Wenn ein Mensch ein ganzes Leben berührt
Fast ein LebenMeine Meinung
Dies war mein erstes Buch der Autorin und der Klappentext zusammen mit dem Cover hatten mich neugierig gemacht.
Die Begegnung zwischen Erica und Laure auf den Stufen von Sacré‑Cœur hat ...
Meine Meinung
Dies war mein erstes Buch der Autorin und der Klappentext zusammen mit dem Cover hatten mich neugierig gemacht.
Die Begegnung zwischen Erica und Laure auf den Stufen von Sacré‑Cœur hat mich sofort bewegt. Für mich war dieser Moment so atmosphärisch, dass er wie ein leiser Auftakt zu etwas Größerem wirkte — ein Funke, der sich durch den ganzen Roman zieht. Ein Moment der Begegnung, den man im echten Leben vllt viel zu selten erlebt.
Was mich besonders bewegt hat, ist die Art, wie die Beziehung der beiden Frauen über lange Zeit hinweg anhält. Dieses Gefühl eines „fast gelebten Lebens“ hat mich beim Lesen immer wieder bewegt. Ich habe gespürt, wie sich ihre Wege immer wieder kreuzen, wie Nähe entsteht und wieder verloren geht, und wie beide trotzdem nicht voneinander loskommen.
Die Figuren selbst habe ich als sehr menschlich / authentisch dargestellt empfunden. Erica mit ihrer Unsicherheit, ihren Entscheidungen, die sie später bereut, und Laure, die selbstbewusster wirkt, aber genauso verletzlich ist. Ihre Fehler, ihre Unzulänglichkeiten und ihre Unfähigkeit, im richtigen Moment das "Richtige zu tun", haben sie für mich glaubwürdig gemacht.
Besonders toll auch die Sprache des Romans. Manchmal hätte ich mir gewünscht, selbst über etwas mehr Französischkenntnisse zu verfügen, doch die meisten französischen Sätze lassen sich durch den Zusammenhang gut erschließen.
Die Zeitsprünge über Jahre hinweg empfand ich als fließend und klar. Die Bilder, die Atmosphäre, die Intensität der Pariser Szenen usw.... alles ist sehr ausführlich beschrieben, für meinem Geschmack manchmal etwas zu sehr, deshalb 1 Stern Abzug.
Schön zu sehen, die manche Menschen unser Leben prägen und / oder verändern.
Ein wirklich schöner Roman.
Klappentext
Laure ist Doktorandin an der Sorbonne in Paris – selbstbewusst, charmant und rebellisch. Erica, die noch versucht herauszufinden, wer sie ist, entscheidet sich für einen Auslandsaufenthalt in Frankreich. Schon bei der ersten Begegnung vor Sacré-Cœur springt der Funke über, und die beiden beginnen eine Affäre, geprägt von Eifersucht und Anziehung.
Der Sommer vergeht, Erica und Laure verlieren sich aus den Augen, doch die Erinnerung an die gemeinsame Zeit bleibt und führt die beiden über vier Jahrzehnte hinweg immer wieder zueinander. Erica geht zurück nach England, heiratet, wird Mutter und ringt mit einer Schreibblockade, während Laure mit politischen Umbrüchen und persönlichen Herausforderungen zu kämpfen hat. Mit jeder erneuten Begegnung müssen sich die beiden Frauen die Frage stellen, ob sie sich damals richtig entschieden haben. Eine Geschichte über die Leben, die wir fast gelebt hätten.
Über die Autorin
Kiran Millwood Hargrave ist eine mehrfach ausgezeichnete Sunday Times-Bestsellerautorin von elf Büchern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihre Werke wurden in über dreißig Sprachen übersetzt, und Theater- sowie Filmadaptionen sind in Planung. Fast ein Leben ist ihr erster Roman, der bei Kein & Aber erscheint. Kiran Millwood Hargrave lebt mit ihrer Familie in Oxford..
Andrea Stumpf studierte Germanistik und Philosophie. Sie lebt als freie Übersetzerin in München. Zu den von ihr übersetzten Autorinnen und Autoren zählen neben Nicola Upson u. a. Jessica Anthony, Annie Proulx, David Graeber und Louise Penny..
Gabriele Werbeck hat Amerikanistik und Germanistik studiert. Sie lebt und arbeitet als freie Lektorin und Übersetzerin von literarischen und wissenschaftlichen Texten in München. Sie ist u.a. die Übersetzerin von Nicola Upson, Jessica Anthony und Louise Penny. (Quelle Thalia)