Beklemmend realistisch – Effizientes Böses trifft auf träge Ermittler
Die Farm der MädchenWorum geht es?
Ein absolut verstörendes Szenario: In einer abgelegenen Gegend werden junge Frauen gefangen gehalten, um systematisch Babys für einen illegalen, hochexklusiven Markt zu „produzieren“. Es ...
Worum geht es?
Ein absolut verstörendes Szenario: In einer abgelegenen Gegend werden junge Frauen gefangen gehalten, um systematisch Babys für einen illegalen, hochexklusiven Markt zu „produzieren“. Es ist ein Geflecht aus Menschenhandel, korrupten Ärzten und skrupellosen Geschäftsmännern, in dem Menschenleben zur reinen Ware werden.
Meine Meinung
Hans Rosenfeldt mutet seinen Lesern hier einiges zu. Das Thema ist abstoßend, aber der Klappentext ist ehrlich – wer das Buch aufschlägt, weiß, worauf er sich einlässt. Besonders beeindruckt hat mich, wie realistisch dieses Grauen dargestellt wird. Die Täter werden nicht als Klischee-Monster, sondern als effiziente Geschäftsleute skizziert, was die Geschichte umso beklemmender macht.
Der Schreibstil ist dabei präzise, eher kühl und fast schon sachlich. Das erzeugt einen enormen Sog, lässt einen aber auch eine gewisse innere Distanz wahren, was bei diesem harten Thema wichtig ist. Zumindest für mich.
Gehadert habe ich vor allem mit den Charakteren. Hier herrscht ein starkes Ungleichgewicht. Während das Böse erschreckend realistisch, effizient und gut dargestellt ist, bleiben die Ermittler im direkten Vergleich dazu sehr blass. In einer so brisanten Situation hätte ich mir deutlich mehr Biss und Tempo gewünscht. Sie wirkten oft zu langsam.
Das Cover ist sehr einfach gehalten und doch passend zur Story gestaltet.
Fazit
Ein handwerklich starker und atmosphärisch dichter Thriller über die Abgründe unserer Gesellschaft. Wer über die etwas trägen Ermittler hinwegsehen kann und einen realistischen, harten Stoff sucht, wird hier fündig. Ein sehr gutes Buch, dem für die Höchstwertung aber der letzte Funke bei den Protagonisten fehlte.