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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2025

Alptraumkur für Kinder

Der Sommer am Ende der Welt
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Schon mal Vorweg: Von der Autorin Eva Völler habe ich bereits mehrere Bücher gelesen welche sehr gut recherchiert waren.
Verschickungskinder nach dem Krieg und deren Schicksal hingegen waren ...

Schon mal Vorweg: Von der Autorin Eva Völler habe ich bereits mehrere Bücher gelesen welche sehr gut recherchiert waren.
Verschickungskinder nach dem Krieg und deren Schicksal hingegen waren mir bis dato allerdings nicht bekannt.
Ergo: eine Mischung gut recherchierter Tatsachen verpackt in einen Roman ergibt ein "Muss-ich-lesen-Buch".

Und ich muss sagen, auch dieses Buch hier hat mir gut gefallen. Sehr informativ, und der Schreibstil gewohnt berührend und emotional. Die teilweise verstörenden Kinderschicksale werden doch sehr behutsam in eine fiktive Geschichte verpackt. Man mag sich gar nicht vorstellen welche Schäden sich in den kleinen Kinderseelen festgesetzt haben, sollten sich die Kinder auf einer Kur in der guten Nordseeluft doch erholen und aufgepäppelt werden. Wiedergefunden haben sie sich jedoch in einem Alptraum, den ihnen (spätestens nach ihrer Heimkehr) sowieso niemand geglaubt hat bzw. geglaubt hätte, hätten sie davon erzählt.
Da dieses Thema meiner Meinung nach bisher zu wenig bekannt ist, ist es umso wichtiger, dass derartiges einer breiten Masse bekannt wird.

Aber um nochmal auf das Buch zurückzukommen: gut recherchierte Schicksale eingepackt in einen flüssig geschriebenen Roman bei dem mir die "Drum-Herum-Geschichte" leider etwas zu ausufernd ausgefallen ist. Gerne hätte ich noch etwas mehr über die Kinderschicksale erfahren, weshalb ich einen Stern in meiner Bewertung abziehen möchte. Aber Alles in Allem
ein sehr empfehlenswerter Roman zum wachrütteln.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Sehr cosy

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Das Buch hat alles was man sich für ein paar vergnügliche Lesestunden (an einem verregneten Wochenende) wünscht. Ein bisschen Liebe, ein bisschen Krimi, ein bisschen mystische Archäologie, ein ...

Das Buch hat alles was man sich für ein paar vergnügliche Lesestunden (an einem verregneten Wochenende) wünscht. Ein bisschen Liebe, ein bisschen Krimi, ein bisschen mystische Archäologie, ein bisschen Handarbeit und ganz viel norddeutsche Cosy-Zeit.
Sämtliche Mitglieder des Strickclubs werden seitens der Autorin sehr herzlich und menschlich dargestellt; auch die Gegend um ein kleines norddeutsches Küstendörfchen wirkt sehr charmant. Alles in einem schönen und leichtflüssigen Stil geschrieben dem man sehr gut folgen kann.

Wer allerdings mit der Prämisse eines Krimis an das Buch herangeht wird enttäuscht werden. Dafür ist die Geschichte einfach mit zu wenig Tiefgang gestrickt; die "Ermittlungen" klingen hier einfach zu oft zu unglaubwürdig und oberflächlich.
Wer allerdings einen Wohlfühlroman mit ein paar kriminalistischen Einlagen lesen möchte kommt hier voll aus seine Kosten. Es ist einfach mehr COSY als Crime.

Weniger gefällt mir, dass die am Ende im Buch eingefügten Strickanleitungen nicht bebildert sind und ich die zugehörigen Stücke erst mühsam im Internet suchen muss. Normalerweise sehe ich ein Tuch/Pulli/Accessoire welches mir gefällt und ich suche nach der Anleitung und nicht umgekehrt. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich bewusst nicht so viel im Internet unterwegs sein möchte.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Klassischer historischer Krimi

Im Finsterwald
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Im Finsterwald ist ein klassischer historischer Krimi der im Jahr 1926 spielt - kein typischer düsterer Schwedenkrimi der Neuzeit. Aber er hat genauso seine Sogwirkung - nur eben auf eine ganz ...

Im Finsterwald ist ein klassischer historischer Krimi der im Jahr 1926 spielt - kein typischer düsterer Schwedenkrimi der Neuzeit. Aber er hat genauso seine Sogwirkung - nur eben auf eine ganz andere und eigene Art.
Zum Inhalt möchte ich hier gar nichts schreiben, ich müsste sonst nur den Klappentext wiederholen um nicht zu viel zu verraten.
Die Figuren sind sämtliche mit viel Tiefgang gezeichnet. Der Schreibstil ist zeitgemäß, atmosphärisch, schön flüssig und gut zu lesen. Die Geschichte kommt im ersten Moment fast etwas schnörkellos daher hat aber doch einige überraschende Wendungen und man wird immer mal wieder aufs Glatteis geführt. Das Ende ist mehr als gelungen und in sich schlüssig. Der Spannungsbogen wird über die gesamte Länge des Buches gehalten. Hier auch ein Lob an die Übersetzerin die dies sehr gut umgesetzt hat.

Erst nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, habe ich mich auch mit der Autorin befasst und festgestellt, dass diese schon viele Bücher veröffentlicht hat. Auch zu diesem hier gibt es einen Vorgänger; jedoch können die Bücher unabhängig voneinander gelesen werden - es wird nicht auf vorangegangene Ereignisse aufgebaut.

Wer gerne klassische Krimis in historischer Atmosphäre liest, zudem sein Allgemeinwissen bzgl. des Naturhistorischen Museums Göteborg etwas aufbessern möchte wird mit diesem Buch viel Freude haben. Gerne empfehle ich es weiter.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Skurrile Geschichte

Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset
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Ich weiß gar nicht wie ich mit meiner Rezession anfangen soll. Skurril, unterhaltsam, lustig, von der Geschichte nicht so ernst zu nehmen, vom Thema umso mehr und von daher auch gut nachvollziehbar. Ich ...

Ich weiß gar nicht wie ich mit meiner Rezession anfangen soll. Skurril, unterhaltsam, lustig, von der Geschichte nicht so ernst zu nehmen, vom Thema umso mehr und von daher auch gut nachvollziehbar. Ich musste nicht nur schmunzeln sondern oftmals gerade heraus lachen. Ein herrlich erfrischender Krimi, schöner leichtflüssiger Schreibstil mit mächtig viel schwarzem Humor.

Band 1 hatte ich vorher nicht gelesen - ist aber auch wirklich nicht nötig, da dieser Band problemlos für sich genommen gelesen werden kann. Es sind keine "aufbauenden Grundkenntnisse" nötig; es wird auch ganz wenig Bezug auch Band 1 genommen. Ein schöner leichter nicht ganz ernst zu nehmender Krimi für zwischendurch, man fliegt fast durch die 240 Seiten. Gute bildhafte Schilderungen. Und alles noch dazu in keinem mahnenden, Fingererhobenen, trockenen Stil sondern positiv, amüsant, lebendig und mitreißendend. Ein Buch einer betroffenen Frau für betroffene Frauen.

Freunde des britischen Humors kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Stark, mutig und hoffnungsvoll

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Beate Maly hat mit diesem Roman wieder einmal die Geschichte einer starken und mutigen jungen Frau zu Papier gebracht. Aber nicht irgendeiner jungen Frau, sondern einer die es wirklich gab.

Stella, ...

Beate Maly hat mit diesem Roman wieder einmal die Geschichte einer starken und mutigen jungen Frau zu Papier gebracht. Aber nicht irgendeiner jungen Frau, sondern einer die es wirklich gab.

Stella, eine junge emigrierte und heimwehgeplagte jüdische Lehrerin kehrt direkt nach dem Krieg in ihre vom Krieg zerstörte und unter den Siegermächten aufgeteilte Heimatstadt Wien zurück; sie möchte unbedingt am Wiederaufbau helfen.
In gewohnt anschaulichen und sehr einfühlsamen Schreibstil bringt uns die Autorin das Leben von Stella mit allen Facetten näher. Nicht nur in schwarz oder weiß, nein in vielen Graustufen und manchmal sogar mit ein paar farbigen Nuancen.
Mit viel Enthusiasmus macht sich Stella an die Arbeit. Dabei muss sie sich nicht nur als junge jüdische Frau behaupten sondern überhaupt als Frau und Pädagogin die dabei neue und moderne Unterrichtsmethoden anwendet, die nicht von allen, meist männlichen Kollegen, gerne gesehen werden.
Sie erfährt viel Bitterkeit und Ablehnung, gibt es doch noch sehr viele (zu Viele?) Ewig-Gestrig-Denkende. Aber es gibt auch immer wieder kleine Hoffnungsschimmer - die sie vor allem gegenüber ihren kleinen Schützlingen versucht zu zeigen.

Aber auch ihren eigenen Ängsten muss sie sich stellen und viele Widerstände überwinden.

Ein Roman der sich am Leben einer tatsächlich existierenden Frau orientiert und doch immer wieder Anlass zu Hoffnung gibt. Für mich ein sehr lesenswerter Roman der 5 Sterne verdient.

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