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Veröffentlicht am 17.12.2025

Ein Bericht aus der Drogenhölle

Long Bright River
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Michaela "Mickey" Fitzpatrick ist Streifenpolizistin in Keningston. Leider nicht am gleichnamigen Palast in London, sondern einem Stadtteil von Philadelphia, der als einer der größten Drogenhöllen der ...

Michaela "Mickey" Fitzpatrick ist Streifenpolizistin in Keningston. Leider nicht am gleichnamigen Palast in London, sondern einem Stadtteil von Philadelphia, der als einer der größten Drogenhöllen der USA gilt. Als wäre der Dienst auf der Straße nicht schon hart genug, ist Mickey alleinerziehende Mutter eines siebenjährigen Sohnes und muss sich zusätzlich noch permanent Sorgen um ihre Schwester Kacey machen. Diese ist in den Strudel aus Drogen und Prostitution geraten. Michaela versucht ihr so gut wie es geht zu helfen, in dem sie ein Auge auf sie hat. Trotzdem ist Kacey eines Tages verschwunden und dies auch noch zu der Zeit, als ein Serienmörder in Kensington sein Unwesen treibt. Hilfe erhält Mickey von ihrem ehemaligen Streifenpartner Truman.

Mich hat der Liz Moore Roman "Der Gott des Waldes" schon nicht überzeugt. Ja, da gehöre ich einer sehr, sehr, sehr minikleinen Minderheit an, aber auch hier hab ich ein Problem mit der Story. Also erstmal, dieses Buch auch nur ansatzweise als Krimi zu vermarkten ist ein Witz. Die Serienkillergeschichte ist völlig redundant und dient nur dazu, diesen unsäglich düsteren und deprimierenden Grundton etwas zu durchbrechen. Der mag ja ein adäquates Sittengemälde dieses Stadtteils abgeben, aber wenn man über 400 Seiten liest, wie Scheiße alles ist, dann nervt mich das mit der Zeit. Mickey passiert etwas Gutes? Oh nein, kann man so nicht lassen und zwei Seiten später wird das gleich mal wieder zunichte gemacht. Sicher gibt es solche Schicksale und es ist unbeschreiblich schlimm, was man sieht, wenn man Bilder aus Kensington googelt. Aber sorry, das war mir für einen "Unterhaltungsroman" zu viel Realität und zu wenig Thriller. Als zum Schluss der Täter enttarnt wird, kommt sowas wie eine Art "Actionsequenz" im Buch vor, die zum bisherigen Grundtenor des Romans so gar nicht passt.

Ich muss mich damit abfinden, dass Liz Moore Bücher für mich einfach nichts sind. Ich habe das Gefühl, ich muss mich durcharbeiten und das kann nicht Sinn der Sache sein. Ich fühlte mich auch bei "Long Bright River" nicht unterhalten. Wird wohl auch nicht Ziel der Autorin gewesen sein. Ist aber der Grund, warum ich Bücher lese und somit für mich (!) Ziel verfehlt. Ich schau mir jetzt noch die Serie an. Vielleicht ist das eine der rühmlichen Ausnahmen, bei der mir die Verfilmung besser gefällt als das Buch.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Mord im Orientexpress....aber mal ganz cosy

Nächster Halt: Mord. Ein Weihnachtskrimi
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Die Jungfernfahrt des "Golden Highlander" soll der Höhepunkt des Jahres für den Eigentümer werden. Zahlreiche illustre Gäste, darunter (natürlich) eine Influencerin, eine Journalistin, eine Staatssekretärin, ...

Die Jungfernfahrt des "Golden Highlander" soll der Höhepunkt des Jahres für den Eigentümer werden. Zahlreiche illustre Gäste, darunter (natürlich) eine Influencerin, eine Journalistin, eine Staatssekretärin, TV-Köchin, usw. wurden eingeladen, um den absoluten Luxus auf einer Fahrt von London nach Edinburgh zu genießen. Was anfänglich auch ohne große Probleme funktioniert. Bis dann einer der Fahrgäste tot in der Bibliothek aufgefunden wird. Das Messer in der Brust lässt eher auf keinen natürlichen Tod schließen, so dass die sechzehnjährige Millie, die von ihrer großen Schwester (die oben genannte Journalistin) zu dieser Fahrt mitgenommen wurde, zusammen mit einem Bordsteward die Ermittlungen aufnimmt. Da der Zug auf freier Strecke vor einer gewaltigen Schneewehe steht und nicht weiterfahren kann, bleibt dem Duo nur dieses bisschen Zeit, um den Mörder zu finden.

Ob das jetzt wirklich ein Weihnachtskrimi ist, sei dahingestellt. X-Mas Vibes habe ich keine bekommen, aber die Schneelandschaft war sehr gut beschrieben und sorgt dafür, dass es zumindest ein netter Winterroman geworden ist.

"Cosy" ist bei diesem Krimi wirklich sehr wörtlich zu nehmen, denn es dauert einige Zeit bis zum Mord und auch danach hatte ich öfter das Gefühl von "Ach ja, kenn ich" oder "War ja klar". Verzwickt geht anders, aber zum literarischen Berieselnlassen reicht das absolut aus. Da die Geschichte aus dem Blick von Millie erzählt wird, ist damit die Zielgruppe festgelegt, nämlich YA, wobei die oftmals ganz andere Sachen gewohnt sind und hier seitlich von der Couch kippen, ob des sehr gemächlichen Storyaufbaus. Somit werden wohl nur vorrangig Erwachsene dieses Buch lesen und dafür fehlt dann einfach die Spannung. Ja, das Ganze soll unaufgeregt daherkommen, aber trotzdem hätte es sicherlich nicht geschadet, wenn die Story etwas mehr Fahrt aufgenommen hätte. Aber gut, der Zug steckt dann irgendwann auch mal fest. So gesehen passen sich hier Beide an.

Wer ein Buch lesen möchte, das nicht wirklich Krimi und auch kein Weihnachtsroman, sondern alles so halb und vergleichbar mit Fahrstuhlmusik ist, ist hier richtig. Wir stricken uns mit Millie durch die Geheimnisse der Passagiere (ihr Hobby), aber verstricken kann sich hier niemand. Diese Masche hat man leider schon zu oft erlebt.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Cosy Weihnachten nach Sebi Art

Das Kalendermädchen
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Olivia Rauchs Adoptivtochter Alama ist schwer an Leukämie erkrankt. Nur eine passende Stammzellenspende kann sie retten. Bei ihren Nachforschungen zu Alamas leiblichen Eltern stolpert Olivia über die urbane ...

Olivia Rauchs Adoptivtochter Alama ist schwer an Leukämie erkrankt. Nur eine passende Stammzellenspende kann sie retten. Bei ihren Nachforschungen zu Alamas leiblichen Eltern stolpert Olivia über die urbane Legende des "Kalendermädchens", eine junge Frau, die vor vielen Jahren in einer Hütte im Frankenwald gefangen gehalten wurde, um sich dort Tag für Tag einem Adventskalender des Grauens zu stellen. Jedes Türchen verbarg einen neuen, unaussprechlichen Schrecken. Was aber, wenn diese Legende gar keine Legende ist? Auf ihrer Suche stößt Olivia auf immer wieder neue, schreckliche Details, die sie zweifeln lassen, ob sie ihre Tochter jemals wird retten können.

Pünktlich zu Vorweihnachtszeit, wenn auch 1 Jahr zu spät, habe ich mir nun Fitzeks Weihnachtsbuch gegönnt, denn ich muss jetzt nicht die x-te Geschichte lesen, wie alle um den Baum hüpfen oder nach dem Christmas Shopping noch eine Runde Schlittschuhfahren auf der Eisbahn absolvieren. Und es ist so wie immer: Wo Fitzek draufsteht, ist auch Fitzek drin. Im "Kalendermädchen" haben wir zwar permanente Zeitsprünge, die aber immer sehr verständlich am Anfang des Kapitels beschriftet werden. Da kommt auch keiner durcheinander, der beim Traumschiff mit 3 Handlungssträngen nach 30 Minuten geistig raus ist.

Ich liebe an seinen Romanen, dass man eine lange Zeit nicht weiß, worauf er denn jetzt eigentlich hinauswill. Das ist hier nicht anders. In welcher Beziehung steht das Kalendermädchen zu Alma, warum ist das überhaupt wichtig und wer fühlt sich bedroht, dass Olivia diese alte Geschichte wieder hochkochen lässt? Das ist hier wesentlich cleverer und wendungsreicher als im aktuellen "Nachbarn". Endlich wieder schön verschachtelt, rästelhaft, grausam, superspannend und tragisch. Als Leser entwickelt man schon einen soghaften Zwang, immer wieder weiterzulesen. Sozusagen die Chipspackung unter den Romanen. Und auch wenn man diese Art von Büchern schon kennt, überraschen einen die Plottwists dann doch immer wieder. Muss man auch erstmal hinbekommen.

Da wären wir dann auch gleich beim einzigen Negativpunkt. Nämlich die erwähnten Plottwists. Fitzek tendiert immer dazu, auf den letzten 20-30 Seiten alles rauszuhauen, was geht. Ein Twist jagt den nächsten. "Der isses.....nein, die.....ne, doch der". Mir würde es besser gefallen, wenn sich das etwas gleichmäßiger über die ganze Geschichte verteilen würde. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Ich war sehr froh, als ich heute Morgen mein 12. Türchen am Adventskalender aufgemacht habe und mir ein Stück Schokolade entgegengelacht hat. Obwohl.....das sieht aus wie......puuuuh, doch keine Rasierklinge. War ein Schlitten. Der Typ macht mich fertig.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Der gläserne Mensch

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Sherezade ist ein siebzehnjähriger Teenager und auf den ersten Blick ein ganz normales Mädchen wie Millionen andere auch. Nur dass Sherry (wie sie gerne gennant werden möchte) von gefühlt der halben Welt ...

Sherezade ist ein siebzehnjähriger Teenager und auf den ersten Blick ein ganz normales Mädchen wie Millionen andere auch. Nur dass Sherry (wie sie gerne gennant werden möchte) von gefühlt der halben Welt gekannt wird. Ihr Leben wurde von Beginn an dokumentiert, denn ihre Eltern haben mit ihren Followern alles geteilt. Der erste Zahn, der erste Schritt, Trotzphasen, Pubertät, die erste Periode, jeder konnte und kann alles im Internet verfolgen, denn Sherry ist nicht nur die Tochter ihrer Eltern, sondern ihre Einnahmequelle. Ihr Tor zu Fame und Reichtum. Der sich im Laufe der Jahre auch angehäuft hat, denn die Familie Weiß (auf YouTube allerdings "Die Whites") weiß ganz genau, was die Menschen sehen wollten. Sie befriedigen die Sensationsgeilheit mit immer neuen Videos und Bildern. Der "Star" hingegen hat kein Mitspracherecht, auch nicht, als sie alt genug ist, dies selbst einscheiden zu können. Privats- und Intimsphäre ist nicht vorhanden und wenn Sherry mal nicht so spurt, wie sich das Mama und Papa das vorstellen, wird sie massiv unter Druck gesetzt, denn die Follower gehören zur Familie und die darf man nicht enttäuschen. Erst, als Sherry eine Straftat begeht und in ein Unterkunft für straffällige Jugendliche kommt, scheint sich ihr Leben endlich zum Guten zu wenden. Aber das Netz vergisst nie.

Für Bücher braucht man die richtige Zeit und die richtige Stimmung, um es zu lesen. Ein Buch, das ich heute lese und mich überhaupt nicht anspricht, kann mir in 1 Monat gefallen. Dieses Buch hier ist so großartig, dass es weder die richtige Zeit noch die richtige Stimmung braucht. Denn man wird sofort in seinen Bann gezogen.

Basma Hallak hat hier ein völlig vernachlässigtes Thema als Inhalt aufgegriffen und wenn man sich erstmal bewusst macht, was solche Kinder erleiden müssen und die Eltern gar nicht realiseren, wie sie ihr Kind missbrauchen und intrumentalisieren, läuft es einem eiskalt den Rücken runter.

Die Geschichte macht auch nicht den Fehler, sich nur in Problemen zu wälzen. Der Leser wird auf Sherrys Reise in die Normalität mitgenommen und somit zieht sich eine recht positive Grundstimmung durch den Roman. Der wirklich, wirklich, wirklich gut geschrieben ist. Man möchte wissen, wie die Geschichte weitergeht, warum Sherry ins Erzeihungscamp musste und ob sie die große Liebe und endlich Frieden findet,

Mir war "Sharenting" vorher kein Begriff und umso wichtiger ist, dass Bücher wie dieses eine große Bühne und Aufmerksamkeit erhalten. Denn das wirklich Schlimme ist, dass Sherrys Eltern (und die stehen stellvertretend für alle Eltern, die in der Realtität so handeln) gar nicht bewusst ist, was sie da tun und sich absolut im Recht fühlen. Allerdings ist der Satz "Erfolg gibt immer Recht" so mit der Dümmste, den es gibt.

Leider wird dieses Buch nicht die Eltern erreichne, denen hier ein Spiegel vorgehalten wird. Denn sie werden vor lauter Content createn nicht zum Lesen kommen. Aber an alle Anderen: Lest bitte dieses Buch.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Stromberg auf Koks

Geht so
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Grundsätzlich liebe ich Ironie und Sarkasmus und ich habe mir viel von diesem Buch versprochen. Leider finde ich es völlig overhyped. Ja, die Gedanken der Protagostin sind schon ganz lustig, aber sehr ...

Grundsätzlich liebe ich Ironie und Sarkasmus und ich habe mir viel von diesem Buch versprochen. Leider finde ich es völlig overhyped. Ja, die Gedanken der Protagostin sind schon ganz lustig, aber sehr klischeemäßig, da wir uns das schon mal alle über unsere Kollegen gedacht haben (Ähm, behaupte ich mal :)

Unter dem Strich bleibt ein durchschnittlicher Roman, den man lesen kann, wenn man wissen will, wie so ein Betriebsausflug unter Drogeneinfluss enden kann.

Geht so.

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