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Veröffentlicht am 01.12.2025

Überraschend anders, aber nicht mein liebstes Brittainy Cherry Buch.

Was wir leise hofften
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Als großes Brittainy Cherry Fangirl konnte ich an dieser Neuerscheinung natürlich nicht vorbei! Vielen Dank an die Netgalley für das E-Book-Rezensionsexemplar! 📖🥰

Handlungsüberblick:

»Was ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Als großes Brittainy Cherry Fangirl konnte ich an dieser Neuerscheinung natürlich nicht vorbei! Vielen Dank an die Netgalley für das E-Book-Rezensionsexemplar! 📖🥰

Handlungsüberblick:

»Was wir leise hofften« erzählt mit leichten "forced proximity"- und "enemies to lovers"-Vibes die Liebesgeschichte von der freiheitsliebenden Willow und dem Kleinstadt-Angler Theo. Auf den Wunsch von einer guten Freundin, die Theos Großmutter ist, verbringt Willow zum ersten mal seit langem wieder einen Sommer an einem festen Ort, ohne mit ihrem Van herumzureisen. Während dieses Sommers finden Theo und Willow heraus, dass sie gar nicht so verschieden sind, wie anfangs gedacht, und lernen von der großelterlichen Liebesgeschichte.

Mein Bucheindruck:

Das Cover passt perfekt zu den übrigen Bänden der Problems-Reihe, aber auch, wenn das Cover wunderschön ist, finde ich es etwas schade, dass es so wenig der Geschichte nach außen trägt.

Mein Leseeindruck:

Ich mochte das verträumte Seehaus- und Wohnwagensetting sehr gerne, aber ich brauchte eine Weile, bis ich mit Theo und Willow warm wurde. Manchmal fand ich ihren Umgang miteinander etwas kindisch und auch etwas unverständlich, gerade, weil sie so ein tolles Vorbild in Form der Großeltern von Theo haben. Darüberhinaus ist mir von der Lektüre auch eher die Liebesgeschichte zwischen den Großeltern von Theo im Gedächtnis geblieben als die Liebesgeschichte von Willow und Theo, obwohl diese deutlich im Vordergrund stand und viel mehr geschriebene Wörter einnimmt. Ich hätte mir gewünscht, dass beide Liebesgeschichten sich gleichermaßen in mein Herz geschrieben hätten.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Was wir leise hofften« ist einerseits ein typisches Brittainy Cherry Buch. So las sich der bittersüße Schreibstil wie immer sehr flüssig, während er zum Textstellenmarkieren einlud. Andererseits unterscheidet sich »Was wir leise hofften« auch von den übrigen Bücher der Autorin, denn es überrascht durch eine Liebesgeschichte in der Liebesgeschichte. Mehr als zwei Erzählperspektiven kannte ich von Brittainy Cherry bisher noch nicht, sie haben mich aber total gefreut. Ich mag es, wenn Autor:innen ihrem Genre treu bleiben, sich dabei aber gleichzeitig neu erfinden. Neben den Ich-Erzählperspektiven von Willow und Theo gab es auch einige wenige von der Großmutter und dem Großvater von Theo. Ich mochte die zusätzliche Perspektiven der Großeltern so gerne und Ihre Liebesgeschichte sogar mehr als die der Protagonist:innen. Molly und Harry waren ein rührendes Vorbild!

Mein Abschlussfazit:

»Was wir leise hofften« ist überraschend anders, aber nicht mein liebstes Brittainy Cherry Buch.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Der bisher beste sapphic Fantasy-Reihenauftakt! 🌈

Love & Imagination
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Handlungsüberblick:

Stell dir vor, du bist Geschichtsdozentin und während du auf deinen Vorgesetzten wartest, bringt dich eine sexy Tätowiererin so sehr aus dem Konzept, dass sich dein Höschen auf magische ...

Handlungsüberblick:

Stell dir vor, du bist Geschichtsdozentin und während du auf deinen Vorgesetzten wartest, bringt dich eine sexy Tätowiererin so sehr aus dem Konzept, dass sich dein Höschen auf magische Weise im Metakosmus auflöst. Zu allem Überfluss nimmt die besagte Tätowiererin durch ihre seherischen Fähigkeiten auch noch jede magische Regung wahr. Als wenn das noch nicht genug wäre, sollst du gemeinsam mit ihr eine Zeitreise in ein gefährliches Zeitalter der Vergangenheit antreten...

Mein E-Book-Eindruck:

In meinen Augen ist das Cover von »Love & Imagination« nicht nur zauberschön, es fängt auch perfekt den Vibe der Geschichte ein. Die beiden Hände, die sich über das Cover hinweg nicht erreichen können, verbildlichen hervorragend die anhaltende Tension zwischen den beiden Protagonistinnen. Ich liebe die edle goldene Umrahmung mit dem Ziffernblatt, die den Zeitreiseaspekt des Buches erfolgreich nach außen kehrt, und die verspielten Katzen- und Drachen-Details, die es sich auf dem Titel bequem gemacht haben, und andeuten, welche Kreaturen die Leser:innen in »Love & Imagination« erwarten. 🐉🐈

Mein Leseeindruck:

Lin Rinas Buch ist auch innerlich ein Kunstwerk. Schon die Widmung fand ich großartig! Sie hat bewirkt, dass ich zum ersten Mal ein Buch mit einem Schmunzeln begonnen habe. 😏

Während der gesamten Lektüre war ich völlig gefesselt und konnte nicht glauben, wie schnell ich druch die Seiten flog. Am liebsten hätte ich langsamer gelesen, um länger mit den beiden Protagonistinnen Sidra und Kaliip verweilen zu können. Was soll ich mehr über die Lektüre sagen, außer, dass ich beim Lesen auf dem Heimweg im Bus vier Stationen zu weit gefahren bin, weil es so spannend war? 😃

Meine Lesehighlights waren definitiv das sich auflösende Höschen und der Spitzname, den Sidra Kaliip gibt, aber auch insgesamt das detailreiche Worldbuilding, die liebevoll gezeichneten Charaktere und die knisternde Tension zwischen den beiden Frauen. Kaliip und Sidra sind zwei so faszinierende Charaktere, dass ich gar nicht wusste, wessen Book-Girlfriend-Potential größer war. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn sich beim Lesen auch mein Höschen in Luft aufgelöst hätte. 👙✨
In Bezug auf das Worldbuilding hält Lin Rina viele Überraschungen bereit, sodass sich auch Beschreibungen spannend lesen. Besonders das Badezimmer von Kaliip hat es mir angetan, das hätte ich am liebsten sofort in meine Wohnung überführt. 🛁

Darüberhinaus mochte ich, dass Homosexualität in der erzählten Welt als etwas völlig Selbstverständliches erscheint und uns Queers damit eine Pause von der Gegenwart gibt, die ja doch noch sehr stark von Homophobie geprägt ist. »Love & Imagination« war für mich ein Safe-Space zwischen Buchseiten, den ich sehr genossen habe. 📖🌈
Und wie cool ist es bitte, dass Seher:innen die sexuelle Orientierung anderer an ihren Magiequellen ablesen können? Das hätte ich in der wahren Welt auch gern! 😃

Als am gefühlsintensivsten habe ich bei der Lektüre die letzten Seiten empfunden, auf denen ich zwischen Angst und dem Gefühl von einer idylischen Sicherheit schwankte. Das Ende war für mich eine Gefühlsachterbahn der Extraklasse mit einem Cliff-Hanger as fuck! Und ich frage mich immer noch, wie ich die Wartezeit auf die Fortsetzung überstehen soll. 😳

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Lin Rina hatte sich schon vor diesem Buch in mein Herz geschrieben, aber mit »Love & Imagination« noch einmal mehr! 💜
Ich liebe, was und vor allem wie sie schreibt. Ihr Schreibstil ist wunderbar detailverspielt und lässt die fantastische Welt zum Greifen nah erscheinen. ✨

Mein Abschlussfazit:

»Love & Imagination« von Lin Rina ist in meinen Augen der bisher beste sapphic Fantasy-Reihenauftakt. Ich liebe alles daran und fiebere schon wahnsinnig der Fortsetzung entgegen! 😍

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Poetisch-einfühlsames Empowerment! ღ

In mir ein ganzes Universum
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

»In mir ein ganzes Universum« stand schon ewig auf meiner Wunschliste, wie das immer so ist, bei Studierenden mit wenig Geld… 🙈 Als mich Lea Zander dann vor ein ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

»In mir ein ganzes Universum« stand schon ewig auf meiner Wunschliste, wie das immer so ist, bei Studierenden mit wenig Geld… 🙈 Als mich Lea Zander dann vor ein paar Wochen fragte, ob ich das Buch rezensieren würde, war ich überglücklich und sagte sofort zu. Lea schickte mir aber nicht nur das Buch, sondern eine liebevoll zusammengestellte Blogger:innen-Box, die mich total gerührt zurückließ.

Ein riesiges Merci an dieser Stelle noch mal, Lea, ich bin dir so dankbar! ღ

Und wenn ihr neugierig auf Leas Blogger:innen-Päckchen geworden seid, geht's hier zu meinem Unpacking. 📦

Handlungsüberblick:

»In mir ein ganzes Universum« vereint Gedichte und Kurzgeschichten, die direkt ins Herz gehen und dort Hoffnung säen. Thematisch geht es darin um Angst und Schmerz, aber auch um Zuversicht und Liebe.

Mein Bucheindruck:

Das Buch ist wunderschön designt. Auf dem Cover befindet sich eine weiß gezeichnete Figur vor einem dunklen Abendhimmel. Mit ihrem Kopf als Erde, die von den restlichen Planeten umschwirrt wird, passt sie einfach perfekt zum Titel des Buches. 🪐✨

Auch, wenn ich »In mir ein ganzes Universum« chronologisch von Anfang bis Ende gelesen habe, fand ich es toll, dass das Buch in die vier Kapitel »Von Angst und Schmerz«, »Von Hoffnung«, »Vom Leben« und »Vom Lieben« unterteilt wurde, sodass man auch ganz nach Gefühl und Tagesform in seiner eigenen Reihenfolge lesen kann. Besonders, wenn man selbst von Depressionen und/oder einer Angststörung betroffen ist, stelle ich mir diesen Aufbau hilfreich vor. In dieser Hinsicht wirkte das Buch auf mich gut durchdacht und feinfühlig auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt.

Mein Leseeindruck:

Nachdem ich das Päckchen von Lea ausgepackt hatte, musste ich direkt loslesen. Und wenn ich sage, ich habe »In mir ein ganzes Universum« verschlungen, ist das noch zu wenig. Ich habe es inhaliert, gefühlt, gelebt! Innerhalb von einem Abend hatte ich das Buch ausgelesen und dabei zahlreiche Stellen mit Post-it's markiert. So viele, dass ich nicht einmal ein Lieblingszitat benennen kann, weil mich jedes davon so stark bewegt. 😍

Beim Lesen von Leas Texten habe ich mich so gesehen und viel weniger allein gefühlt. Auch, wenn ich keine Despressionen und keine Angstörung habe, konnte ich mich in den Texten von Lea wiederfinden. Nicht nur die Gedichte, auch ihre Kurzgeschichten sind mir im Kopf geblieben und ich freue mich schon riesig, dass Lea bald einen Roman veröffentlichen wird. Der kann nur krass werden! ღ

Die Lektüre hielt eine Vielzahl von Gefühlen für mich bereit, aber das, was am Ende noch in mir nachhallte, war Empowerment. »In mir ein ganzes Universum« ließ mich voller Hoffnung und Inspiration für das eigene Schreiben, aber auch für das eigene Leben zurück. Dieses Gefühl in Verbindung mit dem Poesiegenuss wünsche ich euch auch. Darum: Lest unbedingt »In mir ein ganzes Universum«! 📖

Über die persönlichen Leseeindrücke hinaus, denke ich, dass Lea mit ihrem Buch einen wichtigen Beitrag für Betroffene von Depressionen und Angststörungen leistet, denn in meinen Augen brauchen sie nicht nur Ratgeberbücher, sondern auch empowernde Poesie-Bücher, die zeigen, dass man trotz Depressionen und/oder Angststörungen etwas Schönes erschaffen kann!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Schreibstil von »In mir ein ganzes Universum« ist, wie auch schon in »Tausend Farben dazwischen«, zauberschön einfühlsam-poetisch. Die Posie steckt dabei nicht nur in den Gedichten, sondern schwingt auch bei den Kurzgschichten mit. Besonders ihre Wortneuschöpfungen wie "Stolperherz" oder "karamellwarm" haben sich in mein Herz geschrieben. Ich liebe Leas Schreibstil und empfinde ihn als unfassbar berührend. Es ist bewundernswert, wie es Lea gelingt, auch ernste Themen auf so eine wunderschöne Art zu vermitteln. 💕

Mein Abschlussfazit:

»In mir ein ganzes Universum« ist eine ganz große Herzensempfehlung, lest es und lasst euch von Lea Zander auf poetisch-einfühlsame Weise empowern! ღ

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Slowburn in einem Writers-Setting mit leichtem Enemies to Lovers Vibe und überraschendem Erzählstil.

Not in My Book
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Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

Auf »Not in my book« wurde ich beim Stöbern in den Lesejury-Leserunden aufmerksam. Bücher über Bücher und schreibende Personen sprechen mich sowieso immer ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

Auf »Not in my book« wurde ich beim Stöbern in den Lesejury-Leserunden aufmerksam. Bücher über Bücher und schreibende Personen sprechen mich sowieso immer an und die Leseprobe überzeugte mich dann noch mehr davon, mich für die Leserunde zu bewerben. Vielen Dank nochmal, dass ich an ihr teilnehmen durfte!

Handlungsüberblick:

Rosie studiert Kreatives Schreiben in New York und will unbedingt Romance-Autorin werden. Allerdings ist in ihrem Studiengang auch Aiden, der für für gehobene Literatur brennt, aber Romance verachtet, und mit dem sie im Unterricht ständig aneinandergerät. Um ihren hitzigen Diskussionen ein Ende zu bereiten und eine angenehme Arbeitsatmosphäre wiederherzustellen, fordert ihre Dozentin sie auf, gemeinsam an einem Romance-Buch mit tragischem Ende zu arbeiten, um nicht durchzufallen. Beide akzeptieren dies eher widerwillig, bis sich die Figuren in ihrem Roman ineinander verlieben und sich auch Rosie und Aiden näher kommen.

Mein Bucheindruck:

Das Cover passt sehr gut zum Buch. Durch die herumfliegenden Blätter ist direkt sichtbar, dass es um zwei Schreiberlinge geht. Im Buchladen hätte ich durch sie sofort nach "Not in my book" gegriffen. Nachdem ich mehrfach ein mir unbekanntes Wort gelesen hatte und mit dem Gedanken "Was zum Henker ist ein Colani?" dessen Bedeutung gegoogelt hatte, fand ich allerdings dass die Abbildung von Aidens Mantel noch etwas mehr nach Colani hätte aussehen können. Schließlich spielt er im Buch eine wichtige Rolle. Hashtag mehrknöpfebitte! 😃

Mein Leseeindruck:

Die Leseprobe hat mich durch das Setting und die Figuren direkt mitgerissen. Das Setting war einfach genau meins! Ich studiere und schreibe selbst, weswegen ich mich total wohl zwischen den Seiten von "Not in my book" fühle. Besonders cool finde ich auch, dass Auschnitte aus ihrem gemeinsamen Roman mit in das Buch eingeflochten wurden. 📖✏

Rosie fand ich in den ersten zwei Dritteln des Buches wunderbar, ich liebte ihre Begeisterung für das Romance-Genre und dadurch, dass wir denselben Traum haben, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Vor allem ihr amerikanisch-peruanischer Background fasziniert mich sehr. Ich lerne gern durch die Literatur mehr über andere Kulturen und ihre Traditionen.😍 Im letzten Drittel des Buches fand ich manche ihrer Handlungen jedoch etwas unglaubwürdig, unreif und überzogen.

Auch, wenn Aiden das ganze Buch über durch den Schreibstil etwas weniger greifbar bleibt als Rosie, liebte ich den Schlagabtausch zwischen Rosie und Aiden, der mich gleich zu Beginn des Buches richtig mitriss. Ihre Schlagfertigkeit brachte mich total zum Schmunzeln. 😊 Nach den anfänglichen Kabbeleien entwickeln sich die Gefühle zwischen den beiden langsam und authentisch, wodurch ich das Buch als Slowburn mit einem leichten Enemies to Lovers Vibe beschreiben würde. Meine Lieblingsszene zwischen den beiden war definitiv die Buchshopping-Szene. Einfach nur Zucker! Allerdings muss ich sagen, dass ich die Sexszenen zwischen Rosie und Aiden etwas cringe fand. Es mag sein, dass sie realistisch waren und bei einigen Menschen leider wirklich so ablaufen, ich bin aber froh, dass dies bei mir nicht so ist. Ich habe mich fast ein bisschen für sie geschämt und mir definitiv ganz andere und vor allem leidenschaftlichere Momente für sie gewünscht.

Der Nebenfigurenpool hält einiges bereit. Es gibt viele liebenswerte Figuren, die das Buch zu einem #cozyread machen, aber auch einen mehr als unsympatischen Antagonisten. Rosies Mitbewohnerin und ihre Familie waren mir zum Beispiel super sympathisch. Auch Rosies Beziehungs zu ihrer Mentorin fand ich toll. Ich mochte die für kreative Studiengänge so typische flache Hierarchie und die freundschaftliche Bindung, welche durch die gemeinsame und ja ziemlich persönliche Arbeit an Rosies Texten entstand.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Not in my book« wird aus Rosies Sicht erzählt, wodurch Aiden und seine Gefühle den Lesenden verbogen bleiben. Es gibt aber auch Einblicke in das gemeinsame Schreibprojekt von ihr und Aiden, welche seine Gedanken und Gefühle etwas erahnen lassen. Diese Erzählweise, die sich von anderen Büchern des Genres abhebt, fand ich sehr spannend. Zudem heißt das gemeinsame Schreibprojekt von Rosie und Aiden bis kurz vor Ende des Buches "Unbenannt", weswegen sich die gesamte Lektüre über die Spannung auf den Titelreveal hält.

Mein Abschlussfazit:

»Not in my book« ist Slowburn in einem Writers-Setting mit leichtem Enemies to Lovers Vibe und überraschendem Erzählstil.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Jetzt gibt es keine Ausrede mehr, »Play Boy« nicht zu lesen!

Play Boy
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:
Die französische Ausgabe von »Play Boy« habe ich im letzten Semester mit großer Begeisterung in einem literaturwissenschaftlichen Seminar an der Uni gelesen. Im Rahmen ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:
Die französische Ausgabe von »Play Boy« habe ich im letzten Semester mit großer Begeisterung in einem literaturwissenschaftlichen Seminar an der Uni gelesen. Im Rahmen des Seminars hielt ich einen Vortrag über die Autorin und fand nicht nur heraus, dass Constance Debré eine faszinierende Persönlichkeit ist, sondern auch, dass zu dem Zeitpunkt nur Band zwei und drei ihrer Trilogie auf Deutsch übersetzt wurden. Aus welchem Grund auch immer. Daher war ich super hyped, als ich vor ein paar Wochen sah, dass es nun auch endlich Band eins auf Deutsch gibt und ihr die Reihe auch entdecken könnt. Immer, wenn ich Freund:innen von dem Buch erzählt hatte, hieß es nämlich: „Das klingt ja richtig cool, aber auf Französisch lesen? NIEMALS!“. Danke an den Matthes & Seitz Verlag für die Übersetzung und das Rezensionsexemplar! 📖😍

Handlungsüberblick:

Eine Pariserin lässt ihre jahrzehntelange Ehe mit dem Vater ihres Sohnes, ihr gehobenes soziales Milieu und ihre Karriere als Strafverteidigerin hinter sich. Währenddessen analysiert sie mit verändertem Blick ihre Vergangenheit und wendet sich gegen heteronormative Standards, indem sie ihren Körper und ihre Sexualität neu entdeckt.

Mein Bucheindruck:

Das Hardcover hat keinen Schutzumschlag, was ich großartig finde! Die Dinger fliegen bei mir nämlich immer durch die Gegend und werden nie wieder gesehen. 🙈😃

Der Einband und das Papier der Seiten fühlen sich sehr wertig an. Zwar weicht das Foto auf dem Cover von dem der französischen Ausgabe ab, aber es handelt sich bei beiden Fotos um Portraits der Autorin, auf denen auch ihr Armtattoo zu sehen, und da die Protagonistin aus »Play Boy« ebenfalls ein Armtattoo hat, welches im Buch beschrieben wird, verstärken die Fotos den Eindruck, dass es sich bei der Protagonistin um die Autorin handeln könnte. Dass dieser Effekt bei der Gestaltung des Covers der deutschen Ausgabe beibehalten wurde, finde ich super! 📸😍

Mein Leseeindruck:

Durch die kurzen Kapitel mit episodischem Charakter, die oft sogar nur eine Seite umfassen, ist das Buch sehr kurzweilig. Ich hatte es, wie auch schon die französische Ausgabe, innerhalb von wenigen Stunden ausgelesen.

Während der einzelnen Episoden wissen die Leser:innen oft nicht so genau, wann und wo etwas passiert. Es gibt kaum Ortsbeschreibungen, wenn überhaupt Ortsnennungen, durch welche die Orte wenig wichtig und austauschbar wirken. Die Geschehnisse könnten sich gefühlt überall zutragen.

Bei der Lektüre begleitete mich das kribbelige Gefühl, etwas Verbotenes und noch nie Dagewesenes zu lesen. Ich fand es spannend, die Protagonistin auf ihrer Selbstfindungsreise zu begleiten und konnte mich in vielen ihrer Gedanken und Erfahrungen wiederfinden. Ich fand es toll, dass mal jemand die doch manchmal recht unbequemen Gedanken aussprach. Durch »Play Boy« habe ich mich gesehen und viel weniger allein mit ihnen gefühlt!

Darüberhinaus lud mich die Selbstfindungsreise der Protagonistin dazu ein, über mich selbst, meinen eigenen Körper, mein Gender und meine Sexualität zu reflektieren. In dieser Hinsicht behandelt »Play Boy« wichtige Themen, wie zum Beispiel das Geschlecht in der heteronormativen Gesellschaft in Verbindung mit der Frage, was es heißt, Mutter zu sein. Die Protagonistin entspricht dem „nomadic way of gender and motherhood“ und der Unterschied zwischen „being a mother“ (Soziale Rolle) und „being someone‘s mother“ (Beziehung) wird durch sie sehr deutlich.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Play Boy« gliedert sich in drei Teile und weist in allen davon eine extradiegetische-autodiegetische Erzählinstanz mit interner Fokalisierung auf, bei der es auch zu einigen Rückblicken kommt. Es gibt kaum direkte Rede, viele Raffungen und Summaries, wodurch das Erzählte episodisch wirkt. Die Sprache ist umgangssprachlich, direkt und ungeschönt mit kurzen Sätzen und Elipsen. In der literaturwissenschaftlichen Forschung wird sie auch mit der Sprache bei Gericht verglichen. [Angelo, Adrienne: Living as writing as living: queer praxis in Constance Debré’s autofictions. 2024. S.3]

Gelungenheit der Übersetzung:

In der französischen Ausgabe waren nicht alle Seiten nummeriert, Kommata und Anführungsstriche wurden bewusst weggelassen. Auch, wenn das natürlich sehr den Stil von Constance Debré ausmacht, habe ich nicht akribisch geprüft, ob das in der deutschen Ausgabe der Fall ist. Die verkürzten rauen Sätze wirken auf Deutsch etwas weniger krass als auf Französisch und an einer in meinen Augen wichtigen Stelle hätte ich mir eine andere Übersetzung gewünscht, dennoch finde ich, dass in der Übersetzung der Vibe des Romans gut herüberkommt. Mir hat es großen Spaß gemacht, die Geschichte auf Deutsch wiederzuentdecken.

Mein Abschlussfazit:

»Play Boy« ist ein Muss für alle Queerleser:innen, und meine Freude über die deutsche Übersetzung könnte nicht größer sein! Jetzt gibt es keine Ausrede mehr, »Play Boy« nicht zu lesen! 📖😍

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