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Veröffentlicht am 17.01.2026

Wenn mitreißende Dark Fantasy und Spice kollidieren

Rabid
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Kurzmeinung: Atmosphärisch und intensiver Schreibstil, aber der furchtbare derbe Spice/Smut schadet der Geschichte mehr, als er ihr nutzt.

Einstieg & Atmosphäre

Der Einstieg ist vergleichsweise ruhig ...

Kurzmeinung: Atmosphärisch und intensiver Schreibstil, aber der furchtbare derbe Spice/Smut schadet der Geschichte mehr, als er ihr nutzt.

Einstieg & Atmosphäre

Der Einstieg ist vergleichsweise ruhig und introspektiv. Über einen längeren Abschnitt begleiten wir Seneca fast ausschließlich durch ihre Gedanken, ohne viele Interaktionen mit anderen Figuren. Diese lange Einleitung hat mir geholfen, eine emotionale Bindung zur Protagonistin aufzubauen und ihre innere Zerrissenheit zu verstehen.
Atmosphärisch ist das Buch durchgehend stark: düster, roh, intensiv – eindeutig Dark Fantasy / Dark Romance. Brutalität, Gewalt und eine sehr direkte Sprache gehören fest zum Ton der Geschichte und werden nicht beschönigt.

Schreibstil & Perspektive

Die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Seneca erzählt. Wir erleben alles ausschließlich durch ihre Wahrnehmung, ihre Gefühle und vor allem ihre Gedankenwelt. Das Buch lebt stark von inneren Monologen: Senecas Ängste, Zweifel, Wut und ihre Auseinandersetzung mit dem Wolfsgeist nehmen deutlich mehr Raum ein als klassische Dialoge.
Der Schreibstil ist dabei sehr intensiv, fragmentiert und mitreißend. Kurze Sätze, Gedankensprünge und emotionale Einschübe erzeugen das Gefühl, direkt in Senecas Kopf zu stecken. Genau das macht das Lesen so fesselnd, man wird regelrecht durch die Geschichte getragen. Wer dialoglastige Romane bevorzugt, könnte das als anstrengend empfinden, für mich war es jedoch erfrischend und ungewöhnlich.

Welt & Fantasy-Aspekte

Besonders überzeugt hat mich die originelle Interpretation des Werwolf-Mythos. Die Gestaltwandler teilen sich ihren Körper mit einem eigenständigen Wolfsgeist, einem Wesen mit eigener Persönlichkeit, eigenen Instinkten. Dieses Konzept verleiht der Geschichte Tiefe und hebt sie deutlich von klassischen Gestaltwandler-Erzählungen ab.
Die Welt selbst ist modern angelegt, mit Handys, Autos und Bussen, doch diese Elemente bleiben bewusst im Hintergrund. Stattdessen dominiert ein starkes Natur- und Rudelsetting, was der Atmosphäre sehr zugutekommt. Die verschiedenen Wolfsrudel unterscheiden sich nicht nur kulturell, sondern auch visuell (von moderner Kleidung bis hin zu Leder und Leinen), was ihnen eine klare Identität verleiht.

Dark Elements & Brutalität

Das Buch spart nicht an harten Inhalten. Gewalt, Tod und psychische Traumata werden thematisiert. Auch die Wortwahl ist oft derb und provokant. Teilweise funktioniert das sehr gut und unterstreicht die raue Welt, teilweise wirkt es überzeichnet. Hier wird schnell klar: Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter.

Charaktere & Entwicklung

Seneca ist eine spannende, komplexe Hauptfigur. Ihre Flucht, ihr Trauma und ihr innerer Kampf mit dem Wolfsgeist sind gut dargestellt. Besonders gelungen fand ich die Dynamik zwischen ihr und dem zweiten Hauptcharakter, die sich langsam, über Gespräche, Nähe und gegenseitiges Verstehen entwickelt.
Auch die Nebenfiguren und das Rudel als Gemeinschaft sind stimmig ausgearbeitet und vermitteln ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Action- und Verwandlungsszenen sind intensiv geschrieben und gehören für mich zu den Highlights des Buches.

Der größte Kritikpunkt: Spice

Der Punkt, der mich fast zum Abbruch gebracht hätte, sind die expliziten Szenen. Auf rund 430 Seiten gibt es nur wenige (4) davon, aber insbesondere die erste wirkt extrem fehlplatziert. Sie kommt recht früh, mitten nach bzw. in einer traumatischen Phase der Protagonistin, ohne emotionale Vorbereitung oder nachvollziehbare Entwicklung. Die Szene fühlt sich komplett losgelöst von der Handlung an, ohne nachvollziehbaren Grund, und mit einer Wortwahl, die ich als überzogen und unangenehm empfunden habe. Ich war ehrlich gesagt schockiert und kurz davor, das Buch wegzulegen.

Zum Glück bleibt es dabei nicht dauerhaft so. Nach dieser Szene verlagert sich der Fokus deutlich auf Handlung, Charakterentwicklung und Beziehungen. Spätere Annäherungen sind zwar weiterhin sehr direkt formuliert und Geschmackssache, aber emotional nachvollziehbarer, weil sie auf einer tatsächlichen Dynamik und Entwicklung basieren. Dennoch hätte das Buch für mich mit deutlich weniger oder sogar ganz ohne diese Szenen besser funktioniert.

Kritik an Zeit & Trauma-Darstellung


Ein weiterer Kritikpunkt ist der sehr kurze erzählte Zeitraum. Die Handlung spielt sich innerhalb von etwa 4- ca.10 Tagen ab – in dieser Zeit geschehen extrem viele einschneidende Dinge. Die Verarbeitung schwerer Traumata wirkt dadurch unrealistisch schnell.

Positiv hervorzuheben ist zunächst, dass das Buch diese Erfahrungen nicht romantisiert. Seneca benennt immer wieder, dass ihr Schreckliches widerfahren ist, und die Gewalt wird klar als das dargestellt, was sie ist. Dennoch bleibt ihre eigene psychische Verarbeitung auffallend vage. Obwohl sie sich noch mitten im Trauma befindet, wird dieses selten wirklich reflektiert oder eingeordnet. Es entsteht stellenweise der Eindruck, als sei das Erlebte für sie „einfach passiert“ und müsse nun hingenommen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich um eine Kombination aus sexualisiertem Trauma und sehr expliziten spice Szenen handelt, die für mich in dieser Form nicht stimmig zusammenpassen.

Besonders auffällig ist, dass Begriffe wie PTBS zwar im Buch auftauchen, jedoch ausschließlich in Bezug auf Nebenfiguren – nie explizit auf Seneca selbst angewendet werden. Gerade weil wir die Geschichte vollständig aus ihrer Ich-Perspektive erleben, hätte ich mir hier deutlich mehr innere Auseinandersetzung, Benennung und Raum für Verletzlichkeit gewünscht.

Fazit

Lange Zeit schwankte meine Bewertung zwischen 2,5 und 3 Sternen, hauptsächlich wegen der expliziten Inhalte. Doch wenn man diese Szenen ausklammert oder überspringt, bleibt eine überraschend starke, originelle und atmosphärische Geschichte mit einem intensiven Schreibstil, spannender Fantasy-Idee und einer überzeugenden Hauptfigur. Das Ende ist rund, emotional stimmig und hat letztlich dafür gesorgt, dass ich das Buch deutlich positiver in Erinnerung behalte.

Wer mit Dark Fantasy, Brutalität und sehr direkter Sprache umgehen kann und bereit ist, einzelne Szenen zu überspringen, bekommt hier eine wirklich mitreißende Story mit viel Atmosphäre, Action und innerer Tiefe.


Bewertung: 3,5 bis 4 Sterne – trotz (und nicht wegen) des Spices.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Überraschend tiefgründige Romantasy

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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Ich habe dieses Buch zunächst ohne große Erwartungen begonnen, eigentlich ausschließlich wegen des Covers und weil es mir auf Social Media immer wieder begegnet ist. Der Einstieg fiel mir überraschend ...

Ich habe dieses Buch zunächst ohne große Erwartungen begonnen, eigentlich ausschließlich wegen des Covers und weil es mir auf Social Media immer wieder begegnet ist. Der Einstieg fiel mir überraschend leicht: Ich war schnell in der Geschichte drin und fand mich rasch in der Handlung zurecht.

Als ich dann jedoch genauer gelesen habe, dass es sich um eine spicy Fantasy Rom-Com im Schottland der 1920er Jahre handelt, wurde ich ehrlich gesagt skeptisch. Aktuell bin ich kein großer Fan von plumpen Spicy-Büchern, bei denen der Fokus stark auf expliziten Szenen liegt. Umso positiver war meine Überraschung, denn genau das ist hier nicht der Fall.

Erzählperspektive & Schreibstil

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Catherine und Ethan erzählt. Mir persönlich hat Catherines Perspektive etwas besser gefallen, vor allem in Bezug auf ihre Gedankenwelt und die Dialoge. Ethans Sicht war zwar ebenfalls interessant, wirkte stellenweise aber etwas distanzierter.

Der Schreibstil ist insgesamt angenehm, bildlich und stellenweise überraschend poetisch. Kritiken, dass die 1920er Jahre sprachlich nicht exakt eingefangen seien, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Für ein Fantasybuch muss meiner Meinung nach keine historische Perfektion herrschen. Im Gegenteil: Besonders bei Ethan ist mir eine etwas gehobenere Sprache aufgefallen, die gut zu seiner Herkunft und seinen Kreisen passt und einen schönen Kontrast zu Catherines Alltag bildet.

Hörbuchproduktion & Sprecherleistung

Die Hörbuchproduktion hat mir insgesamt sehr gut gefallen, insbesondere durch das gelungene Zusammenspiel der beiden Sprecher:innen. Ein großes Lob möchte ich dabei Yeşim Meisheit aussprechen, die Catherines Perspektive mit unglaublich viel Gefühl und Intensität vorträgt. Gerade in den romantischen und emotionalen Szenen bringt sie so viel Emotion hinein, dass man sich Catherine sehr nahe fühlt und tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen kann. In Kombination mit dem ohnehin poetischen und klangvollen Schreibstil entstehen hier sehr eindringliche Momente, die niemals plump wirken, sondern vielmehr atmosphärisch und berührend sind. Für mich fühlte es sich stellenweise fast so an, als wäre ich nicht nur Zuhörerin, sondern stille Beobachterin von Catherines Innerstem.

Auch die männliche Sprecherstimme empfand ich als sehr angenehm und ruhig, was gut zur eher zurückhaltenden Art von Ethan passt. Zwar hat mich Catherines Stimme emotional etwas stärker abgeholt, dennoch ergänzen sich beide Sprecher hervorragend und sorgen für ein stimmiges, hochwertiges Hörerlebnis.

Atmosphäre & Setting

Das 1920er-Jahre-Setting in Kombination mit Fantasy-Elementen fand ich ausgesprochen gelungen. Der Flair ist atmosphärisch, mystisch und bildhaft beschrieben. Neben Vampirelementen gibt es weitere Fantasiewesen, was der Welt zusätzliche Tiefe verleiht. Auch die Nebencharaktere, insbesondere Catherines Freundinnen bekommen Raum zur Entfaltung und wirken nicht wie bloßes Beiwerk. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Handlung & Charaktere

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Studentin Catherine Campbell, deren Leben durch ein äußerst ungünstiges Missgeschick eine völlig unerwartete Wendung nimmt: Sie wird mit dem Bibliothekar Ethan Hawthorne verheiratet. Besonders spannend ist dabei, dass Catherine Vampire aus tiefster Überzeugung hasst, was der Beziehung von Beginn an eine starke innere und äußere Spannung verleiht.

Catherine habe ich als Figur als besonders interessant empfunden. Sie ist stur, eigensinnig und widersetzt sich bewusst Regeln und Anweisungen, nicht aus Trotz, sondern weil sie ihren eigenen Weg gehen und Fehler selbst machen möchte. Während Catherine ihren freien Willen kompromisslos verteidigt, steht ihr mit Ethan ein deutlich zurückhaltenderer Charakter gegenüber, der viel beobachtet, schützt und im Hintergrund agiert. Auch wenn ich zu ihm insgesamt eine etwas größere Distanz hatte als zu Catherine, konnte ich in den Momenten aus seiner Perspektive, besonders wenn es um sie ging, sehr gut nachvollziehen, was er für sie empfindet und warum er so handelt. Gerade diese Gegensätzlichkeit hat die Beziehung für mich glaubwürdig und emotional gemacht.

Was mir sehr gefallen hat: Die Geschichte nimmt sich Zeit. Die Annäherung der beiden fühlt sich authentisch und organisch an. Es gibt zwar zu Beginn eine intime Szene, doch danach rückt der Fokus klar auf Dynamik, Tension, Dialoge und gemeinsame Erlebnisse. Genau dadurch konnte ich eine starke emotionale Verbindung zu den Figuren aufbauen.

Romance & „Spice“

Entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen ist der Romance-Anteil sehr gefühlvoll und nicht aufdringlich umgesetzt. Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass in den romantischen Szenen der Fokus sehr klar auf Catherines Wahrnehmung und Empfindungen gelegt wird. Die Wortwahl bleibt dabei stets zurückhaltend, gefühlvoll und atmosphärisch-poetisch, ohne überzogen oder derb zu wirken, was für mich viel zur emotionalen Tiefe und zur Authentizität der Beziehung beigetragen hat. Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht jede intime Situation bis ins Detail ausgeschrieben wird, sondern teilweise bewusst ausgeblendet und zum nächsten Morgen übergangen wird. Dadurch wirkt alles deutlich romantischer und weniger plakativ.

Kritik & Fazit

Etwa zur Mitte des Buches hatte ich kurz das Gefühl, dass es ein potenzielles Fünf-Sterne-Buch werden könnte. Gegen Ende ließ diese Begeisterung etwas nach, auch weil einige Fragen offenblieben und mich der Abschluss emotional nicht ganz so stark abgeholt hat. Dennoch sehe ich eine mögliche Vorbereitung auf die Folgebände.

Ein klarer Kritikpunkt für mich: Eine Rom-Com ist dieses Buch definitiv nicht. Es gibt zwar einzelne Situationen, in denen Catherine sehr stur ist, aber wirklichen Humor im klassischen Rom-Com-Sinne habe ich hier kaum gesehen.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein sehr positives Fazit:
Ich bin von Skepsis zu echter Überraschung gelangt. Bite the Bride bietet mehr Tiefe, Atmosphäre und emotionale Entwicklung, als ich erwartet hätte, und macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

WG-Leben & London-Flair, aber keine große Liebe

Two steps away - London Hearts 2
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Kurzmeinung: WG-Leben top, Romance überzeugt mich nicht – deutlich schwächer als Band 1 (3,5 - 4 Sterne) aber freue ich mich auf Band 3 und 4.

Ich bin mit einem sehr guten Gefühl in Two Steps Away gestartet. ...

Kurzmeinung: WG-Leben top, Romance überzeugt mich nicht – deutlich schwächer als Band 1 (3,5 - 4 Sterne) aber freue ich mich auf Band 3 und 4.

Ich bin mit einem sehr guten Gefühl in Two Steps Away gestartet. Der erste Band der London-Hearts-Reihe hat mir viel Spaß gemacht, besonders die Mädels aus der Londoner WG und die Dynamik zwischen den Mitbewohnerinnen. Auch Pippa mochte ich im ersten Teil gern, weshalb meine Vorfreude auf ihre Geschichte entsprechend hoch war.

Der Einstieg in Band zwei hat diese Erwartungen allerdings recht schnell etwas getrübt. Ich war nicht direkt enttäuscht, aber auch nicht begeistert, eher verhalten und unsicher, wohin sich die Geschichte entwickeln würde.

Perspektive und Schreibstil

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Ben und Pippa erzählt. Zu Beginn fiel es mir leichter, einen Zugang zu Bens Perspektive zu finden als zu Pippas, was sich im Verlauf der Geschichte jedoch noch einmal gewandelt hat. Dennoch bin ich mit keinem der beiden Charaktere so richtig warm geworden. Ihre Gedanken und Gefühle konnten mich nicht nachhaltig abholen, wodurch vieles für mich nicht besonders im Kopf geblieben ist. Nach einer kurzen Lesepause habe ich gemerkt, dass ich bereits einige Details wieder vergessen hatte, da mich die Figuren und ihre Geschichte insgesamt nicht genug überzeugen konnten.

Der größte Knackpunkt für mich war leider der Schreibstil. Grundsätzlich ist er eher schlicht gehalten. Dennoch gab es immer wieder Satzkonstruktionen, die meinen Lesefluss stark gestört haben. Teilweise waren Passagen für mich so unklar formuliert, dass ich sie mehrfach lesen musste, einmal habe ich sogar versucht, gemeinsam mit einer außenstehenden Person die Logik hinter bestimmten Sätzen zu verstehen. Im direkten Vergleich zum ersten Band ist mir der Stilunterschied sehr aufgefallen. Dort hatte Lorena Schäfer geschrieben, und diesen Schreibstil mochte ich sehr: leicht, flüssig, fast schon ein Durchfliegen der Seiten. In Two Steps Away habe ich mich damit lange nicht wirklich wohlgefühlt. Erst ab etwa Seite 220 wurde es für mich spürbar besser und angenehmer zu lesen.

Zusätzlich kamen in meiner Auflage sehr viele Rechtschreibfehler vor, die mich leider ebenfalls gestört haben, da sie den ohnehin holprigen Lesefluss weiter unterbrochen haben.

Themen & Setting

Inhaltlich fand ich die Themen grundsätzlich interessant, auch wenn sie für mich keine absoluten Highlights waren. Besonders gefallen hat mir das Setting rund um die Agentur und Pippas Bemühungen, dort einen Praktikumsplatz zu bekommen. Die Handlung innerhalb dieses Arbeitsumfeldes wirkte stimmig und brachte Abwechslung in die Geschichte. Auch die winterliche Atmosphäre ist gut eingefangen: Schnee, London und eine gewisse Gemütlichkeit ließen sich stellenweise sehr gut vorstellen. Bildhafte Szenen gab es durchaus, sie haben für mich jedoch erst im späteren Verlauf des Buches richtig gewirkt.

Sehr positiv hervorheben möchte ich den Familienaspekt. Die Beziehung zu den Eltern und das unterschwellige Familiendrama haben der Geschichte Tiefe verliehen und mich emotional mehr abgeholt als die Liebesgeschichte. Hier hätte ich mir sogar noch etwas mehr Raum und Ausbau gewünscht.

Charaktere & Dynamiken

Die Dynamiken innerhalb der WG sind für mich erneut ein großes Highlight gewesen. Die Szenen mit den Mitbewohnerinnen haben mir sehr viel Spaß gemacht und fühlten sich lebendig und vertraut an. Auch wenn manche Situationen etwas überzogen wirkten, hat genau diese Gruppendynamik die Geschichte für mich getragen. Die Nebencharaktere insgesamt fand ich sehr gelungen und interessant, so sehr, dass meine Neugier auf die Folgebände (Band drei und vier) definitiv geweckt wurde.


Liebesgeschichte: Pippa & Ben

Leider konnte mich die Liebesgeschichte zwischen Pippa und Ben überhaupt nicht abholen. Sie ließ mich größtenteils kalt. Es gab Momente, in denen ich ehrlich gesagt keine Lust mehr hatte, weiterzulesen, weil mich ihr vergangenes wie auch das sich entwickelnde Liebesdrama kaum interessiert hat. Stattdessen hätte ich mir viel mehr Fokus auf das WG-Leben, Freundschaften, Familie und das Umfeld gewünscht. Einige Szenen zwischen Ben und Pippa empfand ich als seltsam, unpassend oder einfach nur verwirrend, sowohl inhaltlich als auch stilistisch. Das führte sogar dazu, dass ich das Buch für etwa zwei Wochen komplett beiseitegelegt habe.

Entwicklung & Ende


Positiv hervorheben möchte ich jedoch das letzte Drittel des Buches. Ab etwa Seite 220 wurden nicht nur der Schreibstil, sondern auch die Handlung und die zwischenmenschlichen Dynamiken deutlich besser. Vor allem die letzten rund 100 Seiten haben mich gut unterhalten und fühlten sich insgesamt stimmig an. Der Abschluss der Geschichte ist gelungen, sodass ich im Endspurt auch darüber hinwegsehen konnte, dass mich die Liebesgeschichte insgesamt nicht überzeugt hat.

Fazit

Two Steps Away hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Das WG-Leben, die Nebencharaktere, das Setting und die familiären Themen haben mir gut gefallen und tragen die Geschichte. Die Liebesgeschichte hingegen konnte mich leider nicht überzeugen, und der Schreibstil hat mir den Einstieg und große Teile des Buches unnötig schwer gemacht.

Während des Buches befand ich mich in einer Leseflaute, weshalb mir der Einstieg schwerfiel. Ich habe das Buch über einen längeren Zeitraum in kleinen Abschnitten gelesen, was mein Leseerlebnis sicherlich beeinflusst hat. Gut möglich, dass Two Steps Away zu einem anderen Zeitpunkt eine bessere Bewertung von mir bekommen hätte.

Trotz aller Kritik bin ich neugierig auf die weiteren Bände, da mich die Geschichten der anderen WG-Mädels sehr interessieren. Insgesamt war es für mich kein schlechtes Buch, aber leider auch keines, das mich emotional vollständig mitnehmen konnte. Unter Berücksichtigung aller Aspekte würde ich das Buch bei 3,5 bis 4 Sternen einordnen.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Sherlock-Vibes

Mord am Heiligen Abend
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Kurzmeinung: Atmosphärische Krimi-Kurzgeschichte mit leichten Sherlock-Vibes und einem herausragenden Sprecher.

Die Kurzgeschichte Mord am Heiligen Abend hat mir insgesamt gut gefallen und vor allem als ...

Kurzmeinung: Atmosphärische Krimi-Kurzgeschichte mit leichten Sherlock-Vibes und einem herausragenden Sprecher.

Die Kurzgeschichte Mord am Heiligen Abend hat mir insgesamt gut gefallen und vor allem als Hörfassung überzeugt. Ein ganz großer Pluspunkt ist der Sprecher Peter Lontzek: Seine unglaublich angenehme, markante Stimme zieht einen sofort in die Geschichte hinein und sorgt für eine dichte, stimmungsvolle Atmosphäre.

Inhaltlich hatte das Ganze für mich leichte Sherlock-Vibes, was unter anderem daran liegt, dass immer wieder Straßennamen und konkrete Orte genannt werden. Dieses Detail schafft ein klares Setting und verleiht der Geschichte einen besonderen Charme. Auch das Befragen von möglichen Zeugen und Tatverdächtigen fand ich spannend und gut umgesetzt, das Ermittlungsgefühl kommt definitiv auf.

Der Schreibstil lädt zum Zuhören ein, und das schrittweise Aufklären des Falls ist interessant gestaltet. Einziger Kritikpunkt: Mit einer Laufzeit von nur 36 Minuten bleibt die Geschichte etwas zu kurz. Ich hätte mir gewünscht, dass sie auf etwa eine Stunde oder etwas mehr ausgedehnt worden wäre, um Figuren und Handlung noch mehr Raum zu geben.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Drei wirklich kurze Geschichten

Wie wir in Småland Weihnachten feierten
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Kurzmeinung: sehr kurzes Weihnachts-Hörbuch mit drei kleinen Geschichten, die inhaltlich kaum hängen bleiben.

Wie wir in Småland Weihnachten feierten ist ein sehr kurzes Hörbuch mit drei kleinen Weihnachtsgeschichten, ...

Kurzmeinung: sehr kurzes Weihnachts-Hörbuch mit drei kleinen Geschichten, die inhaltlich kaum hängen bleiben.

Wie wir in Småland Weihnachten feierten ist ein sehr kurzes Hörbuch mit drei kleinen Weihnachtsgeschichten, gelesen von zwei Frauen und einem Mann. Die Geschichten sind zwar niedlich und stimmungsvoll, bleiben aber insgesamt sehr oberflächlich und flüchtig. Besonders die erste und zweite Geschichte sind so kurz, dass kaum Zeit bleibt, eine Beziehung zu den Figuren oder zur Handlung aufzubauen, entsprechend bleibt inhaltlich wenig im Gedächtnis.

Positiv hervorzuheben sind die Stimmen, vor allem der männliche Sprecher, der mit ruhiger, sanfter Art und unterschiedlichen Stimmlagen fast Hörspielcharakter erzeugt. Die erste Sprecherin wirkte in der Ich-Perspektive dagegen etwas unpassend.

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