✦𝔻𝕒𝕤 𝔼𝕣𝕓𝕖 𝕕𝕖𝕣 ℙ𝕒𝕟𝕕𝕠𝕣𝕒 𝔹𝕝𝕒𝕜𝕖✦
Susan Stokes-Chapman
dtv
Bereits das Cover zog mich vollends in seinen Bann, für mich zählt es zu den Highlights 2023 - sowie das Buch selbst!
Das Buch konnte mich von der ...
✦𝔻𝕒𝕤 𝔼𝕣𝕓𝕖 𝕕𝕖𝕣 ℙ𝕒𝕟𝕕𝕠𝕣𝕒 𝔹𝕝𝕒𝕜𝕖✦
Susan Stokes-Chapman
dtv
Bereits das Cover zog mich vollends in seinen Bann, für mich zählt es zu den Highlights 2023 - sowie das Buch selbst!
Das Buch konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln, sodass ich es beinahe in einem Rutsch durchgelesen habe.
London um 1800 wurde atmosphärisch und detailliert wiedergegeben, von den Personen über die Szenen bis hin zu den Gerüchen. Der bildhafte, flüssige Schreibstil der Autorin lässt die Geschichte wie einen Film vor dem geistigen Auge ablaufen.
Toll fand ich, dass es ausschließlich individuelle Charaktere gab - weder reine Funktionen noch Klischees. Selbst die Angestellten der höheren Gesellschaft waren richtig gut gemacht und hatten etwas von einem märchenhaften Ghibli Film.
Pandora habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Sie ist eine starke, selbstbewusste, intelligente Protagonistin, die in einer von Männern dominierten Welt als Waise darum kämpft, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen und ihren Traum der Schmuckdesignerin zu erfüllen. Dabei unterstützt wird sie von Edward, dessen Vergangenheit ebenso tragisch ist, der aber eine durch und durch gelungene Figur war ohne überflüssigen toxischen Eigenschaften, einfach ein toller Kerl, den man gern in seiner Nähe hat.
Auch die Nebenfiguren wie Cornelius, Hezekiah oder Lottie mochte ich unheimlich gern, auch dadurch, dass man sie eben nicht mochte, weil sie einfach so toll konstruierte Gegenspieler waren, bis hin zu den Hafenarbeitern.
Der Kontrast von der Londoner Gesellschaft und dem antiken Griechenland inkl. der dortigen Architektur und dessen Sagen konnte mich voll und ganz einnehmen. Dabei ging es primär um die Frage, wie viel Macht Aberglaube über uns hat bzw. wie viel Macht wir diesem erst über uns verleihen, weshalb jeder das Buch für sich interpretieren kann.
Es gab keine Längen, die Spannung zog sich, auch durch die Perspektivwechsel (Dora, Edward, Hezekiah) durch - ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Von meiner Seite aus gibt es eine klare Leseempfehlung mit 5⭐. Ich werde auch in Zukunft definitiv wieder Romane der Autorin lesen und verstehe voll und ganz, weshalb es zum Sunday Times #1 Bestseller wurde!
Die geb. Texanerin Costanza Casati wuchs in Italien auf und studierte dort antike griechische Literatur, KLYTÄMNESTRA ist ihr Debüt als Autorin.
➡️Klytämnestra ist die Frau von Agamemnon, der mit den Heeren ...
Die geb. Texanerin Costanza Casati wuchs in Italien auf und studierte dort antike griechische Literatur, KLYTÄMNESTRA ist ihr Debüt als Autorin.
➡️Klytämnestra ist die Frau von Agamemnon, der mit den Heeren Griechenland in den Krieg gegen Troja zieht, um Helena, die Frau seines Bruders und Klytämnestras Schwester zurückzuholen.
Wie manch andere Autorinnen gibt Casati den weiblichen Figuren der griechischen Mythologie und Historie eine Stimme. Manchmal geht das ziemlich nach hinten los, hier aber war ich voll und ganz überzeugt!
Der Roman ist wirklich gut gelungen und fesselt von Anfang bis Ende. Wir lernen Klytämnestra als starke junge Frau und Kriegerin von Sparta kennen. In der Version der Autorin kämpfen die Frauen auch dort, werden also wie die Jungen von klein auf im Nahkampf ausgebildet. Schon früh wird ihr Leben geprägt von furchtbaren Verlusten, Demütigungen und Missbrauch und wird schließlich an den Mörder ihres Mannes und Kindes verkauft. Trotz allem entwickelt sich Klytämnestra über die Jahre hinweg zu einer furchtlosen Königin, die während des 10jährigen trojanischen Krieges über Mykene regiert und am Ende ihre Rache bekommen soll.
Ihr Handeln ist stets nachvollziehbar. Obwohl die Welt sie in eine Opferrolle drängen will, gibt sie dem nicht nach. Sie ist eine bemerkenswerte, intelligente, mutige Frau. In einer Zeit, in der Frauen objektiviert werden und rein gar nichts wert sind, behauptet sie sich gegenüber dem Patriarchat. Der Roman und die Intention dahinter werden ihr durchweg gerecht. Der Schmerz, der ihr durchweg zugeführt wird, besonders durch die absolut sinnfreien Ermordungen ihrer geliebten Kinder, geht einem tief ins Herz. Der Roman klingt noch lange nach Beenden nach. Ich habe das Buch in Griechenland gelesen, tatsächlich in der Nähe Mykenes. Jeder bei den Grabstätten und Palastruinen weiß, wer König Agamemnon war. Niemand ist sich seiner grausamen Taten bewusst, niemand kennt seine trauernde, starke Frau Klytämnestra. Aus diesem Grund finde ich es immer wieder großartig, wenn Nacherzählungen aus der weiblichen Perspektive verfasst werden. Obwohl ich die Geschichte in ihrem Ursprung kannte, empfand ich den Roman von der ersten bis zur letzten Seite wahnsinnig spannend und fesselnd! Auch der Schreibstil ist super - direkt, ungeschönt und doch gleichzeitig mit poetischem Touch.
Das Buch ist als hochwertiges Hardcover gestaltet mit einem wunderschönen, perfekt passenden Cover, das eine griechische Bogenschützin zeigt. Auf der Innenseite findet sich eine Karte von Griechenland bis nach Troja, sodass man die Schauplätze stets direkt einordnen und nachvollziehen kann. Im Anhang gibt es ein Personenverzeichnis, allerdings konnte man diesen innerhalb des Textes bereits sehr gut folgen. Trotzdem ist es nochmal eine großartige Übersicht, genau wie die Liste an Begriffen der griechischen Antike.
Insgesamt hat mir der Roman wirklich gut gefallen, man merkt die ausführliche Recherche der Autorin. Von mir eine klare Leseempfehlung, 5 ⭐
Die Autorin schreibt in der bildgewaltigen Schönheit asiatischer Märchen.
Der Roman ist inspiriert von der chinesischen Sage um die Mondgöttin, die man jedoch nicht unbedingt ...
𝔻𝕚𝕖 𝕋𝕠𝕔𝕙𝕥𝕖𝕣 𝕕𝕖𝕣 𝕄𝕠𝕟𝕕𝕘𝕠𝕖𝕥𝕥𝕚𝕟
Die Autorin schreibt in der bildgewaltigen Schönheit asiatischer Märchen.
Der Roman ist inspiriert von der chinesischen Sage um die Mondgöttin, die man jedoch nicht unbedingt kennen muss, um der Geschichte zu folgen. Deren Tochter flieht ins Himmlische Königreich, wo ihre magischen Fähigkeiten erwachen, sie zur Kriegerin ausgebildet wird und sich in den Prinzen verliebt.
Vor allem das wundervolle Wordbuilding und die zahllosen fantastischen Ideen im Kleinen und Großen haben mir ein paar wundervolle Lesestunden erzählt. Die chinesische Mythologie, eingebettet in eine opulente, farbenfrohe, wunderschön detaillierte Welt voller Drachen, Fabelwesen, Unsterblicher, Magie und ganz individuellen magischen Artefakten konnte mich vollends überzeugen. Der Roman hat etwas von einer spannenden Heldenfahrt mit vielen Quests. Gleichzeitig war es wundervoll, in die chinesische Kultur einzutauchen.
Wie viele asiatische Romane verläuft die Geschichte an manchen Stellen eher ruhig. Vor Kämpfen oder Aufträgen wird viel mit den jeweiligen Regenten darüber diskutiert, Letzteres hätte man für den Lesefluss meiner Meinung nach etwas straffen dürfen. Im Laufe der Handlung kommt die Geschichte jedoch immer mehr in Fahrt, vor allem nach der Ausbildung der Protagonistin zur Ersten Schützin. Die Spannung steigt mit jeder Seite und mit dem Plosttwist um den Dämonenprinzen hätte ich niemals gerechnet.
Die Lovestory überzeugt durch Einfühlsamkeit und baut sich über die Jahre hinweg authentisch und liebevoll auf. Ich freue mich, zu erfahren, wie es mit den beiden in Band 2 weitergeht!
Insgesamt fand ich den Roman sehr gelungen, märchenhaft schön, bildgewaltig und letztlich auch wirklich fesselnd. Über die Seiten hinweg wurde DIE TOCHTER DER MONDGÖTTIN bald zu einem Herzensbuch 💗
Zudem finde ich das Cover einfach atemberaubend schön 😍 Auch im Innenteil wurde das Buch mit ganz viel Liebe gestaltet, sowohl im Klappenteil als auch bei den einzelnen Kapiteln. Sogar eine Weltkarte wurde illustriert, sodass man sich innerhalb der verschiedenen Etappen super orientieren kann. Außerdem liegt eine wunderschöne Charakterkarte mit den Illus der drei Protas bei, die jedes Leserherz höher schlägen lässt😍
Von meiner Seite aus gibt es eine Leseempfehlung mit 4.5 ⭐🤗
Ich bin richtig froh, auch bei DAISY HAITES weitergelesen zu haben. Genau wie bei MAGNOLIA PARKS finde ich auch hier den zweiten Teil stärker.
Die Fußnoten wurden etwas weniger, sodass man ...
Daisy Haites
Ich bin richtig froh, auch bei DAISY HAITES weitergelesen zu haben. Genau wie bei MAGNOLIA PARKS finde ich auch hier den zweiten Teil stärker.
Die Fußnoten wurden etwas weniger, sodass man sich besser auf den Text konzentrieren kann. Mittlerweile kennt man alle Charaktere aber auch gut genug, um eben nicht mehr durch die Fußnoten aus dem Kontext gerissen zu werden.
Auch die Figuren haben sich weiter entwickelt, genau wie bei MAGNOLIA hat die Autorin auch hier einige Charaktere in Therapie geschickt 😂
Bei DAISY 1 hatte ich ja das Gefühl, einfach nochmal MAGNOLIA 1 aus einer anderen Perspektive zu lesen, sodass es kaum überraschende Wendungen für mich gab - das war hier überhaupt nicht der Fall, es gab so ziemlich keine Wiederholungen und Überschneidungen wurden nur kurz angeschnitten.
Es wurde aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, was richtig Spaß gemacht hat zu lesen, auch weil man sich nach den letzten Bänden zunehmend für Julians Sicht interessiert. Ihm gönne ich sooo sehr ein Happy end, es bricht einem so das Herz, dass er es sich nicht erlaubt, sich zu verlieben, weil die Menschen in seinem Leben eine riesige Zielscheibe auf der Stirn haben. Ich gönne ihm aber eine entspanntere Frau als Magnolia 😂
Zudem haben wir hier kein eher "unnötiges Drama" wie bei Magnolia und BJ, sondern es ist viel verständlicher, weshalb Christian und Daisy aktuell nicht zusammen sind. Trotzdem ist die Verbindung spürbar und einfach nur wunderschön. Hier ist es jetzt endlich vorbei mit der anfänglichen Toxizität der Protas 😂 Stattdessen kommen immer mehr die positiven Seiten der Figuren zum Vorschein - z.B. ist es sehr authentisch beschrieben, wie Daisy und Magnolia trotz anfänglicher Schwierigkeiten ein Herz füreinander finden.
Gleichzeitig finde ich die Story in dem Gangster-Kontext richtig spannend. Es ist einfach etwas ganz anderes als in Magnolias High Society, der starke Kontrast sorgt dafür, dass man einfach beide Geschichten lesen möchte. Trotzdem tauchen immer wieder dieselben Figuren auf :) ich liebe beide Handlungsstränge/Welten 💙
Daisy mag ich als Protagonistin unheimlich gern, sie ist kein verwöhntes High Society Ding, sondern bodenständig und möchte ein normales Leben und dieses selbst in die Hand nehmen, kocht super, liebt die Kunst, ist eine hervorragende Ärztin. Gleichzeitig liebt sie ihren Bruder über alles, nur ist dieser leider das Gegenteil dessen, was sie sich für ihr Leben wünscht. Man gönnt ihr ihr Glück einfach durch und durch.
Den Schreibstil der Autorin liebe ich sehr, wobei er bei MAGNOLIA ein ganzes Eck poetischer ist - kontextabhängig eben.
Da beide Romane mit einem fiesen Cliffhanger enden, hoffe ich sehr, dass es bald zu Folgebänden und einer deutschen Übersetzung kommt. Ich muss gestehen, je mehr Bände ich lese, desto mehr kann ich sie empfehlen, der Suchtfaktor ist einfach enorm und nach 4 Bänden habe ich alle Charaktere sooo ins Herz geschlossen, ich wünsche jedem ein Happy End 💙
Ich glaube, mittlerweile würde ich die Romane der Autorin endlos weiter lesen 🥰
Zudem finde ich die Cover wirklich großartig gelungen - einerseits die kräftigen Farben, andererseits die coolen Motive, die sich ganz stark von dem üblichen rosa Pastellmix im New Adult abheben :) Sieht toll aus im Regal, vor allem alle 4 nebeneinander 🤗
Leseempfehlung mit 1A Schreibstil, sich permanent zum Besseren entwickelten Charakteren (weg von der anfänglichen Toxizität) und Suchtfaktor hoch 10 🧡💗🌻
4.5 ⭐
[Für all diejenigen, die sich halbwegs in griechischer Mythologie und Historie auskennen, erhält die Rezension keine Spoiler, da der Ablauf der Geschichte der ...
𝕎𝕚𝕣 𝕋𝕠𝕖𝕔𝕙𝕥𝕖𝕣 𝕧𝕠𝕟 𝕊𝕡𝕒𝕣𝕥𝕒 von Claire Heywood
[Für all diejenigen, die sich halbwegs in griechischer Mythologie und Historie auskennen, erhält die Rezension keine Spoiler, da der Ablauf der Geschichte der Helena und Klytämnestra ja bekannt ist]
Ich liebe griechische Mythologie und finde es super, dass es hierzu mittlerweile immer mal wieder etwas in Romanform gibt.
Troja kenne ich nur als Film und aus Homers Illias. Deshalb finde ich es toll, dass wir hier einmal nicht nur vom Krieg lesen, sondern aus der Perspektive von Helena, der Auslöserin des trojanischen Krieges, und ihrer Schwester Klytämnestra. Die Mädchen wurden mit kaum 15 an die mehr als doppelt so alten Brüder Agamemnon und Menelaos verheiratet. Diese wiederum ziehen dann im namen Griechenlands in den 10jährigen trojanischen Krieg, um Helena zurückzuholen und sich zu rächen.
Die Kapitel werden abwechselnd aus der Perspektive der Mädchen geschrieben, vom Kleinkindalter bis ins Alter von etwa 30, der Roman umfasst also etwa 20 Jahre.
Das war richtig interessant, auch in der historischen Einordnung und den familiären Zusammenhängen. Ich fand es toll, dass die Autorin diese beiden Perspektiven gewählt hat, die Frauen der beiden griechischen Kriegshelden im Kampf um Troja.
Leider waren sie letztlich nur das: Die Frauen ihrer Männer.
Ich hätte mir von einer Nacherzählung mehr Emanzipation und Selbstbewusstsein gewünscht. Natürlich steht der Verlauf der Handlung fest, aber das Innenleben der Frauen historisch gesehen sicher nicht. Deshalb hätte ich es gut gefunden, wären Helena und Klytämnestra mehr für sich selbst eingestanden, hätten eine eigene Meinung gehabt und wären nicht nur als passive Objekte dargestellt worden. Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht seitens einer jungen modernen Autorin.
Sie arbeitet mit Aussagen wie "Welche Freude wird Helena in ihrem Leben haben, wenn sie nicht heiratet? Wenn sie keine Kinder hat?"
Mit kaum 15 Jahren muss Helena den 20 Jahre älteren Agamemnon heiraten und ihre Heimat verlassen. Sie darf nicht sprechen, wenn er sie nicht dazu auffordert, muss ihr Gesicht verschleiert halten, darf nicht reisen oder ihre Familie besuchen, nicht in die Sonne, muss sich stets gerade halten. Das alles und noch viel mehr zeichnet "eine gute Frau von Sparta" aus. Die Mädchen glauben das und bemühen sich, in den Augen der Gesellschaft und ihrer Familie perfekt zu sein. "Frausein war merkwürdig und schmerzhaft und entwürdigend."
Agamemnon übt Kontrolle über Nestra aus, indem er sie sozial komplett isoliert, ihr keine Informationen über ihre Familie zukommen lässt, ihr seine Gesellschaft gibt und entzieht wie es ihm in den Kram passt und sie dadurch voll und ganz psychisch wie physisch von sich abhängig macht. Keine der beiden Frauen widerspricht oder widersetzt sich oder denkt auch nur innerlich, dass diese dauerhafte Demütigung nicht rechtens ist.
Klytämnestra wird unselbstständig hoch 10, als sie ihre eigene Tochter zum Opferalter führt und sich einredet, ihr Mann, der die Jungfrauenopferung erst initiert hat, würde diese beenden. Sie versucht ihre Tochter keinen Moment lang zu retten. Ich weiß, dass sie das nicht konnte, nach historischer Überlieferung, aber man hätte sie dennoch nicht derart passiv darstellen müssen, während sie schweigend dabei zusieht, wie man ihr Kind tötet. Fast am Ende des Buches sagt Klytämnestra noch
"Ohne Mann war eine Frau nichts". Und leider scheint das die Message des Buches zu sein, was ich schade finde, weil es einfach wahnsinnig gut recherchiert wurde von der Historikerin und mir auch der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Selbst wenn die Frauen bei der nun einmal vorgegebenen Handlung gegen das Patriarchat scheitern, hätten sie zumindest innerlich aufbegehren oder das alles hinterfragen können. Wenn man Mythologie oder historische Ereignisse neu in Romanform schreibt, hätte man genau diese Chance, es so zu schreiben, wie ich es mir als Frau und Leserin gewünscht hätte.
Helena fand ich hier etwas stärker, weil sie sich gegen Kinder entschied und Griechenland verließ, letztlich aber nur für einen Mann, der sie kaum als wertvoller erachtete als der erste. Dass sie dann auch noch ihre einzige Freundin gefesselt und missbraucht sitzen ließ...puh. Irgendwie wurde das Ende des Krieges dann auch mit einem plötzlich leicht zu behebenden Kommunikationsproblem zwischen Helena und Menelaos abgetan. Hinter ihnen brennt eine riesige Stadt, tausende Menschen sind tot und die beiden blicken besonnen in den Sonnenuntergang, obwohl sie so unbedingt von ihm weg wollte, dass es zu einem 10jährigen Krieg kam? Ich weiß nicht 🙈
Für Schreibstil, Spannung, Wordbuilding, Authentizität in der Wiedergabe eines historischen Ereignisses und die top Recherchearbeit dahingehend würde ich 5 Sterne geben. Dahingehend hat mich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite wahnsinnig gefesselt - vor allem zum Showdown in Troja hin war es soooo spannend, obwohl das Ende ja klar ist, aber das war wirklich richtig gut gemacht und dargestellt! Aber dieses sehr drastische Wiederbeleben weiblicher Objektivierung und der passiven Opferrolle der Frau, und deren stummes Tolerieren von psychischer und physischer Gewalt, Missbrauch, Demütigung und Kindsmorden macht mir das wirklich nicht möglich :/ Das hätte man einfach komplett anders lösen können.