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Veröffentlicht am 12.12.2017

Nur schwer aus der Hand zu legen

Das Geheimnis des Winterhauses
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Inhalt

Ellinor erfährt durch einen Zufall, dass sie und ihre Mutter mit dem Rest der Familie nicht blutsverwandt sind. Daraufhin macht sie sich auf die Suche nach ihren familiären Wurzeln und der Wahrheit, ...

Inhalt

Ellinor erfährt durch einen Zufall, dass sie und ihre Mutter mit dem Rest der Familie nicht blutsverwandt sind. Daraufhin macht sie sich auf die Suche nach ihren familiären Wurzeln und der Wahrheit, was damals geschehen ist. Ihre Nachforschungen bringen sie nach Dalmatien und Neuseeland, wo sie immer mehr über ihre Ahnen und deren Leben erfährt sowie Verwandte findet. Doch nicht alles läuft in Ellinors Leben so perfekt wie die Suche nach ihren Wurzeln. Der Kinderwunsch bleibt bisher unerfüllt und auch in der Ehe ist nicht immer alles rosig. Wird Ellinor am Ende glücklich?


Meine Meinung

Bereits der Start in das Buch ist toll. Sarah Lark fängt die Geschichte ohne Umschweife mit einer Handlung an und schildert dem Leser eine Situation, die die Ereignisse für den Rest des Buches auslösen. Schon in den ersten Seiten lernt man die Protagonistin Ellinor und ihr Leben sehr gut kennen. Man kann ihre Gefühle selbst spüren, da Lark mit ihrer Art zu Schreiben die Empfindungen der Charaktere zum Leser transportieren kann. Darüber hinaus schreibt sie sehr anschaulich und angenehm, so dass das Lesen ein Genuss ist, bei dem man die Handlung vor seinen Augen wie einen Film ablaufen sieht. Auch die anderen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet wie beispielsweise Ellinors Mann, der eine ganz eigenwillige Persönlichkeit hat und beim Leser eher Antipathie statt Sympathie hervorruft. Aber auch das hat Sarah Lark sehr gut erdacht, denn dies macht Ellinors Leben realitätsnaher und die Geschichte noch interessanter und spannender. Sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit gibt es sympathische und unsympathische Charaktere, so dass man mit ihnen mitfiebert, mitleidet und mithofft, sich aber auch wünscht, dass den unausstehlichen Personen Einhalt geboten wird.

Ellinor sucht in Dalmatien und Neuseeland Informationen über ihre familiären Wurzeln und möchte herausfinden, wieso ihre Großmutter von deren Mutter weggeben wurde. Daher spielt die Handlung auf zwei Zeitebenen. Neben Ellinors Suche in der Gegenwart springt die Geschichte immer wieder in der Vergangenheit, um das Leben von Ellinors Vorfahren zur erzählen. Dies wird aber nicht einfach von Lark wie der Rest des Buches geschildert, wie es in anderen Familiengeheimnisromanen der Fall ist. Die Autorin nutzt hier verschiedene Stile, die das Buch abwechslungsreicher und realer machen. Zudem taucht man so besser in die Geschichten der Charaktere zur damaligen Zeit ein. Selbst die Sätze, der Satzbau und die Art zu Erzählen sind unterschiedlich und den Personen angepasst.

Wie in anderen Büchern bettet Sarah Lark auch hier wieder interessante Fakten über Neuseeland und dessen Vergangenheit in das Leben ihrer Charaktere ein, so dass es nicht konstruiert, sondern authentisch wirkt und der Leser nebenbei noch etwas Interessantes erfahren und lernen kann.

Die Geschichte an sich ist abwechslungsreich, spannend und nicht vorhersehbar. Stück für Stück erfährt der Leser mehr über Ellinors Wurzeln und manche auftretende Fragen werden erst am Ende des Buches beantwortet. Der Schluss hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, allerdings wurde das Geschehen auf den letzten sechs Seiten meiner Empfindung nach zu schnell abgehandelt.

Eine Kleinigkeit, die ich an diesem Schmöker noch bemängeln kann, liegt in der Aufmachung. Denn in diesem Buch befindet sich keine Karte von Neuseeland mit allen für die Geschichte relevanten Orten. Sehr schade, denn ich habe immer sehr gerne geschaut und mitverfolgt, wo sich die Charaktere in diesem wunderbaren Land gerade aufhalten.


Fazit

Sarah Lark ist eine Meisterin ihres Faches und schafft es immer wieder, ein Buch mit tiefgründigen Charakteren und einem spannenden, realwirkenden und abwechslungsreichen Plot zu kreieren. Ich war richtig traurig, als ich das Buch beendet hatte.

Veröffentlicht am 26.11.2017

Erschreckend realistisch & wahnsinnig gut!

1984
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Inhalt

“An der Rückwand war ein grellfarbiges Plakat, das für einen Innenraum eigentlich zu groß war, mit Reißnägeln an der Wand befestigt. Es stellte nur ein riesiges Gesicht von mehr als einem Meter ...

Inhalt

“An der Rückwand war ein grellfarbiges Plakat, das für einen Innenraum eigentlich zu groß war, mit Reißnägeln an der Wand befestigt. Es stellte nur ein riesiges Gesicht von mehr als einem Meter Breite dar: das Gesicht eines Mannes von etwa fünfundvierzig Jahren, mit dickem schwarzem Schnauzbart und ansprechenden, wenn auch derben Zügen. […] Es gehörte zu den Bildnissen, die so gemalt sind, daß einen die Augen überallhin verfolgen. ‚Der große Bruder sieht dich an!‘ lautete die Schlagzeile darunter.“

Winston lebt im Land Ozeanien, in dem die Partei herrscht. Die Bewohner des Landes werden ständig und überall durch Televisoren überwacht. Niemand darf etwas gegen die totalitäre Staatsmacht machen, sagen oder auch nur denken, sonst wird man beseitigt. Winston macht sich viele Gedanken über die Partei, sein heutiges Leben, wie das Leben aussah, bevor die Partei herrschte und ob, und wenn ja wie, es möglich ist, die Partei zu stürzen.

Meine Meinung

Zunächst einmal wird einem die Welt vor Augen geführt, in der Winston lebt. George Orwell hat eine Welt geschaffen, die auf den ersten Blick nicht mehr viel mit der unsrigen gemein hat. Die Arbeit, die Freizeit, der Tagesablauf, das gesellschaftliche Leben, die Sprache. Alles wird von der Partei vorgegeben und überwacht. Die Informationen und sogar die Vergangenheit werden ebenfalls von der Partei bestimmt.

„Es hatte eine Zeit gegeben, in der es als Zeichen des Wahnsinn galt, zu glauben, die Erde drehe sich um die Sonne; heute war es Wahnsinn, zu glauben, die Vergangenheit stünde ein für allemal fest.“

Das ist eine erschreckende und beängstigende Lebensweise, die auf den zweiten Blick nicht unmöglich erscheint. Orwell beschreibt alles mit einer Anschaulichkeit, so dass man in das Buch völlig abtaucht und alles um sich herum vergisst. Wie ein Film läuft das Leben Winstons vor dem inneren Auge ab. Das Buch hat mich gefesselt und auch nachdem ich es ausgelesen habe, nicht mehr losgelassen.

Fazit

Ein erschreckendes, deprimierendes, grausames, aufschlussreiches, zum Denken anregendes Buch mit herausragend ausgearbeiteter Welt und einem wahnsinnig anschaulichen Schreibstil, das jeder einmal lesen sollte.

Veröffentlicht am 16.11.2017

Interessanter und zugleich erschreckender Weltentwurf

Der Report der Magd
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Inhalt

In der Welt der Magd Desfred haben Frauen keine Rechte mehr. Da nur noch wenige Frauen Kinder bekommen können, werden die Mägde immer wieder Männern und deren Haushalte zugewiesen. Aber nicht als ...

Inhalt

In der Welt der Magd Desfred haben Frauen keine Rechte mehr. Da nur noch wenige Frauen Kinder bekommen können, werden die Mägde immer wieder Männern und deren Haushalte zugewiesen. Aber nicht als Ehefrau, sondern neben der Ehefrau als Magd, die nur zum Kinderkriegen dient.


Meine Meinung

Margaret Atwood beschreibt eine bedrückende und hoffnungslose Welt, wobei die Atmosphäre in diesem Buch sehr ruhig ist. Die Geschichte ist aus Sicht der Magd Desfred, die neu in einem Haushalt ist, um dort mit dem Mann ein Kind zu bekommen. Der Leser erfährt durch die Ich-Perspektive Desfreds sehr gut ihre Gedanken und lernt ihre Welt nach und nach kennen, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Ebenso wie Desfreds Gedanken ist ihre Umgebung gut beschrieben, sodass man sich ihre Welt sehr gut vorstellen konnte. Durch ihre Gedanken, die öfters mal in die Vergangenheit schweifen, als sie noch ein normales Leben hatte und in die Zeit, als das Land sich veränderte, erfährt man, was ihr heute fehlt und wie es zu der Veränderung kam. In diesen Abschnitten war die wörtliche Rede allerdings nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, sodass deren Anfang und Ende schwer zu erkennen waren. Oft habe ich diese erst erkannt, nachdem ich den entsprechenden Abschnitt gelesen hatte. Am Schluss wird es nach der langen ruhigen, aber nicht langweiligen Schilderung sehr spannend. Das Ende ist Atwood gut gelungen, realistisch und passt sehr gut zum Buch.


Fazit

Der Report der Magd beinhaltet einen interessanten und zugleich erschreckenden Weltentwurf. Die Situation der Protagonistin wird anschaulich und realistisch beschrieben. Lesenswert!

Veröffentlicht am 16.11.2017

Interessante Geschichte über das Leben in der DDR

Preiselbeertage
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Inhalt

In diesem Buch geht es um Ariane, die gleich nach der Schule nach Deutschland auswanderte, dem Heimatland ihrer Eltern und Großeltern, da sie sich in Schweden nie wirklich zu Hause gefühlt hatte. ...

Inhalt

In diesem Buch geht es um Ariane, die gleich nach der Schule nach Deutschland auswanderte, dem Heimatland ihrer Eltern und Großeltern, da sie sich in Schweden nie wirklich zu Hause gefühlt hatte. Zudem geht es um ihre Mutter Ina, die in der DDR aufwuchs und vor Jahrzehnten nach Schweden auswanderte.

Ausgelöst durch den Tod Jörgs, Inas Mann und Arianes Vater, reist Ariane zurück nach Schweden. Sie verbringt Zeit mir ihrer Mutter und ihrer Schwester, mit denen sie sich nie so richtig verstanden hat und die sie jetzt erst wirklich kennenlernt. Die Schwestern erben ein Manuskript, das das Leben von Jörg erzählt, jedoch verschwunden ist. Dadurch kommt die Frage auf, was in der Vergangenheit passiert ist und verborgen gehalten wird.


Meine Meinung

Das Buch handelt von Ariane, die nach dem Tod ihres Vaters zurück nach Schweden reist und sich ihrer Familie annähert. Allerdings bleibt Ariane dem Leser unnahbar. Man erfährt nicht mehr über sie, als eine außenstehende Person. Sie hat eine distanzierte Beziehung zu ihrer Mutter und Schwester und ebenso zum Leser. Man kann sich in Ariane teilweise nur schwer, oft überhaupt nicht hineinversetzen und ihr Verhalten nur schwer verstehen. Zum Beispiel reist sie am Anfang des Buches nach Schweden, obwohl sie sich in Deutschland nach einem neuen Job umgeschaut hat. Wieso sie das tut, erfährt der Leser nicht. Teilweise sind die anderen Personen, wie ihre Mutter und ihre Großeltern, ebenso schwer zu verstehen.

Die Geschichte von Ariane, die in der Gegenwart nach Schweden zieht, ist aber nicht die einzige im Buch. Genauso viel Platz nimmt die Handlung um Arianes Mutter Ina in der DDR ein paar Jahre vor dem Mauerfall ein, die von der Grausamkeit der Republik erzählt. Das war für mich der spannendere Teil, da man erfahren konnte, wie das Leben in der DDR war. Der Handlungsstrang in der Gegenwart war für mich eher langweilig und teilweise vorhersehbar.

Das Ende hat mir nicht wirklich gefallen. Ohne zu viel verraten kann ich sagen, dass es zu extrem war. Ein bisschen weniger und es wäre glaubwürdiger, aber dennoch passend gewesen.


Fazit

Preiselbeertage erzählt ausführlich, wie das Leben in der DDR war. Jedem, der sich dafür interessiert, kann ich das Buch empfehlen. Zu viel darf man allerdings nicht erwarten, da die Personen distanziert sind und deren Verhalten nicht nachvollziehbar sowie die Handlung in der Gegenwart dürftig ist.

Veröffentlicht am 31.10.2017

Große Enttäuschung

Passagier 23
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Inhalt

Polizeipsychologe Martin Schwartz hat vor fünf Jahren während eines Urlaubs auf einem Kreuzfahrtschiff seine Frau und seinen Sohn verloren. Niemand weiß, was geschehen ist. Daher ist Martin seither ...

Inhalt

Polizeipsychologe Martin Schwartz hat vor fünf Jahren während eines Urlaubs auf einem Kreuzfahrtschiff seine Frau und seinen Sohn verloren. Niemand weiß, was geschehen ist. Daher ist Martin seither ein psychisches Wrack und meldet sich als verdeckter Ermittler für äußert gefährliche Einsätze.
Eines Tages erhält er einen Anruf von einer alten Frau, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff aufhält, auf dem er vor Jahren mit seiner Familie Urlaub machte und behauptet, es gäbe Beweise dafür, was seiner Frau und seinem Kind damals zugestoßen ist. Zudem ist ein verschwundenes Mädchen aufgetaucht, das den Teddy seines Sohnes hat.


Meine Meinung

Tja… Das war mein erstes Buch von Fitzek und auch mein letztes. Nach diesem kann ich den Hype um den Autor überhaupt nicht verstehen. Der Klappentext hörte sich super spannend an, aber schon im Prolog und nach den ersten Kapiteln wird so viel von der Auflösung verraten, dass die Geschichte kaum noch spannend ist. Zudem wird die Handlung nur unnötig in die Länge gezogen durch zusätzliche Sichtweisen anderer, auch völlig nebensächlicher, und nur am Rande erwähnter Charaktere, die durch ihre Vielzahl auch völlig unzureichend dargestellt und ausgearbeitet wurden. Die Spannung erhöht das überhaupt nicht. An sich ist die Idee des Buches grandios, aber der Autor hat bei der Umsetzung zu viele Chancen auf eine spannende, gut ausgearbeitete Geschichte verschenkt und das Ergebnis ist daher nicht gut gelungen. Auch der Schreibstil von Fitzek konnte da nichts mehr retten. Dieser war einfach, gewöhnlich und eher holprig statt spannend, packend oder flüssig.

Der Protagonist Martin Schwartz war mir sympathisch und ich hoffte für ihn, dass das Geheimnis um das Verschwinden seiner Familie noch ein gutes, nicht zu schreckliches Ende nehmen würde. Das war auch der einzige Beweggrund, wieso ich das Buch nach einem dreiviertel Jahr Pause doch noch zu Ende gelesen habe. Allerdings ist die Frage nach dem Grund für das Verschwinden im Mittelteil des Buches durch die aktuellen Geschehnisse auf dem Kreuzfahrtschiff völlig in den Hintergrund getreten und gerät teilweise in Vergessenheit.

Auch das Ende war nach der Auflösung unbefriedigend. Die letzten Kapitel teilen sich in zwei Handlungsstränge, man erfährt, was mit Martin Schwartz Familie passiert ist und wie es ihm damit ergeht. Ebenfalls erfährt man, wie es auf dem Schiff weitergeht. Dabei treten sogar unerwartete Wendungen auf, allerdings enden die beiden Handlungsstränge völlig offen.


Fazit

Ein Buch, von dem ich eine tolle, spannende, fesselnde und interessante Geschichte erwartet habe aber gleich zu Beginn enttäuscht wurde und es danach auch nicht besser weiterging. Viel zu viel Potenzial wurde von dem Autor verschenkt. Passagier 23 kann ich nicht empfehlen.