Cover-Bild Let’s Talk About Feelings
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 04.09.2025
  • ISBN: 9783462007961
Leif Randt

Let’s Talk About Feelings

Roman

Ein optimistisches Buch über traurige Abschiede: Leif Randt erfindet das Coming-of-Middleage.

Marian Flanders, 41, verkauft in seiner Westberliner Boutique die vielleicht schönste Kleidung der Welt, aber finanziell erfolgreich ist der Kenting-Beach-Store nur selten. Als seine Mutter Carolina — ein einst ikonisches Fotomodell — nach langer Krankheit verstirbt, richtet Marian eine alternative Trauerfeier für ausgewählte Gäste aus. Auf dem ehemaligen Partyboot seines Vaters hält er eine entwaffnende Rede, co-formuliert von seinem besten Freund, und streut die Asche seiner Mutter auf den Wannsee. Marian glaubt, dass mit diesem Ereignis die freudlosere Hälfte des Lebens beginnt. Doch es folgt ein Jahr der Verwandlung. Erfolgreiche Halbgeschwister und ambivalente Flirts führen Marian u.a. an den Plaza Konami, nach Sapporo, Neu-Delhi und Wolfsburg. Aus falscher Freundlichkeit wird warmherziger Trotz, aus unterkühlter Traurigkeit erwächst stille Euphorie —  Let’s talk about feelings .

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2025

Zwischen Asche und Aperol – ein Gefühlsrausch der besonderen Art

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Gefühle. Ein Wort, das in meinem Kopf immer ein bisschen klingt wie ein ironischer Ratgeber-Podcast, den keiner hören will – und dann kommt Leif Randt daher und macht daraus ein literarisches Feuerwerk. ...

Gefühle. Ein Wort, das in meinem Kopf immer ein bisschen klingt wie ein ironischer Ratgeber-Podcast, den keiner hören will – und dann kommt Leif Randt daher und macht daraus ein literarisches Feuerwerk. Da läuft ein Typ namens Marian Flanders durch Berlin und die halbe Welt, und während er mit Designerklamotten jongliert, Halbgeschwister bestaunt und Flirts auslotet, stolpere ich als Leser in eine Zwischenwelt aus Trauer, Sehnsucht, absurdem Alltag und einem unfassbar trockenen Humor.

Es fängt mit einem Abschied an, und man denkt: okay, jetzt kommt die große Melancholie-Keule. Pustekuchen. Stattdessen wird auf einem Partyboot die Asche verstreut, es gibt eine Rede, die so entwaffnend ehrlich ist, dass man gleichzeitig weinen und schmunzeln will. Und genau so geht’s weiter: Randt schafft es, das Leben in all seiner bittersüßen Schrägheit einzufangen, ohne jemals kitschig zu werden. Ich schwöre, manchmal hatte ich das Gefühl, er beschreibt den inneren Monolog von jemandem, der gerade im Späti überlegt, ob er Club-Mate oder Bier kaufen soll – nur auf 200 Seiten verdichtet und mit mehr Stil.

Was mich komplett gekriegt hat: diese Mischung aus Optimismus und Trotz. Marian lässt sich nicht in die klassische Midlife-Crisis-Schublade stecken, er erfindet seine eigene Version davon. Zwischen Wolfsburg und Sapporo, zwischen modischer Sinnkrise und echter Nähe passiert etwas, das man schwer benennen kann, aber umso mehr spürt. Und genau dafür lese ich Bücher: nicht, um perfekte Antworten zu bekommen, sondern um das Chaos des Lebens in Worte gefasst zu sehen.

Leif Randt hat hier kein klassisches Drama, keinen schnulzigen Roman und auch keine seichte Comedy geschrieben. Er hat einen Spiegel aufgestellt, in dem man sich selbst ertappt – mit einem schiefen Grinsen und ein bisschen Herzklopfen. Ganz ehrlich: selten so viel Spaß beim Mitfühlen gehabt.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Es ist auch ein wenig ein „Berlin-Buch“

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Mein literarisches Jahr schließe ich mit „Let’s Talk About Feelings“ von Leif Randt. Seinen Vorgängerroman „Allegro Pastell“ kannte ich vom Cover, vom Hörensagen, aber irgendwie hatte ich ihn immer in ...

Mein literarisches Jahr schließe ich mit „Let’s Talk About Feelings“ von Leif Randt. Seinen Vorgängerroman „Allegro Pastell“ kannte ich vom Cover, vom Hörensagen, aber irgendwie hatte ich ihn immer in ein falsches Genre einsortiert. Warum auch immer.

Worum geht es? Marian Flanders ist 41, lebt in Berlin, verkauft schöne, teure Kleidung, denkt viel nach und sortiert seine Tage, Gefühle und Begegnungen sehr pedantisch. Gute Sonntage landen in Rankings, Gespräche werden innerlich bewertet, Stimmungen präzise benannt. Man weiß immer, wie sich etwas anfühlt, zumindest theoretisch. Aber genau das mochte ich. Es gibt einen frühen Verlust, eine Trauerfeier auf einem Boot, Asche auf dem Wannsee und die Zeit danach. Man begleitet Marian durch diese Phase, eher beobachtend als mitfühlend; für mich hat sich das stellenweise sehr distanziert angefühlt. Aber am Ende war genau das auch eine mögliche Art, Trauer darzustellen.

Ich hatte das Gefühl, etwas sehr Zeitgenössisches gelesen zu haben. Ein Buch, das mehr protokolliert als erzählt, und das ist auch eine Form von Ehrlichkeit. Marians Leben ist weit weg von meiner Realität, aber ich hatte trotzdem ein sehr genaues Bild von ihm im Kopf. Sein Leben wirkte auf mich plausibel, auch wenn es stellenweise sehr absurd war.

Es ist auch ein wenig ein „Berlin-Buch“. Stil und Atmosphäre waren top notch. Kühl, genau beobachtet, erstaunlich unterhaltsam. Werde nächstes Jahr mehr von ihm lesen. „Allegro Pastell“ steht jetzt auch noch an.

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