Fünf Tage, wenig Tempo
Noch fünf Tage„Noch fünf Tage“ hat eine klare Ausgangslage, ene Sterneköchin wird nach einem Giftanschlag ins Krankenhaus eingeliefert und weiß, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat. Während sie körperlich abbaut, ...
„Noch fünf Tage“ hat eine klare Ausgangslage, ene Sterneköchin wird nach einem Giftanschlag ins Krankenhaus eingeliefert und weiß, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat. Während sie körperlich abbaut, versucht sie herauszufinden, wer das Gift ins Essen gemischt hat. Parallel muss sie regeln, was mit ihrer Tochter passiert.
Das Buch ist sehr eng getaktet, oft mit genauen Zeitangaben. Das funktioniert gut, weil man ständig merkt, dass die Zeit knapp wird. Die Kapitel sind kurz, dadurch liest es sich schnell weg. Man kommt ohne große Hürden durch die Geschichte.
Inhaltlich ist es aber weniger ein klassischer Thriller als eher eine ruhige, stellenweise fast sachliche Auseinandersetzung mit der Situation. Viel passiert im Gespräch oder in Gedanken. Es gibt keine durchgehende Spannung im Sinne von „man kann nicht aufhören zu lesen“, sondern eher ein konstantes Mitlaufen.
Die Einblicke in das Umfeld der reichen Familie und in den Alltag der Protagonistin sind interessant, werden aber teilweise zu detailliert. Vor allem die vielen Beschreibungen von Luxus und Essen wirken irgendwann überflüssig. Auch die Figuren bleiben etwas schwer greifbar, emotional kommt nicht alles an.
Positiv ist, dass die Auflösung nicht direkt absehbar ist. Man wird bis zum Ende nicht eindeutig in eine Richtung geführt.
Insgesamt ein solides Buch, das sich gut lesen lässt, aber nicht wirklich heraussticht. Eher ruhig erzählt, mit einer guten Idee, die nicht ganz ausgeschöpft wird.