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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.05.2026

Wenn Übergriffigkeit die Story überdeckt

Enigma – Wahrheit, Begehren, Dunkelheit
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Enigma – Wahrheit, Begehren, Dunkelheit - Die perfekte Mischung aus Liebe, Verrat und dunklen Intrigen so lautet der Titel des Buches, welches für mich ganz klar in die Kategorie Dark Love gehört.
Ich ...

Enigma – Wahrheit, Begehren, Dunkelheit - Die perfekte Mischung aus Liebe, Verrat und dunklen Intrigen so lautet der Titel des Buches, welches für mich ganz klar in die Kategorie Dark Love gehört.
Ich habe eine Geschichte erwartet, die mich mitnimmt, die mich mitfiebern lässt, welche mich miträtseln lässt warum Salems Schwester und so viele andere Leute sterben mussten.
Den wir erfahren recht früh das Salem nur an die Mortimer, der Eliteuni, geht, um herauszufinden was dort im Geheimen passiert. Schnell erfahren wir von ihrem Interesse am Tod (Wissenschaftlich), dem Willen zu erfahren was zu den Schicksalsschlägen Ihrer Familie führte und wie sie als Person ist.
Verschlossen, abweisend und das Gefühl nie geliebt wurden zu sein verfolgen die junge Frau. In einer Familie, wo nur noch Ihre Mutter lebt, diese sich aber nie als die „Kuschelmutter“ präsentierte, die wir doch alle brauchen konnten.
Jetzt beginnt die 20-Jährige ihr Studium zur Forensik, findet Bekanntschaften, die zu Freunden werden und nähert sich dem geheimnisvollen Caz. Dieser hat viele dunkle Geheimnisse und ist natürlich der optische Halbgott in Schwarz. Als „Wunderkind“ im Studienfach Kunst, wird er bewundert, andere haben Angst vor seiner Ausstrahlung.
Schnell findet sie raus, dass ihr Professor nicht unschuldig am Tod ihrer Schwester ist und eine geheime Gesellschaft ihre Finger mit im Spiel hat. Wer jetzt eine Story erwartet mit Rätsel raten, Leute beobachten, Indizien sammeln, Verdachtsmomenten und Beweise auswerten wie in Geschichten von Holly Jackson wird leider sehr enttäuscht.
Die Story zieht sich zu 80% nur um das Seelenleben von Salem und ihre körperlichen Aktivitäten mit Caz und dem seinen Antiaggressionsproblem und das er nicht versteht, dass Menschen kein Eigentum sind.
Sexuelle Passagen sind beschrieben, wie ein Porno in Bildern aufgebaut ist. Von Erniedrigung ihrer Person, was als Lust beschrieben wird (Penetration mit einem Gegenstand mitten während der Vorlesung, Schmerzhafte Berührungen, ohne vorher zu fragen, ob das gewollt ist, über sie herfallen, wo es nur geht) über Penisvergleiche (er stand ihr hoch bis ins Kreuz – 40cm?) und seinen Gedanken gegenüber Revalern („er hat schon verloren, denn ich weiß ich habe den größeren Schwanz“) dominieren die Geschichte.
Die Geschichte möchte sich in eine Lovestory mit Suche nach dem Mörder verpacken und beim Öffnen der Verpackung kommt eine Dark Lovestory mit leider fast null Inhalt herum. Zum Ende es Buches, nach fast 500 Seiten, wird mal ganz kurz erklärt, warum die Menschen alle tot sind, als ob man es noch schnell zwischen zwei Quickies erklären müsste.
Wer auf ein Buch mit sehr wenig Story und viel detailreichem Sex steht mag es was sein, mir persönlich fehlte das, was der Klappentext versprach mit Spannung und Lovestory.

Veröffentlicht am 25.05.2026

Eher ein Gesellschaftsdrama

Tokyo
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1993 erschien „Schwarzer Sommer“ in Japan unter dem Originaltitel *„慟哭“ (Dōkoku / „Scream“) *. Jetzt hat es seinen Weg in den deutschen Buchhandel gefunden und versucht seinen Erfolg von 500.000 Exemplaren ...

1993 erschien „Schwarzer Sommer“ in Japan unter dem Originaltitel *„慟哭“ (Dōkoku / „Scream“) *. Jetzt hat es seinen Weg in den deutschen Buchhandel gefunden und versucht seinen Erfolg von 500.000 Exemplaren bei uns weiterzuführen.
Der Autor führ uns ins Japan der frühen 90er Jahre, wo die Polizei versucht, herauszufinden, wo die zwei vermissten Mädchen aus Oktober und November des Vorjahres geblieben sind. Wie eines der Mädchen tot aufgefunden wird, wird eine SoKo zusammengestellt, um den Mörder aufzuspüren.
Wir erleben den Leiter des Dezernat für Tötungsdelikte Saeki. Dieser gilt als typischer Behördenpolizist, welcher über ein Studium in den Polizeidienst kam und recht schnell befördert wurde. Auf der Straße musste er noch nie seinen Dienst verrichten. Er gilt als eigen, sehr introvertiert, streng und verschlossen, wenn es um sein Privatleben geht. Er ist der Polizist, den kaum jemand mag.
Okamota ist wiederrum der „kleine“ Polizist, welcher die Ausbildung von ganz unten begonnen hat und dessen Aussichten so erfolgreich weit zu kommen wie sein Chef, eher schlecht stehen.
Die Spannung im japanischen Polizeidienst lesen wir immer wieder. Die Polizisten, welch es von klein auf lernen (klassische Ausbildung) hacken hinter vorgehaltener Hand auf die Karrierebeamten rum (Studierten und über Connection), welche mehr geschafft haben und dies bei meist weniger Einsatz. Dennoch lesen wir, egal wieviel gedisst und gemobbt wird, es immer bei der typischen Höflichkeit bleibt.
Der andere Geschichtsstrang handelt von einem Mann in den 30ern, welcher von Anfang an zu verstehen gibt, dass er einen Verlust erlitten hat. Ein großes, schwarzes Loch in seiner Brust, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen. Keine Arbeit, Frust, Einsamkeit und Suche nach Erlösung lassen ihn durch den Tag streifen. Bis er auf eine junge Frau trifft, welche für ihn betet. Einfach so. Er findet seinen Weg in eine der sehr vielen Glaubensgesellschaften Japans (die Summe wird im Buch erwähnt und ist unvorstellbar hoch) und findet dort nach und nach Hilfe für sein Empfinden. Doch der Preis in solchen Religionsgemeinschaften sind sehr schnell sehr hoch.
Wir verfolgen also eine ratlose Polizei und einen Menschen, den wir nicht wirklich greifen können. Beide Geschichtsstränge führen zum Ende hin zusammen und geben eine klare und ersichtliche Auflösung, die man jedoch so nicht zu hundert Prozent erahnt, sondern nur ein bisschen bis dahin. Zu oft wird dafür im Buch auf die Probleme in Saekis familiäre Situation hingewiesen und auch Wiederholungen in der täglichen Sicht unseres Gläubigen.
Der Schreibstil ist unserem westlichen nicht viel anders, so dass man sich nicht umstellen muss. Die Namen kann man schnell zuordnen, und sonst einfach mal nen Zettel schreiben. Die Geschichte ist eher sehr langsam mit einem zu ruhigen Mittelteil, bevor das Ende wieder richtig anzieht.
Alles in allem war es für mich jedoch weniger ein Thriller als ein Gesellschaftsdrama, was zeigt, wo Menschen mit ihren emotionalen Problemen verbleiben, wenn die eigene Welt untergeht und niemand einen aufzufangen bereit ist.

Veröffentlicht am 01.05.2026

Düsterer Roman mit vielen düsteren Gedankengängen

Party of Liars
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Eine unvergessliche Party soll es für die Anwesenden sein, welche auf der Geburtstagsparty der frisch gewordenen 16-jährigen Sophie Matthew sind. Familie, Freunde und vor allem die halbe Stadt und Kollegen ...

Eine unvergessliche Party soll es für die Anwesenden sein, welche auf der Geburtstagsparty der frisch gewordenen 16-jährigen Sophie Matthew sind. Familie, Freunde und vor allem die halbe Stadt und Kollegen von Vater Ethan feiern in dem eindrucksvollsten Haus der Gegend. Das gläserne Haus, um dem es viele Spukgeschichten gibt, erbaut von deutschen Auswanderern und deren traurigen Ende. Das Haus so gläsern, mit seinem Pool, Weinkeller, unter der Erde bestehenden Räumlichkeiten, wer will nicht mit dabei sein.
Ganz am Anfang, erfahren wir jedoch, dass es an diesem Abend ein Opfer geben wird, wer dies ist, erfahren wir jedoch erst ganz am Ende.
Wir beginnen bis auf einen kleinen Vorlauf mit dem Tag der Party. Schon am Vortag ist der Stress bei allen Beteiligten groß. Sophie wohnt mit ihrer Mutter Kim etwas außerhalb des Hauptszenarios. Am Vorabend kommt ihre beste Freundin Mikayla zum Übernachten zu Sophie. Die beiden kennen sich bereits sein Kindheitstagen und wissen (fast) alles voneinander. Kim ist bemüht für ihre Tochter nur das Beste zu geben. Diese kämpft mit ihren eigenen Dämonen. Die ehemalige Tierärztin ist Alkoholikerin und jeder weiß es. Gerade zum Geburtstag will sie abstinent sein und beweisen, dass sie eine gute Mutter ist. Denn ihr Ex-Mann und Sophies Vater Ethan sehen das anders.
Ethan, der Psychiater, lebt im gläsernen Palast mit seiner noch sehr jungen und neuen Frau Dani. Sie hat vor kurzem erst die kleine Charlotte geboren. Der Stress der Geburt und der Wochenbettzeit danach macht ihr zu schaffen. Ihr wird von Ehtans Bruder, der auch Psychiater ist, eine postpartale Depression diagnostiziert, auf welche dies auch eine Zeit lange behandelt wurde. Ethan macht sich Sorgen, das die Party für Dani zu viel werden könnte, denn es muss für Sophie alles perfekt sein (bzw. eher für ihn).
So sind die meisten schon angespannt, bevor am Vormittag des Tages die Party überhaupt beginnt. Dani, welche in letzter Zeit, immer wieder Drohbotschaften erhalten hat, hat diese Ethan nicht gezeigt, aus Angst er hält sie wieder für depressiver und paranoid. Viele ihr sehr unbekannte Menschen sind im Haus unterwegs. Die eigentlichen High-Schoolfreunde ihrer Stieftochter, kommen erst später und in viel kleinerer Menge hinzu. Kim kämpft währenddessen vor Ort damit, dass alle Leute sie im Auge behalten. Die eifersüchtige, alkoholabhängige Ex mit dem schlechten Ruf. Ethan zeigt sich als der Strahlemann und verteilt auch Häme an Kim. Und Mikayla erlebt ihre Teenieprobleme. Neben diesen Charakteren lesen wir die Geschichte auch noch aus der Sicht von der Nanny. Diese ist verliebt in die kleine Charlotte und ist Dani eine enorme Hilfe. Das sie übervorsichtig ist und gerne Gruselgeschichten erzählt, von Menschen, die sterben, ist bei allen nicht immer ganz gewollt. Ist sie einfach nur alt und schugge oder warum tut sie es?
So erleben wir die Zeit vom Tag vor der Party bis hin zum Unfall und auch in wenigen Kapiteln, den Tag nach der Party. Dani, Kim, Ethan, Mikayla und Órlaith haben alle mal mehr oder weniger an Kapiteln, wo wir aus deren Sicht die Geschehnisse erleben. Wir lernen ihre unausgesprochenen Lügen, Ängste, Erfahrungen und Beweggründe kennen.
Die Geschichte spielt mit diesen Blick in den Kopf der 5 Personen, und immer, wenn eine Szene auf dem Balkon stattfindet, denkt man: „Das ist es jetzt, da wird jemand sterben.“ Und auch ein Schreit mitten im Geschehen, zu weit weg vom großen Knall, lässt einen aufschrecken.
Ein fesselnder Thriller ist es nicht, sondern ein Roman, der zeigt, wie es in allen Familien zu Problemen kommen kann. Das eine gläserne Fassade dennoch nicht alles offenbart und wieviel hinter verschlossenen Türen passiert. Die Geschichte arbeitet mit sehr viel Täuschung, mehr als einem Verrat und spielt mit dem psychischem Zerfall von mehr als einer Person.
Es ist ein Roman, der düster ist, und auch wenn das Haus beleuchtet wird, noch Schatten wirft.

Veröffentlicht am 20.04.2026

Eine schöne Aufarbeitung des Märchen vom Schwanensee

Verrat der Schwäne
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Das Buch ist ein Retelling von Schwanensee und greift viele der bekannten Motive und Symbole auf (Eule, Schwan, See oder Krone etc.). Gleichzeitig erzählt das Buch aber seine ganz eigene Version der Geschichte ...

Das Buch ist ein Retelling von Schwanensee und greift viele der bekannten Motive und Symbole auf (Eule, Schwan, See oder Krone etc.). Gleichzeitig erzählt das Buch aber seine ganz eigene Version der Geschichte und entwickelt daraus etwas Eigenständiges.
„Verrat der Schwäne“ ist ein Retelling von Schwanensee. Bekannt als das weltberühmte russische Ballett, ist die Grundlage ein Märchen bzw. alte Volkssagen, welche noch älter sind. Die Grundlegende Geschichte ist daher eine junge Liebe, Magie, Gut gegen Böse. Die Symbole des Originals in Form von Eule (Odile), Schwan (Marie) und der Krone sind gegeben.
Die Junge Odile ist als Kind von ihrem Ziehvater, dem Magier des Theaters, aufgezogen wurden. In einer Welt wo Magie verschwunden ist und Zauberer gejagt und getötet werden, darf niemand wissen, dass sie über goldenes Blut verfügt und somit eine Zauberin ist (wenn auch ohne Magie).
Bis vor 5 Jahren war sie noch mit der zukünftigen Königin Marie befreundet. Eine unschöne Geschichte in der Vergangenheit, hat die Freundschaft jedoch beendet. Ziel ist es nun für Odile an die Krone zu kommen. Denn ihr Ziehvater will die Magie wieder freisetzten und der Welt wieder Farbe und Leben schenken. Denn das ist die Welt: Kahl, keine Blumen, keine Farben, trostlos.
So wird sie in den Palast geschmuggelt. Nur kurze Zeit später wird der König ermordet und Marie und Odile geraten zwischen dir Fronten. Wie in der Originalgeschichte, wird Marie zu einem Schwan und Marie muss ihr helfen und zugleich an die Krone gelangen.
Die Grundgeschichte ist nicht neu, sondern es macht die Idee aus, was man damit macht. Ich fand die Geschichte angenehm zu lesen. Es hat in seinem Schreibstil viel von einem Märchen und weniger von einem klassischen Fantasy-Buch. Dies ist ein absoluter Pluspunkt. Genauso, wie dieses wunderschöne Cover, welches meinen Blick immer wieder auf sich zieht.
Die Charaktere spielen ihre Rollen. Wobei Odile die treudoofe Tochter immens gut rübergebracht hat. Sie glaubt ihren Ziehvater jedes Wort und das, obwohl sie immer wieder selbst sagt, dass sie keine klassische Vater-Tochter-Beziehung haben, geschweige Liebe erfahren hat. Sie sieht, wie ihr Vater sie wie ein Puppenspieler manipuliert und lässt sich dennoch immer wieder drauf ein.
Marie die schöne Adelige, die den Prinzen heiraten soll, zeigt wie sehr sie sich gefangen fühlt und als Schwan, dass erste Mal im Leben Freiheit verspürt. Ihre Beziehung zu Odile gefiel mir sehr gut. Ich mochte sie auch bei weitem mehr als Odile.
Die weiteren Figuren sind mehr Nebenfiguren als Hauptakteure und machen ihren Job.
Die Geschichte ist nicht neu, aber sie ist schön verpackt. Vom Cover wie auch in ihrer Erzählung. Es gibt keine Überlängen, keine Wiederholungen und ein sauberer roter Faden. Eine schöne märchenhafte Geschichte, die man gut lesen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.04.2026

Anstrengend, widersprüchlich und zu verzettelt

Das White Octopus Hotel
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Am 27.08.1992 war der 4. Geburtstag der Eve Shaw. Ein Tag welcher der kleinen Eve Freude bringen sollte, welcher sie jedoch Ihr ganzes Leben lang negativ verfolgt und ihr unentwegt Schuldgefühle vermittelt. ...

Am 27.08.1992 war der 4. Geburtstag der Eve Shaw. Ein Tag welcher der kleinen Eve Freude bringen sollte, welcher sie jedoch Ihr ganzes Leben lang negativ verfolgt und ihr unentwegt Schuldgefühle vermittelt. An diesem Tag starb ihre nicht mal zweijährige Schwester, weil diese durch das offene Gartentor auf die Straße gelaufen ist.

Die heute 27-jährige Kunstsachverständige hat in der Vergangenheit zwischenzeitlich ihr Studium abgebrochen, sich therapieren lassen und für sich die Liebe zu Oktopussen gefunden. Sie zeichnet diese Tiere und sie beginnen auf ihren Papieren zu leben. So wie ihr Tattoo, welches sich über ihren Körper bewegt.

Das Verhältnis zu Ihrer Mutter ist sehr schwierig, da die niemals den Verlust ihrer Schwester überstanden hat.

Eines Tages taucht dann aufs Eve Arbeit ihr Lieblingsmusiker Max. Dieser wäre heute über 100 Jahre alt und kann es nicht sein. Aber warum sieht er aus wie auf den Fotos von damals? Warum ist er so erschrocken sie zu sehen? Er gibt ihr einen Oktopus aus Holz und erzählt ihr von dem mysteriösen Hotel. Eve recherchiert und erfährt von den drei Zimmerschlüsseln der Zimmer 7, 17 und 27 und das man mit diesen in dem heutigen verlassenen Hotel zurück in dessen Vergangenheit reisen kann. Dort will sie ein Briefpapier des Hotels erhaschen, mit dem Sie einen Brief schreiben kann und sich selbst in die Vergangenheit schickt, um dann das Unglück zu verhindern.

Wir erleben recht kurz die heutigen 2016 und dann hauptsächlich die Vergangenheit von 1918 und 1934. In beiden Fällen findet die Geschichte im Hotel statt, aber auch in Teilen an der Front, wo wir das Geschehen durch Max erleben.

Der magische Teil im Hotel, mit besonderen Spiegeln, lauschenden „Menschen?“, Telefonen mit Toten am anderen Enden, Geisterhafte Begegnungen usw. war echt interessant zu lesen. Wir lesen von Menschen, welche uns sehr ähnlich sind, aber wir nicht zuordnen können. Wir versuchen den Gründer des Hotels zu erwischen, der uns immer wieder entwischt. Wir reisen mit Hilfe der Türen und der speziellen Zimmerschlüsseln durch die Zeit.

Bis hierhin hört sich das richtig gut an. Und bis etwa 30% im Buch, kam ich auch noch gut mit. Und dann wurde es wild. Durch die Wechsel zwischen den Zeiten und das man erfährt, dass in 1918 Dinge geschehen, welche noch gar nicht passieren können und ebenso in 1934 Erinnerungen existieren, die nicht möglich sind, machte es mir schwer den Faden nicht zu verlieren.

Ich konnte mir mit der Zeit zusammenreimen, was es mit der ein oder anderen Person im Hotel auf sich hat, und viele Vermutungen wurden auch bestätigt. Aber leider verrennt sich die Autorin hier in den nicht immer stimmigen Zusammenhängen einer Zeitreisegeschichte. Es kann in der Vergangenheit nun mal etwas nicht stattfinden, wenn die Zukunft dafür erstmal geschaffen wurden sein muss. Und sehr störte mich die folgende Aussage: „Wenn man mit dem Schlüssel in eine andere Zeit zurückgeht, verliert man sämtliche Erinnerungen“ und genau das passierte im gesamten Buch nicht und ermöglicht somit auch nicht das Ende.

Es ist eine interessante Geschichte, mit viel Selbstdrama, weil Eve ständig depressiv und niedergeschlagen wird. Sich selbst kein Glück zuspricht und das Gefühl hat, sie dürfe niemals glücklich werden, weil sie am Tod ihrer Schwester schuld ist. Das aber die Aufsicht in der Verantwortung der Eltern liegt, wurde nie mit einem Wort gesagt und man lies sie somit im Glauben, der sich so heftig in sie reingefressen hat, dass sie ihr eigenes Leben für ihre Schwester hergeben würde. Mir ist das Buch daher etwas zu melodramatisch gewesen, mit einer zu sehr fehlerhaften Zeitreiseidee, welche zu überladen war.