Beinhartes Schicksal und moderne Technik
Das SignalBei einem Unfall im Weinkeller ihres Hauses, verlor Viola Decker ihr Bein, als die Decke eingestürzt ist. Nach dem anfänglichen Schock setzt sie alles daran, mit ihrem Schicksal und den daraus resultierenden ...
Bei einem Unfall im Weinkeller ihres Hauses, verlor Viola Decker ihr Bein, als die Decke eingestürzt ist. Nach dem anfänglichen Schock setzt sie alles daran, mit ihrem Schicksal und den daraus resultierenden Schwierigkeiten klarzukommen. Ihr Mann Adam, auf den sie nun angewiesen ist, kümmert sich, wo er nur kann, obwohl er als berühmter TV Statistikexperte in seiner Firma jede Menge um die Ohren hat. Er stellt sogar eine Pflegerin ein, die Tag und Nacht für Viola da ist. Otilia hat zwar den Charme eines seit 2 Monate offenen Joghurtbechers, kümmert sich aber perfekt um sie. Doch langsam beschleicht Viola das Gefühl, dass allen im Haus anscheinend daran gelegen ist, dass sie gar nicht so schnell Fortschritte machen soll, wie sie das gerne hätte. Und als auch noch ständig ihre Krücken verräumt werden, stattet Viola diese mit einem Tracker aus, um sie nicht immer suchen zu müssen. Zuerst sind es die Krücken und dann Adams Schuhe, sein Auto, Otilias Auto, die Handtasche einer Freundin. Viola überwacht alles und jeden. Zuerst eigentlich nur aus Langweile. Doch dann stellt sie fest, dass Adam lügt, was seine Aufenthaltsorte betrifft. Und nicht nur bei ihm gibt es Ungereimtheiten. Auch Viola verbirgt ein Geheimnis und sie beginnt sich zu fragen, ob das alles irgendwie zusammenhängt.
An diesem Buch hat mich Äußerlich nichts angesprochen. Nicht der Name der Autorin, noch der Titel oder das Coverdesign. Aber "Don't Jugde a Book by It's Cover". Hätte ich das gemacht, wäre mit ein Thriller entgangen, der diese Bezeichung wirklich wert ist. Die Voraussetzungen sind natürlich perfekt. Eine isolierte Umgebung, aus der die Protagonsitin durch die Tracker ein weitläufigeres Gebiet macht, ohne das Haus verlassen zu können bzw. zu müssen. Man rätselt permant hautnah mit, warum wer wie wo ist und warum derjenige deshalb lügt und was er zu verbergen hat.
Der Storyaufbau ist sehr gut und schlüssig, die Spannungskurve entwickelt sich permanent nach oben. Die vorhandenen Plottwists sind gut eingearbeitet, aber nicht so krass, dass sie die komplette Story über den Haufen werfen würden. Hier ist alles wohldosiert und das ist die wirkliche Stärke von "Das Signal". Es ist nichts übertrieben oder unrealistisch. Im Grunde genommen könnte so eine Geschichte auch im wahren Leben passieren. Denn Viola ist gar nicht so sehr vom Glück abhängig, sondern nimmt ihr neues Leben selbst in die Hand und beeinflusst es so, wie es ihre Situation zulässt. Gut, man kann vielleicht etwas kritisieren, dass ihre Verzweiflung ob ihres verlorenen Beins relativ schnell verfliegt, aber in einem Roman oder einem Film kann das nicht so viel Raum einnehmen, wenn die Geschichte vorankommen soll.
"Das Signal" hat mich unfassbar gut unterhalten und schreit förmlich nach einer Verfilmung. Aber warum müssen Poznanski Bücher immer so ein unattraktives Äußeres erhalten? "Die Burg", das Vorgängerbuch, sieht auch wie ein Billigroman aus, den man bei Norma aus diesen Pappausstellern für 1,99 € fischen kann. Aber wenn man sich davon nicht abschrecken lässt, erhält man eine richtig gute und superspannnde Geschichte, die die Möglichkeiten der digitalen Überwachung sehr gut zur Geltung bringt.....Moment, was ist das da Rundes in meiner Jacke?......Ah, der Ersatzknopf. Aber wieso braucht der eine Batterie?