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Veröffentlicht am 16.07.2021

Spannender Histo-Krimi

Das Gift der Lüge
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Nachdem mir der erste Band "Die Tinktur des Todes" so hervorragend gefallen hat, habe ich mich riesig auf Nummer zwei gefreut und wurde nicht enttäuscht. Die Bände können zwar unabhängig voneinander gelesen ...

Nachdem mir der erste Band "Die Tinktur des Todes" so hervorragend gefallen hat, habe ich mich riesig auf Nummer zwei gefreut und wurde nicht enttäuscht. Die Bände können zwar unabhängig voneinander gelesen werden, davon würde ich persönlich aber abraten. Denn es fehlt Vorwissen zu den Figuren, das höchstens kurz erwähnt, aber nicht noch einmal erläutert wird.

In "Das Gift der Lüge" tauchte ich wieder in Wills und Sarahs Leben und Edinburgh um 1850 ein. Das Autorenduo schildert die Handlung sehr lebensecht, anschaulich und poetisch. Der Schreibstil allein ist bereits ein Genuss. Dazu kommt eine spannende Geschichte um das Privatleben der beiden Protagonisten und ihren Nachforschungen nach der Wahrheit bezüglich der auffällig vielen Todesfälle. Der gelungene Spannungsaufbau hat nach einem starken Anstieg seinen Höhepunkt am Ende. Ergänzt wird Wills und Sarahs Suche nach der Wahrheit durch kurze Kapitel aus Sicht der Täterin. Diese sind außerordentlich spannend, aber auch erschütternd und erklärend. Man erfährt hier viel von ihrer Vergangenheit, ihre Beweggründe, wer sie ist und wie sie so geworden ist. Es ist tolle Ergänzung zu Wills und Sarahs Sichtweise. Die beiden haben zwischen den beiden Büchern einiges erlebt und auch jetzt haben sie wieder ein aufregendes und nicht immer sorgenfreies, unbeschwertes Leben. Mir gefällt, wie die beiden sich weiter entwickeln.

Fazit:

Voller Überraschungen und Liebe zu den beiden Hauptfiguren erzählt das Autorenduo eine spannende Suche nach der Wahrheit über eine Person, die an eine real existierende angelehnt ist, und zugleich viel über das Leben vor 170 Jahren. Dieses Buch ist wieder ein Jahreshighlight. Ich freue mich sehr darauf, mehr von Will Raven und Sarah Fisher zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.07.2021

Anfänge der Kriminalistik im historischen Bayern

Der falsche Preuße
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Kopfkino hatte ich ab dem ersten Satz. Was nicht nur an dem sehr lebendigen und anschaulichen Schreibstil, der gefüllt ist mit besonders tollen Vergleichen, liegt, sondern auch am Hörbuchsprecher. Auch ...

Kopfkino hatte ich ab dem ersten Satz. Was nicht nur an dem sehr lebendigen und anschaulichen Schreibstil, der gefüllt ist mit besonders tollen Vergleichen, liegt, sondern auch am Hörbuchsprecher. Auch wenn ich viel lieber lese als höre und nur ab und zu mal zu einem Hörbuch greife, hätte mir dieses Buch selbst gelesen wohl nicht so gut gefallen wie vorgelesen von Devid Striesow. Er nutzt verschiedene Stimmen für die Figuren, wodurch ich sie nicht nur problemlos auseinander halten konnte, sondern das Gefühl hatte, die entsprechende Person stünde wahrhaftig neben mir und spräche mit mir. Mit seiner guten Betonung und seiner Stimme verleiht er der Geschichte und den Figuren Leben und schafft ein hervorragendes Hörvergnügen.

Mit Humor und vielen Situationen, in denen ich unwillkürlich Schmunzeln musste, erzählt Uta Seeburg die Geschichte vom Preußen Wilhelm Freiherr von Gryszinski, der aufgrund seiner Arbeit bei der Bayerischen Polizei gestrandet ist. Hier soll er mit modernen Methoden ermitteln und den Kollegen die Kriminalistik, die Spurensicherung am Tatort, näherbringen. Leider hat die Ermittlungsarbeit in der Mitte des Buches einige Längen, in denen es kaum voran geht. Hier habe ich mit doppelter Geschwindigkeit gehört, obwohl ich sonst das gemächlichere Tempo zum Eintauchen in die Geschichte bevorzugt habe. Auch finde es schade, dass die Richtung, aus der der Mörder kommt, schon sehr früh feststeht.

Ein toller Pluspunkt sind die Auszüge aus dem 'Handbuch für Untersuchungsrichter, Polizeibeamte, Gendarmen' von Hans Gross. Er hat das Buch 1893 geschrieben und gilt deshalb als Begründer der Kriminalistik. Die Einbettung von wahren Geschehnissen und Persönlichkeiten, die tatsächlich gelebt haben, finde ich in historischen Romanen immer sehr spannend und ist der Autorin hier hervorragend gelungen.

Fazit:

Ein historischer Krimi mit gemütlichem Tempo mit Augenmerk auf die damalige Zeit und die Anfänge der Kriminalistik. Lebendig gelesen war das Hörbuch trotz ein paar Längen ein purer Hörgenuss für mich. Den nächsten Band möchte ich auch auf jeden Fall lesen oder hören.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2021

Spannender Schwedenkrimi mit Kleinstadtatmosphäre

Nachttod
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Auch wenn es sich bei dem Toten um einen Jugendlichen handelt und ich es in Büchern eigentlich nicht mag, wenn Kinder sterben, ist das Buch doch „angenehm“ und gut zu lesen. Es wird klar, was der Mord ...

Auch wenn es sich bei dem Toten um einen Jugendlichen handelt und ich es in Büchern eigentlich nicht mag, wenn Kinder sterben, ist das Buch doch „angenehm“ und gut zu lesen. Es wird klar, was der Mord für seine Familie, allen voran seiner Mutter, bedeutet. Durch die Perspektive von Rebecca, der Mutter des toten Joel, kann man hautnah ihre Gefühle spüren, als Joel verschwunden ist, dann tot aufgefunden wird und sie auf Informationen der Polizei warten muss, um zu erfahren, wieso und durch wen ihr Sohn getötet wurde.

Der Autorin ist es aber nicht nur wichtig, über die Angehörigen der Opfer, sondern auch der Täter zu erzählen. Hannas Vater brachte vor vielen Jahren einen Menschen um, wodurch ihr von den Bewohnern der Insel Öland heute noch teilweise Abneigung und Misstrauen entgegenschlägt. Auch in ihrer Sichtweise werden Gefühle, Gedanken und Probleme, mit denen sie kämpft, beleuchtet. Ihr Verhalten habe ich nicht immer verstehen können, was mich aber nicht gestört hat. Denn es wird deutlich, dass sie nach all den Jahren immer noch unter der Tat ihres Vaters leidet und die von der Autorin verliehen Ecken und Katen machen ihre Figur interessant und lebensecht. Durch Hannas Nachforschungen zum verübten Mord ihres Vaters ist eine gute Grundlage für die nächsten Bände der Reihe geschaffen und lassen mich auf das Erscheinen hin fiebern.

Neben diesen beiden Perspektiven kann man als Leser Joels letzten Tag miterleben. Durch diese vergangenen Einschübe in der Gegenwart, die an genau der richtigen Stelle in der Handlung gesetzt sind, entsteht eine sehr hohe Spannung, die sich durchgehend halten kann. Zudem gibt es Wendungen im Buch, mit denen man als Leser nicht wirklich rechnen kann. Durch die Spannung und die kurzen Kapitel kam ich schnell im Buch voran und habe immer sehr gerne dazu gegriffen. Immer, wenn ich es weglegen musste, freute ich mich schon auf später, wenn ich endlich wieder Zeit hatte, in die Geschichte einzutauchen.

Fazit:

Mit „Nachttod“ liefert uns die Autorin eine unvorhersehbare Geschichte mit tragischen Ereignissen und vielen Geheimnissen. Für eine hohe Spannung sorgen die Perspektivwechsel. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen und die Autorin im Blick behalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2021

Zunächst spannende Tätersuche, dann aber enttäuschendes Ende

Die Fremde - Du darfst nicht leben
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Die Situation, als Klara im Krankenhaus aufwacht, niemanden von ihrer Familie oder ihren Freunde sehen darf, und alleine ist mit ihren Gedanken, bemüht, das Geschehene zu verarbeiten, ist sehr spannend. ...

Die Situation, als Klara im Krankenhaus aufwacht, niemanden von ihrer Familie oder ihren Freunde sehen darf, und alleine ist mit ihren Gedanken, bemüht, das Geschehene zu verarbeiten, ist sehr spannend. Ihre Überlegungen sind immer nachvollziehbar geschildert. Zunächst ist es sehr spannend, ich wusste überhaupt nicht, was Sache ist, und ich war gespannt, was als nächstes geschehen und aufgedeckt wird.

Durch die Ich-Perspektive erfährt man als Leser, wie Klara die Personen in ihrem Umfeld einschätzt, kann sich aber nicht sicher sein, dass sie authentisch sind und nicht doch etwas zu verbergen haben. So wusste man nicht, wem man trauen kann, wer gut und wer böse ist. Zudem kommt nach dem Tod ihrer Eltern so einiges überraschendes ans Licht. Es gibt eine Menge Verdachtsmomente, sodass ich zuerst nicht wusste, aus welcher Richtung die Bedrohung kommt und ich ein paar Mal meinen Verdächtigen revidieren musste.

Weiter hinten im Buch wurden mir einige Gedanken von Klara aber zu absurd und verrückt. Mir war klar, was die Lösung dieses gewissen Problems ist. Ab da ist dann leider auch die Spannung gesunken, weil meine Verdächtigen ausgemustert wurden und mir, bereits vor der Auflösung des Täters, klar war, wer hinter den Mord an Klaras Eltern steckt. Ich hätte mir gewünscht, dass es bis zum Schluss offener ist und dann eine Überraschung kommt. Denn es mag zwar vielleicht für manche Leser überraschend sein, wer die Morde beging, war es für mich aber nicht, denn als Thrillerleser hatte ich mit diesem Täter gerechnet.

Die offenen Fragen sowie Motiv des Mörders werden am Ende schlüssig erklärt.

Fazit:

Insgesamt ein gut durchdachter und spannender Plot mit viel Verdächtigungspotzenzial, allerdings war der Täter für mich als Thrillerleser keine Überraschung. Daher empfehle ich den Psychothriller nur Einsteiger in das Genre.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 24.06.2021

Flott zu lesen

Das Mädchen
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Der Anfang las sich für mich nicht sehr vielversprechend. Es geht zu Beginn pausenlos um Streitereien und Beschreibungen über die Familie oder Vergangenes. Als ich mich genervt fragte, ob ich das Buch ...

Der Anfang las sich für mich nicht sehr vielversprechend. Es geht zu Beginn pausenlos um Streitereien und Beschreibungen über die Familie oder Vergangenes. Als ich mich genervt fragte, ob ich das Buch lieber abbrechen sollte, geht es aber mit der Handlung richtig los und schnell verirrt sich Trisha im Wald. Und das ist auch schon die Handlung des Buches. Und obwohl sich das über 300 Seiten zieht, wird es nicht langweilig. Stephen King beschreibt in einem leicht zu lesenden und sehr flüssigen Schreibstil sehr anschaulich und umfassend die Umgebung im Wald, Trishas brenzlige Situationen, ihre Ängste und Gedanken.

Thrisha denkt oft an Baseball und ihren Lieblingsspieler, was ich irgendwann nur noch überflogen habe, da ich mich nicht für diesen Sport interessiere und keine Ahnung von den Regeln habe. Trisha blieb während ihrer über Tage gehenden Wanderung im Wald sehr, sehr ruhig. Obwohl dort etwas Unheimliches sie zu verfolgen scheint, sie den Weg zurück in die Zivilisation nicht kennt und irgendwann ihr mitgenommenes Essen aufgebraucht war. Wie neun wirkt sie überhaupt nicht, sondern um einiges älter, eher wie zwölf oder vierzehn.
Was mich überrascht hat, ist, dass das Buch nicht gruseliger ist, da im Klappentext die Rede von etwas ist, dass das Mädchen heimsuchen wird. Vom Meister des Horrors war es wenig Horror, dafür mehr eine kurzweilige und spannende Geschichte mit vielen Gedanken- und Umgebungsbeschreibungen. Ein Werk von King, das mir gut gefallen hat.

Fazit:

Dank des leichten Schreibstils war das Buch flott zu lesen. Die Beschreibungen des Waldes und des Umherirrens von Trisha haben mir gut gefallen und es wurde zu keiner Zeit langweilig.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere