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Veröffentlicht am 09.12.2018

packender MEDIZIN-Thriller mit Verbesserungsbedarf

Unter dem Messer
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Ich habe mich im Rahmen einer Leserunde für das Buch beworben und wurde als Leser ausgewählt. Mich haben drei Gründe bewogen, das Buch lesen zu wollen. Zum einen, weil es sich um einen Thriller aus dem ...

Ich habe mich im Rahmen einer Leserunde für das Buch beworben und wurde als Leser ausgewählt. Mich haben drei Gründe bewogen, das Buch lesen zu wollen. Zum einen, weil es sich um einen Thriller aus dem medizinischen Bereich handelt, weil der Autor selber ein Arzt ist und die Rahmengeschichte (unter anderem Nanotechnologie und der Einsatz neuer Techniken in der Medizin) angesprochen haben. Wahrscheinlich liegt es auch daran, da ich selber im Gesundheitswesen tätig bin, mit moderner Röntgentechnik umgehe und medizinisches Spezialequiqment zur Behandlung von Herzerkrankungen einsetze.

In der Geschichte wacht die renommierte Chirurgin Rita Wu nackt auf einem OP Tisch auf, auf dem sie selber in Kürze mit einem neuen chirurgischen Roboter eine Operation durchführen soll. Und als wenn das nicht reicht, hört sie plötzlich eine Stimme in ihrem Kopf. Diese übernimmt die Kontrolle über Rita und fordert Sie auf…… Nun ja! Das sollte erst einmal reichen.

Das Cover hat mir zu Beginn zugesagt. Als ich jedoch das amerikanische Originalcover gesehen habe, hätte ich mir dieses auch für den deutschen Markt gewünscht.

Wie ich schon erwähnte ist der Autor Kelly Parsons selber als Mediziner tätig. Sein Spezialgebiet ist die Chirurgie und er lehrt als Professor an zwei amerikanischen Universitäten. Auf seiner Homepage erfährt man, das er seit über 20 Jahren Vorlesungen und Schulungen bei Ärzten, Krankenschwestern, Krankenhausleitern, Wissenschaftlern, Medizinstudenten, Führungskräften, Patientengruppe und Gemeinschaftsorganisationen hält.

Warum ich das so ausführlich erläutere? Kelly Parsons hat einen mitreissenden tollen Schreibstil, welcher mich zu Beginn wirklich mitgereisten hat. Man merkt, das er in der Materie steckt und diese auch gut vermitteln kann. Statt einzelner Überschriften in den Abschnitten, nutzt er den Namen der Charaktere, um die Geschichte zu erzählen. Dies war am Anfang für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber ansonsten wirklich praktisch. So konnte ich mich immer schnell auf den entsprechenden Charakter einstellen. Die Hauptakteure werden gut beschrieben und durch diverse Rückblenden erfährt der Leser einiges über die Vergangenheit. Die Inhalte sind so „platziert“, das man langsam an die Geschichte herangeführt wird und die Charaktere und deren Verhalten besser einordnen kann.

Das Fachwissen wird zu Beginn spannend ins Spiel gebracht. Im Zwischenteil merkt man aber auch schnell, dass der Autor ein wenig „zu sehr“ in der Materie ist und vergisst, das nicht jeder Leser „vom Fach“ ist. Über viele Seiten beschreibt er in aller Ausführlichkeit medizinisches Equipment und Vorgehen. Wenn man nicht vom Fach ist, kann man aber mit einigen Sachen nichts anfangen. So wird für viele Leser der „C-Bogen“ (welcher mehrfach erwähnt wird) ein Rätsel bleiben. Dabei wäre es so einfach gewesen, dem Leser dieses fahrbare Röntgengerät in einem Nebensatz erklären zu können. Das hätte aber auch dem Lektor oder Übersetzer auffallen können. Und wenn man schon den Inhalt nicht ändern möchte, hätte ein medizinisches Glossar ein wenig mehr Klarheit bringen können.

Der ausführliche medizinische Mittelteil, „bremst“ die Geschichte aus und läßt den Spannungsbogen abfallen. Zum Ende hin überschlagen sich dann aber die Ereignisse und ein kommt zu einem fulminanten Finale. Meiner Meinung nach wirkt es ein wenig überzogen.

Mir hat das Buch dennoch gefallen. Die Idee mit den Nanoteilchen und dem medizinischen Equipment sind nicht weit hergeholt. Ein paar Anleihen (Story und Charaktere) aus „Greys Anatomy“, „Terminator“ und „Anatomy“ haben der Story keinen Abbruch getan. Gerade Fans von „Greys Anatomy“ werden sich dabei ertappen, den ein oder anderen Charakter zu vergleichen.

Den medizinischen Hintergrund als Setting für einen Thriller zu nutzen, ist nicht neu. Kelly Parsons hat seine Geschichte, bis auf einen etwas langatmigen, aber mit vielen Backgroundinformationen gespickten Zwischenteil, sauber und gut zu Papier gebracht. Es empfiehlt sich jedoch ein medizinisches Interesse mitzubringen und sich „anstecken“ zu lassen.

Veröffentlicht am 10.01.2019

Viele tolle und zum Teil atemberaubende Fotos aus der "Nachbarschaft"

DuMont Bildband Peaks of Europe
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Da ich selber gerne fotografiere, mag ich große Fotobildbände. Ich lasse mich durch diese Bände selber inspirieren und genieße die darin enthaltenen Landschaftsbilder. 

Mit "Peaks of Europe" hat der Fotograf ...

Da ich selber gerne fotografiere, mag ich große Fotobildbände. Ich lasse mich durch diese Bände selber inspirieren und genieße die darin enthaltenen Landschaftsbilder. 

Mit "Peaks of Europe" hat der Fotograf Johan Lolos ein tolles Werk geschaffen. Er ist als Influencer über Instagramm und anderen Onlinemedien bekannt geworden und reiht sich mit seinen Fotos in das Genre der „German Roamers“ ein.

Der Bildband ist hochwertig verarbeitet und bringt auch einiges an Gewicht mit. Ein dicker stabiler Umschlag schützt die darin enthaltenen 256 Seiten. Hier fehlt mir leider wieder ein Leseband, um schnell eine Seite wiederzufinden.

Auf den ersten Seiten erfährt der Leser, wie Johan Lolos zu diesem Projekt gekommen ist. Man muss nicht immer die ganze Welt bereisen, um tolle Motive für sich zu finden. Vieles liegt direkt vor unserer Haustür. Die Reise durch Europa brauchte aber auch eine ordentliche Vorbereitung und viele Partner zur Finanzierung einer solchen Reise. Nachdem dies geregelt war, ging die Reise im Mai 2017 los und führte Johan innerhalb von fünf Monaten durch 17 Länder Europas.

Die Bilder sind vom Feinsten und spiegeln die Natur in den einzelnen Ländern in einer Weise wieder, die man als „Otto-Normal Besucher“ wahrscheinlich nicht sehen bzw. fotografieren würde. Oftmals war frühes Aufstehen wichtig, um die Motive im besten Licht zu bekommen. Oder auch einfach mal Glück, dass der Himmel aufreißt und die Sicht auf Berg oder Tal freigab. 

Diese begleitenden Infos finden sich in drei bis sechs kurzen Sätzen zu jedem Bild, wie z.B. die Entstehungsgeschichte. Daneben sind auch die Koordinaten der Orte dokumentiert. So kann man die Stellen bei Bedarf selber wiederfinden und seine eigenen Fotos machen.
Die Aufteilung der Bilder auf den einzeln Seiten ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Oft ist sehr viel leerer Raum übrig. Dieser bleibt einfach weiß. Hier hätte man größere oder mehr Bildern einfügen können. Vielleicht hätte auch ein wenig mehr Begleittext gut getan. Natürlich kann man hier auch seine eigenen Notizen reinschreiben. Ich gehe mal nicht davon aus, das es so gedacht ist.

Zwischen den einzelnen Locations findet sich ein wenig mehr Information in Textform (oft über zwei Seiten). Warum z.B. dieses Land so wichtig für Johan war, mit wem er es bereist hat..... einfach ein bißchen mehr Background.

Mir persönlich fehlte ein wenig der technische Hintergrund. So hätte ich mit gewünscht zu erfahren, welches Equipment (z.B. Kamera, Objektive, Drohne.....) genutzt wurde und vielleicht auch der ein oder andere Tipp zur Einstellung oder Nachbearbeitung (falls diese stattgefunden hat). Dies hätte gut in ein eigenes Kapitel gepasst. Stattdessen habe ich oft lesen müssen, das immer wieder "Glück mit dem Wetter" wichtig war.

Unter dem Strich bleiben aber die tollen Fotos, welche mich angesprochen haben. Das Buch wird vor allem Leute ansprechen, welche gerne in der Natur unterwegs sind und sich mit Landschaftsfotografie beschäftigen.

Wer von den Bildern nicht genug bekommen kann, sollte sich weitere Werke auf den Onlineplattformen von Johan Lolos ansehen. Erst hier habe ich dann unter anderem meine Antworten zur Ausstattung und Bearbeitung gefunden.

Veröffentlicht am 05.01.2019

der lange Weg durch die „Wüste Gobi“ und die „Wüste Messner“

Gobi (DuMont Reiseabenteuer)
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Es gibt kaum eine Person, die so polarisiert wie Reinhold Messner. Alleine schon die Tatsache, das 14 Jahre nach erscheinen der ersten Auflage des Bandes eine „Neuauflage“ erscheint, mag manchen Leser ...

Es gibt kaum eine Person, die so polarisiert wie Reinhold Messner. Alleine schon die Tatsache, das 14 Jahre nach erscheinen der ersten Auflage des Bandes eine „Neuauflage“ erscheint, mag manchen Leser irritieren. Aber warum nicht. Das Titelfoto ist wirklich gut geworden. Mein Sohn meinte dazu, Reinhold Messner sehe darauf aus wie der „letzte Jedi“ aus Star Wars 8. Hier erahnt man schon, was er in den vergangenen Jahrzehnten mitgemacht hat.

Das Taschenbuch umfasst 272 Seiten. Im Buch befinden sich im Mitttelteil und verteilt in den 11. Kapiteln diverse schwarz weiß Fotos von seiner Reise. Im Klappentext befindet sich eine Karte mit dem Verlauf seiner Reise. Ich finde so was immer ganz gut, da ich mir dann ein besseres Bild der Route machen kann.

Reinhold Messner ist als „Grenzgänger“ bekannt geworden. Er bestieg alle „Achttausender“ (zum Teil alleine und ohne Sauerstoffmaske), 2800 Kilometer Antarktis Durchquerung und diverse andere Unternehmungen. Und da ihm das nicht reichte, beschloss er im Alter von 60 Jahren im Jahre 2004 zur einer Längsdurchquerung der Wüste Gobi (Mongolei). Alleine und nur mit dem nötigsten Equipment machte er sich auf den gut 2000 Kilometer langen Weg durch die Wüste.

Der Titelzusatz „die Wüste in mir“ läßt schon erahnen, das es bei einer Reise nicht nur um die Reise durch die Wüste als solche geht, sondern er sich auch in dem Buch mit sich selbst beschäftigt. In den Jahren hat Reinhold Messner viel publikumswirksame Auftritte hingelegt, in Filmen mitgespielt, diverse „Messner Mountain Museen“ (MMM) eröffnet, Interviews gegeben und Bücher geschrieben. Dabei hat er sich einen tollen Schreibstil angeeignet, welcher sich auch in diesem Buch wiederfinden läßt.

Ich habe das Buch in wenigen Tagen durchgelesen. Es ist ein flüssiger Schreibstil, welcher mich einfach mitgerissen hat. Hut ab! Der ein oder andere Abschnitt wird von ihm aber auch ein wenig „theatralisch“ bzw. „dramatisch“ ins Bild gerückt.

Inhaltlich findet der Leser in dem Buch einen tollen Reisebericht durch die Wüste und deren Bewohner und einen Rückblick über das Leben von Reinhold Messner. Diese Rückblicke hat er dabei geschickt in sein Buch verwoben. Gerade in der Einsamkeit der Wüste „denkt“ er viel über seine Vergangenheit nach. Dabei versteht es Reinhold Messner sehr gut, auch die tragische Geschichte seines Bruders Günther Messner einfließen zu lassen. Da ihn dieses Ereignis damals schwer getroffen und mitgenommen hat, wird es immer wieder aufgegriffen. Es wirkt für mich als Leser wie eine „Abrechnung“ mit den damaligen und heutigen Kritikern, welche Reinhold eine „Mitschuld“ am Tod seines Bruders gegeben haben. Da sich das komplette letzte Kapitel noch mal mit dem Tod seines Bruders beschäftigt, war es meiner Meinung nach definitiv ein einschneidendes Erlebnis.

Wir erfahren aber auch viel aus seiner Kindheit, seinen Eltern, Geschwistern, seinen Werdegang und seine eigenen Familie. Und gerade der Widerspruch eine eigene Familie zu haben und diese immer wieder zu verlassen, um „Grenzerfahrungen“ zu machen und dabei auch sein Leben zu riskieren polarisiert die Leserschaft.

Der Leser erfährt aber auch, dass die Wüste Gobi ist in weiten Teilen ein lebensfeindlicher Raum ist. Reinhold Messner durchquert diese zu Fuß, läßt sich aber auch in PKW´s oder LKW´s mitnehmen und besteigt auch mal ein Pferd. Der Leser erfährt viel über die Nomaden, die den widrigen Lebensbedingungen tagtäglich trotzen und ihn immer wieder als ihren Gast aufnehmen und bewirten. Abseits von Technik und Konsum werde ich als Leser in diese Welt mitgenommen. Ohne die Gastfreundschaft der Nomaden, die mit Ihren Jurten Wind und Wetter trotzen, hätte es Messner definitiv nicht geschafft. Bei einem längeren Wüstenabschnitt ohne Brunnen und Nomaden, plagt ihn der Selbstzweifel, die Einsamkeit und er macht sich bewußt, das er alt geworden ist. Sein „geschundener“ Körper kommt an seine physische Grenzen. Am besten beschreibt es dieses Zitat:

„Mein Weg durch die Wüste war auch ein Weg durch mich selbst. Diesmal kam keine Erlösung am Ende, nur die Einsicht in das eigene Altern. Sogar das Bewusstsein sterben zu müssen, gehört jetzt mit dazu. Und dieses Bewusstsein des eigenen Todes bleibt, als sei ich schon vor meiner Zeit an mein Ende gekommen.“

Das Buch ist es definitiv wert gelesen zu werden. Trotzdem habe ich (gerade nach dieser Neuauflage) einen faden Beigeschmack in Bezug auf die „Selbstinszenierung“ und „Vermarktung“ von Reinhold Messner.

Veröffentlicht am 16.12.2018

„Bilder sagen mehr als tausend Worte.“

Pakistan Now
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…… dieses Zitat beschreibt am besten den Inhalt des Bildbandes von Monolo Ty, welcher jetzt vom DuMont Reiseverlag auf den Markt gebracht wurde. Monolo Ty (Jahrgang 1985) ist ein deutscher Fotograf welcher ...

…… dieses Zitat beschreibt am besten den Inhalt des Bildbandes von Monolo Ty, welcher jetzt vom DuMont Reiseverlag auf den Markt gebracht wurde. Monolo Ty (Jahrgang 1985) ist ein deutscher Fotograf welcher laut Wikipedia durch seine sozialdokumentarischen Fotografie und seine Porträts bekannt geworden ist.

In dem 320 Seiten langen 2,2 kg schweren Buch finden sich mehr als 300 beeindruckende Fotografien aus der Kamera von Monolo Ty. Dabei war das Projekt nicht von Anfang an in „trockenen Tüchern“. In der Einleitung erfährt der Leser von seiner ersten grossen Reise durch Pakistan und den 13.000 mitbrachten Fotos, von denen 3000 Bilder in die engere Auswahl gekommen sind. Er brachte anschließend in Eigenregie den ersten Bildband auf den Markt. Dieser „schlug ein wie eine Bombe“ und war Innerhalb von kurzer Zeit vergriffen.

Nach dem Erfolg begab sich Monolo Ty noch mal die Reise nach Pakistan um weitere Landesteile zu erkunden. Mit weiteren 20.000 Bildern kam er zurück und entschloss sich zusammen mit dem DuMont Reiseverlag eine neue Ausgabe auf den Markt zu bringen. Dazu wurde das Design geändert und das Bildmaterial komplett überarbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Aber warum Pakistan? Das Land ist zweieinhalb mal so groß wie Deutschland. Es zählt zu den gefährlichsten Ländern der Welt und ist kaum touristisch erschlossen. Monolo Ty sagt selber: „Meine Aufnahmen sollen dazu einladen, die Schönheit der Vielfalt zu feiern und stolz darauf zu sein.“ (Seite 9). Die Bilder der ersten Reise entstanden mit einem 50mm Objektiv. Damit musste er schon nahe an die Menschen ran, um diese Fotos zu machen. Bei der zweiten Reise nahm er zusätzlich noch ein Weitwinkelobjektiv mit, um die Landschaft abzulichten. Da er die Menschen und die Natur unverfälscht darstellen wollte, hat er das normale Tageslicht genutzt und instinktiv dem Auslöser gedrückt.

Um so nah an die Menschen zu kommen, musste er erst einmal ihr Vertrauen gewinnen. Die Bilder zeigen genau das! Menschen hautnah begleiten zu dürfen und sie in ihrem Alltag abzulichten. Das kommt in dem Bildband auf jeder Seite mit jedem Foto rüber. Die Fotos wurden nicht nur in Pakistan, sondern weltweit gefeiert.

Die Fotos zeigen das alltägliche Leben in Pakistan, seiner Bewohner, die beeindruckende weite Landschaft, historische Gebäude und vieles mehr. Viele Fotos sind in schwarz/ weiss und setzten durch das Kontrastspiel die Objekte ins rechte Licht. Das Buch ist auch für Hobby- und Profifotografen ein tolles Lehrbuch, von dem man sich was abschauen kann.

Mit jedem Foto kommt man ein wenig mehr hinter das Geheimnis des unbekannten Pakistans und seiner Menschen. Ein Bildband, der seinesgleichen sucht.

Veröffentlicht am 15.12.2018

entspannter Städtebummel vom Sofa aus :-)

Lonely Planet Bildband Weltstädte
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Lonely Planet ist bekannt für seine außergewöhnlichen Bucherscheinungen. Hier reiht sich auch der Bildband „Weltstädte - Mit Lonely Planet zu den faszinierendsten Metropolen“ ein. Ein großformatiges, 424 ...

Lonely Planet ist bekannt für seine außergewöhnlichen Bucherscheinungen. Hier reiht sich auch der Bildband „Weltstädte - Mit Lonely Planet zu den faszinierendsten Metropolen“ ein. Ein großformatiges, 424 Seiten starkes (und auch schweres) Buch welches den Leser mit Rund um die Welt nimmt und 200 Städte vorstellt.

Zu Beginn gibt es einen kurzen Abriss aus der geschichtlichen Entwicklung der Städte. Anschließend stellt Tony Wheeler (einer der Mitbegründer von Lonely Planet) seine Top 10 Städte vor. Cool wäre es gewesen, wenn man als Leser nun auch noch ein paar leere Seiten hätte, um seine Favoriten eintragen zu können.

Danach findet man in der Rubrik „die besten Städte……“ in welchen Städten man z.B. die beste Livemusik, den besten Familientrip, den besten Kaffee findet, die besten Museen und weiteres finden kann.

Auf insgesamt sechs Karten sind die aufgeführten Städte abgebildet. Dies ist besonders für Kids interessant, um sich auf der Weltkarte zu orientieren und die Städte so besser zuordnen zu können. Natürlich kommt es auch einem Erwachsenen entgegen, der eine Tour durch einen Teil der Metropolen planen möchte.

Auf den kommenden Seiten werde nun die einzelnen Städte vorgestellt. Dazu nimmt jede Stadt eine Doppelseite Platz ein. Dies ist auch vonnöten, da hier auch viele Fotos eingebettet sind. Diese geben einen ersten Eindruck von der Stadt, den Menschen, deren Sehenswürdigkeiten oder anderen Perspektiven. Der Aufbau der Seiten ist ansonsten fast immer gleich:

- Städtename und Land
- ein paar kurze einleitende Worte
- Zahlen und Fakten (Einwohner, Größe, Gründung….)
- Topografie
- Bevölkerung
- beste Reisezeit
- der perfekte Tag (ein empfohlener Tagesablauf)
- Stärken
- Schwächen (worunter z.B. auch offen vor Kleinkriminalität gewarnt wird)
- Goldmedaille für…
- Hauptrolle in… (welche Filme in dieser Stadt gedreht wurden)
- Import (was diese Stadt anzieht oder eingeführt hat)
- Export (was diese Stadt bekannt macht bzw. gemacht hat)
- Geniesse…
- Iss….
- Trink
- Mache…
- Schau…
- Kauf…
- Besuche….
- nach Sonnenuntergang
- Stadtlegende

Diese Aufteilung ist wirklich praktisch und liefert viele praktische Informationen. Für einen ersten Einblick reichen diese auf alle Fälle. Klar ersetzten sie keinen Reiseführer, können aber Appetit auf mehr machen.

Wir habe einen gesonderten Blick auf die Städte Vancouver, San Francisco und Seattle geworfen., da wir diese (neben vieler anderen Städte aus dem Bildband) ebenfalls besucht haben. Wir haben die Städte schnell "wiedererkannt" und auch die Tips und Hinweise dazu konnten wir unterstreichen.

Bei meinen Rezensionen achte ich immer auf Familienfreundlichkeit. Dabei ist es mir/ uns wichtig, das in Reiseführern und Bildbänden sich alle Altersgruppen angesprochen fühlen und Angebote vorfinden. In diesem Bildband wird unter anderem auch auf Aktivitäten für Familien aufmerksam gemacht. Viele Städte bieten viel für Eltern mit Kindern (Museen, Parks, Outdoor-Aktivitäten, Strände …..). Auch bei der Vorbereitung auf das ein oder andere Referat kann der Bildband behilflich sein.