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Veröffentlicht am 20.12.2019

Steigende Spannung mit Pageturner!

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
0

Inhalt:
Als Einzige überlebt die 30-jährige Ally einen Flugzeugabsturz in den Rocky Mountains. Völlig auf sich gestellt kämpft sie sich durch die Wildnis. Doch jemand ist ihr auf den Fersen – jemand, der ...

Inhalt:
Als Einzige überlebt die 30-jährige Ally einen Flugzeugabsturz in den Rocky Mountains. Völlig auf sich gestellt kämpft sie sich durch die Wildnis. Doch jemand ist ihr auf den Fersen – jemand, der sicherstellen will, dass niemand das Unglück überlebt. Tausende von Kilometern entfernt kann Allys Mutter Maggie nicht glauben, dass ihre Tochter tödlich verunglückt sein soll. Jahrelang hatte sie keinen Kontakt zu ihr, jetzt setzt sie alles daran, mehr über ihre Tochter zu erfahren: Ally führte ein glamouröses Leben – aber wie viel davon war echt? Während sie in die Vergangenheit ihrer Tochter eintaucht, gerät Maggie selbst in größte Gefahr.

Meine Meinung:

Trotz weniger Punkte, die ich kritisieren muss, hat mir dieser Thriller sehr gut gefallen! Der Beginn war sehr spannend, da man als Leser natürlich über vieles unaufgeklärt ist. Wie kam es zu dem Absturz? War es ein Unfall? Und vor wem flieht Ally? Diese Fragen waren immer präsent und hielten eine gewisse Grundspannung. Doch nach einigen Kapiteln verlor die Geschichte ein wenig an Reiz, denn Allys Kampf durch die Wildnis fühlte sich im Leseprozess etwas zäh an. Anfangs war es natürlich sehr fesselnd, doch nach einigen Kapiteln, in denen nicht viel Neues passierte, hoffte man auf etwas mehr „Zündstoff“; etwas, was der Geschichte nochmal einen Kick gibt.
Ich wurde nicht enttäuscht, denn die Geschichte fing sich spannungstechnisch wieder ziemlich schnell! Ich kann leider nicht ins Detail gehen, da ich sonst spoilern würde, aber von da an wurde ich wieder voll mitgenommen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand nehmen!

Die Handlung spaltet sich in zwei verschiedene Erzählstränge: Einen aus der Sicht von Ally und einen aus der Sicht ihrer Mutter. Zwischendrin gibt es Rückblenden, die die Hintergrundgeschichte näher beleuchten und chronologisch bis zuletzt in der Gegenwart auskommen. Mir gefiel diese Struktur sehr gut, ich mochte die Abwechslung zwischen den beiden Erzählperspektiven und auch die Möglichkeit, die Geschichte nicht nur an einem Ort mitverfolgen zu müssen. Die Rückblenden gefielen mir ebenfalls sehr gut, da sie den Absturz wie einzelne Puzzleteile zusammensetzen und diese kleinen, stetigen Schritte des Erkenntniswachstums mich sehr motiviert haben, weiterzulesen.
Am meisten gefallen haben mir die letzten Kapitel, denn da nahm die Handlung noch einmal zusätzlich an Fahrt auf und alles fügt sich zusammen: Die Sicht Allys, die ihrer Mutter und die Rückblenden fügen sich schlussendlich zusammen. Und so kommt es zuletzt, dass der Leser endlich weiß, was passiert ist und wieso es passiert ist. Und: Es gibt einige Wendungen, die ich persönlich immer gerne in Thrillern habe! Das ein oder andere hat man sich im Voraus vielleicht schon gedacht, aber andere Dinge wiederum nicht. Insgesamt aber wirklich ein rundes Ende mit einem gelungenen Pageturner!

Die Charaktere gefielen mir auch sehr gut; Ally, die sich selbst und ihre Vergangenheit durchleuchtet, ist eine Kämpferin und ich denke, dass die meisten Leser mit ihr sympathisieren werden. Sie hat ihre Ecken und Kanten, Fehler gemacht, aber ein gutes Herz und einen unbeugsamen Überlebensinstinkt, ich habe sie sehr bewundert und respektiert. Auch mit ihrer Mutter kann man sich schnell identifizieren, ihre Trauer kommt voll an und man fühlt mit ihr. Auch die ein oder andere Randfigur, die in der Geschichte auftauchte, sorgte immer für Abwechslung.

Ich muss nur leider einen Kritikpunkt loswerden, der für einen etwas negativen Beigeschmack sorgte; die fehlende Logik an manchen Stellen. Es muss an einem Thriller mit Sicherheit nicht alles fehlerfrei sein und ein bisschen Fantasie spielt immer mit, aber auch als Laie kann man an vielen Punkten keinen wirklichen Bezug zur Realität ausmachen. Kleiner Spoiler: Ally wird nach dem Absturz für tot erklärt, ohne, dass man ihre Leiche gefunden hat. Nach ihrer Leiche wird angeblich gesucht, aber es wird nicht thematisiert wie. Sie ist schwer verletzt und kann selbst mit einem erheblichen Vorsprung nicht unauffindbar sein, und in so einem Fall schon gar nicht. Es gibt deutlich erheblichere Logikfehler, die ich nur leider nicht thematisieren kann, ohne zu spoilern.

Ich kann das Buch jedem Thriller-Fan empfehlen, der keinen erheblichen Wert auf Logik legt, bzw. über die ein oder andere Unstimmigkeit hinwegsehen kann. Ansonsten ist dies nämlich ein sehr gelungener, spannender Thriller mit einer fesselnden Wendung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2019

Steigende Spannung mit Pageturner!

Freefall – Die Wahrheit ist dein Tod
0

Inhalt:

Als Einzige überlebt die 30-jährige Ally einen Flugzeugabsturz in den Rocky Mountains. Völlig auf sich gestellt kämpft sie sich durch die Wildnis. Doch jemand ist ihr auf den Fersen – jemand, ...

Inhalt:

Als Einzige überlebt die 30-jährige Ally einen Flugzeugabsturz in den Rocky Mountains. Völlig auf sich gestellt kämpft sie sich durch die Wildnis. Doch jemand ist ihr auf den Fersen – jemand, der sicherstellen will, dass niemand das Unglück überlebt. Tausende von Kilometern entfernt kann Allys Mutter Maggie nicht glauben, dass ihre Tochter tödlich verunglückt sein soll. Jahrelang hatte sie keinen Kontakt zu ihr, jetzt setzt sie alles daran, mehr über ihre Tochter zu erfahren: Ally führte ein glamouröses Leben – aber wie viel davon war echt? Während sie in die Vergangenheit ihrer Tochter eintaucht, gerät Maggie selbst in größte Gefahr.

Meine Meinung:
Trotz weniger Punkte, die ich kritisieren muss, hat mir dieser Thriller sehr gut gefallen! Der Beginn war sehr spannend, da man als Leser natürlich über vieles unaufgeklärt ist. Wie kam es zu dem Absturz? War es ein Unfall? Und vor wem flieht Ally? Diese Fragen waren immer präsent und hielten eine gewisse Grundspannung. Doch nach einigen Kapiteln verlor die Geschichte ein wenig an Reiz, denn Allys Kampf durch die Wildnis fühlte sich im Leseprozess etwas zäh an. Anfangs war es natürlich sehr fesselnd, doch nach einigen Kapiteln, in denen nicht viel Neues passierte, hoffte man auf etwas mehr „Zündstoff“; etwas, was der Geschichte nochmal einen Kick gibt.
Ich wurde nicht enttäuscht, denn die Geschichte fing sich spannungstechnisch wieder ziemlich schnell! Ich kann leider nicht ins Detail gehen, da ich sonst spoilern würde, aber von da an wurde ich wieder voll mitgenommen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand nehmen!

Die Handlung spaltet sich in zwei verschiedene Erzählstränge: Einen aus der Sicht von Ally und einen aus der Sicht ihrer Mutter. Zwischendrin gibt es Rückblenden, die die Hintergrundgeschichte näher beleuchten und chronologisch bis zuletzt in der Gegenwart auskommen. Mir gefiel diese Struktur sehr gut, ich mochte die Abwechslung zwischen den beiden Erzählperspektiven und auch die Möglichkeit, die Geschichte nicht nur an einem Ort mitverfolgen zu müssen. Die Rückblenden gefielen mir ebenfalls sehr gut, da sie den Absturz wie einzelne Puzzleteile zusammensetzen und diese kleinen, stetigen Schritte des Erkenntniswachstums mich sehr motiviert haben, weiterzulesen.

Am meisten gefallen haben mir die letzten Kapitel, denn da nahm die Handlung noch einmal zusätzlich an Fahrt auf und alles fügt sich zusammen: Die Sicht Allys, die ihrer Mutter und die Rückblenden fügen sich schlussendlich zusammen. Und so kommt es zuletzt, dass der Leser endlich weiß, was passiert ist und wieso es passiert ist. Und: Es gibt einige Wendungen, die ich persönlich immer gerne in Thrillern habe! Das ein oder andere hat man sich im Voraus vielleicht schon gedacht, aber andere Dinge wiederum nicht. Insgesamt aber wirklich ein rundes Ende mit einem gelungenen Pageturner!
Die Charaktere gefielen mir auch sehr gut; Ally, die sich selbst und ihre Vergangenheit durchleuchtet, ist eine Kämpferin und ich denke, dass die meisten Leser mit ihr sympathisieren werden. Sie hat ihre Ecken und Kanten, Fehler gemacht, aber ein gutes Herz und einen unbeugsamen Überlebensinstinkt, ich habe sie sehr bewundert und respektiert. Auch mit ihrer Mutter kann man sich schnell identifizieren, ihre Trauer kommt voll an und man fühlt mit ihr. Auch die ein oder andere Randfigur, die in der Geschichte auftauchte, sorgte immer für Abwechslung.

Ich muss nur leider einen Kritikpunkt loswerden, der für einen etwas negativen Beigeschmack sorgte; die fehlende Logik an manchen Stellen. Es muss an einem Thriller mit Sicherheit nicht alles fehlerfrei sein und ein bisschen Fantasie spielt immer mit, aber auch als Laie kann man an vielen Punkten keinen wirklichen Bezug zur Realität ausmachen. Kleiner Spoiler: Ally wird nach dem Absturz für tot erklärt, ohne, dass man ihre Leiche gefunden hat. Nach ihrer Leiche wird angeblich gesucht, aber es wird nicht thematisiert wie. Sie ist schwer verletzt und kann selbst mit einem erheblichen Vorsprung nicht unauffindbar sein, und in so einem Fall schon gar nicht. Es gibt deutlich erheblichere Logikfehler, die ich nur leider nicht thematisieren kann, ohne zu spoilern.

Ich kann das Buch jedem Thriller-Fan empfehlen, der keinen erheblichen Wert auf Logik legt, bzw. über die ein oder andere Unstimmigkeit hinwegsehen kann. Ansonsten ist dies nämlich ein sehr gelungener, spannender Thriller mit einer fesselnden Wendung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2019

Geschmacksache

Never Too Close
0

Inhalt:

Seit sie gemeinsam in einem Aufzug eingeschlossen waren, sind Loan und Violette beste Freunde. Das zwischen ihnen ist vollkommen platonisch - zumindest bis jetzt. Denn als Violette beschließt, ...

Inhalt:

Seit sie gemeinsam in einem Aufzug eingeschlossen waren, sind Loan und Violette beste Freunde. Das zwischen ihnen ist vollkommen platonisch - zumindest bis jetzt. Denn als Violette beschließt, dass sie nicht länger Jungfrau sein will, ist es Loan, den sie bittet, ihr auszuhelfen. Schließlich vertraut sie niemandem so sehr wie ihrem besten Freund. Loan ist von der Idee zunächst alles andere als begeistert, doch schließlich willigt er ein. Es ist ja nur dieses eine Mal ... oder?

Meine Meinung:

In vielen Dingen entscheidet der persönliche Geschmack, doch ich versuche immer möglichst objektiv zu bleiben. Die Geschichte war süß, leicht zu lesen und hatte den ein oder anderen liebenswerten Charakter parat- mehr nur leider nicht. Bei einem Buch, das solche Anerkennung genießt, geht man einfach mit einer höheren Erwartungshaltung an die Geschichte. Ich konnte einfach wenig ausmachen, das sich von den anderen üblichen 0815- Kitschromanen abhebt.

Die Charaktere

Das erste Problem, mit dem ich während des Lesens zu kämpfen hatte, war der Charakter Violette. Ich kann mich nicht nur nicht mit ihr identifizieren, ich empfand sie als wirklich unangenehme Protagonistin. Sie wirkt wie ein naives, verwöhntes Mädchen, das keinerlei Werte besitzt und nach sehr viel Aufmerksamkeit lechzt. Sie scheut nicht, andere Menschen zu hintergehen und schafft es dennoch, viele Menschen für sich einzunehmen. Etwas, das ich nicht so ganz nachvollziehen konnte.

Loan hingegen war ein wirklich angenehmer Charakter, ein bodenständiger, junger Mann, dessen Handlungen und Gedanken nicht fehlerfrei, aber menschlich sind. Er hat einen guten Kern, ist hilfsbereit und empathisch. Er wird nicht als der klassische Held aufgespielt, und das ist auch gut so. Man sympathisiert klar mit ihm, aber so soll es immerhin ja auch sein.
Die Nebencharaktere weisen eine bunte Mischung auf; von lieb und nett bis vollkommen irre. Manche mochte ich, manche waren mir etwas zu klischeehaft und aufgezogen.

Die Handlung

Eine wirkliche Handlungsentwicklung ist fast nicht möglich, da die Beziehungsebene zwischen Violette und Loan bereits zu Beginn befremdlich ist; man teilt sich ein Bett, eine Zahnbürste, kuscheln hier, Küsschen da, das war mir viel zu aufgesetzt. Eine enge Freundschaft kann man mit deutlich weniger physischer Nähe darstellen, hier war das Ganze einfach zu realitätsfern und unnatürlich. So blieb auch eine wirkliche Entwicklung aus, der Sex war eigentlich nur die Kirsche auf dem gigantischen Eisberg, der seit Seite 1 bereitsteht. Also an der Stelle wurde mein Geschmack definitiv nicht getroffen.

Auch im weiteren Verlauf ist die Geschichte sehr Klischee behaftet und hält keine wirkliche Überraschung bereit. Es gibt eine emotionale Stelle, aber auch die konnte mich nicht wirklich zu Tränen rühren, dafür wirkte das alles zu weit weg. Die „tragischen“ Vorgeschichten der Protagonisten, ohne die offensichtlich keine Geschichte dieses Genres mehr auskommt, öden mich mittlerweile nur noch an und erzeugen definitiv nicht das erhoffte Mitleid. Man bekommt vermehrt das Gefühl, Autoren dieses Genres greifen vor dem Schreibprozess in den üblichen Klischee-Topf und basteln sich etwas Neues aus all dem, was es bereits gibt. Auch hier ist das sicherlich Geschmacksache.

Sprachlich

Sprachlich habe ich nicht viel auszusetzen. Der Schreibstil war locker, einfach gehalten und leicht zu lesen. Die Dialoge waren nichts Besonderes, können so aber im Alltag ohne Weiteres vorkommen. Vor allem die Gedankengänge Loans habe ich sehr gerne verfolgt, da ich seine Einstellungen und Gefühle fast restlos geteilt habe. Bei Violette war dem nicht so, wie oben bereits beschrieben.

Zusammenfassung

Empfehlen kann ich die Geschichte jedem, der einen Hang zum Kitsch hat. Wer eher etwas sucht, das mehr der Realität entspricht, sollte sich diesem Buch lieber nicht widmen. Für mich ein klassischer Jugend-Liebesroman, mit 16 hätte ich es sicher verschlungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2019

Geschmacksache

Never Too Close
0

Inhalt:

Seit sie gemeinsam in einem Aufzug eingeschlossen waren, sind Loan und Violette beste Freunde. Das zwischen ihnen ist vollkommen platonisch - zumindest bis jetzt. Denn als Violette beschließt, ...

Inhalt:

Seit sie gemeinsam in einem Aufzug eingeschlossen waren, sind Loan und Violette beste Freunde. Das zwischen ihnen ist vollkommen platonisch - zumindest bis jetzt. Denn als Violette beschließt, dass sie nicht länger Jungfrau sein will, ist es Loan, den sie bittet, ihr auszuhelfen. Schließlich vertraut sie niemandem so sehr wie ihrem besten Freund. Loan ist von der Idee zunächst alles andere als begeistert, doch schließlich willigt er ein. Es ist ja nur dieses eine Mal ... oder?

Meine Meinung:

In vielen Dingen entscheidet der persönliche Geschmack, doch ich versuche immer möglichst objektiv zu bleiben. Die Geschichte war süß, leicht zu lesen und hatte den ein oder anderen liebenswerten Charakter parat- mehr nur leider nicht. Bei einem Buch, das solche Anerkennung genießt, geht man einfach mit einer höheren Erwartungshaltung an die Geschichte. Ich konnte einfach wenig ausmachen, das sich von den anderen üblichen 0815- Kitschromanen abhebt.

Die Charaktere

Das erste Problem, mit dem ich während des Lesens zu kämpfen hatte, war der Charakter Violette. Ich kann mich nicht nur nicht mit ihr identifizieren, ich empfand sie als wirklich unangenehme Protagonistin. Sie wirkt wie ein naives, verwöhntes Mädchen, das keinerlei Werte besitzt und nach sehr viel Aufmerksamkeit lechzt. Sie scheut nicht, andere Menschen zu hintergehen und schafft es dennoch, viele Menschen für sich einzunehmen. Etwas, das ich nicht so ganz nachvollziehen konnte.

Loan hingegen war ein wirklich angenehmer Charakter, ein bodenständiger, junger Mann, dessen Handlungen und Gedanken nicht fehlerfrei, aber menschlich sind. Er hat einen guten Kern, ist hilfsbereit und empathisch. Er wird nicht als der klassische Held aufgespielt, und das ist auch gut so. Man sympathisiert klar mit ihm, aber so soll es immerhin ja auch sein.
Die Nebencharaktere weisen eine bunte Mischung auf; von lieb und nett bis vollkommen irre. Manche mochte ich, manche waren mir etwas zu klischeehaft und aufgezogen.

Die Handlung

Eine wirkliche Handlungsentwicklung ist fast nicht möglich, da die Beziehungsebene zwischen Violette und Loan bereits zu Beginn befremdlich ist; man teilt sich ein Bett, eine Zahnbürste, kuscheln hier, Küsschen da, das war mir viel zu aufgesetzt. Eine enge Freundschaft kann man mit deutlich weniger physischer Nähe darstellen, hier war das Ganze einfach zu realitätsfern und unnatürlich. So blieb auch eine wirkliche Entwicklung aus, der Sex war eigentlich nur die Kirsche auf dem gigantischen Eisberg, der seit Seite 1 bereitsteht. Also an der Stelle wurde mein Geschmack definitiv nicht getroffen.

Auch im weiteren Verlauf ist die Geschichte sehr Klischee behaftet und hält keine wirkliche Überraschung bereit. Es gibt eine emotionale Stelle, aber auch die konnte mich nicht wirklich zu Tränen rühren, dafür wirkte das alles zu weit weg. Die „tragischen“ Vorgeschichten der Protagonisten, ohne die offensichtlich keine Geschichte dieses Genres mehr auskommt, öden mich mittlerweile nur noch an und erzeugen definitiv nicht das erhoffte Mitleid. Man bekommt vermehrt das Gefühl, Autoren dieses Genres greifen vor dem Schreibprozess in den üblichen Klischee-Topf und basteln sich etwas Neues aus all dem, was es bereits gibt. Auch hier ist das sicherlich Geschmacksache.

Sprachlich

Sprachlich habe ich nicht viel auszusetzen. Der Schreibstil war locker, einfach gehalten und leicht zu lesen. Die Dialoge waren nichts Besonderes, können so aber im Alltag ohne Weiteres vorkommen. Vor allem die Gedankengänge Loans habe ich sehr gerne verfolgt, da ich seine Einstellungen und Gefühle fast restlos geteilt habe. Bei Violette war dem nicht so, wie oben bereits beschrieben.

Zusammenfassung

Empfehlen kann ich die Geschichte jedem, der einen Hang zum Kitsch hat. Wer eher etwas sucht, das mehr der Realität entspricht, sollte sich diesem Buch lieber nicht widmen. Für mich ein klassischer Jugend-Liebesroman, mit 16 hätte ich es sicher verschlungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.11.2019

Roter Faden bleibt aus

Für damals, für immer
0

Inhalt:

Evangelines Leben war perfekt: Sie war glücklich verheiratet und erwartete ihr erstes Kind. Aber dann kommt ihr Ehemann Eamon kurz vor der Geburt ihres Sohnes auf tragische Weise ums Leben. In ...

Inhalt:

Evangelines Leben war perfekt: Sie war glücklich verheiratet und erwartete ihr erstes Kind. Aber dann kommt ihr Ehemann Eamon kurz vor der Geburt ihres Sohnes auf tragische Weise ums Leben. In einem Sekundenbruchteil verwandelt sich ihr gesamtes Glück in einen Scherbenhaufen. In dieser schweren Zeit ist Eamons bester Freund Dalton ihr rettender Engel. Doch je besser Evangeline mit der Zeit die Trauer verarbeitet, umso weniger kann sie die Gefühle unterdrücken, die sie inzwischen für Dalton entwickelt. Aber können Evangeline und Dalton glücklich werden, ohne Eamon zu verraten?



Meine Meinung:

Ich werde meine Rezension in diesem Fall in zwei verschiedene Gewichtspunkte aufteilen, da ich meinen Leseeindruck in diesem Fall nicht schildern kann, ohne etwas ins Detail zu gehen.



Sprachlich:

Kommen wir zunächst zu einer der wenigen Stärken an diesem Buch. Der Schreibstil von Cross-Smith hat seine qualitativen Seiten, denn da das Buch in drei verschiedene Sichtweisen unterteilt ist (Eamon, Dalton und Evangeline), musste sich Smith der Herausforderung stellen und sich in drei verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Gedankensträngen hineinversetzen. Dies ist ihr gut gelungen, denn man nahm als Leser ganz deutlich die verschiedenen Erzähltypen war und konnte sie auch dem jeweiligen Charakter zuordnen.

Jedoch war vor allen Dingen Evangelines Anteil sehr gewöhnungsbedürftig; der Charakter, mit dem man am meisten sympathisieren sollte, war leider gar nicht zu fassen. Trotz ihrer Trauer und ihren Gefühlsausbrüchen wirkt Evangeline stellenweise emotionslos und unsympathisch. Während Daltons und Eamons Anteile gerade so vor Liebe sprühen, sei es die brüderliche, die sie zueinander empfinden oder ihre Emotionen gegenüber Evangeline, wirkt sie immer passiv und unnahbar. Auch die Dialoge zwischen ihr und Dalton wirken unnatürlich und haben mir so manches Stirnrunzeln entlockt. Ein kleines Beispiel (kein großer Spoiler): Nicht lange nach Eamons Tod, Dalton und sie sitzen auf der Couch und schauen sich gemeinsam etwas an, da fragt sie ihn aus dem Nichts heraus, ob er sich Pornos anschauen würde und wenn ja welche. Eine frisch verwitwete Frau fragt ihren „Schwager“, ob er Pornos schaut? Das fand ich schier geschmacklos und auch einfach unglaubwürdig. Eine frischen Witwe spricht man einen gewissen Anteil an „Wahnsinn“ zu, diese Stelle jedoch hat mich leider wirklich mit Unverständnis zurückgelassen. Die Thematiken, die die beiden in der Zeit nach Eamons Tod behandeln, sind ebenfalls nicht glaubwürdig. Evangelines Hauptfokus liegt auf ungerechtfertigter Eifersucht und so drehen sich die Dialoge immer wieder um dasselbe belanglose Thema, wobei man doch eigentlich erwartet, dass sie über ihre gegenseitigen Gefühle und der mit einhergehenden Problematik sprechen. Sie kommen nie zu einem Ergebnis, sobald man über einen vergangenen Kuss spricht, geht man eine rauchen, wechselt den Raum oder eine neue Erzählperspektive setzt ein.

Generell sind die Dialoge zwischen Dalton und Evangeline nach Eamons Tod nicht als solche zu bezeichnen, die man gemeinsam trauernden Menschen zuordnen würde.



Die Handlung:

Die Handlung ist von sehr vielen Zeitsprüngen und Perspektivwechseln geprägt. Sie beginnt mit einem Ereignis aus der Zeit nach Eamons Tod, einem Moment, in dem sich Evangeline und Dalton näherkommen und springt dann in die Vergangenheit, mit Beginn der Liebesgeschichte von Eamon und Evangeline, um zwischendrin aber immer wieder in die Gegenwart und in andere Teile der Vergangenheit zu springen. So kompliziert wie es sich hier anhört hat es sich leider auch im Leseverlauf angefühlt. Es kam einfach kein roter Faden zustande, denn anstatt die Geschichte nach dem Ereignis auf der Gegenwart chronologisch von Anfang an zu erzählen, mit der Intention, dass der Leser die Gefühlsentwicklung mitverfolgen und zuletzt die Annäherung Daltons und Evangelines verstehen kann, wird der Handlungsverlauf mehr und mehr zu einem Wirrwarr aus Perspektive und Zeit. Dazu kommt, dass der Teil, der die Annäherung Daltons und Evangelines beeinhaltet, fast restlos ausbleibt. Stattdessen bekommt der Leser eine Menge Randhandlung aufgetischt, die nur wenig Einfluss auf die Handlung hat. Dazu gehören zum Beispiel zwei Frauen aus Daltons leben, mit denen er über eine längere Zeit eine körperliche Beziehung pflegt, die eigentlich ins Nichts führen. Diese Kapitel habe ich nur sehr ungerne gelesen, denn sie wiederholten sich immer wieder und gaben keine Charakterentwicklung oder sonstiges wertvolles preis. So wartete ich von Leseabschnitt zu Leseabschnitt auf das, was der Klappentext versprach, aber die Annäherung der beiden wurde in nur wenigen Seiten abgetan und ballte dann zusätzlich so viel Kitsch auf einmal, dass es einfach nicht ernst zu nehmen war.



Zusammenfassung:

Wer nach dem sucht, was der Klappentext verspricht, nämlich nach einer emotionalen Geschichte, die aus dem echten Leben gegriffen scheint und dem Leser vielleicht einige Denkanstöße mitgibt, der wird hier leider enttäuscht. Die eigentliche Thematik geht leider durch Randhandlungen und Eifersuchtsdrama unter.