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Veröffentlicht am 09.03.2026

Zumindest ist es optisch hübsch

Spellcaster
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Nachdem ich den Besuch auf der „Supernatural Academy“ hauptsächlich interessant und unterhaltsam fand, war ich sehr gespannt auf die neue außergewöhnliche Universität, die Jaymin Eve erschaffen hat. Leider ...

Nachdem ich den Besuch auf der „Supernatural Academy“ hauptsächlich interessant und unterhaltsam fand, war ich sehr gespannt auf die neue außergewöhnliche Universität, die Jaymin Eve erschaffen hat. Leider war mein Aufenthalt am „Weatherstone College“ pure Zeitverschwendung.

Wie ihre Eltern und ihre vier Geschwister hat es auch Paisley geschafft, einen Platz am renommiertesten College Amerikas zu ergattern, in der Hoffnung, hier schnell ihre bisher verborgene magische Affinität zu entdecken und das komplette Potenzial ihrer Fähigkeiten auszuschöpfen. Mithilfe ihrer Ausbildung sieht das Nesthäkchen der Hallistars einer vielversprechenden Zukunft in einem einflussreichen Zirkel entgegen. Doch schnell wird ihr erstes Schuljahr von Schwierigkeiten überschattet: Nicht nur hat sich Logan Kingston – der Sohn jenes Mannes, der ihre Familie seit einem verheerenden Ereignis abgrundtief hasst – an das Weatherstone versetzen lassen, er bekleidet auch einen Posten als Professor und gilt als einer der mächtigsten Spellcaster – selten und beängstigend – der Welt. Weitaus bedrohlicher schätzt Pais jedoch die Angriffe auf ihr Leben ein, die Monster, die nicht existieren dürften und sie im Fokus zu haben scheinen, und das beständige Gefühl, in Gefahr zu sein, welches an ihr haftet, seit sie am College ist.
Zwar sorgen diese Vorkommnisse allmählich dafür, dass die magische Gesellschaft in Aufruhr gerät und sich die Schulleitung gezwungen sieht, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, aber wer oder was auch immer der Ursprung der Monsterattacken ist, lässt sich weder abhalten noch aussperren … Währenddessen ist es gerade Logan, der seiner ehemaligen besten Freundin auf verschiedene Arten hilft …

Wir erleben das dürftig ausgearbeitete Geschehen einzig durch Paisleys Augen, und bereits das kommt der Entfaltung der Story nicht zugute. Einmal bleibt Logan trotz seiner Relevanz ein Schemen, jemand, der nur da ist, wenn die 22-jährige Rettung braucht. Andererseits fehlt es der kompletten Geschichte durch ihre naive, eindimensionale und durchweg kindliche Sicht an Ernst, Fakten, etwas Greifbarem. Wer hier eine New-Adult-Romance erwartet, wird enttäuscht werden:
„Spellcaster“ liest sich wie klischeehafte Young-Adult, dies wird durch den Ausdruck und die Gesprächsinhalte von Pais und ihren Freundinnen, den familiären Aspekt, der nur so vor Kitsch und Überdramatisierung strotzt, und die impulsiven, unverhältnismäßigen und trotzigen Reaktionen der Protagonistin bestärkt. Das Worldbuilding mutet interessant an, gar vielversprechend, doch weder die magischen Gegebenheiten, die Vielfalt der Magie noch das – oder der Unterricht am – Weatherstone College erhalten tiefergehende Betrachtung, Details und Logik. Jaymin Eve hat tatsächlich jede charakterliche und zwischenmenschliche Entwicklung übersprungen, hingegen zwar jede Recherche zu den aktuellen Ungereimtheiten und aufgeworfene Theorien angesprochen, aber nur, um diese zu übergehen und direkt zu Paisleys Monologen zu driften. Und diese wiederholen sich, drehen sich hauptsächlich um ihre Selbstzweifel, ihre herzige (in Wahrheit bevormundende und echt aufdringliche) Familie und Logan, darum, wie heiß er aussieht und wie sehr sie ihn (aus Gründen, die Paisley übrigens selbst nicht weiß!) verabscheut. Ach, und sie braucht dringend Sex.

Es war frustrierend, es war nervig, es gab keinen strigenten Plot, nichts Echtes, nichts Nachvollziehbares. Kein System, keine Aufregung. Selbst die Monster-Momente brachten keinerlei Spannung und wer auch immer diese Dilogie als „Dark-Academia“ bezeichnet hat, hat diesen Trope nicht verstanden. Die einfachen, laschen Worte standen der Erzeugung einer Atmosphäre, von Neugier, Unbehagen im Weg, konnten weder düstere Bilder malen noch die Spicy-Szenen mit Leidenschaft füllen oder gar eine feurige Dynamik wecken. „Kleines“, „Bestie“ und der inflationäre Gebrauch von „Arschloch“ passten übrigens auch nicht so richtig in das Gesamte.
Soll heißen: Stilistisch war das Ganze schwach. Wie erwähnt gab es inhaltliche, neben diesen aber auch ständige Wiederholungen von Worten und ich bezweifle stark, dass der Goldmann-Verlag die Romantasy nach der Übersetzung überhaupt an eine/n LektorIn übergab.

Die Handlung tritt, obgleich Zeit vergeht, auf der Stelle, die Nebenfiguren inklusive Logan sind nicht der Rede wert, die Familienbande so … tooomuch … und am Ende – da gab's abrupte, teilweise überraschende, nicht ganz schlüssige Entwicklungen und eine Paisley, die alles mit viel wohlwollendem Verständnis hingenommen hat.
Also: ein Flop, der seinesgleichen sucht.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Unterhaltsame Story, originelle Idee

A Killer Crush
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Es ist ein Dienstagabend, als sich Jamie Prescott und Laurie Hamilton auf den Weg machen, um an einer Speed-Dating-Veranstaltung teilzunehmen – nicht in der Hoffnung, DEN Mann fürs Leben, dafür genügend ...

Es ist ein Dienstagabend, als sich Jamie Prescott und Laurie Hamilton auf den Weg machen, um an einer Speed-Dating-Veranstaltung teilzunehmen – nicht in der Hoffnung, DEN Mann fürs Leben, dafür genügend Stoff zu finden, über den sich die Freundinnen/Mitbewohnerinnen später beim gemütlichen Essen auslassen können.
Jamie, die sich als zukünftige Lehrerin von Genretheorie zudem von ihren Zweifeln und ihrer Dissertation – die die Schnittpunkte von Romcoms und Slasherfilmen behandelt – abzulenken versucht, ahnt nicht, dass sie in dieser Nacht – schick gestylt – all ihr Wissen über Filme und klischeehafte Abläufe brauchen wird. Und dass sie am Ende überzeugter denn je davon ist, dass Mord, Gemetzel und dramatische Liebesbeweise nur auf der Leinwand zum Lachen bringen. Denn wer will schon selbst die Hauptrolle in einer abgefuckten Slasher-Romance einnehmen?

„A Killer Crush“ ist ein … ungewöhnlicher, origineller Roman, in dem Shailee Thompson einen Mix aus konträren Genres hinlegt, der auf schräge Art funktioniert und trotz kritischer Anmerkungen meinerseits amüsante Stunden beschert.
Jedes Kapitel wird von einem verdrehten Zitat eingeleitet, das ebenso oft zum Schmunzeln bringt wie die im Verlauf aufgegriffenen Anspielungen zu klassischen Filmen, Jamies analytische Bewertungen einzelner Situationen und die Freundschaft zwischen ihr und Laurie, die im Übrigen bei mir Star-Status erreichte. Im Fokus steht jedoch ganz klar die Erzählerin, die nun lieber außen vor statt mittendrin wäre. Denn das Speed-Dating nimmt recht früh eine ungeahnte Wendung, die Blut bringt und Opfer, psychische Wunden und Traumata hinterlässt. Es folgen Stunden, in denen Jamie versucht, mit ihrem Wissen über die typischen Plotabläufe von Slashern und romantischen Komödien die restlichen TeilnehmerInnen und sich selbst am Leben zu halten. Aber nicht alle sind von ihrer Rolle und den Regeln – „Sag nie ‚Bin gleich wieder da‘“, „Renne niemals die Treppe nach oben!“, „Kein Sex!“, „Aufteilen ist eine ganz blöde Idee!“ – überzeugt. Zusätzlich spaltet Misstrauen die Gruppe, während das Fehlen von Handys, Schlüssel-Codes, Licht und waffentauglichen Gegenständen die Panik anschwellen lässt. Auch der labyrinthische Club, die Leichen, dunkelrotschimmernde Schlieren und Pfützen treiben die Hysterie konstant in die Höhe.

Shailee Thompson greift das Geschehen anschaulich auf, der Stil ist hierbei ziemlich locker, leider auch sehr ausschmückend, was Nonsens, verschachtelte Monologe und Anekdoten aus Jamies Leben betrifft. Heißt: Obgleich „A Killer Crush“ in einem ironischen, von Sarkasmus unterlegten Ton erzählt wird, Skurrilität und eine Art Komik nicht zu kurz kommen, driftet der Verlauf immer wieder in Längen und sich wiederholende, gar zur Stagnation tendierende Abläufe. Gleichzeitig weckt die Autorin aber recht schnell den Drang, mitzufiebern, gemeinsam mit den Übrigen darüber zu rätseln, wer und was hinter dem Massaker steckt. Und wie sie hier rauskommen.

Es kommt zu einigen überraschenden Wendungen, temporeichen Szenen, intelligenten Gesprächen und (Lösungs-)Versuchen, zu allerhand Verlusten und ja – selbst reichliches Schmachten, eine Prise Spice und ein Potpourri diverser Gefühle sind vorhanden. Gerade Angst, Verzweiflung und Geilheit dominieren diese Dating-Night, die wohl niemand jemals wieder vergessen wird.
Das Ende? Das ist stimmig. Die in der Auflösung liegende (psychopathische) Komplexität hatte ich zumindest SO nicht vermutet.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

»Willkommen auf der Montcrest Universität (...) Hier werden Sie lernen, die Menschen stets daran zu erinnern, dass es die Hölle auf Erden tatsächlich gibt.«

Montcrest University 1: Lessons in Evil
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Hoch oben auf einem Berg in den Schweizer Alpen liegt die geheime Montcrest-Eliteakademie. Hier werden Dämonen mit und ohne aktive Sündenmagie sowie Schattenengel dazu ausgebildet, die Menschheit heimzusuchen ...

Hoch oben auf einem Berg in den Schweizer Alpen liegt die geheime Montcrest-Eliteakademie. Hier werden Dämonen mit und ohne aktive Sündenmagie sowie Schattenengel dazu ausgebildet, die Menschheit heimzusuchen und unbemerkt zu infiltrieren. Das Böse, Verderben und Tod zu streuen.

Dass statt Können und Intelligenz vor allem Blut, Macht und Geld in den altehrwürdigen Hallen zählen, wirft Grace Blackmore bei ihrer Ankunft nicht aus der Bahn. Ihre Inkompetenz in Sachen Teamwork und Vertrauen sowie ihr Mangel an Informationen über ihre KonkurrentInnen erweisen sich hingegen schnell als Problem.
Dabei wurde der introvertierte, bis dato isolierte Schattenengel auf das nahende Ereignis ihr Leben lang vorbereitet. Nichts und niemand, auch nicht Volstrom und die Sinners, wird sie von ihrem Ziel ablenken.

Isak Volstrom ist es gewohnt, immer die Kontrolle zu behalten und jede/n zu durchschauen. Ihn zu überrumpeln, ist unmöglich. Als er im Kopf der widerspenstigen, düsteren Erstsemesterin auf eine undurchdringbare Barriere stößt, weckt dies seine Wut – und sein Interesse. Dabei darf er jetzt weniger denn je den Fokus verlieren. Zu viel hat er schon aufgegeben, auf sich genommen, und nicht nur sein Wohlergehen hängt von seinen Erfolgen ab. Aber wer konnte schon mit einer unbekannten Rivalin rechnen, die sich weder seinem Familiennamen noch seinen Intrigen beugt?

Folgende Situation:
1500 Jahre sind vergangen, seit die Hölle und damit auch drei Todsünden versiegelt wurden. Nun sieht Der Hohe Rat die Zeit gekommen, die Flamme der Verdammnis an die Oberfläche zu befördern und mit dieser die Zahl der wirkenden SündenmagierInnen zu erhöhen. Nur fünf SchülerInnen, nur die Besten, dürfen die zwei Lehrkräfte bei dieser riskanten, denkwürdigen Expedition begleiten. Ein Wettstreit entbrennt an der Montcrest University, den Grace und Isak unter allen Umständen gewinnen wollen.
Dabei buhlen im Verborgenen verschiedene Instanzen und Intentionen um diese brennende Macht. Das Gleichgewicht der Welt, die Existenz der Menschen und die Rangordnung der Dämonen stehen auf dem Spiel …

Laurie Harmening führt uns in einem leichten, klaren Stil durch ihre atmosphärische Dark-Academia-Story, die durchaus auf einer originellen Idee – Todsünden und die Erben der Hölle – basiert. Die Montcrest, der gnadenlose Unterricht samt der nicht zimperlichen LehrerInnen, der Evilscore, die konkurrierenden Häuser und die Lage im unwirtlichen Gefilde bilden gemeinsam mit dem Höllen-Tripp – der von diesem ausgehenden, verstärkten Rivalität – ein faszinierendes Setting. Hinzu kommen die eingebundene, deutlich hervorgehobene Ideologie der stärkeren Dämonen, das Machtgefälle zwischen den Spezies, die Gier.

Grace ist eine reservierte, pragmatische Einzelkämpferin mit weitreichendem, altem Wissen. Aufgewachsen in einer englischen Kleinstadt, ohne den Zugriff auf Unterwelttratsch und Kontakte zu ihresgleichen, trainiert darauf, niemanden zu vertrauen und auszuschalten, was sich ihr in den Weg stellt, ist diese neue Situation – sich anpassen, Smalltalk führen – für sie eine Herausforderung. Kam ihr Tereza, ihr magieloses Dämonenanhängsel, anfangs wie eine Strafe vor, entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine Freundschaft, die mich auf unterhaltsame Art an Wednesday Enid erinnerte.
Isak kennt die Regeln und Konventionen der Universität in und auswendig, doch sind diese für einen Volstrom biegsam. Immerhin bilden er und seine eingeschworene Wahlfamilie
– Martha, Lucien und Dante –
die Spitze der Elitesprösslinge. Er macht die Hierarchie. Blackmores Respektlosigkeit ist ihm genauso ein Dorn im Auge wie ihre mentalen Mauern, wie ihre Neugier, die ihm gefährlich werden kann, und das Geheimnis, das sie gewiss tief in sich verbirgt …
Ganz langsam zeigt sich, dass sich der Dämon und der Schattenengel gar nicht so unähnlich sind. Teilen sie beide das Los, ein Werkzeug zu sein, manipuliert von jenen, die sie schützen sollten.

Abgesehen von den Protagonisten, die uns aus wechselnder Perspektive durch das ereignisreiche Schuljahr mitnehmen, halten die Sinners, Professor/In Petrovic und Koster wie andere Studierende das Interesse aufrecht. Sind sie alle doch Teil der "Bösen Gesellschaft" und demnach berechnend, geschaffen, um Zerstörung und Unheil zu bringen. Im Verlauf finden sich dem Verständnis zuträgliche Hintergründe über das hier geschaffene System, letztlich fehlte es mir aber an Worldbuilding, an mehr Details das Widernatürliche, die Gegebenheiten und Magie betreffend.
Vorsicht, Misstrauen und der Hauch von Bedrohung liegen durchweg in der Luft, während die Haters-Dynamik zwischen Blackmore und Volstrom für Reibung, Drohungen und Konflikte sorgt – und für prickelnde Momente.
Je mehr wir über die beiden, ihr Aufwachsen, ihre Leben erfahren, über die unsichtbare Bürde auf ihren Schultern und ihre ihnen aufgezwungene Pflicht, umso häufiger blitzen Verletzlichkeit, Trauer, Reue durch die Eiseskälte. Druck, dem Standgehalten werden muss. Es sind Einblicke, die berühren, Verständnis entfachen. Und doch sollte niemals vergessen werden, dass an dieser Schule ein dunkles Vermächtnis gelehrt wird und niemandem zu glauben ist … Ein Augenblick der Unachtsamkeit und alles könnte verloren sein.

Harmening geleitet uns in emotionale Situationen, in temporeiche Augenblicke, in den unermüdlichen Kampf um die Spitze, jedoch auch in vorhersehbare Entwicklungen und erwarteten Verrat. Dafür waren einige charakterliche Veränderungen und aufgedeckte Geheimnisse überraschend und auch die lang verborgenen Intentionen einzelner, die Unberechenbarkeit der Elite, die sich verschiebenden Motivationen fesseln an den Auftakt der Dilogie, bis uns ein gnadenloser Cliffhanger aus der Hölle reißt und nur Hoffnung, Enttäuschung, Fragen hinterlässt.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Sehr schöne RomCom

100 Things I Hate About You
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„100 Things I Hate About You“ ist eine RomCom von Jella Benks, die nicht nur hervorragend unterhält und mit einer spritzigen Haters-to-Lovers-Romance überzeugt, sondern auch mit relevanten Themen und authentischen ...

„100 Things I Hate About You“ ist eine RomCom von Jella Benks, die nicht nur hervorragend unterhält und mit einer spritzigen Haters-to-Lovers-Romance überzeugt, sondern auch mit relevanten Themen und authentischen Figuren.

Amanda Clarks ist eine Empowerment-Influencerin für Selbstliebe und kurz vor dem Abschluss der wohl größten Kooperation ihrer Karriere: Mit ihrem neuen Programm „Solo-Power“ und der Unterstützung ihrer Agentin Lou könnte sie bald bei den ganz Großen mitmischen. Die Auflage, zu leben, was sie coacht, ist für die 23-Jährige kein Problem, immerhin hat sie romantischen Beziehungen längst abgeschworen und will der Welt zeigen, dass Energie und Zeit weitaus besser, sicherer und lukrativer investiert werden können. Doch dann läuft ein Mann im Hasenkostüm durch ihren Livestream, zieht die Blicke mit seiner ansehnlichen Rückenansicht auf sich und binnen Sekunden wird Amandas Glaubwürdigkeit in Zweifel gezogen.

Als er seine neue Nachbarin mit ein paar Keksrollen aus einer geglückten Racheaktion begrüßen will, fällt Alex Smith vom Glauben ab: Denn niemand anderes als die Frau, die ihm seit jeher das Leben schwer macht, seine Feindin, Konkurrentin und Hassperson, neben der er viel zu lange Haus an Haus wohnte, steht ihm gegenüber. Hier. Nur ein paar Schritte von seiner Wohnung entfernt. Statt herzlicher Nachbarschaft knallen fortan die Türen. Doch das Schicksal – Familientreffen, Luftzüge, Gewitter, Wein, laute Musik – führt die beiden immer wieder zusammen – plötzlich zu dicht, zu intim, zu nah.

Erzählt wird in einem frischen, lebendigen und oft sarkastischen, nicht selten von Ironie und Witz unterlegten Tonfall aus wechselnder Perspektive, sodass die gegenwärtige Situation und die sich verändernde Gefühlslage der ehemaligen Haters – aktuell with-benefits, Tendenz zu Freundschaft – greifbar werden. Wenn auch die sich im Jetzt wandelnde Dynamik im Fokus steht – wie Abneigung und Konkurrenz deftigen Diskussionen und liebevollen Neckereien weichen –, sind es Rückblenden, die dem schwierigen Miteinander eine Basis verleihen.
Es machte unheimlich Spaß, die spritzigen Schlagabtausche und das Geplänkel zu verfolgen, während die echten und offenen Gespräche zum Seufzen verführten. Was zu Beginn klar und hart getrennt war – immerhin kommt es Amandas Karriere, die sowieso schon am seidenen Faden hängt, nicht zugute, wenn irgendjemand IHN mit IHR sieht – wurde nach und nach weicher, zärtlicher. Gerade Alex' Empfindungen sind deutlich zu spüren, waren vielleicht nie wirklich Hass.
Je tiefer wir in das Innere, in die Gedanken, von Amanda und Alex eintauchen, Einblicke in ihre Motivationen und Intentionen, ihre Ängste und Zweifel erhalten, umso realer werden die beiden, umso leichter fällt es, sich mit ihnen zu identifizieren. Umso präsenter wird der Zwiespalt in der Solo-Powerfrau, der sich mit jedem wohligen Augenblick, den sie in Alex’ Nähe verbringt, weiter aufklafft … Dabei darf sie sich nicht verlieben, denn das ist gegen den Vertrag.

Obgleich Amanda mit einer taffen Attitüde, Selbstbewusstsein und der festen Überzeugung, dass Solo-Power anderen helfen kann, vor die Cam und ihren Mitmenschen gegenübertritt, sind der jungen Frau ihre Unsicherheiten, die Sorge, in ihrer Selbstständigkeit zu scheitern und durch das sexy Hasen-Fauxpas ihre Community zu verlieren, wie auch die Enttäuschung über die fehlende Anerkennung ihres Umfelds anzumerken. All diese Emotionen lassen Amanda nach und nach menschlicher, nahbarer erscheinen.
Von Anfang an deutlich souveräner tritt der Game-Designer in Erscheinung – schon immer nerdy, schon immer provokant, mit Außenseiter-und-das-ist-okay-Vibes, doch nie Typ Arschloch. Je mehr er sich mit seiner Nemesis, ihrer Arbeit und dem Aufwand beschäftigt, Teil ihres Alltags wird, umso aufgeschlossener, mit Verständnis, geht er auf seine Nachbarin zu. Dabei ist auch Alex klar, dass ein Mehr kaum möglich ist …

Die einzelnen Kapitel der Geschichte werden von zum Titel passenden Kapitelüberschriften eingeleitet und wenn auch – abgesehen von Keksen und Amandas authentisch ausgeschmücktem Job inklusive dessen Schattenseiten – nur wenig Setting vorhanden ist und Nebenfiguren nur im Hintergrund agieren, konnte mich Jella Benks mit dieser RomCom wieder vollkommen überzeugen und durchweg unterhalten.
Die Autorin greift relevante Themen auf, bringt zum Nachdenken und Schmunzeln, berührt mit ihren Worten und erinnert daran, dass hinter jedem Bildschirm ein Mensch sitzt, einer mit Gefühlen, einer, der Fehler macht und sich verändert. Manche Entwicklungen waren überraschend, manche Szenen spicy, manche Kapitel ruhig und intensiv, andere locker. Doch nirgendwo kam es zu Längen, zu Langeweile, zu unnötigem Drama und zum Schluss? Tja, da wartet ein rundes Ende, sodass „100 Things I Hate About You“ hervorragend als Standalone funktioniert.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Nicht sein bester Thriller

Kill for Me
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Kennt ihr das Buch oder die Verfilmung zu „Der Fremde im Zug“?

Steve Cavanagh zählt dank seiner cleveren Justizthriller um Eddie Flynn zu jenen wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch lesen muss. So ...

Kennt ihr das Buch oder die Verfilmung zu „Der Fremde im Zug“?

Steve Cavanagh zählt dank seiner cleveren Justizthriller um Eddie Flynn zu jenen wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch lesen muss. So war ich unheimlich auf „Kill for Me“ gespannt, konnte mich Cavanagh mit seinen temporeichen und ausgeklügelten Plots, dem trockenen Humor und der Tiefe, die seinen Storys zugrunde liegt, bisher stets überzeugen.

Aber auch jetzt?

Stell dir vor, du verlierst alles, was du liebst, bleibst alleine zurück, traumatisiert und in Schmerz gefangen. Gerechtigkeit? Gibt es nicht. Denn wie so oft versagt das System. Jenes, das die Menschen doch eigentlich schützen, ihnen helfen, sie sehen soll.

Als Amanda Wendy kennenlernte, hatte sie bereits Pläne geschmiedet, um den Mörder ihrer Tochter auszuschalten, war so kurz davor, den Grund für den Tod ihres Mannes zu eliminieren. Mit dem Gefühl, auf sich alleine gestellt zu sein, dem Wunsch, ihre Liebsten unter allen Umständen rächen zu müssen, andere Eltern vor diesem Schrecken zu schützen, ist Amanda verletzlich, verzweifelt und ein leichtes Ziel …

Ruth hat den Angriff eines Serienkillers knapp überlebt – während ihre körperlichen Wunden zu Narben werden, bekommen die seelischen nie die Chance, zu verheilen. Nicht, solange der Täter frei herumirrt. Ruth isoliert sich, wird von Panikattacken und Alpträumen geplagt. Selbst Scott kann ihr Leid nicht lindern, kann ihr ihre Unsicherheiten und Ängste nicht nehmen …

​Eine weitere, wenn auch selten zu Wort kommende Perspektive ist Andrew Farrow, der mit seiner Partnerin Karen Hernandez in beiden Fällen ermittelt. Wir treffen hier auf einen engagierten Detective, auf Mitgefühl und die Bereitschaft, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Monster zu fassen. Doch auch er weiß, dass die Mühlen der Justiz nicht die schnellsten sind und wenig für die Opfer übrig haben.

Steve Cavanagh lässt uns an dem Alltag, der Geschichte, den Gedanken verschiedener Persönlichkeiten teilhaben und spinnt so ein weitreichendes Netz aus – oftmals unspektakulär erscheinenden – Ereignissen und Vermutungen. Nur langsam entsteht ein greifbares und dynamisches Geschehen um die einzelnen Figuren, ihre Konflikte, Probleme und Motivationen. Aber Verständnis, das gab's von Anfang an: Ich konnte Amandas Ziel, ihren Wunsch, ihre Bereitschaft, Vergeltung zu erzwingen, verstehen. Ihren Schmerz fühlen. Selbstjustiz ist keine Lösung? Ist rechtswidrig? Erzähl das einem Menschen, dem das Liebste auf brutalste Weise genommen wurde.

Aufgrund der recht kurzen Kapitel und der damit einhergehenden Perspektivwechsel sind eine durchgängige Entwicklung und ein flottes Vorankommen gegeben. Von Seite zu Seite kommen wir diversen, sich zuspitzenden Situationen und Abgründen, unsichtbaren Verbindungen näher. Wie schon bekannt, konzipierte der Autor weder einen eindimensionalen Plot noch farblose Charaktere. Die im Fokus stehenden Frauen wurden mit Hintergrund und nachvollziehbaren Zügen gezeichnet, mit ambivalenten Empfindungen, Trauer, Trauma und Hass. Es war aufregend, ihre Wege zu verfolgen, herauszufinden, was sie tun würden und werden. Und gleichzeitig schwang eine beklemmende Nuance mit, eine Sicherheit, die trügerisch schien. Obgleich hier die psychologische Spannung dominiert, wartet die eine oder andere blutige Angelegenheit auf uns, überraschende Wendungen und logisch abgestimmte Wahrheiten samt einiger unvorhergesehener Twists. Tatsächlich sind es die letzten 25 %, bevor „Kill for Me“ zu einem runden Abschluss kommt, in denen der Autor mit Tempo und Zeitdruck kräftig punktet.

Trotz der positiven Aspekte gab es für mich auch Enttäuschendes: Dieses Mal kam mir Cavanaghs Stil sehr, sehr einfach vor. Unelegant, regelrecht plump. Zusätzlich finden sich zahlreiche Längen mit irrelevanten Informationen – bspw. Anekdoten aus den verschiedenen Leben oder bis ins Kleinste festgehaltene Beschreibungen von Tätigkeiten und Umgebungen. Was wahrscheinlich der Atmosphäre und dem Einfinden zugutekommen soll, brachte lediglich die Handlung ins Stocken und bremste dabei die Spannung aus. Dabei basiert das Geschehen auf einer intelligenten, merklich durchdachten Idee, auf Themen und Situationen, die zum Nachdenken anregen. Steve Cavanagh animiert die LeserInnen konstant dazu, Zusammenhänge zu suchen, mitzurätseln und aufmerksam zu bleiben, bevor er sie vollkommen aus der Bahn wirft.

Nicht der beste, aber ein lesenswerter Thriller.

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