Ein Debüt, das die Monogamie genauso hinterfragt wie die vermeintliche Freiheit der Non-Monogamie
FuckgirlIch lese Bianca Jankovska schon lange auf ihrem Blog „Groschenphilosophin“, deshalb war ich ehrlich neugierig auf ihren ersten Roman. Wer ihren Stil kennt, weiß, dass sie nicht gekommen ist, um uns eine ...
Ich lese Bianca Jankovska schon lange auf ihrem Blog „Groschenphilosophin“, deshalb war ich ehrlich neugierig auf ihren ersten Roman. Wer ihren Stil kennt, weiß, dass sie nicht gekommen ist, um uns eine gemütliche Wohlfühlgeschichte zu erzählen.
Im Zentrum steht eine Performancekünstlerin Ende dreißig, die ihr Leben ziemlich kompromisslos führt: beruflich erfolgreich, sexuell selbstbestimmt und in einer einseitig offenen Ehe, deren Regeln sie festlegt. Als sie einen Racheplan gegen einen untreuen One-Night-Stand schmiedet, kippt die Erzählung in eine radikale Form der Female Revenge.
Interessant fand ich, dass die Figur in keine der üblichen Rollen passt. Sie ist weder Opfer noch moralische Heldin. Stattdessen nutzt sie Wut, Ego und auch eine gewisse Rücksichtslosigkeit ganz bewusst als ihr persönliches Mittel der Selbstermächtigung.
Jankovska schreibt wie immer sehr direkt, halt so, wie es einfach ist, und sie hat kein Interesse daran, ihre Figuren sympathisch zu machen. Für mich als Berlinerin war die Lektüre zwar wahnsinnig unterhaltsam, aber wirklich schocken kann mich das Setting natürlich nicht mehr.
„Fuckgirl“ ist ein kluges Debüt, das die Monogamie genauso hinterfragt wie die vermeintliche Freiheit der Non-Monogamie.