Big Brother mit Autoren
Bookish GameDieses Buch ist eines der schönsten Softcover, die ich je sah. Der Farbschnitt ist toll, innen findet man zu jedem Kapitel eine tolle Illustration zur jeweiligen Person um die es in dem Kapitel geht.
Also ...
Dieses Buch ist eines der schönsten Softcover, die ich je sah. Der Farbschnitt ist toll, innen findet man zu jedem Kapitel eine tolle Illustration zur jeweiligen Person um die es in dem Kapitel geht.
Also allein von der Aufmachung her ist das Buch eine 10/10. Aber es ist eben auch ein Beispiel dafür, dass Optik nicht alles ist. Auf den Inhalt kommt es an und das ist hier das Problem:
Es geht um vier Autoren: Vivian, Blair, Richard und Lio. Blair ist die Erfolgreiche, Vivian das eigentliche Talent, Richard der Verleger und Lio ist einfach nur da. Bis zur Hälfte oder gar dem letzten Drittel ist er wenig bis gar nicht relevant.
Diese vier Autoren sind in einem Haus, in dem für die Community überall Kameras versteckt sind damit die Zuschauer alles miterleben können. Am Ende gewinnt einer der vier einen Award. Die Zuschauer voten für ihren Liebling. Alle vier Autoren kennen sich, hatten eine geschäftliche oder private Beziehung zueinander.
Nach und nach erfährt man, dass keiner der vier wirklich sauber ist. Alle sind auf ihren eigenen Vorteil bedacht oder haben Leichen im Keller.
Ich fand dieses dramatische Getue unter den vieren völlig überzogen. Es las sich als würden Schauspieler über die Oscar-Verleihung streiten. Für die Buchbranche fand ich es völlig überzogen. Sicher ist das auch ein marketingbasiertes schmutziges Geschäft, aber so???
Die Charaktere mochte ich alle nicht und die Seiten wurden mit übertrieben philosophischen Anekdoten gefüllt. Wer unterhält sich so?? "Ich habe gebrannt, aber du hast gezündet." "Ich schreibe kein Buch, ich schreibe mich." In jedem Gespräch entstanden ohne wirklichen Inhalt diese übertriebenen deepen Textpassagen und es hat so gar nicht gepasst finde ich. "Ich habe deinen Wert erkannt. Ich habe dich gesehen, nicht nur, das was du tust." Ich fand das total deplatziert.
Es ist selten, dass ich einen Schreibstil so gar nicht mag, aber hier trifft das voll zu. Und diese Big Brother Vibes fand ich auch total angemessen.
Richard war auch ganz furchtbar. Er macht einfach mit jeder Frau rum.
Man hat auch nie erfahren, was die Leute in dem Haus eigentlich so gemacht haben. Wie haben sie sich die Zeit vertrieben? Haben sie eigentlich gearbeitet? Geschrieben? I don`t know.
Und wofür genau gab es den Award?
Fazit: Außen, tolles Buch; innen: nicht mein Geschmack, sorry.