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Veröffentlicht am 21.11.2024

Schonungslos ehrlich!

Strong Female Character
1

In ihrer Autobiografie "Strong Female Character" gibt Fern Brady Einblicke in ihren Lebens- und Leidensweg bis hin zur Autismus-Diagnose.

Die Autismus-Diagnose steht direkt am Anfang des Buches. Sie verkündet ...

In ihrer Autobiografie "Strong Female Character" gibt Fern Brady Einblicke in ihren Lebens- und Leidensweg bis hin zur Autismus-Diagnose.

Die Autismus-Diagnose steht direkt am Anfang des Buches. Sie verkündet die Diagnose ihrem Vater und sofort wird die Familien-Dynamik aufgezeigt, welche sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Mehr oder weniger chronologisch schildert die Autorin daraufhin Ihren Lebensweg, ohne Zensur, einfach nur schonungslos ehrlich. Als Leser erhält man Einblicke von der Schulzeit zur Uni, zur Psychiatrie, zum Job als Stripperin und Comedian und allgemein in das Familienleben und ihr engeres Umfeld.

Der Schreibstil an sich ist sehr angenehm und so entsteht schnell ein guter Lesefluss, allerdings fehlt in meinen Augen etwas Struktur und Tiefe.

An manchen Stellen ist die Autorin Brady mir etwas zu beleidigend und nicht all ihre Handlungen lassen sich durch ihre Erkrankung rechtfertigen. Sie ist ein skrupelloser Mensch und nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund. Da es sich um eine Biografie handelt, ist es natürlich nicht zwingend notwendig sich mit dem Autor zu identifizieren, jedoch hatte ich wirklich einige Stellen im Buch, bei denen ich mich so überhaupt nicht in Brady hineindenken konnte. Für mich persönlich ist es daher etwas schleppender gewesen, dem Inhalt des Buches zu folgen.

Allgemein finde ich es schwierig die Biografie eines Menschen zu bewerten, daher beziehe ich mich mit meinen gegebenen Sternen eher auf die Art und Weise, wie das Buch geschrieben war, als den Inhalt.

Zum Thema Autismus konnte ich in jedem Fall dazulernen und habe auch (für mich) neue Wörter/Themen, wie „Meltdowns“ kennengelernt. Man muss hierbei im Hinterkopf behalten, dass es die persönliche Darstellung der Autorin ihrer Krankheit und nicht allgemein zu sehen ist. 
Ich kann das Buch - trotz meiner genannten Kritikpunkte - jedem empfehlen, der sich für die angesprochenen Themen interessiert.

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