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Veröffentlicht am 09.05.2026

Sehr langezogene Liebesgeschichte

Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen
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Dieses Buch hat mich über viele Monate begleitet, da ich immer wieder in Leseflauten steckte und oft keine Lust hatte, weiterzulesen. Ein Grund dafür war, dass die Kapitel für meinen Geschmack zu lang ...

Dieses Buch hat mich über viele Monate begleitet, da ich immer wieder in Leseflauten steckte und oft keine Lust hatte, weiterzulesen. Ein Grund dafür war, dass die Kapitel für meinen Geschmack zu lang waren – ich lese immer abends vor dem Schlafengehen. Der andere Grund war, dass die Erzählung größtenteils langweilig war. Zwischen den wenigen Höhepunkten oder "spicy" Szenen passierte nichts Neues, und vieles wiederholte sich.

Der Schreibstil hat mich leider nicht überzeugt. Die Autorin nutzte einige Wörter, die ich anfangs noch gut fand, die sich aber ständig wiederholten, was mich schließlich genervt hat.

Die spicy szenen haben mich am Anfang abgeholt, weil sie etwas Spannung zur bisherigen langweiligen Erzählung beigetragen haben. Jedoch fand ich es so unrealistisch, wie dort über die ersten sexuellen Erfahrungen von Anastasia gesprochen wird. Dies hatte wirklich nichts mit der Realität zutun und hat mich dann eher zum Augen verdrehen gebracht.

Die letzten vier Kapitel haben mir gefallen, weil dort endlich etwas passierte. Besonders im letzten Kapitel erkennt man die wahren Gefühle von Christian und Anastasia. Man kann mitfühlen und sich in ihren Schmerz hineinversetzen.Trotzdem bin ich froh, das Buch gelesen zu haben, um den Vergleich zur Verfilmung zu haben.Da ich die anderen Bände besitze, werde ich ihnen auch eine Chance geben. Sollte ich jedoch wieder in eine Leseflaute geraten, werde ich das überdenken.

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Veröffentlicht am 09.05.2026

Wunderschön geschrieben, aber schwer greifbar

Verrat der Schwäne
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Schon bevor ich überhaupt mit dem Lesen begonnen habe, hatte ich hohe Erwartungen an dieses Buch. Die Idee eines märchenhaften Fantasy-Retellings mit zwei Frauen im Mittelpunkt, die eigentlich Gegenspielerinnen ...

Schon bevor ich überhaupt mit dem Lesen begonnen habe, hatte ich hohe Erwartungen an dieses Buch. Die Idee eines märchenhaften Fantasy-Retellings mit zwei Frauen im Mittelpunkt, die eigentlich Gegenspielerinnen sein müssten und dennoch zusammenarbeiten, klang unglaublich spannend. Genau diese Prämisse hat mich sofort angesprochen. Dazu kommt, dass dieses Buch optisch eines der schönsten ist, die ich besitze, allein deshalb wird es definitiv einen Ehrenplatz in meinem Regal behalten.

Ein poetischer, aber anspruchsvoller Schreibstil

Die Geschichte wird aus Odiles Ich-Perspektive erzählt und wir werden ohne große Einführung direkt in die Handlung geworfen. Besonders auffällig war für mich sofort der Schreibstil: sehr intensiv, sehr poetisch und voller Metaphern. Viele Formulierungen wirkten kunstvoll und anders als das, was man sonst häufig in Fantasyromanen liest. Genau darin liegt für mich auch die grösste Stärke des Buches. Das sorgt zwar für eine besondere Atmosphäre, macht das Lesen aber gleichzeitig anspruchsvoll. Ich habe das Buch teilweise gelesen und teilweise als Hörbuch gehört und dabei schnell gemerkt, dass dies definitiv keine Geschichte ist, die man einfach nebenbei konsumieren kann. Sobald man für einen Moment nicht hundertprozentig aufmerksam ist, entgehen einem wichtige Details oder Zusammenhänge.
Die Autorin arbeitet zum Teil auch mit gedanklichen Sprüngen, gerade diese haben mich manchmal aus der Geschichte herausgerissen. Beim Hörbuch war das teilweise so verwirrend, dass ich erst Minuten später verstanden habe, dass wir uns gar nicht mehr in derselben Szene befinden. Das ist im Buch zwar nicht ständig passiert, aber die wenigen Male haben gereicht, um meinen Lesefluss deutlich zu stören.
Dadurch fiel es mir insgesamt schwer, wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Ehrlich gesagt hatte ich erst ab 35% das Gefühl, langsam zu verstehen, wohin sich die Handlung entwickelt und wie die Figuren eigentlich zueinanderstehen. Bis dahin war vieles eher ein konstantes Nicht-ganz-Verstehen als ein spannender Überraschungseffekt.

Atmosphärisches Worldbuilding mit zu wenig Erklärung

Was mir hingegen sehr gefallen hat, war die grundsätzliche Atmosphäre des Buches. Ich konnte mir die Welt unglaublich gut vorstellen: diese gehobene Gesellschaft, der französisch angehauchte Stil und die fast theatralische Inszenierung vieler Szenen. Besonders mochte ich, dass die Kapitel als Szenen dargestellt waren, passend dazu, dass Odile selbst Schauspielerin ist. Auch die Magie hatte interessante Ansätze, ich fand sie originell und anders. Gleichzeitig hatte ich aber das Gefühl, dass viele dieser Konzepte nie vollständig ausgearbeitet wurden. Vor allem das Worldbuilding blieb für mich oft zu vage. Viele wichtige Informationen musste ich mir selbst zusammensetzen.


Erst gegen Ende verstand ich überhaupt, dass die Welt offenbar unter dem Verlust der Magie leidet. Diese Dinge wurden aber nie wirklich erklärt, sondern nur in Nebensätzen angedeutet. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, als würde mir ein entscheidendes Puzzlestück fehlen. Gerade weil die Ideen so spannend waren, hätte ich mir hier deutlich mehr Hintergrundinformationen gewünscht.

Die Figuren als größte Stärke

Am meisten überzeugt haben mich letztendlich die Charaktere. Besonders Odile mochte ich sehr gerne. Sie ist keine perfekte Figur, trifft fragwürdige Entscheidungen und bleibt manchmal schwer greifbar, aber genau das machte sie interessant. Ich wollte mehr über sie erfahren und ihre Beweggründe verstehen. Auch die Dynamik zwischen Odile und Marie d’Odette hat mir gut gefallen. Leider beginnt dieser Teil der Geschichte erst relativ spät. Aufgrund der Prämisse hatte ich erwartet, dass ihre Beziehung von Anfang an im Mittelpunkt stehen würde. Stattdessen dauert es lange, bis Marie überhaupt wirklich präsent wird. Das fand ich schade, weil genau diese Dynamik letztendlich das emotionale Herzstück des Buches für mich war. Sobald die beiden jedoch gemeinsam Szenen hatten, wurde das Buch für mich deutlich stärker. Ihre Dialoge hatten trotz der mysteriösen Atmosphäre immer wieder etwas Neckendes und Charmantes. Besonders Marie brachte durch ihre gehobenere Art eine schöne Dynamik hinein. Viele ihrer gemeinsamen Szenen hatten kleine humorvolle Momente, die mir wirklich gefallen haben. Leider fehlte mir dennoch etwas Tiefe in der Entwicklung ihrer Beziehung. Ich mochte die Dynamik sehr, aber emotional hat mich das Buch dadurch nie vollständig erreicht, weil der Aufbau dafür einfach zu spät begann.

Eine langsame Handlung mit starkem Ende

Die Handlung selbst ist insgesamt sehr langsam erzählt. Wer große Spannung, viele Plot-Twists oder actionreiche Entwicklungen erwartet, wird hier vermutlich enttäuscht werden. Ich hatte zwar nicht mit einem extrem spannenden Fantasyroman gerechnet, aber doch gehofft, dass zumindest unterschwellige Spannung stärker aufgebaut wird, etwa durch Geheimnisse, Ängste oder kleine Enthüllungen. Gerade der Mittelteil zog sich für mich deshalb ziemlich. Viele Szenen blieben eher flach und hatten wenig emotionale Intensität.
Das Ende hingegen konnte für mich nochmal einiges retten. Dort wurde die Geschichte deutlich stärker und hat meine Gesamtbewertung tatsächlich noch angehoben. Vor allem die letzten Entwicklungen und die Dynamik zwischen den Figuren haben mir besser gefallen. Ohne dieses Ende wäre ich vermutlich eher bei drei Sternen gelandet.
Mit dem Epilog hingegen konnte ich leider wieder weniger anfangen. Insgesamt hatte ich am Ende eher das Gefühl, dass dieser Stoff von einem zweiten Band profitiert hätte, um die Welt, die Figuren und ihre Beziehungen wirklich vollständig auszuarbeiten.


Fazit: Verrat der Schwäne ist für mich ein Buch voller großartiger Ideen, wunderschöner Atmosphäre und eines wirklich besonderen Schreibstils. Die poetische Sprache, die ungewöhnlichen Metaphern und die märchenhafte Stimmung machen die Geschichte einzigartig. Gleichzeitig stehen genau diese Stärken dem Buch manchmal auch im Weg, weil dadurch viele Dinge unnötig kompliziert oder zu vage wirken.
Das Worldbuilding bleibt oft unklar, die Handlung ist sehr langsam und einige emotionale Entwicklungen hätten deutlich mehr Raum gebraucht. Trotzdem konnte mich die Dynamik zwischen Odile und Marie teilweise überzeugen, auch wenn ich hier gerne noch mehr gesehen hätte. Außerdem hatte die düstere, märchenhafte Atmosphäre definitiv ihren Reiz.

Ich würde das Buch deshalb Leserinnen und Lesern empfehlen, die Lust auf eine eher ruhige, atmosphärische Fantasygeschichte mit poetischem Schreibstil und ungewöhnlichen Ideen haben und die damit leben können, dass nicht jede Frage vollständig beantwortet wird.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Atmosphärisch, spannend, aber nicht ganz perfekt

Oxford Blood (Oxford Blood 1)
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Oxford Blood von Rachel Davis Featherstone ist ein unterhaltsamer Jugendkrimi, der vor allem durch sein atmosphärisches Setting punktet. Die Handlung spielt während einer Bewerbungswoche an der Universität ...

Oxford Blood von Rachel Davis Featherstone ist ein unterhaltsamer Jugendkrimi, der vor allem durch sein atmosphärisches Setting punktet. Die Handlung spielt während einer Bewerbungswoche an der Universität Oxford ein spannender Rahmen, der nicht nur Einblicke in das Uni-Leben gibt, sondern gleichzeitig Raum für Geheimnisse, Intrigen und einen Mordfall schafft.


Besonders gut gefallen hat mir die Protagonistin Eva, die durch den Beruf ihres Vaters als Kommissar bereits ein gewisses Gespür für Ermittlungen mitbringt. Dadurch wirkt ihre Rolle im Aufdecken der Geschehnisse größtenteils glaubwürdig und macht Spaß zu verfolgen. Man begleitet sie dabei, wie sie Hinweise sammelt, Zusammenhänge erkennt und sich immer tiefer in die Ereignisse rund um den mysteriösen Fall verstrickt. Gerade dieses „Mitermitteln“ hat für mich einen großen Reiz ausgemacht. Auch inhaltlich hat das Buch mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erwarten könnte. Themen wie PoC- Repräsentation und unterschwelliger Rassismus werden immer wieder aufgegriffen, ohne zu dominant zu wirken, und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Besonders positiv ist dabei, dass mit Eva eine PoC-Protagonistin im Mittelpunkt steht, deren Perspektive ganz selbstverständlich Teil der Handlung ist.

Ein weiteres Detail, das mir besonders positiv aufgefallen ist, sind die Kapitelüberschriften mit Datum und Uhrzeit. Dadurch bekommt die Geschichte einen sehr klaren zeitlichen Rahmen, und man kann jederzeit nachvollziehen, wie viel Zeit tatsächlich vergeht. Das macht das Geschehen greifbarer und verstärkt zusätzlich die Spannung, weil man das Gefühl hat, die Ereignisse entwickeln sich fast in Echtzeit.

Allerdings gibt es auch einige Schwächen. Gerade zu Beginn werden sehr viele Figuren eingeführt sowohl unter den Bewerberinnen und Bewerbern als auch unter den Personen an der Universität. Das führt dazu, dass man schnell den Überblick verliert. Erschwerend kommt hinzu, dass viele dieser Figuren recht blass bleiben und kaum individuelle Tiefe entwickeln. Statt greifbarer Persönlichkeiten wirken sie oft eher wie Statisten oder bloße Namen, was es schwierig macht, eine emotionale Bindung aufzubauen. Zusätzlich hat mich die Namensnennung stellenweise etwas verwirrt: Über weite Teile des Buches werden viele Figuren vor allem mit ihren Nachnamen genannt. In entscheidenden Momenten wird dann teilweise auf Vornamen gewechselt, wodurch es mir schwerfiel, die Figuren eindeutig zuzuordnen. Das hat gerade zum Ende hin etwas die Wirkung abgeschwächt.

Zudem ist die Handlung stellenweise etwas vorhersehbar und an einigen Punkten nicht ganz realistisch. Trotzdem bleibt die Geschichte durchgehend spannend, vor allem durch die vielen kleinen Geheimnisse, Verstrickungen und Wendungen, die nach und nach ans Licht kommen. Auch die Momente, in denen Dinge für die Protagonistin nicht wie geplant laufen, sorgen für zusätzliches Mitfiebern.

Hörbuchumsetzung

Die Sprecherin hat mir grundsätzlich gut gefallen und ihre Stimme war angenehm zuzuhören. Allerdings fand ich die Darstellung der verschiedenen Figuren nicht immer gelungen. Besonders männliche Nebenfiguren, teilweise aber auch weibliche Charaktere, wurden sehr überbetont und stark überspitzt gesprochen. Das wirkte stellenweise gekünstelt und leicht ironisch überzeichnet, wodurch es etwas schwerfiel, die Figuren ernst zu nehmen. Eine etwas neutralere, natürlichere Lesart hätte dem Hörbuch hier gutgetan.

Insgesamt ist „Oxford Blood“ ein fesselnder Jugendthriller mit einem starken Setting, einer interessanten Grundidee und solider Spannung, der trotz seiner Schwächen sehr gut unterhält. Für mich sind es daher 3,5 bis 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Süße Romance, aber erzählerisch nicht ganz rund

Chasing Hearts
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Ich bin mit eher niedrigen Erwartungen an Chasing Hearts herangegangen. Ich wollte eine kurzweilige, angenehme Geschichte, die mich gut unterhält und genau das hat das Buch auch erfüllt. Trotzdem sind ...

Ich bin mit eher niedrigen Erwartungen an Chasing Hearts herangegangen. Ich wollte eine kurzweilige, angenehme Geschichte, die mich gut unterhält und genau das hat das Buch auch erfüllt. Trotzdem sind mir einige Schwächen aufgefallen, auch wenn es gleichzeitig Momente gab, in denen ich mich den Figuren sehr nah gefühlt habe.

Aufbau & Erzählweise

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus der von Georgia und Luca. Das hat mir wirklich gut gefallen, weil man so einen intensiveren Einblick in ihre Gedanken und Gefühle bekommt. Dadurch konnte ich mich schnell in die Charaktere hineinversetzen.

Der Einstieg ist der Autorin besonders gut gelungen – ich war direkt in der Story drin, ohne große Verwirrung oder komplizierte Einführungen. Man versteht die Figuren schnell und findet sich gut zurecht.

Allerdings traten für mich im Verlauf des Buches Probleme auf:
Der Schreibstil ist grundsätzlich angenehm, aber die Szenenwechsel waren oft schwer nachvollziehbar. Häufig wurde ohne klare Übergänge zwischen Orten oder Situationen gewechselt. Dadurch musste ich mich mehrfach neu orientieren, wer spricht gerade, wo befinden wir uns überhaupt ? Diese fehlenden Verbindungen zwischen Szenen haben meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen. Dabei hätten schon kleine Hinweise gereicht, um diese Übergänge klarer zu gestalten.

Formel-1-Thematik

Das übergeordnete Thema Formel 1 ist hier nicht nur Beiwerk, sondern steht klar im Mittelpunkt – und das fand ich richtig gut umgesetzt. Die Rennen und das Setting waren präsent und gut vorstellbar. Allerdings gab es auch hier ähnliche Probleme wie bei den allgemeinen Szenenwechseln: Ortswechsel zwischen verschiedenen Ländern und Rennen wurden oft sehr abrupt dargestellt. Reisen wurden übersprungen, und plötzlich befand man sich an einem komplett anderen Ort, ohne dass der Übergang wirklich erklärt wurde. Das hat auch hier für Verwirrung gesorgt.

Charaktere & Emotionen

Trotz der strukturellen Schwächen konnte ich mich überraschend gut mit den Figuren identifizieren. Sie wirkten nahbar, und ich war emotional durchaus involviert. Die romantische Entwicklung war eher vorhersehbar und nicht besonders tiefgründig. Es handelt sich nicht um eine intensive Enemies-to-Lovers-Dynamik, sondern eher um eine von Anfang an spürbare Anziehung. Das Buch bleibt insgesamt eher oberflächlich, aber das hat mich in diesem Fall nicht gestört, da ich genau so eine leichte Geschichte erwartet habe. Besonders positiv hervorheben möchte ich eine Szene gegen Ende aus Georgias Perspektive – die hat mich tatsächlich berührt und gezeigt, dass emotional doch mehr möglich gewesen wäre.

Fazit

Chasing Hearts ist eine unterhaltsame, leichte Liebesgeschichte mit starkem Formel-1-Bezug. Es hat definitiv seine Schwächen, vor allem in der Struktur und bei den Übergängen, konnte mich aber trotzdem gut unterhalten. Dafür vergebe ich 3,5 Sterne.

Ich würde das Buch empfehlen, wenn man keine allzu hohen Erwartungen hat, eine kurzweilige Romance für zwischendurch sucht und Interesse an der Formel 1 als Setting mitbringt.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Poetisch, intensiv und überraschend anders

The Poet Empress
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Wichtig ! Das Buch ist stellenweise sehr brutal und behandelt zahlreiche schwere Themen, weshalb ich es für ein jüngeres Publikum ungeeignet empfinde und eher ab 18, frühestens ab 16 Jahren empfehlen würde. ...

Wichtig ! Das Buch ist stellenweise sehr brutal und behandelt zahlreiche schwere Themen, weshalb ich es für ein jüngeres Publikum ungeeignet empfinde und eher ab 18, frühestens ab 16 Jahren empfehlen würde.

Der Einstieg in den Roman hat mich sofort abgeholt. Besonders hervorzuheben ist der außergewöhnlich poetische und fast altertümlich wirkende Schreibstil, der sich konsequent durch das gesamte Werk zieht. Die Sprache ist bewusst gewählt und vermittelt das Gefühl, selbst Teil eines Gedichts zu sein.

Ein besonderes Highlight sind die immer wieder eingestreuten Gedichtverse, die nicht nur zum Titel „Poet Empress“ passen, sondern auch stilistisch perfekt eingebunden sind. Hier zeigt sich auch die starke Leistung der Übersetzung ins Deutsche, die es schafft poetische Tiefe beizubehalten. Zusätzlich werden im Schreibstil immer wieder vereinzelt chinesische Schriftzeichen eingebunden, was ich unglaublich gelungen fand. Auch wenn es nur kleine Details sind, haben sie für mich enorm zur Atmosphäre beigetragen und mir geholfen, noch tiefer in das Setting und den besonderen Stil einzutauchen.

Erzählstruktur

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Erzählstruktur des Buches. Die Geschichte wird überwiegend aus der Ich-Perspektive von Wei erzählt, wird jedoch immer wieder durch Rückblicke in erzählerischer Form von Tagebucheinträgen, aus der Vergangenheit von Prinz Terren unterstützt. Diese Wechsel erfolgen fließend und tragen maßgeblich dazu bei, die Hintergründe der Figuren besser zu verstehen und deren Handlungen einordnen zu können. Dadurch entstehen auch überraschende Wendungen, die die eigene Wahrnehmung als Leserin verändern und für eine zusätzliche emotionale Tiefe sorgen.

Setting, Atmosphäre und Magiesystem

Die Geschichte spielt in einer chinesisch inspirierten Fantasywelt, die sowohl visuell als auch kulturell sehr dicht und eindrucksvoll gestaltet ist. Wir begleiten Wei, eine Bauerntochter, die in bitterer Armut und Hungersnot aufwächst und früh mit Verlust und Leid konfrontiert wird. Dieser harte Ursprung bildet einen starken Kontrast zu dem prunkvollen, aber auch gefährlichen Leben am Kaiserhof, in das sie später eintritt. Gerade diese Gegensätze erzeugen eine dichte Atmosphäre, die von Unsicherheit, Misstrauen und unterschwelliger Bedrohung durchzogen ist. Als Leserin konnte ich mich sehr gut in diese Welt hineinversetzen und hatte durchgehend klare Bilder vor Augen.

Das Magiesystem des Buches ist wirklich besonders fügt sich hier sehr harmonisch ein und ist auf eine kreative Weise mit der Poesie verbunden, hat mir sehr gut gefallen.

Handlung, Spannung und Emotionale Intensität

Obwohl das Buch insgesamt eher ruhig erzählt ist, entfaltet es eine enorme emotionale Wucht. Themen wie Verlust, brutale Gewalt und Machtmissbrauch ziehen sich durch die gesamte Handlung und werden auf eine eindringliche Weise vermittelt. Die Handlung rund um Weís Aufstieg ist durchgehend fesselnd, lebt jedoch weniger von einer klaren, geradlinigen Struktur als vielmehr von vielen ineinandergreifenden Entwicklungen. Unterschiedliche Handlungsstränge verweben sich miteinander und erzeugen ein Gefühl von stetiger Bewegung und Veränderung. Besonders stark ist dabei die permanente Anspannung, da Wei sich in einer Umgebung bewegt, in der sie niemandem vollständig vertrauen kann und jederzeit mit Gefahr rechnen muss.

Kritikpunkte

Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch einige Punkte, die mir weniger gut gefallen haben. Besonders aufgefallen ist das Fehlen eines Glossars oder einer Übersicht über die zahlreichen Figuren und deren Beziehungen zueinander. Gerade durch die Vielzahl an Namen und familiären Verbindungen, die teilweise aus einem kulturellen Kontext stammen, der mir weniger vertraut ist, fiel es anfangs schwer, den Überblick zu behalten. Ein Stammbaum oder eine kurze Charakterübersicht hätte hier sehr geholfen. Zudem empfand ich den letzten Abschnitt der Handlung als etwas zu knapp ausgearbeitet. Obwohl das Ende emotional durchaus wirkungsvoll war, hätte ich mir gewünscht, dass zentrale Ereignisse mehr Raum bekommen, insbesondere im Vergleich zu früheren Abschnitten, die deutlich ausführlicher behandelt wurden. Darüber hinaus gab es eine einzelne, eher dynamische Szene gegen Ende, die etwas schwer nachzuvollziehen war, was jedoch im Gesamtbild kaum ins Gewicht fällt.

Fazit

The Poet Empress ist eine eindrucksvolle, poetisch erzählte Geschichte, die vor allem durch ihre Atmosphäre, ihren besonderen Schreibstil und ihre vielschichtigen Figuren überzeugt. Wer sich auf das ruhige, aber intensive Erzähltempo einlässt, wird mit einer emotionalen und tiefgehenden Leseerfahrung belohnt. Am Ende hat mich die Geschichte so sehr emotional getroffen, dass ich geweint habe.

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass es sich trotz zwischenmenschlicher Beziehungen nicht um eine Romantasy-Geschichte handelt, der Fokus liegt klar auf den Figuren, ihrer Entwicklung und den emotionalen sowie gesellschaftlichen Dynamiken.

Ich könnte noch so viel zu den Figuren und ihrer Entwicklung sagen, möchte aber bewusst nicht zu viel vorwegnehmen. Gerade deshalb finde ich es besonders empfehlenswert, möglichst unvoreingenommen an das Buch heranzugehen und sich einfach auf diese außergewöhnliche Reise einzulassen und vollkommen in diese chinesisch inspirierte Fantasy-Welt einzutauchen.

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