"Madwoman" von Chelsea Bieker ist ein intensiver, bedrückender Roman über Mutterschaft, Gewalt und das Erbe familiärer Traumata. Schonungslos genau wird geschildert, wie die junge Frau Clove unter dem ...
"Madwoman" von Chelsea Bieker ist ein intensiver, bedrückender Roman über Mutterschaft, Gewalt und das Erbe familiärer Traumata. Schonungslos genau wird geschildert, wie die junge Frau Clove unter dem Gewicht ihrer Vergangenheit zusammenzubrechen droht, sowohl im gegenwärtigen Leben als junge Mutter als auch in Rückblenden auf ihre Kindheit.
Aufgewachsen in einer kaputten Familie, in der der Vater die Mutter unterdrückte, terrorisierte und verprügelte und außerdem mit Suizid drohte, scheint Clove sich in ein neues, heiles Leben als erwachsene Frau gerettet zu haben: mit einem harmlosen, freundlichen, netten Mann an ihrer Seite und zwei kleinen Kindern. Ihr Mann ahnt nichts von ihrer Geschichte.
Doch die Schatten der Vergangenheit holen sie immer wieder ein: in Form von depressiven Episoden, Nervenzusammenbrüchen, extrem ängstlich-kontrollierendem Verhalten den Kindern gegenüber und einer Kaufsucht. Dann wird Clove auch noch von einem Brief aus der Vergangenheit eingeholt und fürchtet, dass ihre mühsam aufgebaute Kulisse eines perfekt wirkenden Lebens endgültig zusammenbrechen und ihre Ehe und Familie mit sich reißen könnte.
Zuerst hat mich das Buch sehr gepackt, weil es mit unglaublich starken Sätzen beginnt: "Die Welt ist nicht für Mütter gemacht. Und doch haben Mütter die Welt gemacht. Die Welt ist nicht für Kinder gemacht. Und doch sind Kinder die Zukunft." Auch sind insbesondere im ersten Teil einige Szenen aus dem Alltag einer jungen Mutter sehr realistisch, authentisch und gleichzeitig humorvoll geschildert.
Leider schafft die Geschichte es nicht, dieses prägnante und hohe Niveau über alle 300 Seiten zu halten: zwischendurch gab es so einige Längen und die Details von Cloves psychischem Zustand und Verfall werden in einer Ausführlichkeit geschildert, die mich manchmal gelangweilt hat. Auch habe ich einige der weiteren Charaktere als sehr blass gezeichnet empfunden, was möglicherweise Cloves eigener selbstzentrierter Perspektive als unzuverlässiger Erzählerin geschuldet ist, aber die Lektüre streckenweise mühsam für mich gemacht hat.
Dennoch war es insgesamt eine spannende Geschichte, die zum Nachdenken über die langen Schatten familiärer Traumata anregt, überwiegend interessant erzählt ist und neugierig auf das Ende macht. So ist es ein Buch, das ich jenen, die sich für Familiendynamiken interessieren und keine Probleme mit der Schilderung familiärer Gewalt haben sowie bereit sind, sich auf ein paar Längen einzulassen, durchaus empfehlen kann.
„Das gefährliche Alter“ – was für ein spannender Titel für einen 115 Jahre alten Klassiker, der im Jahr 1910 erschienen ist! Um welches Alter mag es hier wohl gehen? Und was macht dieses Alter wohl so ...
„Das gefährliche Alter“ – was für ein spannender Titel für einen 115 Jahre alten Klassiker, der im Jahr 1910 erschienen ist! Um welches Alter mag es hier wohl gehen? Und was macht dieses Alter wohl so gefährlich?
Es geht um die Jahre ungefähr zwischen 40 und 50 Jahren, bei Frauen ungefähr die Wechseljahre. Die Zeit, in der es gilt, von der Jugend Abschied zu nehmen und sich auf eine neue Lebensphase einzulassen. In den Worten der Ich-Erzählerin dieses Buches: „Wir sind in diesen Jahren verrückt, kämpfen jedoch dafür, klug zu erscheinen.“
Verrückt, so haben wohl die angepassten Teile der Gesellschaft die Emanzipationsbestrebungen mancher Frauen in diesem Alter wahrgenommen und nicht wenige von ihnen sind dafür zumindest temporär in der Anfangszeit der Psychoanalyse als Neurotikerinnen psychoanalytisch behandelt worden. Das wird in diesem Buch kurz erwähnt, ist aber nicht Kern davon, hier geht es im Wesentlichen um Selbstwerdung und Befreiung.
Heute, im Jahr 2025, sind die „Wechseljahre“ ein Trendthema geworden und laufend erscheinen neue Bücher dazu. Früher war das ganz und gar nicht so. Umso bemerkenswerter, dass dieses Buch schon damals ein Bestseller war, mit dem die Autorin bekannt geworden ist, auch wenn es auch einigen Widerstand und sogar eine anonyme Schmähschrift dazu gab.
Wir erleben das Buch aus der Sicht der Ich-Erzählerin Elsie, einer Frau Anfang 40. Elsie ist eine außergewöhnlich selbstbewusste und emanzipierte Frau für ihre Zeit, die für ihre Entscheidungen einsteht und selbst Verantwortung für ihr Leben übernimmt, ohne irgendjemand anderem die Schuld dafür zu geben: „Ich klage niemanden wegen meines Lebens an. Ich bin selbst Herrin darüber gewesen.“
Elsie hat sich vor kurzem von ihrem Ehemann getrennt, um alleine, nur begleitet von zwei Dienstbotinnen, in ein abgelegenes Anwesen am Meer zu ziehen. So schreibt sie etwa an eine Freundin: „Du weißt so gut wie alle anderen, dass wir es miteinander so gut hatten, wie zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts es wohl überhaupt haben können. Zwischen uns ist nie ein böses Wort gefallen. Aber ich habe nun einmal diesen Einfall bekommen, oder wie auch immer Du es bezeichnen möchtest, dass ich allein leben muss. Ganz allein für mich selbst und mit mir selbst.“
In diesem Anwesen verbringt Elsie eine ruhige Zeit mit Baden im Meer und Briefe schreiben. Von den Mühen der Erwerbsarbeit und häuslichen Tätigkeiten ist sie durch ein Erbe, das genug jährliche Zinsen abwirft, befreit. Es ist klar eine Erzählung einer Frau aus der gesellschaftlich privilegierten Schicht. Dennoch kommt ergänzend im Buch an verschiedenen Stellen, etwa in schriftlichen Ratschlägen an Bekannte, immer wieder vor, dass es für eine Frau eine gute Idee sei, eine Tätigkeit zu erlernen, mit der sie selbst für ihr Auskommen sorgen könne.
Elsie selbst scheint also ihren Mann und eine grundsätzlich solide, aber für sie langweilige, Ehe, verlassen zu haben, um alleine zu leben und sich selbst zu finden. Im Kontrast dazu schreibt sie Briefe an eine Freundin von ihr, die scheinbar ihre Erfüllung im häuslichen und familiären Dasein zu finden scheint, doch Elsie beklagt, die Freundin als Person kaum mehr zu wahrzunehmen. So wünscht sie sich etwa in einem Brief von ihr: „…obwohl ich voraussehe, dass er zu neunzig Prozent von Deinen Kindern und zu zehn Prozent von Deinem Mann handeln wird, während ich lieber zu einhundert Prozent von Dir lesen möchte.“Ja, Elsie geht sogar so weit, zu sagen, eine Frau, die sich nicht für die Ehe eigne, begehe „ein Verbrechen an ihrem eigenen Wesen, wenn sie sich an einen Mann bindet.“
Doch ist das das einzige, worum es geht: Freiheit, Selbstbestimmung und alleine leben als Frau? Nein, da ist noch ein weiteres Thema, das damals wohl ebenfalls gesellschaftlich ein Tabu war: im Hintergrund gibt es noch einen Mann, acht Jahre jünger als Elsie, und seit zehn Jahren in ihrem Leben, als Anfang 30 war und er Mitte 20. Damals ein junger Mann ohne viele Mittel, heute ein aufstrebender Architekt. Er hat das Rückzugsanwesen am Meer nach ihren Wünschen geplant, ohne zu wissen, dass es für sie sein würde. Welche Rolle wird diese ungewöhnliche Anziehung in der Geschichte spielen und wie findet sie sich ein in diese Erzählung der Selbstbefreiung von gesellschaftlichen und ehelichen Zwängen?
Vorab schon mal so viel, ohne zu spoilern: das Buch ist keinesfalls hauptsächlich eine Liebesgeschichte, sondern deutlich mehr eine Erzählung über Befreiung und Selbsterkenntnis in einem Lebensalter, das starken Wandel mit sich bringt.
Die Sprache ist frech, pointiert und humorvoll, dabei an vielen Stellen voll von tiefgründigen Weisheiten, die zum Hinterfragen anregen und ermutigen, eine positive Einstellung zum Älter-Werden zu finden:
„Letzten Endes ist das Alter ein ansehnliches Ziel. Ein Gipfel, den es zu erklimmen gilt. Ein Berg, von dem aus man das Leben von allen Seiten überblickt – sofern man nicht auf dem Weg nach oben von dem ewigen, fallenden Schnee geblendet wird. Vor dem Alter habe ich keine Angst, aber vor dem Übergang.“
„Niemand hat jemals laut die Wahrheit ausgesprochen, dass die Frau mit jedem Jahr, das vergeht – wie, wenn es auf den Sommer zugeht und die Tage länger werden – mehr und mehr Frau wird. Sie stumpft nicht ab in dem, was ihr Geschlecht betrifft, sie reift bis weit in den Winter hinein.“
Insgesamt ist es ein kurzweiliges und amüsantes Buch, das sich locker und unterhaltsam liest und so einige überraschende Entwicklungen aufweisen kann, dabei unkonventionell und zeitlos ist und zum Nachdenken über das Leben, das Älter-Werden und insbesondere über die Wechseljahre als Frau anregt. Ich kann diesen vergnüglichen und zeitlosen Klassiker einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen.
Danke dem Verlag dafür, diesen tollen Klassiker neu herausgebracht und am Ende mit einem lesenswerten Nachwort mit Informationen zum Leben der Autorin und der Rezeptionsgeschichte des Buches ergänzt zu haben.
Dieses Buch eines norwegischen Autors ist ein unterhaltsames und informatives Sachbuch über einen Sinn, der in der heutigen Zeit oft weit weniger beachtet wird als die anderen. Wie im Buch ausgeführt, ...
Dieses Buch eines norwegischen Autors ist ein unterhaltsames und informatives Sachbuch über einen Sinn, der in der heutigen Zeit oft weit weniger beachtet wird als die anderen. Wie im Buch ausgeführt, ist die moderne Welt hauptsächlich auf den Sehsinn ausgerichtet, gefolgt vom Hörsinn - interessanterweise auch die einzigen beiden Sinne, die auch digital gut vermittelt werden können. Dadurch wurden Riechen, Tasten und Fühlen noch einmal mehr zurückgedrängt, als das früher schon der Fall war. Und doch spielt der Geruchssinn zumindest unterbewusst bis heute eine große Rolle für unsere Orientierung in der Welt, so hängen etwa auch Geruchssinn und Orientierungssinn eng zusammen.
Historisch betrachtet geht die Geschichte des Geruchssinns und seiner Bedeutung für die Menschen weit zurück, wie das Buch aufzeigt: in vielen kleinen, übersichtlichen Unterkapiteln erfahren wir Spannendes zum Verhältnis der Menschheit zu den verschiedenen Sinnen und insbesondere zum Geruchssinn im Laufe der Geschichte: wie allgegenwärtig viele unangenehme Gerüche wohl schon zur Zeit der alten Römer waren - und wie wenig diese in den historischen Quellen erwähnt werden: denn man gewöhnt sich schnell an Gerüche, die man immer vor der Nase hat, und außerdem ist es sehr subjektiv, welche Gerüche als unangenehm empfunden werden.
Sehr interessant waren für mich auch die Forschungsergebnisse zur Geruchswahrnehmung von Kindern, die meist erst irgendwann im Alter von 4 bis 8 Jahren beginnen, den Geruch von Exkrementen als unangenehm einzustufen: ein Hinweis darauf, dass dabei wohl auch die kulturelle Prägung eine starke Rolle spielt.
Das Buch liest sich leicht, schnell und angenehm und dabei lernt man viel: darüber, wie stark Gerüche uns immer noch prägen und wie sich etwa die meisten Menschen kurz nach dem Händeschütteln instinktiv mit der Hand an die Nase fassen, um geruchliche Informationen über das Gegenüber aufzunehmen, über die historische Diskriminierung und Herabwürdigung von Frauen auch in diesem Bereich, da diesen schlimmere Gerüchte nachgesagt wurden, obwohl empirisch belegt Männer stärker riechen, darüber, wie sich Klassen, Schichten, Milieus und Kulturen geruchlich voneinander abgrenzen oder wie unsere moderne Zeit versucht, natürliche Gerüche weitgehend aus unserem Umfeld zu eliminieren und uns gleichzeitig mit künstlichen Aromen zu manipulieren und vieles mehr.
Für chemisch Interessierte werden auch die einzelnen chemischen Komponenten, aus denen sich viele bekannte Gerüche zusammensetzen, aufgeschlüsselt. Im Anhang gibt es noch ein ausführliches Quellenverzeichnis, um bei Interesse einzelne Themen noch weiter vertiefen zu können. Alle anderen erfahren auch so einige interessante Grundlagen über das Riechen: etwa, dass wir ohne den Geruchssinn geschmacklich nur die Grundgeschmäcker wie sauer, süß, salzig usw. wahrnehmen könnten, aber keine feineren Nuancen davon.
Insgesamt ist es also ein unterhaltsames, spannendes und lehrreiches Sachbuch zu einem interessanten Thema, das ich einem breiten Publikum empfehlen kann.
"Erkenne deinen Seelenstrahl und lebe deine Berufung" von Astrid Spirig deutet gleich im Titel darauf hin, dass es sich hier grundsätzlich um ein Buch für spirituell interessierte Menschen handelt, die ...
"Erkenne deinen Seelenstrahl und lebe deine Berufung" von Astrid Spirig deutet gleich im Titel darauf hin, dass es sich hier grundsätzlich um ein Buch für spirituell interessierte Menschen handelt, die offen sind, sich auf eine ungewöhnliche und neue Sichtweise zumindest erst einmal einzulassen, ohne gleich in Abwehrhaltung dazu zu gehen. Ist man so jemand, dann wird man mit einem spannenden Buch zum Thema "Archetypen" belohnt, das auch jenseits der spirituellen Perspektive für psychologisch interessierte Menschen interessant sein kann.
Die Autorin beschreibt sich selbst als spirituelle Person, die eine Quelle mit dem Namen Echnatiel channelt und daraus ihre Informationen bezieht. Unabhängig davon, ob man damit etwas anfangen kann oder nicht, sind die sieben dargestellten Persönlichkeitsarchetypen sehr interessant. Es geht darum, sich in - wie das Buch vorschlägt - einem, oder auch - wie ich es freier interpretiere - mehreren dieser Archetypen zu erkennen, sich zu beobachten und daraus zu lernen. Basierend darauf kann auch analysiert werden, wie man die eigene berufliche und private Umgebung für sich selbst besser gestalten könnte: da gibt es zum Beispiel die "Kriegerin", der es um Authentizität und Echtheit geht und die sich dafür in ihrer Umgebung einsetzt, den praktisch veranlagten "Helfer", die innovativen "Initiatoren" oder die Lehrer, die sich dafür interessieren, Wissen zu erwerben und zu ordnen, genauso wie die an Harmonie und Verbindung interessierten Heiler sowie die weiteren Typen der Magier oder Botschafter.
Das Buch ist gut lesbar und interessant geschrieben. Es beginnt mit einer Einführung in dieses Konzept, danach wird auf die einzelnen Typen und ihre Chancen und Herausforderungen in Berufsleben und privaten Beziehungen, aber auch auf ihre Entwicklung als Kind, näher eingegangen, samt Schlüsselworten, Übungen zur Selbstreflexion und einer Übersichtstabelle über alle Typen. Am Ende geht es dann noch um die Passung verschiedener Typen miteinander und um mögliche Herausforderungen in diesem Bereich.
Somit ist der Schwerpunkt des Buches für mich deutlich weiter gefasst als der Titel bzw. entspricht er diesem, wenn man unter Berufung das ganze Leben und den Versuch, sich selbst authentisch zu verwirklichen, versteht und nicht nur den beruflichen Bereich im engeren Sinn. Es ist insgesamt ein inspirierendes, unterhaltsam und gut geschriebenes Buch, das zur Selbstreflexion und spirituellen und persönlichen Weiterentwicklung anregt und das ich allen dafür offenen Menschen empfehlen kann.
Spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 ist die Illusion des für immer garantierten Friedens in Mitteleuropa verloren gegangen. Nach Jahrzehnten der Abrüstung und der Aussetzung ...
Spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 ist die Illusion des für immer garantierten Friedens in Mitteleuropa verloren gegangen. Nach Jahrzehnten der Abrüstung und der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht für Männer im Jahr 2011 geht es nun wieder in die Gegenrichtung: weitere Länder sind der NATO beigetreten, um besser vor russischer Aggression geschützt zu sein. Europaweit wird aufgerüstet und sich auf verschiedene Bedrohungsszenarien vorbereitet.
Das Buch "Deutschland im Ernstfall" spielt verschiedene dieser Bedrohungsszenarien sehr realistisch durch. Fachlich fundiert und unterhaltsam und lebensnah erzählt, werden die wahrscheinlichsten Konsequenzen, Reaktionen der Regierung sowie mögliche Einschränkungen für die Zivilbevölkerung beschrieben. Dabei geht es etwa um den Fall, dass ein NATO-Bündnispartner Deutschlands militärisch angegriffen wird und Deutschland eine Beistandspflicht hat, genauso wie um Sabotageakte oder um Desinformationskampagnen.
Es wird beschrieben, welche Gesetze für solche Fälle in der Schublade bereitliegen und auf welche Weise diese aktiviert werden könnten, bis hin zum Notstand/Kriegsrecht im äußersten Notfall. Wie zivile Bedürfnisse den militärischen im Ernstfall weichen müssen und Straßen und Schienen vorrangig für das Militär eingesetzt werden können, insbesondere auf bestimmten Routen. Wie alle Bürger und Bürgerinnen verpflichtet werden können, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten für die Landesverteidigung einzusetzen, wenngleich nach jetzigem Recht niemand zum direkten Dienst an der Waffe verpflichtet werden kann.
Es ist sehr interessant, das Buch zu lesen, um sich bewusst zu machen, auf welche Weise Deutschland auf verschiedenste Szenarien vorbereitet ist, aber auch, welche Szenarien als wahrscheinlicher oder als unwahrscheinlich angesehen werden. Ausländische Desinformationskampagnen auf den sozialen Medien sind zum Beispiel etwas, was auch heute schon stattfindet, während ein bewaffneter Angriff eines anderen Landes mit Bomben und Drohnen direkt auf bundesdeutsches Gebiet aus aktueller Sicht als unwahrscheinlich eingestuft wird.