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Veröffentlicht am 02.02.2021

Ansteckende Begeisterung

Homefarming
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Judith Rakers, jemand mit absolut keinem grünen Daumen, wie sie selbst über sich sagt, erzählt über ihre Anfänge im Garten, dem Anbau von Gemüse, der Hühnerhaltung und dem Verarbeiten bzw. Haltbarmachen ...

Judith Rakers, jemand mit absolut keinem grünen Daumen, wie sie selbst über sich sagt, erzählt über ihre Anfänge im Garten, dem Anbau von Gemüse, der Hühnerhaltung und dem Verarbeiten bzw. Haltbarmachen der reichlichen Ernte. Bei ihr klingt das Aussähen und Aufziehen des Gemüses auch sehr einfach. Aus Erfahrung mit dem Aufwachsen eines eigenen Gartens in der Familie kann ich sagen, dass es wirklich nicht schwer ist. Es kommt immer auf die Menge an, die man anbaut. Und wenn man weiß wie es einem gelingt, ist es schon die halbe Miete. Die man nach dieser Lektüre schon hat.

Interessiert verfolgte ich ihre Schilderungen, wie sie mit Gemüseanbau und sogar Zimmerpflanzen nichts am Hut hatte, und nun kann man auf jeder Seite ihre Begeisterung für ihren eigenen Anbau lesen. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, ein Sachbuch zu lesen. An der einen oder anderen Stelle musste ich Schmunzeln. Locker geschrieben, gut erklärt und leicht dargestellt gibt Rakers Tipps zur eigenen Versorgung mit Gemüse und Obst (sowohl im Garten als auch auf dem Balkon oder sogar in der Wohnung), der Hühnerhaltung und erzählt auch in kurzen Schilderungen von ihren eigenen Erfahrungen.

Besonders über Hühner habe ich viel gelernt, zum Beispiel, dass die Tiere auch bunte Eier legen, wie türkise, bordeauxrote, schokoladen- oder rosafarbene. Ich ertappe mich dabei, wie ich überlege, ob ich mir auch Hühner zulegen soll, falls ich wieder einen Garten haben sollte. Die Begeisterung der Autorin ist einfach ansteckend!

Im dritten Teil des Buches gibt sie Rezepte und Anleitungen, wie man nach erfolgreichem Anbau die eigene reichhaltige Ernte zubereiten und haltbar lagern bzw. einkochen kann. Aber nicht nur Tipps von einem Neuling, der weiß wie schwer der Anfang sein kann, sind in „Homefarming“ zu finden, sondern auch Interviews mit Experten nach jedem Teil. Viele Fotos lockern den Text auf und zeigen anschaulich, was beschrieben wird bzw. zeigen die Autorin bei ihrer Farmarbeit.

Fazit:

Nicht nur ein Sachbuch mit Fakten und Wissen über Gemüse- und Obstanbau im Garten, auf dem Balkon oder in der Wohnung, sondern auch viele Erfahrungsberichte einer Anfängerin, die zum Profi wurde. Mit Experteninterviews und Rezepten zur Verarbeitung ist dieses Buch ein umfassendes Werk für alle, die sich für Homefarming interessieren und es auch einmal ausprobieren möchten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 30.01.2021

Abenteuer mit einem mutigen kleinen Indianerjungen

Fliegender Stern
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Der kleine Indianerjunge namens Fliegender Stern möchte endlich zu den großen Jungs gehören, mit ihnen Schwimmen, Bogenschießen und die Männer des Stammes auf der Jagd begleiten. Ein weiteres großes Thema ...

Der kleine Indianerjunge namens Fliegender Stern möchte endlich zu den großen Jungs gehören, mit ihnen Schwimmen, Bogenschießen und die Männer des Stammes auf der Jagd begleiten. Ein weiteres großes Thema in diesem Buch ist die Verdrängung der Indianer durch die weißen Einwanderer. Fliegender Sterns Stamm findet keine Büffel mehr, sodass ihnen Nahrung fehlt. Der Junge beschließt zu helfen. Er möchte zum weißen Mann reiten und ihm sagen, dass die Büffel den Indianern gehören, die sie als Nahrung und für Zelte und Kleidung benötigen.

Die Kapitel haben für Kinder eine angenehme Länger und eine große Schrift, sodass die Geschichte für Leseanfänger ab sieben Jahren gut geeignet ist. Zudem kann man viel über die Lebensweise der Indianer lernen. Der Leser erfährt von ihren Sitten und Bräuchen, von ihrer Art zu sprechen, von ihrem Leben. Durchbrochen wird der Text von großen und kleinen farbigen sowie detailgetreuen Zeichnungen von Katrin Engelking (Ausgabe 1996 im Ravensburger Verlag), die die Geschichte ansprechend veranschaulichen. Einmal habe ich es als Kind gelesen, einmal zwanzig Jahre später und mir gefällt es noch genauso gut wie damals.

Fazit:

Ein herzliches Buch über das Erwachsenwerden, über Indianer, ihre Lebensweise und dem Konflikt mit den weißen Menschen. Die Geschichte ist spannend und aufregend in ein Abenteuer verpackt. Gut geeignet für Leseanfänger.

  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2021

Spannende Story mit enttäuschendem Ende

Der Bewohner
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Eine interessante, für mich neue Idee, die der Autor in diesem Buch liefert. Aus der Perspektive des Serienkillers Brogan erzählt David Jackson, wie sich der Mörder vor der Polizei in einem leerstehenden ...

Eine interessante, für mich neue Idee, die der Autor in diesem Buch liefert. Aus der Perspektive des Serienkillers Brogan erzählt David Jackson, wie sich der Mörder vor der Polizei in einem leerstehenden Haus versteckt. Dieses verschafft ihm den unbemerkten Zugang zu mehreren Häusern und somit den geschützten vier Wänden von Fremden. Dadurch erfährt er viel Privates, was man als Außenstehender nie wissen würde. Dies nutzt er natürlich für seine Psychospielchen.

Von Anfang an ist das Buch spannend und legt ein hohes Tempo vor. Plus der kurzen Kapitel kommt man schnell durch das Buch. Ich mochte und konnte es gar nicht weglegen, weil ich immer wissen wollte, was als nächstes passiert. Und irgendwie fieberte ich auch ein wenig mit Brogan mit. Ich wollte natürlich nicht, dass er jemanden tötet, aber ich habe mich immer dabei erwischt, wie ich die Luft anhielt, wenn er kurz davor war, entdeckt zu werden. Denn ich wollte mehr erfahren, wissen, was Brogan noch tun wird. Denn das hat für mich die Spannung um dieses Versteckspiel ausgemacht, dass Brogan unbemerkt ein- und ausgehen kann wie er möchte.

Die Besonderheit, dass man als Leser die Geschichte aus Sicht des Serienkillers verfolgt, machte mich neugierig auf das Buch und trägt zur besonders hohen Spannung bei. Auch die Schilderung seiner Gedanken spielt eine wichtige Rolle, denn dadurch erfährt man mehr von Brogan, seiner Vergangenheit, seinem Drang zu töten, seiner Geschichte. Zudem ist es spannend zu verfolgen, wie eine Bewohnerin der Häuser es schafft, Emotionen des Killers zu wecken, die er schon sehr lange nicht mehr spürte.

Nach zwei Dritteln wurde es aber plötzlich ruhiger und die Spannung sackte ab. Es geschieht nichts wirklich Neues und man sehnt sich das Ende herbei. Wie kommt das Ganze zum Abschluss? Wird Brogan erwischt? Wird er seinen Plan ausführen? Leider kann der Schluss nicht mit dem restlichen Buch mithalten, denn dieser war mir zu einfach, zu vorhersehbar, zu unglaubwürdig. Unpassend.

Fazit:

Eine neuartige Geschichte mit sehr viel Spannung, sodass man das Buch kaum weglegen kann. Allerdings hat das unpassende Ende die Geschichte leider deutlich verschlechtert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2021

Packend

Kalter Strand
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„Kalter Strand“ würde ich streckenweise eher als Krimi denn als Thriller bezeichnen. Denn die Geschichte entwickelt sich zu Beginn langsam und geht gemächlich voran. Sie ist aber keineswegs langweilig. ...

„Kalter Strand“ würde ich streckenweise eher als Krimi denn als Thriller bezeichnen. Denn die Geschichte entwickelt sich zu Beginn langsam und geht gemächlich voran. Sie ist aber keineswegs langweilig. Anne Nørdby nimmt sich Zeit für die verschiedenen Charaktere und haucht ihnen Leben ein. Denn der Fokus liegt auf dem Ermittlerteam, das den Tod einer jungen Frau in Dänemark untersucht. Zunächst ist noch einiges unklar. Wer war sie? War es Mord oder Suizid? Da man vermutet, dass es sich um eine Deutsche handelt, werden Jette Vestergaard und Tom Skagen von der internationalen Sondereinheit Skanpol hinzugezogen. Zudem gibt es noch andere ungewöhnliche und auffällige Vorkommnisse in der dänischen Ferienhaussiedlung.

Besonders über Tom Skagen erfährt man sehr viel. Er ist eine sehr sympathische, tiefgründige und geerdete Figur, die trotzdem einen Schatten in der Vergangenheit hat, der in erschüttert. Das ist in Büchern weit verbreitet, aber dieses Ereignis in der Vergangenheit und Toms Abneigung gegen das Meer, finde ich sehr gut gewählt und vor allem passend in die Handlung eingebaut. Auch die anderen Polizisten bekommen Ecken und Kanten und sind nicht blass und farblos. Dadurch war es auch überhaupt kein Problem, dass die Ermittlungen langsam, manchmal auch schleppend vorangehen und die Spannung diesbezüglich manchmal niedriger ist. Im Gegenteil: Die Arbeit der Polizei ist detailreich erzählt und wirkte auf mich noch realistischer.

Ich finde, dass der Klappentext und der Prolog dem Leser schon viel verraten über den Täter und die Vorfälle in der Ferienhausgegend und er damit mehr weiß als die Polizei. Trotzdem ist es spannend, da bis zum Schluss unklar bleibt, was und wer hinter alldem steckt. Besonders gespannt war ich, wenn „Das Auge“ von seinen Opfern Taten verlangt, die sie selbst zu Tätern werden lassen. Ich habe mich gefragt, ob der Familienvater aus dem Klappentext es durchziehen wird oder nicht. Gebannt von der Handlung und den ermittelnden Charakteren las ich gerne weiter. Die Auflösung am Gipfel der Spannung war für mich eine Überraschung.

Fazit:

Ein Buch mit Spannung, manchmal sehr hoch, manchmal mit gemächlicherem Tempo. Das Augenmerk auf den ermittelnden Polizisten hat mir sehr gut gefallen und verschafft so ein ausführliches sowie authentisches Bild der Polizeiarbeit. Ich freue mich schon auf die weiteren Bücher mit dem sympathischen Tom Skagen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2021

Leben im ewigen Eis

Das Lied der Arktis
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Das arktische Eis bricht und Uqsuralik wird von ihrer Familie getrennt. Zum Überleben in der Polarnacht und dem ewigen Eis bleibt ihr nicht viel. Unermüdlich bleibt sie in Bewegung, um am Leben zu bleiben, ...

Das arktische Eis bricht und Uqsuralik wird von ihrer Familie getrennt. Zum Überleben in der Polarnacht und dem ewigen Eis bleibt ihr nicht viel. Unermüdlich bleibt sie in Bewegung, um am Leben zu bleiben, bis sie eine Nomadenfamilie trifft und sich ihr anschließt.

Das Buch hat mir gut gefallen. Die Kapitel sind kurz, sodass man schnell voran kommt. Der Schreibstil ist leicht zu lesen, äußerst bildhaft und mit vielen zur Situation passenden Vergleichen. So kann man sich die Umwelt und das Leben im ewigen Eis gut vorstellen.

Uqsuraliks Leben in der Arktis hängt von der Gemeinschaft ab, denn alleine kann man nicht überleben. Die Autorin recherchierte ausführlich und schafft so ein umfassendes Bild. Man erfährt über die Häuser und Zelte, die Jagd, die Lieder, mit denen sie Geschichten erzählen, und auch sehr viel über die Geister, an die sie glauben. Die arktische Lebensweise folgt anderen Regeln und ist so ganz anders als unsere. Alles, was die Geister betrifft, ist für mich schwer nachvollziehbar, hat aber meine Faszination über das Leben in der Arktis nicht geschmälert. Ich war gespannt zu erfahren, was Uqsuralik widerfahren wird, wie sie nach der Trennung von ihrer Familie (über-)leben wird, wie das raue Leben im ewigen Eis möglich ist. Die Handlung ist sehr spannend und man weiß nie, was als nächstes passieren wird.

Einziges Manko sind die ab und an auftretenden Zeitsprünge, die manchmal sehr unerwartet kommen. Dadurch ist es einerseits möglich, Uqsuraliks Leben über viele Jahre hinweg zu verfolgen, andererseits schafft es aber auch immer eine gewisse Distanz zur Protagonistin.

Fazit:

Eine ergreifende Geschichte über Uqsuraliks Leben nach der Trennung von ihrer Familie. Darüber hinaus auch eine wunderbare Art, mehr über die, manchmal sehr schwierige, auf jeden Fall sehr andere Lebensweise in der Arktis zu erfahren, die stark mit der Natur verbunden ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere