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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2020

Eigentlich geniale Geschichte langweilig erzählt

Frostgrab
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Der Beginn und der Prolog sind mega spannend und machen neugierig auf das Buch. Danach geht es aber leider erst einmal bergab, denn es wird sehr langatmig und teilweise auch langweilig. Erzählt wird die ...

Der Beginn und der Prolog sind mega spannend und machen neugierig auf das Buch. Danach geht es aber leider erst einmal bergab, denn es wird sehr langatmig und teilweise auch langweilig. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einmal heute, als die fünf verblieben Freunde sich nach zehn Jahren wieder treffen und einmal, als sie als junge Erwachsene (damals noch zu siebt) einen Winter zusammen in einem Wintersportort in den französischen Alpen verbringen, um sich als (mehr oder weniger) professionelle Snowboarder auf verschiedene Wettbewerbe vorzubereiten.

Die Frage, die das gesamte Buch bestimmt, ist, was damals mit einer von ihnen, Saskia, geschehen ist. Von einem Tag auf den anderen ist sie verschwunden. Was ist passiert? Ist sie abgehauen und noch am Leben? Oder ist sie tot? War es ein Unfall oder Mord? Wer könnte für ihren Tod verantwortlich sein? Leider erfährt man als Leser darüber bis kurz vor Ende des Buches gar nichts. Stattdessen erzählt die Autorin in aller Ausführlichkeit über die Zeit vor zehn Jahren. Der Fokus liegt auf den sieben Snowboardern und ihren Beziehungen untereinander. Was die Handlung noch langweiliger macht sind die immer mal wieder auftauchenden Namen von Snowboardkunststücken, mit denen man, wenn man diesen Sport nicht betreibt, nichts anfangen kann.

Die Autorin schafft es bedauerlicherweise nicht, die Emotionen rüberzubringen. Die Fünf sitzen in der Gegenwart isoliert auf einem Berg in einer Jugendherberge, wo einer mit ihnen Spielchen spielt, sodass sie sich gegenseitig misstrauen. Die Frage ist, ist es einer von ihnen oder ist noch jemand anderes hier? Was hat diese Person vor und wie weit wird sie gehen? Trotzdem kommt bei mir zu keiner Zeit Angst um die Charaktere auf. Liegt vielleicht auch daran, dass ich keinen in mein Herz geschlossen habe und alle distanziert bleiben. Die Protagonistin Milla nervt mich hauptsächlich. Vor allem in der Perspektive vor zehn Jahren. Anfang zwanzig benimmt sie sich wie ein Teenager, nimmt ihre Snowboardkarriere nicht so ernst, wie sie möchte (oder wie sie es sich ihn ihren Gedanken selbst einredet). Allgemein hat sie eigentlich schlaue und erwachsene Gedanken, verhält sich dann aber gegenteilig. Sie ist krankhaft ehrgeizig und gierig nach Gewinnen, muss andere immer übertrumpfen. Trotz gut gemeinter Ratschläge von anderen bleibt sie unvorsichtig. Tragischerweise hat sie sich in den zehn Jahren nicht bemerkbar weiterentwickelt.

Schade, dass sie Autorin so viel Potenzial verschenkt hat, denn das Ende beziehungsweise Saskias Verschwinden ist gut durchdacht und eine Geschichte, die viel über das Leben, Freundschaft, Konkurrenz und das Gewinnen erzählt. Zudem ist die Story nicht so abwegig und könnte wirklich so passieren.

Fazit

Eigentlich eine geniale Geschichte um junge Leute, krankhaften Ehrgeiz und Konkurrenzverhalten. Leider wird viel Potenzial verschenkt. Man fiebert, hofft und leidet mit den Figuren nicht mit, wodurch die Geschichte langweilig ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Gelungene Aufforderung, die Klimaerwärmung zu stoppen

Das Eis schmilzt
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Mal ein anderes Buch über den Klimawandel. Nicht so negativ, nicht nur auf die negativen Auswirkungen konzentriert, die wir jetzt schon haben und die noch auf uns zu kommen werden, sondern auch, was jetzt ...

Mal ein anderes Buch über den Klimawandel. Nicht so negativ, nicht nur auf die negativen Auswirkungen konzentriert, die wir jetzt schon haben und die noch auf uns zu kommen werden, sondern auch, was jetzt schon innovativ gegen die weiter voranschreitende Klimaerwärmung unternommen wird. Die Windenergie oder auch allgemein die erneuerbaren Energien haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Mit Erfolg setzt diese Technik zum Beispiel die dänische Insel Samsø ein. Sie gewinnt ihren Strom fast komplett aus Windenergie und produziert vier Mal so viel Energie als die Bewohner selbst benötigen. Eine Menge an interessanten und erkenntnisreichen Fakten sind in diesem Sachbuch zu finden.

Reich bebildert erzählt der Autor von seinen Abenteuern aus der Arktis, reist zu Orten und Menschen, die etwas gegen die weitere Klimaerwärmung unternehmen und lässt sich zeigen, wie sie ihre Projekte umsetzen. Auf Arved Fuchs Fotos von seinen Reisen aus der Arktis sind Eisberge und weite Eislandschaften zu sehen, sodass deutlich wird, welche Schönheit und welche Natur der Mensch im Begriff steht zu zerstören. Denn die Arktis ist nicht der einzige Ort, an dem die Auswirkungen des Temperaturanstiegs bemerkbar sind, aber der, der sich so schnell verändert wie kein anderer. Durch Fuchs Erfahrungen in der Polarregion fließt auch viel Persönliches mit in dieses Buch.

Fazit:

Schön geschrieben, ein Buch, das sachlich, informativ sowie ermutigend ist und nicht vorwurfsvoll oder anklagend. Zudem zeigt es, dass wir schon einige gute Lösungsansätze haben und darauf aufbauen können bzw. müssen und beschränkt sich nicht nur auf das Aufzeigen von negativen Folgen.

Veröffentlicht am 31.10.2020

Schnell zu lesen

Das Original
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Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen, sodass man schnell voran kommt. In der tollen Geschichte um die gestohlenen Manuskripte, den Buchhändler und Sammler Bruce Cable und die aufstrebende Autorin ...

Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen, sodass man schnell voran kommt. In der tollen Geschichte um die gestohlenen Manuskripte, den Buchhändler und Sammler Bruce Cable und die aufstrebende Autorin Mercer Mann herrscht keine übermäßig hohe Spannung, aber man will wissen, wie es weitergeht und liest mit Interesse und Neugierde weiter. Faszinierend finde ich die Welt der wertvollen und seltenen Bücher, die einem durch Bruce näher gebracht wird.

Besonders sind die humorvollen und sympathischen Charaktere. Vor allem die Treffen der in dem Urlaubsort lebenden Autoren habe ich gerne gelesen. Sie haben Charme und sind durchaus amüsant, wie sich mehr oder weniger erfolgreiche Autoren über das Leben und ihre Arbeit unterhalten.

Fazit

Die interessante Geschichte mit ihren sympathischen und humorvollen Charakteren hat mich gut unterhalten. Der Schreibstil schafft eine tolle Atmosphäre und ließ mich schnell vorankommen.

Veröffentlicht am 26.10.2020

Düstere Zeiten mit Lichtblicken

Schicksalhafte Zeiten
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Das Buch spielt während des Zweiten Weltkrieges, wodurch man als Leser viel Leid und Ungerechtigkeit mitbekommt. Linda Winterberg schreibt wieder mit bildhaftem, detailreichem und atmosphärischem Stil, ...

Das Buch spielt während des Zweiten Weltkrieges, wodurch man als Leser viel Leid und Ungerechtigkeit mitbekommt. Linda Winterberg schreibt wieder mit bildhaftem, detailreichem und atmosphärischem Stil, sodass Berlin lebendig wird. Man spürt die Angst vor den zerstörerischen Bomben, die Angst, belauscht oder beobachtet zu werden, wenn man sich kritisch äußert oder Menschlichkeit gegenüber Ostarbeitern zeigt, aber auch die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende. Die Situation ist so eindrücklich geschildert, wodurch man in Luises und Margots Leben hautnah dabei ist - zum Glück nur gedanklich.

Die beiden Hebammen, die Berliner und die Ostarbeiter erfahren viel Leid, Schmerz, Tod und Hass. So viele Momente voller Angst und Schrecken. So viele Momente, in denen mir die Tränen in den Augen standen (das passiert mir bei Büchern so gut wie nie). So unvorstellbar schrecklich war es während des Krieges. Dazwischen aber immer wieder Momente voller Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Freude. Denn Luise und Margot nehmen nicht alles einfach so hin, sondern versuchen zu helfen, ungeachtet der Nationalität. Das Buch hat zwar einen düsteren Grundton, aber da die vielen schrecklichen Momente von positiven und humorvollen Momenten, bei denen man einfach lächeln muss, durchbrochen werden, gibt es auch Lichtblicke, weshalb mir das Buch gut gefallen hat.

Was mir ebenfalls in diesem Band sehr gut gefällt, ist die Diversität im Ablauf der Geburten, die die Hebammen betreuen. Durch die abwechlungsreichen Fälle bekommt der Leser einen guten Einblick in die Arbeit der Hebammen während des Zweiten Weltkrieges und es wird nicht eintönig oder langweilig.

Fazit

Trotz der düsteren Grundstimmung und den Schrecken des Krieges ist Linda Winterberg der dritte Band der Hebammen-Saga gut gelungen. Das Leben in Berlin wird lebendig, man begleitet Luise und Margot wieder sehr gerne bei ihrer Arbeit und ihrer Hilfe für andere. Ich freue mich schon sehr auf Band vier.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2020

Hervorragende Geschichte

Die Tinktur des Todes
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"Die Tinktur des Todes" beginnt ruhig, die Spannung wächst kontinuierlich an, sodass man das Buch bald nicht mehr weglegen möchte. Zum einen rührt die Spannung von dem Rätsel um die toten Frauen, dem Will ...

"Die Tinktur des Todes" beginnt ruhig, die Spannung wächst kontinuierlich an, sodass man das Buch bald nicht mehr weglegen möchte. Zum einen rührt die Spannung von dem Rätsel um die toten Frauen, dem Will Raven nachgeht, zum anderen hat er ein Geheimnis, das schon zu Beginn angeführt und immer mal wieder aufgegriffen wird, sodass man sich als Leser Gedanken darüber macht, was er wohl zu verbergen hat. Die Suche nach der Tötungsart und dem Täter ist sehr spannend und so aufgebaut, dass man selbst miträtseln kann.

Will Raven ist eine interessante und sympathische Figur, in den praktischen Belangen der Medizin noch recht unbeholfen, da er seine erste Arbeitsstelle beim damals berühmten Dr. Simpson erst beginnt. Auch das Hausmädchen Sarah und die auftretenden Ärzte sind vielschichtige Figuren. Das verheiratete Autorenduo, das unter dem Pseudonym Ambrose Parry schreibt, schafft es hervorragend, das Leben und die Menschen allumfassend darzustellen. Die zwei Welten, die der Reichen und die der Armen werden lebendig und stellen einen harten Kontrast dar. Der Schreibstil ist detailreich, atmosphärisch und leicht zu lesen. Die Ausdrucksweise der 1840er sowie die Umstände des damaligen Lebens sind hervorragend in die Handlung eingeflochten. Mit Vergnügen habe ich immer wieder zu dem Buch gegriffen. Es hat eine große Anziehungskraft und immer wenn ich wieder anfing zu lesen, war ich sofort wieder in der Geschichte und wusste, um was es gerade geht, der Inhalt war wieder so präsent, so schnell ging das noch bei keinem Buch.

Interessiert habe ich über die Behandlung der Patientinnen von Raven und Dr. Simpson gelesen. Man erfährt viel über die damalige Medizin und den Wissensstand, vor allem im Bereich der Geburtshilfe und den Anfängen der Anästhesie.

Fazit

Ein ruhig beginnendes, dann aber sehr spannendes Buch zum Miträtseln. Man bekommt sehr gute Einblicke in medizinhistorische Begebenheiten, allen voran der Geburtsmedizin und den Anfängen der Anästhesie. Die Autoren haben zudem dreidimensionale Figuren geschaffen. "Die Tinktur des Todes" ist dem Autorenduo rundum gelungen. Ich kann nichts bemängeln und das Buch allen empfehlen, die gerne Krimis, historische Romane oder über historische medizinische Begebenheiten lesen.

Übrigens ist dieses Werk der erste Band der Reihe um die Morde von Edinburgh mit Will Raven und Dr. Simpson. Ich freue mich sehr, die Figuren wiederzutreffen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere