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Veröffentlicht am 24.03.2022

Heathers Spurensuche nach dem Geheimnis ihrer Mutter

Der Herzgräber
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Nach dem überraschenden Selbstmord von Heathers Mutter findet diese in deren Sachen einen Stapel mit Briefen von einem Serienmörder Michael Reave, der seit über 20 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis sitzt. ...

Nach dem überraschenden Selbstmord von Heathers Mutter findet diese in deren Sachen einen Stapel mit Briefen von einem Serienmörder Michael Reave, der seit über 20 Jahren im Hochsicherheitsgefängnis sitzt. Obwohl das Verhältnis zwischen Heather und ihrer Mutter seit Jahren gestört und unterkühlt war, versucht Heather hinter das Geheimnis der Briefe zu kommen.

Schließlich nimmt Heather auch Kontakt mit Michael auf, denn plötzlich tauchen wieder Frauenleichen auf, die sehr an die seine Opfer erinnern. Wie damals werden die Opfer bestialisch ermordert und ihnen wird das Herz herausgerissen und mit Blumen dekoriert. Was hat das jetzt zu bedeuten, denn Michael kann nicht der jetzige Täter sein, da er weiterhin im Gefängnis sitzt.

Je mehr Heather nach der Wahrheit sucht, umso mehr erfährt sie von der bisher unbekannten Vergangenheit ihrer Mutter und deren (wahren) Beziehung zu Michael. Bei ihren Recherchen stößt Heather auch auf die geheimnisvolle Sekte "Naturfreunde Sekte", die eine Schlüsselrolle einnehmen wird.

Jen Williams ist mit ihrem ersten Thriller "Der Herzgräber" ein spannender und lesenswerter Roman gelungen, der hauptsächlich aus Sicht von Heather geschrieben ist. Zwischendrin wird allerdings immer mal wieder die Vergangenheit des kleinen Michael eingeschoben, was insgesamt eine gute Abrundung der Geschichte darstellt. Mit einigen überraschenden Wendungen schafft es die Autorin die Spannung bis zum Schluss hochzuhalten. Es ist ein düsterer Thriller der ohne allzu grausamer und "blutiger" Gewaltszenen auskommt, so dass er wirklich lesenswert ist.

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Veröffentlicht am 06.03.2022

berührender Umgang mit dem Tod

Der Club der Lebensmutigen
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Marleen hat vor knapp 2 Jahren ihren Freund bei einem Bootsunfall verloren hat, hat sie sich völlig zurückgezogen und ist in ein tiefes Loch gefallen. Auf den Rat ihrer Psychologin geht sie eher widerwärtig ...

Marleen hat vor knapp 2 Jahren ihren Freund bei einem Bootsunfall verloren hat, hat sie sich völlig zurückgezogen und ist in ein tiefes Loch gefallen. Auf den Rat ihrer Psychologin geht sie eher widerwärtig zu einem Treffen des Clubs der Lebensmutigen. Dies ist ein Zusammenschluss von 5 Menschen, die alle an unterschiedlichen tödlichen Krankheiten leiden und sich trotzdem so gut wie möglich ihre Lebensfreude erhalten möchten. Besonders Hannes, der an heimtückischen verschiedenen Tumoren leidet, versprüht unendliche Lebensfreude und will sein Leben so lange wie möglich auskosten und sich nicht unterkriegen lassen.

Hannes gelingt es nach und nach Marleen aus ihrem Schneckenhaus zu locken und ihr die Angst vor dem Leben zu nehmen. Marleen lernt nach und nachzubegreifen, dass Tod und Trauer zum Leben dazugehören und dass man sich davon nicht zu sehr unterkriegen lassen darf. Auch als sich die beiden noch ineinander verlieben, müssen sie lernen damit umzugehen, dass sie nur eine begrenzte Zeit miteinander haben werden und versuchen das Beste aus der gemeinsamen Zeit herauszuholen.

Josefine Weiss hat mit "Club der Lebensmutigen" ein berührendes Buch über den Umgang mit einer tödlichen Krankheit und der eigenen Trauer und der Angst vor dem Tod geschaffen. Sie schafft es, dass man mit Marleen und Hannes mitleidet und trotzdem von Hannes Lebensfreude beeindruckt ist. Man muss sich trotz allem seinen Lebensmut bewahren, denn es gibt immer einen Grund weiterzukämpfen und sich an den kleinen Dingen und am kleinen Glück zu erfreuen. Schließlich "kann jeder ein Lebensmutiger sein. Wir müssen nicht mehr dafür tun, als uns dafür zu entscheiden."

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Veröffentlicht am 27.02.2022

Molly Gray - das etwas andere Zimmermädchen

The Maid
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Molly Gray arbeitet mit Leib und Seele als Zimmermädchen in einem englischen Luxushotel. Sie leidet unter Autismus, so dass ihr ein fester Tagesablauf und ihre speziellen "Macken" sehr wichtig sind. So ...

Molly Gray arbeitet mit Leib und Seele als Zimmermädchen in einem englischen Luxushotel. Sie leidet unter Autismus, so dass ihr ein fester Tagesablauf und ihre speziellen "Macken" sehr wichtig sind. So hat sie beispielsweise mit ihrer , mittlerweile verstorbenen Großmutter, einen festen täglichen Putzplan entwickelt, an dem sich Molly auch weiterhin strikt hält, obwohl sie keinen Besuch von Freunden oder anderen Leuten erhält.

Im Hotel ist es ihr ebenso wichtig, dass die von ihr geputzten Zimmer absolut sauber und perfekt von ihr hinterlassen werden. Dies macht sie bei ihren Kolleginnen nicht gerade beliebt, sondern sie wird auch da als Sonderling angesehen. Im Gegenteil, sie wird von einem zwielichtigen Kollegen für seine Zwecke sogar ausgenutzt, denn sie stellt ihm unwissend und naiv ständig Zimmer für seine kriminellen Machenschaften zur Verfügung. Hinterher putzt sie wie selbstverständlich die Zimmer wieder in einen perfekten Zustand.

Plötzlich gerät sie allerdings in einen Mordfall als sie in einer ihrer Zimmer einen Stammgast tot auffindet. Schnell gilt sie bei der Polizei als Hauptverdächtige, denn auch ihre Kollegen geben ihr zunächst keine Rückendeckung.

Doch so schnell lässt sich die naive Molly Gray nicht zum Sündenbock machen und schließlich findet sie im Portier des Hotel und dem illegalen Küchenjunge echte Freunde, die ihr helfen ihre Unschuld zu beweisen und die wahren Hintergründe offen zu legen.

Nita Prose will mit "The Maid - ein Zimmermädchen ermittelt" liebenswert-humorvoller Krimi vorlegen, der mich persönlich so gar nicht überzeugen konnte. Die Grundidee hat mir gut gefallen, aber die Umsetzung hat einfach zu viele Schwächen. Molly Grays Eigenarten werden für mich zu ausführlich und zu häufig dargestellt, während die eigentliche "Ermittlungsarbeit" zu kurz kommt. Irgendwie hatte ich ein wenig das Gefühl, das sich die ersten ca. 200 Seiten ausschließlich um Molly Gray handeln, während auf den restlichen ca. 160 Seiten die Ermittlungen und die Freunde "auf einmal" aus dem Nicht erscheinen. Ganz so als ob der Autorin erst da aufgefallen ist, dass die Geschichte ja nicht nur über die Eigenarten erzählt werden kann. Dadurch wirkt die Story zum Ende nur gehetzt und unglaubwürdig.

Insgesamt verschenkt das Buch fast sein ganzes Potential in Nebensächlichkeiten und somit war es für mich insgesamt eine Enttäuschung und ich kann leider keine ehrliche Leseempfehlung abgeben.

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Veröffentlicht am 26.02.2022

Blick hinter den (nicht so) perfekten royalen Schein

Diana
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Julie Heiland wagt sich in ihrem Buch "Diana - Königin der Herzen" an die Lebensgeschichte einer Frau, von deren tragisches und teilweises trauriges Schicksal wohl nahezu jeder schon was gehört an.

Anfangs ...

Julie Heiland wagt sich in ihrem Buch "Diana - Königin der Herzen" an die Lebensgeschichte einer Frau, von deren tragisches und teilweises trauriges Schicksal wohl nahezu jeder schon was gehört an.

Anfangs scheint es das perfekte Glück, als Diana als junge und sehr schüchternes Mädchen ihren scheinbaren Traumprinzen in dem Thronfolger von Charles trifft und sich in ihn verliebt. Sie wähnt sich am Ziel ihrer Träume, als es 1981 zur Traumhochzeit in der St. Paul´s Cathedrale kommt. Tatsächlich ist es aber der Anfang eines Alptraumes, denn Charles heiratet sie nur aus Gründen der Monarchie und dem Willen seiner Mutter der englischen Queen, denn sein Herz gehört ein Leben lang immer nur Camilla, die er auch endlich Jahrzehnte später heiraten darf.

Das Buch erzählt anschaulich von dem neuen Ehealltag zwischen Diana und Charles, wo sich Diana nur schwer mit dem strengen englischen Protokoll und der dem eisigen distanzierten Verhalten von Charles abfinden kann. Bestätigung und Liebe findet sich nicht nur in ihren über alles geliebten Söhnen William und Harry, sondern auch in der immer stärker wachsenden Begeisterung der Menschen, die ihr entgegengebracht wird.

Nach und nach gewinnt Diana an Selbstbewusstsein und arrangiert sich mit dem kalten Verhalten von Charles und der ganzen königlichen Familie. Sie lernt ihre eigene Stärken besser kennen und beginnt sie immer stärker auch einzusetzen. Irgendwann wird sie sogar zu einer "Gefahr" für das englische Königshaus, denn sie wird ihnen zu selbstbewusst und rebelliert immer öfters und offensichtlich gegen das strenge Protokoll und die Herzenskälte, die hinter den Palastmauern herrscht.

Wenn man es so im Nachgang betrachtet, war Diana eigentlich eine zu tiefst unglückliche und einsame Frau, die sich nur nach ein bisschen Liebe und Anerkennung sehnt, während ihr immer nur Ablehnung und im besten Fall Gleichgültigkeit entgegengebracht wird. Irgendwann kann auch der so scheinbar perfekte königliche Schein nicht mehr aufrecht gehalten werden, so dass es erst zur Trennung und später sogar zur offiziellen Scheidung gekommen ist.

Wäre die englische Monarchie 1981 schon soweit gewesen zu erkennen, dass man die tatsächliche Liebe seines Lebens heiraten darf und nicht nach Protokoll oder falschen Moralvorstellungen den Ehepartner aussucht, hätte sicherlich nicht nur Diana das tragische und vor allem unsagbar traurige Schicksal erspart bleiben können, sondern auch Charles wäre wahrscheinlich schon viel eher wirklich glücklicher geworden.

Aber glücklicherweise hat das Königshaus teilweise aus seinen Fehlern gelernt und der Enkelgeneration erlaubt, sich ihre Herzensdamen selber auszusuchen und damit hoffentlich so ein Schicksal wie das von Diana bei deren Ehefrauen verhindert.

Für Fans von Diana und dem englischen Königshaus ist es ein gut geschriebenes und interessantes lesenswertes Buch und auch Leser, die sich für Biografien interessieren könnte es eine gute Leseempfehlung sein.

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Nichts ist so, wie es scheint

Wir sind schließlich wer
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Anne Gesthuysen erzählt in ihrem neusten Roman "Wir sind schließlich wer" die Familiengeschichte der jungen Pastorin Anna, die sich nicht nur in ihrer neuen Gemeinde durchsetzen muss, sondern auch mit ...

Anne Gesthuysen erzählt in ihrem neusten Roman "Wir sind schließlich wer" die Familiengeschichte der jungen Pastorin Anna, die sich nicht nur in ihrer neuen Gemeinde durchsetzen muss, sondern auch mit den Problemen innerhalb ihrer Familie auseinandersetzen.

Anna entspricht als geschiedene junge Frau und ihrer adeligen Herkunft so gar nicht dem klassischen Bild einer Pfarrerin und so wird sie von den Bewohnern ihrer neuen Gemeinde eher skeptisch betrachtet wird.

Gleichzeitig hat ihre Schwester mit einer handfesten Krise zu kämpfen, als ihr Mann plötzlich wegen Steuermanipulationen ins Gefängnis kommt. Sie hat bisher ein wohlbehütetes Leben einer reichen Ehefrau geführt, die sich sehr nach dem schönen Schein verhält. In dieser Situation verschwindet auch ihr kleiner Sohn, was zu weiteren Schwierigkeiten führt. Anna und ihre Familie müssen endlich lernen ehrlich miteinander umzugehen und sich zu akzeptieren. Schließlich zählt am Ende nicht der schöne Schein, sondern das Familie in Notsituationen tatsächlich zusammenhält.

Durch immer wieder eingestreute Rückblenden auf die Vergangenheit der Familie lernen wir die beiden Schwestern näher kennen und können das jetzige Verhalten besser nachvollziehen.

Zwar gefiel mir der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit recht gut, aber insgesamt kommt mir die Geschichte irgendwie nicht ganz zu Ende gedacht vor. Gerade bei dem Ende hatte ich das Gefühl, dass das Buch irgendwie mittendrin "abgebrochen" wurden ist oder das es krampfhaft zum Schluss gebracht werden musste. Dadurch konnte mich das Buch leider nicht so wirklich überzeugen, obwohl der Klappentext echt Potential gehabt hätte. Insgesamt hat es für mich zu viele Schwächen, als das ich das Buch wirklich empfehlen kann.

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