Ein Bericht aus der Drogenhölle
Long Bright RiverMichaela "Mickey" Fitzpatrick ist Streifenpolizistin in Keningston. Leider nicht am gleichnamigen Palast in London, sondern einem Stadtteil von Philadelphia, der als einer der größten Drogenhöllen der ...
Michaela "Mickey" Fitzpatrick ist Streifenpolizistin in Keningston. Leider nicht am gleichnamigen Palast in London, sondern einem Stadtteil von Philadelphia, der als einer der größten Drogenhöllen der USA gilt. Als wäre der Dienst auf der Straße nicht schon hart genug, ist Mickey alleinerziehende Mutter eines siebenjährigen Sohnes und muss sich zusätzlich noch permanent Sorgen um ihre Schwester Kacey machen. Diese ist in den Strudel aus Drogen und Prostitution geraten. Michaela versucht ihr so gut wie es geht zu helfen, in dem sie ein Auge auf sie hat. Trotzdem ist Kacey eines Tages verschwunden und dies auch noch zu der Zeit, als ein Serienmörder in Kensington sein Unwesen treibt. Hilfe erhält Mickey von ihrem ehemaligen Streifenpartner Truman.
Mich hat der Liz Moore Roman "Der Gott des Waldes" schon nicht überzeugt. Ja, da gehöre ich einer sehr, sehr, sehr minikleinen Minderheit an, aber auch hier hab ich ein Problem mit der Story. Also erstmal, dieses Buch auch nur ansatzweise als Krimi zu vermarkten ist ein Witz. Die Serienkillergeschichte ist völlig redundant und dient nur dazu, diesen unsäglich düsteren und deprimierenden Grundton etwas zu durchbrechen. Der mag ja ein adäquates Sittengemälde dieses Stadtteils abgeben, aber wenn man über 400 Seiten liest, wie Scheiße alles ist, dann nervt mich das mit der Zeit. Mickey passiert etwas Gutes? Oh nein, kann man so nicht lassen und zwei Seiten später wird das gleich mal wieder zunichte gemacht. Sicher gibt es solche Schicksale und es ist unbeschreiblich schlimm, was man sieht, wenn man Bilder aus Kensington googelt. Aber sorry, das war mir für einen "Unterhaltungsroman" zu viel Realität und zu wenig Thriller. Als zum Schluss der Täter enttarnt wird, kommt sowas wie eine Art "Actionsequenz" im Buch vor, die zum bisherigen Grundtenor des Romans so gar nicht passt.
Ich muss mich damit abfinden, dass Liz Moore Bücher für mich einfach nichts sind. Ich habe das Gefühl, ich muss mich durcharbeiten und das kann nicht Sinn der Sache sein. Ich fühlte mich auch bei "Long Bright River" nicht unterhalten. Wird wohl auch nicht Ziel der Autorin gewesen sein. Ist aber der Grund, warum ich Bücher lese und somit für mich (!) Ziel verfehlt. Ich schau mir jetzt noch die Serie an. Vielleicht ist das eine der rühmlichen Ausnahmen, bei der mir die Verfilmung besser gefällt als das Buch.