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Bobicat

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Gutes Personal ist manchmal leicht zu finden

Wenn sie wüsste
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Frisch aus dem Gefängnis entlassen, ist Millie auf einer verzweifelten Suche nach einem passenden und lukrativen Job, um nicht mehr in ihrem Auto schlafen zu müssen. Und dann passiert das Unglaubliche. ...

Frisch aus dem Gefängnis entlassen, ist Millie auf einer verzweifelten Suche nach einem passenden und lukrativen Job, um nicht mehr in ihrem Auto schlafen zu müssen. Und dann passiert das Unglaubliche. Sie wird als Hausmädchen bei den Winchesters eingestellt. Eine stinkreiche Familie mit einer zunächst sympathischen Mutter, Nina, einem sehr attraktiven Vater, Andrew und einem verzogenen Balg namens Cecilia. Millie fühlt sich auch dann noch im siebten Himmel, als sie in der Dachkammer mit einem schmalen Bett und einem kleinen Kühlschrank einquatiert wird. Doch dann geht der Albtraum los. Nina schikaniert Millie, wo sie nur kann. Sie befiehlt ihr falsche Dinge und wirft ihr das dann vor. Oder sie verwandelt das Haus absichtlich in einen Saustall und Millie muss sich darum kümmern. Einzig in Andrew findet sie ein verständnisvolles Gegenüber, der versucht Millie zu erklären, dass Nina etwas schwierig ist und ein paar leichte psychische Probleme hat. Durch seine verständnisvolle Art fühlt sich Millie zu Andrew mehr und mehr hingezogen, was das gemeinsame Leben nicht gerade erleichtert. Und vor was will sie der italienische Gärtner der Winchesters warnen, als er ihr "Gefahr" zuflüstert? Millie wird es schneller herausfinden, als ihr lieb ist.

Gefühlt die ganze Welt hat diesen Megabestseller schon gelesen und so blöd es vielleicht klingen mag, ich habe es wegen des Covers bisher nicht gelesen. Mich sprach diese grüne Schrift und das Hausdesign einfach nicht an. Dank der Verfilmung gibt es jetzt die Ausgabe mit dem Filmplakat als Cover und das gefällt mir wesentlich besser. Aber ist das Buch diesen unglaublichen Hype (dem noch zwei Fortsetzungen und eine Kurzgeschichte folgten) überhaupt wert? Ja. Absolut und (fast) uneingeschränkt. Die Geschichte aus zwei Perspektiven (Millie und Nina) zu erzählen, ist einfach großartig. Und wir haben Plottwists, die hervorragend getimed sind und dieses "Ich muss jetzt unbedingt weiterlesen" Gefühl ständig befeuern. Das kann man fast nicht besser machen. Aber nur fast. Denn am Ende, da packt McFadden einen dermaßen saublöden Zufall aus dem Hut, also ganz ehrlich, das hätte man sehr viel besser lösen müssen und auch können. Wer das Buch gelesen hat weiß vielleicht, was ich meine oder es fiel dem ein oder anderen gar nicht negativ auf. Mich hat das sehr gestört, denn wenn man es sich so einfach macht, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Leser sich innerlich gegen die Stirn schlagen. Kann man das aber ignorieren und es unter "künstlerischer Freiheit" einordnen, dann ist das ein superspannender Thriller, der einen keine Sekunde aus seinen Fängen lässt. Ich habe 400 Seiten noch nie so schnell weggelesen.

So, wo sind jetzt meine Hausangestellten, die diese Rezension für mich abschicken und auf die blaue Fläche klicken?........Hallo?.....Ey, alles muss man selber machen.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

But All the Readers Love You

All the Other Mothers Hate Me
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Alfie Risby ist verschwunden. Dass Alfie ein Arschloch ist, bekommen wir schon mitgeteilt, bevor das Buch losgegangen ist. Aber er ist kein gewöhnliches Kind, sondern der Sohn von Rollo Risby, dem König ...

Alfie Risby ist verschwunden. Dass Alfie ein Arschloch ist, bekommen wir schon mitgeteilt, bevor das Buch losgegangen ist. Aber er ist kein gewöhnliches Kind, sondern der Sohn von Rollo Risby, dem König der Tiefkühlprodukte. Als Alfie bei einem Schulausflug wie vom Erdboden verschluckt wird, spekulieren die meisten, dass bald eine Lösegeldforderung ins Haus flattern wird.

Das würde Florence Grimes, Mutter von Dylan und somit des Kindes, mit dem Alfie auf dem Schulausflug unterwegs war, auch gerne glauben. Doch als sie Alfies Rucksack in Dylans Zimmer findet, kommen ihr die ersten Zweifel. Was verbirgt ihr Sohn? Was ist passiert und wie ist Dylan in diese Sache verwickelt? Es dauert nicht lange, bis auch die Polizei gerne Antworten auf diese Fragen hätte und somit steht für Florence fest, dass sie selber herausfinden muss, was an diesem Tag passiert ist. Unglücklicherweise ist das Ex-Partygirl und Ex-Mitglied einer Girlgroup dermaßen verpeilt, dass sie von einer Katastrophe in die nächste schlittert.

Leider ist dieses Buch etwas stiefmütterlich behandelt worden. Ich habe davon auch nur Notiz genommen, weil ich es bei einer BookTuberin gesehen habe und dachte "Hört sich recht unterhaltsam an". Und oh ja, das war es auch. Im Grunde ein Krimi um ein verschwundenes Kind, entwickelt sich der Roman zu einer Komödie, einem Drama und dann tatsächlich auch zu einem Thriller. So ein Genremix geht oftmals schief, denn dann sind die Bücher eine unausgegorene Mischung aus allem, aber nichts so wirklich gut. Ganz anders hier. Das funktioniert perfekt. Die Geschichte ist immer rasant, niemals langweilig, man fiebert und rätselt und leidet auch mit der Protagonistin, denn man darf nie vergessen, dass sich unter all der Schusseligkeit eine Mutter verbirgt, die den Ruf ihres Kindes wiederherstellen möchte...muss. Denn die verzweifelte Suche nach der Wahrheit kann vielleicht auch hervorbringen, dass Dylan doch nicht so unschuldig ist, wie sie glauben möchte. Und ja, Florence zweifelt. Und das macht sie richig fertig. Dass diese Möglichkeit besteht. Wen hat sie da großgezogen? Da ihr Sohn nicht gerade der gesprächigste Zeitgenosse ist, macht es ihr dieser Umstand noch ein Stück schwerer, die Wahrheit zu finden, denn ihm scheint das alles herzlich egal zu sein. Aber warum? Als Leser ist man ebefalls immer hin- und hergerissen. "Der ist bestimmt nur ausgerissen", "Dylan hat ihn gekillt", "Er wurde entführt", "Stecken die Eltern dahinter?". Ständig hat man andere Gedanken im Kopf und begleitet Florence auf ihrer sehr unterhaltsamen Reise quer durch London und später sogar quer durch England.

Diese Krimikomödie (so würde ich es mal bezeichnen) ist perfekt geeignet für alle, die "Whodunit Geschichten" lieben. Der Storyaufbau lässt einen nie zu Atem kommen, wird aber immer wieder durch Florences Fettnäpfchen, in die sie gerne tritt, humoristisch aufgelockert. Gerne würde ich Florence durch ein weiteres Abenteuer begleiten, also bitte mehr davon, Sarah Harman.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Augen auf bei der Partnerwahl

Eisnebel
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Theo und Connor haben sich kennen- und liebengelernt. Dass Connor aus einer der reichsten und einflussreichsten Familien der USA stammt, ist jetzt nicht wirklich ein Hindernis für Theo und entsprechend ...

Theo und Connor haben sich kennen- und liebengelernt. Dass Connor aus einer der reichsten und einflussreichsten Familien der USA stammt, ist jetzt nicht wirklich ein Hindernis für Theo und entsprechend freudig aufgeregt ist sie, als eine Einladung zum Wohlfühlsitz der Daltons erhält. Weihnachten in verschneiten Luxuscottages zu verbringen, klingt im ersten Moment sehr verführerisch. Aber als Theo am Arsch der Heide eintrifft, lässt sie das Gefühl nicht los, dass ihr da irgendwas bekannt vorkommt. Sowohl die Umgebung wie auch das ein oder andere Familienmitglied löst ein kleines Déjà-vu aus. Oder bildet sich das Theo enfach alles ein? Um Klarheit zu erhalten fängt sie an, sich mit der Familie Dalton zu beschäftigen und stößt auf nicht nur 1 Geheimnis. Bald wird ihr klar, dass dieser Aufenthalt völlig anders verlaufen wird, als sie es sich vorgestellt hat.

Machen wir's kurz, wenn jemand nach einem Volltreffer im Bereich eines winterlichen Thrillers sucht, der wird hier fündig. Die Geschichte entwickelt sich durchgängig spannend, der Aufbau ist immer logisch, der Leser darf und soll miträtseln, was die Daltons mit Theo gemeinsam haben. Klar, die einzelnen Familienmitglieder entsprechen teilweise den gängigen Klischees, vom ultracoolen schwarzen Schaf der Famile, Trevor, der gerne mal einen über den Durst trinkt und meint, er muss danach Mario Kart in Real Life spielen oder die Familienpatriarchin, die sich selbstverständlich überheblich und sehr misstrauisch unserer Protagonstin gegenüber verhält, sowie der Verwalter, der ein Einsiedlerleben mit seiner Hündin abseits des Luxus führt. Hier fand ich diese Stereotypen aber keineswegs störend, sondern sehr passend, vermitteln sie doch die richtige Stimmung, der Theo oben am Berg ausgesetzt ist. Und spätestens, als sie Nachrichten in Form von Warnungen erhält, sie soll sich von dieser Familie fernhalten und so schnell wie möglich wieder abreisen, flammt in Theo die Neugier vollends auf und sie beginnt sich durchzuschnüffeln. Hat sie Connor womöglich gar nicht so zufällig kennengelernt?

Dieser Thriller lebt von seiner Spannung und der Entwicklung seiner Figuren und die sind vielschichtig und oftmals sehr überraschend. Diese Twists sind wohldosiert über die ganz Geschichte verteilt und werden nicht alle im "Ketchup-Flaschen-Effekt" am Ende verbraten.

Geld allein macht nicht glücklich. Sagen zwar meistens die, die keines haben, stimmt in diesem Roman aber zu 100%. Denn oftmals zeigt die Fassade ein wirklich schönes Bild, aber wenn Theo mit Hammer und Meisel anfängt, Löcher hineinzuschlagen, kommt dahinter eine ziemlich unansehnliche Bruchbude zum Vorschein. Und in "Eisnebel" ist das sogar ein lebensgefährliches Unterfangen. Auch wenn es im ganzen Roman nie neblig ist. Aber die Stimmung ist oft eisig genug, um uns einen Schauer über den Rücken zu jagen.

Wenn ihr also an Weihnachten schon vom Gedanken an den Familienbesuch genervt seid, dann lest dieses Buch. Es geht nämlich auch noch viel schlimmer. Da sieht man Tante Erna, wie sie das Raclettepfännchen zerpflückt, dann plötzlich wieder mit ganz anderen Augen.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

(I Got this Feeling) Somebody's Watching Me

Der Nachbar
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Sarah Wolff leidet an Monophobie (Angst vor Einsamkeit). Das ist ein umso größeres Problem, als sie nach einem Streit mit ihrem Freund wieder Single ist. Nur Tochter Ruby wohnt mit ihr zusammen. Allerdings ...

Sarah Wolff leidet an Monophobie (Angst vor Einsamkeit). Das ist ein umso größeres Problem, als sie nach einem Streit mit ihrem Freund wieder Single ist. Nur Tochter Ruby wohnt mit ihr zusammen. Allerdings gibt es noch jemanden in ihrer Nachbarschaft, der dafür sorgt, dass Sarah nicht so alleine ist, wie sie glaubt.

Ich habe Fitzek Verfilmungen gesehen, Fitzek Hörbücher gehört, aber "Der Nachbar" ist tatsächlich der erste Roman, den ich von ihm gelesen habe. Wer allerdings glaubt, dies hier sei ein Ratgeber, wie man mit nervigen Nachbarn adäquat umgeht, ist leider schief gewickelt. Denn diesen Nachbarn möchte man noch weniger haben, als den Dauer-Bass Typen oder den, der mit Mülltonnen auf der Straße seinen Parkplatz reserviert. Und das Buch gibt vom ersten (immer sehr angenehm kurze) Kapitel Vollgas. Als Leser möchte man immer am Ball bleiben. Fitzek versteht es wie kein Zweiter, den Leser an seine Geschichte zu fesseln, auch wenn es rückblickend eine gar nicht mal so innovative Story ist. Denn psychisch gestörte Typen sind Fitzeks Kernkompetenz. Natürlich wird wieder in die Abgründe der menschlichen Seele geschaut und auch eine Erklärung präsentiert, wieso der Nachbar so handelt, wie er handelt.

Dieser Roman ist auch für etwas zartbesaitetere Leser geeignet. Denn Bücher wie "Das Kind" oder "Der Augensammler" sind nochmal eine ganz andere Kategorie an Psychohorror. Dies ist kein Thriller der Extraklasse, dafür ist er nicht nur etwas zu gewöhnlich, auch das Ende fand ich ziemlich enttäuschend. Kein "Wow Effekt". Eher so das typische Hollywoodende, in dem nicht mal erklärt wird, warum es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Kann sich dann jeder Leser selber zusammenreimen.

Die positiven Punkte überwiegen aber dennoch, denn spannend war es und hat mich bis zu einem Punkt, der so im letzen Drittel eingesetzt hat, auch gefesselt. Erwartungen teilweise erfüllt, aber das nächste Mal gerne wieder etwas verschachtelter und überraschender.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Who the F*** is Wren?

Remain – Was von uns bleibt
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Tate hat seine Schwester verloren und leidet sehr unter diesem Verlust. Nach einem Klinikaufenthalt geht es ihm soweit besser, dass er als Architekt ein Freundschaftsprojekt für ein Ferienhaus in Cape ...

Tate hat seine Schwester verloren und leidet sehr unter diesem Verlust. Nach einem Klinikaufenthalt geht es ihm soweit besser, dass er als Architekt ein Freundschaftsprojekt für ein Ferienhaus in Cape Cod übernehmen kann. Einquatiert wird er in einem schnuckeligen Bed & Breakfast, das er lt. Vermieter alleine mit seiner Katze bewohnt. Doch plötzlich steht eines Tages eine hübsche Frau im Wohnzimmer und sie ist weit weniger überrascht, als er. Was hat es mit der geheimnisvollen Schönen auf sich?

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, einen Nicholas Sparks Roman zu lesen. Das sind ja doch immer ziemlich schwülstige Lovestories, die zwar sehr gut bei der überwiegend weiblichen Leserschaft ankommen, aber irgendwie immer dasselbe sind. Doch auf dem Cover steht (nur einen Hauch kleiner) "M. Night Shyamalan" und da bin ich hellhörig geworden. Man kann von ihm halten, was man will (und ja, er war früher ein besserer Regisseur als heute, aber wirklich schlecht war er nie), aber wenn er nun an einer Geschichte mitarbeitet, dann weiß ich, dass das nicht nur Romance sein wird, sondern auch eine große Portion Mystery. Und genauso ist es dann auch gekommen. Dieser Mix aus Liebesgeschichte und Übernatürlichem (oder doch Natürlich?) funktioniert perfekt. Die Entwicklung der Geschichte ist hervorragend, man wird als Leser immer mitgenommen, kann fast am eigenen Leib spüren, wie sich Tate fühlt. Seine Verwunderung ob der Begegnung, seine Neugier, seine wachsenden Gefühle, all das ist niemals kitschig, sondern einfach schön. Ja, ganz banal ausgedrückt ist das ein wirklich schönes Buch, ein positives, lebensbejahendes. Und dass es ab einem bestimmten Punkt auch noch richtig spannend wird und das Krimielement das Heft in die Hand nimmt, ist einfach nur genial. Denn es fügt sich alles nahtlos ineinander ein. Man hat nie das Gefühl, dass aus einer Romanze ein Krimi hätte werden sollen noch umgekehrt. Das ist 100% homogen und liest sich einfach großartig.

Auch wenn man beim Titel und dem Cover das Gefühl hat "Ach, wieder so eine Geschichte, wie eine Rosamunde Pilcher Verfilmung. Langweilt mich", dann Stopp. Hier werden alle Gefühle bedient, Trauer, Freude, Liebe, Spannung und wenn es am Ende ein rundes Ganzes ergibt, würde ich sagen: Alles richtig gemacht. Geht in diesem Genre einfach nicht viel besser. Und wenn man den Roman zugeklappt hat, würde man sich wünschen, die Geschichte wäre nochmal 100 Seiten länger.

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