band 1 - Spiel um dein Schicksal
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Alice ist, wie alle diese Mädchen in diesen Büchern, ein ganz normales Mädchen, bis ...

Bis sie eines Tages mit ihrer besten Freundin die Party einer der tief im Wald verborgen liegenden Eliteschulen ...

Alice ist, wie alle diese Mädchen in diesen Büchern, ein ganz normales Mädchen, bis ...

Bis sie eines Tages mit ihrer besten Freundin die Party einer der tief im Wald verborgen liegenden Eliteschulen besucht. Dort stolpert sie nicht nur über einer sprechende Katze, die trotz gelegentlichen Grinsens nicht Cheshire heißt, sondern wird plötzlich auch von Spinnen verfolgt. Sie ist dummerweise die Einzige, die die Spinnen sieht, weshalb sie nervlich fertig ist und ihre schulischen Leistungen nach unten gehen. So wird sie zur Summerschool nach Chesterfield, dieser Eliteschule, geschickt. Dort wird ihr bewusst, dass sie doch ganz anders als andere ist und gezwungen, in ein Spiel auf Leben und Tod einzusteigen. Doch trotz der Schachfiguren und -farben ist das Leben nicht nur schwarz oder weiß und Alice muss sich entscheiden, welche Seite sie wählt.

Überraschenderweise haben mich trotz vieler Klischees und Vorhersehbarkeit sowohl Handlung als auch Schreibstil des Buches angesprochen und meist gut unterhalten. Die Charaktere sind ziemlich cool und vieles wird im Nachhinein auch nachvollziehbar (außer vielleicht, warum die eine Königin die Megabi... und die andere die Supernette sein muss). Zweifellos hätten auch die Könige anders handeln können, aber bei dem "Bösen" fand ich es realistischer als dem "Guten". Eher nervig fand ich, dass Alice, nachdem sie lustig und fröhlich einen der beiden Könige angehasst hat, diesen dann plötzlich nahezu unwiderstehlich findet. Na ja, Jugendbuch. Hormone. Oder so.

Richtig geärgert jedoch hat mich die Unwissenheit der Autorin (und der Lektorin scheinbar) in Bezug auf Schach. Wenn ich nur die Figuren für eine Art Battle Royal im real life hernehme, gut. Aber wenn ich null Plan habe, beschreibe ich keine Schachspiele und lass die Könige agieren. Könige können genau zwei Sachen: dumm herumstehen und sich beschützen lassen oder mit Trippelschritten weglaufen, wenn eh alles verloren ist. Sie können keinen anderen König schlagen! Aufgrund dieser Kritikpunkte gibt's anderthalb Punkte Abzug. 3,5/5 Punkte.

Veröffentlicht am 25.01.2020

Der rechte Mann am rechten Ort

Priest of Bones
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Thomas Piety war drei Jahre im Krieg für die Königin. Siegreich kehren er und seine Männer heim, so siegreich, dass eigentlich alle von ihnen an Kriegskoller leiden. Man hat sie nicht nur ent-, sondern ...

Thomas Piety war drei Jahre im Krieg für die Königin. Siegreich kehren er und seine Männer heim, so siegreich, dass eigentlich alle von ihnen an Kriegskoller leiden. Man hat sie nicht nur ent-, sondern auch sich selbst überlassen. Als sie Pietys Heimat erreichen, muss er feststellen, dass alles, was er sich zuvor aufgebaut hatte, kaputt ist. Seine Geschäfte wurden übernommen oder zerstört. Doch er und seine Männer sind kampferprobt, und obwohl er der Priester der heiligen Jungfrau ist, ist diese alles, nur nicht barmherzig. Thomas und seine Männer holen sich die Straßen der Pious Men zurück, doch bald muss er einsehen, dass es gefährlichere Feinde gibt als den Gouverneur oder rivalisierende Banden und manchmal List erfolgreicher ist als Magie.

Thomas Piety, der Erzähler, ist ein schlauer, aber kein gebildeter Mann. Das merkt man auch daran, wie er die Dinge berichtet. Aus einfachen Verhältnissen stammend hat er sich zu einer Art Mafiaboss hochgearbeitet, der den Leuten in seinen Vierteln zwar keine Wahl lässt, aber auf gewisse Weise wirklich gerecht regiert. Trotz der Brutalität, die ihn und seine Männer umgibt, und ihrer Kriegsschäden fällt es meistens schwer, ihn nicht zu mögen. Reife Leistung des Autors! Andererseits gibt es in Ellingburg wirklich schlimmere Leute als die Pious Men. Das Buch ist spannend und flüssig geschrieben, allerdings fand ich, bei all den Problemen, die sich vor Thomas auftürmten, wurden diese immer ein bisschen zu einfach gelöst, notfalls mit Magie. Auch gab es ein paar zu viele Wiederholungen, die irgendwann zu Augenrollen führten. Unterhaltsame Lektüre, die sich jedoch in ihrer Komplexität mit den nächsten Büchern gern steigern dürfte. 3,5/5 Punkten.