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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2025

Unsägliches Leid

Um jeden Preis
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Eine unter die Haut gehende Geschichte von unsäglichem Leid - ein Schicksal stellvertretend für viele Spätaussiedler/"Russlanddeutsche".
Hera Lind schafft es auch in diesem Roman den Leser auf ...

Eine unter die Haut gehende Geschichte von unsäglichem Leid - ein Schicksal stellvertretend für viele Spätaussiedler/"Russlanddeutsche".
Hera Lind schafft es auch in diesem Roman den Leser auf eine Reise mitzunehmen die er so schnell nicht vergessen wird. Eine Reise geprägt von eisiger Kälte, Hunger, Strapazen, Trauer und Verzweiflung aber auch von Hoffnung und Liebe.

In diesem Buch hat die Autorin einen etwas anderen Schreibstil gewählt - wahrscheinlich begründet, da sie hier auf die Tagebuchaufzeichnungen von Lydia und die Kindheitserinnerungen der Kinder zurückgreifen musste und nicht mehr selbst mit Lydia sprechen konnte. Nichtsdestotrotz ist die Verzweiflung, die Angst und Kälte beinahe körperlich zu spüren, in einfachen aber schonungslosen und emotionalen Worten erwacht das Leben von Lydia vor dem geistigen Auge. Schwer verdauliche Kost; trotz der etwas naiven Art in dem Wunsch begründet nach Deutschland ausreisen zu dürfen/können.

Und doch ist dieser aufwühlende Roman sehr zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Was geschah wirklich

Der irische Fremde
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Bei diesem Krimi der für mich ein Thriller ist passt wirklich alles. Es fängt schon mit dem sehr atmosphärischen Cover an; ein super schönes und vor allem passendes Bild.

Für mich seit langen einmal wieder ...

Bei diesem Krimi der für mich ein Thriller ist passt wirklich alles. Es fängt schon mit dem sehr atmosphärischen Cover an; ein super schönes und vor allem passendes Bild.

Für mich seit langen einmal wieder ein Buch bei dem man nicht gleich auf Seite 50 weiß wer der Täter ist um dann noch 300 Seiten bis zum Finale lesen soll. Ein Buch, kurz, knackig, von der Ersten bis zur letzten Seite spannend, zwar teilweise etwas verwirrend aber immer glaubwürdig.

Der Autor schafft einen ausgewogenen Konsens die Vergangenheit mit dem Hier und Jetzt zu verbinden. Ein Buch das ich kaum aus der Hand legen konnte und fast in einem Rutsch verschlungen habe. Der Autor hat einen schönen flüssigen und leichtgängigen Schreibstil ohne Sätze die sich über eine halbe Seite hinziehen.

Mary blieb mir in ihrer Art lange Zeit fremd, doch zum Schluss hin, nachdem die Geschichte immer mehr aufgeklärt wurde, konnte man viele ihrer "Aktionen" nachvollziehen. Überhaupt wurden die Figuren intensiv psychologisch hinterleuchtet.

Das einzige was mich ein bisschen gestört hat war der (für mich) allzu leichtfertige Umgang mit den Joints.

Fazit: Eines der wenigen Bücher die ich weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Surf -Hotspot der anderen Art

The Surf House
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Das Cover und der Titel des Buches haben mich zuerst auf eine völlig falsche Fährte geführt - liegt vielleicht auch daran, dass ich von der Autorin bis dato noch nichts gelesen habe um sie einordnen ...

Das Cover und der Titel des Buches haben mich zuerst auf eine völlig falsche Fährte geführt - liegt vielleicht auch daran, dass ich von der Autorin bis dato noch nichts gelesen habe um sie einordnen zu können. Aber es handelt sich lt. Autorin und Verlag nicht um einen Roman sondern um einen Thriller.
Die Geschichte beginnt erst mal recht harmlos. Model Bea wirft während eines Shootings in Marokko Hals über Kopf alles über Bord und bricht aus. Bei einem Überfall auf sie in den Souks von Marrakesch wird sie zwar gerettet ersticht aber einen der Angreifer. Und schon sind wir mitten drin in einer für mich etwas skurrilen Geschichte.
Die Autorin schafft es irgendwie in einem leichten flüssigen Schreibstil einen mit auf eine Reise zu nehmen. Die Beschreibung dieses Surf Hotspots ist ihr wirklich gelungen und auch ich als Surf-Nichtke(ö)nner konnte mir ein gutes Bild machen.
Einen Zugang zur Hauptprotagonistin Bea konnte ich aber leider nicht finden - mir war sie einfach zu lebensfremd/oberflächlich; ihr Tun wirkt so gar nicht realistisch. Alles wurde mit mit zu wenig Spannung und Dramatik beschrieben; für mich eine der Hauptvoraussetzungen eines guten Thrillers. Es plätscherte irgendwie so vor sich hin. Erst auf den letzten Seiten wurde der Spannungsbogen dann etwas angezogen, war aber im Grunde genommen schon vorherzusehen. Ein paar eingestreute Details haben dazu beigetragen.

Fazit:
Für mich mehr ein Krimi bzw. spannender Roman als ein Thriller - vielleicht ein "Softthriller" von dem ich mir etwas mehr erwartet hatte. Als Strandlektüre durchaus empfehlenswert. Der Titel sowie das Cover passen für mich jetzt zumindest wieder (bis auf das Wort Thriller).

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Hommage an Sylt

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Ich hatte mich als erstes in das wunderschön gestaltete Cover des Buches verliebt. Aber auch der Klappentext hörte sich sehr vielversprechend an - irgendwie geheimnisvoll und sehr passend zum Cover. Der ...

Ich hatte mich als erstes in das wunderschön gestaltete Cover des Buches verliebt. Aber auch der Klappentext hörte sich sehr vielversprechend an - irgendwie geheimnisvoll und sehr passend zum Cover. Der Erzählstil der Autorin (von der ich bis dato noch nichts gelesen hatte) hat mich auch nicht enttäuscht, ist flüssig und sehr stimmungsvoll; auch die Landschaftsbeschreibungen von Sylt waren sehr atmosphärisch und ich konnte mich sofort wieder in Sylt orientieren obwohl ich erst einmal dort war. Trotzdem hatte ich ein paar Probleme mit der Geschichte, hatte ich mir aufgrund des Klappentextes etwas mehr historisches erhofft. Für mich waren die Abschnitte von Lene und Beeke und vor allem die über die Bücher etwas zu kurz gehalten. Mir war der Großteil des Buches einfach zu sehr im Hier und Jetzt verhaftet. Auch blieb mit das Wesen von Anna - obwohl ich im gleichen Alter bin - etwas fremd. Vielleicht liegt es ja daran, dass ich ein Landkind bin und mit einem modernen Großstadtleben absolut nichts anfangen kann.

Zum Ende hin hat das Buch aber wieder etwas Fahrt aufgenommen, so dass man Lust auf die Fortsetzung bekommt - man möchte ja schließlich wissen was mit Martje passiert ist. Leider habe ich aber nirgends in Erfahrung bringen können wie lange wir uns bis dahin gedulden müssen.



Alles in Allem aber ein schöner Roman an den ich wahrscheinlich einfach mit den falschen Vorstellungen herangegangen bin.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Farbige Töne

Die Melodie der Lagune
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Als erstes hat mich das tolle Cover dieses Buches angezogen. Schlicht und doch geheimnisvoll mit der Silhouette Venedigs in einem Violinen-F-Loch. Aber auch der Klappentext machte mich sofort ...

Als erstes hat mich das tolle Cover dieses Buches angezogen. Schlicht und doch geheimnisvoll mit der Silhouette Venedigs in einem Violinen-F-Loch. Aber auch der Klappentext machte mich sofort neugierig. Vivaldi kennt man, aber bitte wer ist Anna Maria de la Pieta? Und gab es im 18. Jahrhundert Frauen die derartig im Rampenlicht standen? Ja - Diese wunderbar recherchierte Geschichte können wir hier lesen.
Etwas die ersten 30 Seiten tat ich mich ein bisschen schwer einen Zugang zu finden; aber dann ist der Funke übergesprungen und ich konnte das Buch kaum mehr auf die Seite legen. Wunderbar bildhaft erzählt die Autorin das Leben der Waisenkinder in der Pieta. Alles so, dass man meint ein Mitglied dieser Gemeinschaft zu sein. Einer Gemeinschaft mit Freundschaften und Neid, geprägt von strengen religiösen Regeln, aber auch von Zusammenhalt der Kinder untereinander, von Hingabe zur Musik, von Intrigen und Abhängigkeiten, von Not, Armut und unermesslichen Reichtum.
Und mitten in dieser Gemeinschaft ein Ausnahmetalent; ein junges, äußerst ehrgeiziges Mädchen welches nach Liebe, Aufmerksamkeit und Anerkennung schreit, ein Mädchen das wie so viele damals, und auch heute noch, nicht gewürdigt werden/wurden. Ein musikalisches Talent das Noten nicht einfach nur spielt sondern kaleidoskopartig sieht. Ganz wunderbar und mitreißend in einem flüssigen Schreibstil erzählt - mit wunderbar gezeichneten Figuren.

Nicht nur für jeden Klassikfan ein Muss zum lesen; ein Buch welches einen dazu aufruft sich intensiver mit den Werken Vivaldis - oder denen von Anna Maria ?- auseinanderzusetzen. Ein Buch mit einer klaren Leseempfehlung.



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