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Veröffentlicht am 02.08.2019

Hilfe aus der Natur

Unsere grüne Kraft - das Heilwissen der Familie Storl
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Das Buch "Unsere Grüne Kraft" ist eine Zusammenfassung des über die Jahre gesammelten Heilwissens der Familie Storl.

Es werden sowohl Heilpflanzen als auch Heilmittel aus der Küche vorgestellt, sowie ...

Das Buch "Unsere Grüne Kraft" ist eine Zusammenfassung des über die Jahre gesammelten Heilwissens der Familie Storl.

Es werden sowohl Heilpflanzen als auch Heilmittel aus der Küche vorgestellt, sowie einige "magische" Heilmittel.

Die Heilpflanzen werden jeweils beschrieben und durch ein großes Bild gezeigt. Die Beschreibung ist allerdings recht knapp und gerade bei unbekannten Pflanzen alleine eventuell nicht ausreichend.
Zusätzlich werden zu jeder Pflanze die Wirkungen aufgeführt, meistens ergänzt durch eine persönliche Geschichte, die die Erfahrungen der Storls mit dieser Pflanze erzählt. Oft sind hier auch Fotos aus dem Familienalbum der Storls zu finden.
Zu jeder Pflanze werden am Ende dann noch Rezepte vorgestellt, wie Tees, Umschläge, Augenbäder, Öle und Salben.

Im Kapitel "Heilmittel aus der Küche" werden Klassiker wie Apfelessig und Heilerde näher beschrieben. Wirklich interessant, was man mit so einfachen Dingen bewirken kann.

Ganz am Ende des Buchs geht es dann noch um "magische" Heilmittel wie Räuchern, Krankheiten an einen Holunder abgeben und indische Pujas. Nett zu lesen, aber nichts, an das ich glauben würde.

Abschließend geht das Buch noch einmal auf die Herstellung der verschiedenen Arzneien ein.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, vor allem auch, weil es so persönlich ist. Die Storls wirken sehr sympathisch und lassen uns durch viele Geschichten und Fotos an ihrem Leben teilhaben.
Bei den Heilpflanzen hätte ich mir allerdings mehr Hinweise zur korrekten Bestimmung gewünscht, außerdem fehlt mir an manchen Stellen der Hinweis mit z.B. einem Knochenbruch oder Verletzungen bis auf den Knochen erst einmal einen Arzt zu konsultieren. Die Storls haben das alleine mit Heilpfanzen kuriert, was ich jedoch bei so schweren Verletzungen bedenklich finde.
Ansonsten ist das Buch sehr informativ und dabei doch leicht zu lesen. Eine Empfehlung für alle, die sich für Naturheilkunde interessieren.

Veröffentlicht am 16.07.2019

Karten zum Träumen

Verrückt nach Karten
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Bei "Verrückt nach Karten" handelt es sich um einen hochwertigen Bildband, der von dem promovierten Historiker Huw Lewis-Jones herausgegeben wurde, und an dem verschiedene Autoren und Illustratoren mitgewirkt ...

Bei "Verrückt nach Karten" handelt es sich um einen hochwertigen Bildband, der von dem promovierten Historiker Huw Lewis-Jones herausgegeben wurde, und an dem verschiedene Autoren und Illustratoren mitgewirkt haben.

Gegliedert ist er in 4 Teile:
- Teil 1: Täuschend echt
Hier geht es hauptsächlich um die Geschichte von Karten, die vor der exakten Ausmessung der Welt noch viel mehr von Fantasie geprägt waren und so unseren heutigen literarischen Karten ähneln. Außerdem werden erste Beispiele literarischer Karten vorgestellt
- Teil 2: Literarische Karten
In diesem Teil werden dann diverse literarische Karten vorgestellt. Von der "Schatzinsel" bis hin zu Narnia - dieser Teil lädt zum Entdecken und Träumen ein
- Teil 3: Karten erstellen
Hier berichten verschiedene Illustratoren über die Entwicklung von Karten, z.B. für große Verfilmungen. Es finden sich unter anderem die "Karte des Rumtreibers" aus Harry Potter" und "Mittelerde" aus "Der Herr der Ringe" wieder
- Teil 4: Karten lesen
Zu guter letzt werden noch Beispiele aus dem Rollenspiel "Dungeons & Dragons", Westeros aus "Game of Thrones" und einigen historischen Karten
gebracht und wie sie gelesen werden

Durch das ganze Buch ziehen sich farbenfrohe, sehr detailreiche Bilder von Skizzen, Karten und anderen Zeichnungen, die teils eine ganze Doppelseite ausmachen. Diese sind wunderschön anzuschauen und man entdeckt mit jedem Lesen ein neues Detail.

Die verschiedenen Autoren in dem Buch lassen oft Kindheitserinnerungen mit einfließen, wodurch das Ganze sehr persönlich wird und nostalgisch anmutet. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie sehr die Autoren durch ihre Liebe zu Karten zum Schreiben animiert wurden und was eine Karte alles für die Handlung eines Buchs ausmacht.

Das Einzige, was ich kritisieren kann, ist, dass sich durch die vielen unterschiedlichen Autoren einige Teile wiederholen bzw. ähnlich klingen. Das Buch liest man besser häppchenweise als in einem Rutsch, so bleibt es unterhaltsam. Die Zuordnung zu den einzelnen Teilen des Buches war mir auch nicht immer ganz klar - da fehlte manchmal der Zusammenhang.

Insgesamt aber ein tolles Buch, das die Fantasie anregt und bei dem es einfach Spaß macht, das Buch durchzublättern und immer Neues zu entdecken. Für Kartenliebhaber, Fantasy-Leser und (angehende) Autoren sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 02.07.2020

Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan - ohne es zu merken

Flirting with Fire
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In der Highschool ist die unscheinbare Maddie unsterblich verliebt in den attraktiven Quarterback Mauro - doch der nimmt sie gar nicht wahr.
Jahre später hat sich Maddie in eine Schönheit verwandelt. Bei ...

In der Highschool ist die unscheinbare Maddie unsterblich verliebt in den attraktiven Quarterback Mauro - doch der nimmt sie gar nicht wahr.
Jahre später hat sich Maddie in eine Schönheit verwandelt. Bei einer Bachelor-Versteigerung ersteigern ihre Freundinnen ausgerechnet ein Date mit Mauro für sie. Der ist so attraktiv wie eh und je und mittlerweile auch noch Feuerwehrmann. Schnell muss Maddie feststellen, dass sie immer noch Gefühle für Mauro hat und diesmal scheint er sie zu erwidern...

"Flirting with Fire" ist der erste Teil einer Reihe um die italienischen Bianco Brüder. In diesem ersten Band geht es um den Feuerwehrmann Mauro, in den weiteren Bänden folgen noch der Polizist Christian und der Rettungssanitäter Luca.

Ich beginne mal mit dem Schreibstil der Autorin. Dieser ist schön flüssig und gut zu lesen. Man kann richtig in die Geschichte abtauchen und sich durch die tollen Beschreibungen auch alles gut vorstellen. In dem Zusammenhang gefällt mir auch das Thema Hausrenovierung (Maddies Job und später im Buch ihr gemeinsames Projekt mit Mauro). Die Verwandlung von der alten Bruchbude zum Traumhaus war wirklich schön geschrieben.

Auch die Handlung an sich fand ich gut. Das Klischee - hässliches Entlein zu Highschool Zeiten wird zu schönem Schwan, merkt das aber selbst nicht - hat mich nicht gestört. Ich fand Maddie sehr sympathisch und mochte ihre kleinen Macken. Mauros Job bei der Feuerwehr und die eifersüchtige Witwe seines besten Freundes haben noch zusätzlich Spannung in die Handlung gebracht. Auch die Beschreibungen der italienischen Großfamilie und der Beziehung zwischen den Brüdern fand ich klasse.

Was mich aber leider nicht so recht überzeugt hat, ist der Charakter von Mauro. Er wirkt auf mich flach und ich fand ihn weder anziehend noch interessant. Obwohl man in dem Buch auch seine Gedanken kennenlernt - die Autorin wechselt immer wieder die Perspektive zwischen Mauro und Maddie - konnte ich nicht mit ihm mitfiebern. Er war mir einfach zu kindisch, zu triebgesteuert und wirkte allgemein komplett unreif. Welcher Mann denkt, während er ein außer Kontrolle geratenes Feuer löschen muss die ganze Zeit an Sex?

Auch hat mir der Humor der Autorin an einigen Stellen nicht gefallen, vor allem ihre Vorliebe für komische Sprüche auf Shirts/Schürzen/Slips. Einmal mag das ganz lustig sein, aber dass das im Buch mindestens fünf Mal in verschiedenen Zusammenhängen vorkommt, war dann doch etwas zuviel des Guten.

Man kann das Buch schnell lesen und wird dabei auch gut unterhalten, als leichte Lektüre für zwischendurch ist es also ganz nett - aber mehr dann auch nicht. Das gibt von mir 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.04.2020

Südseefeeling und Verstrickungen

Das Lied der Sonne
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Laneas Leben im Südsee-Paradies Palilan ändert sich von einem Tag auf den anderen, als sie anstelle der Häuptlingstochter Kanani an den Hof des Königs reisen soll.
Ein leidendes Volk, falsche Adlige und ...

Laneas Leben im Südsee-Paradies Palilan ändert sich von einem Tag auf den anderen, als sie anstelle der Häuptlingstochter Kanani an den Hof des Königs reisen soll.
Ein leidendes Volk, falsche Adlige und Intrigen erwarten sie - doch auch König Aaren. Schnell entwickelt sie Gefühle für ihn, als falsche Prinzessin ist eine Hochzeit jedoch unmöglich...

Ich muss zugeben, dieses Mal fiel es mir tatsächlich schwer, die Handlung des Buches noch einmal mit eigenen Worten zusammenzufassen, wie ich es immer am Anfang einer Rezension tue.
Das drückt schon ganz gut das Problem des Buches aus: Es passiert unglaublich viel und viele Figuren werden eingeführt, deren Taten jedoch oft weder die Handlung vorantreiben noch genauer ausgeführt werden. Es sind quasi Kurzauftritte, die merkwürdig deplatziert und unglaubwürdig wirken.

Vieles geht in diesem Buch einfach zu schnell (die Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten ist das beste Beispiel) und das ist wirklich schade. Die Geschichte an sich hat nämlich durchaus Potenzial. Die Welt Valean ist eine tolle Fantasy-Welt und die Landschaftsbeschreibungen sind wirklich wundervoll! Auch die Idee mit dem Südsee-Stamm ist mal etwas Neues. Und ein Konkurrenzkampf zwischen mehreren Prinzessinnen um die Gunst des Königs, wie es der Klappentext andeutet - das war ja in der Vergangenheit schon bei mehreren Büchern ein Erfolgskonzept. Leider findet dieser de facto überhaupt nicht statt.

Auch Romantik kommt leider selten auf, was hauptsächlich daran liegt, dass die Liebesbeziehung durch die schnelle Entwicklung unglaubwürdig bleibt. Aaren ist zudem eher wehleidig und zurückhaltend, wodurch es ein wenig schwierig für mich war, seine Anziehungskraft auf Lanea nachzuvollziehen.

Gerade gegen Ende wirkt das Buch dann einfach nur noch, als wollte man auf den verbleibenden Seiten möglichst schnell alle übrigen Handlungsstränge auflösen. Das ging dann erst recht auf Kosten der Glaubwürdigkeit.

Leider konnte mich das Buch insgesamt nicht überzeugen. Drei Sterne gibt es für die schönen Landschaftsbeschreibungen und den gut zu lesenden Schreibstil der Autorin.

Veröffentlicht am 06.02.2020

Historischer Roman ohne Tiefe

Die Geliebte des Kaisers
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Mena ist Magd im Haushalt König Ottos des III und auch die Mutter seines ungeborenen Kindes. Als der König verstirbt, macht sich die schwangere Mena auf die beschwerliche Reise nach Augsburg. Sie möchte ...

Mena ist Magd im Haushalt König Ottos des III und auch die Mutter seines ungeborenen Kindes. Als der König verstirbt, macht sich die schwangere Mena auf die beschwerliche Reise nach Augsburg. Sie möchte dort ihr Kind, den einzigen Nachfolger Ottos, als dessen Erben anerkennen lassen. Ihre Beweise: Ein Zahn und ein Herz. Doch auch andere haben Interesse an der Krone...

Historische Romane gehören zu meinem Lieblingsgenre und auch "Die Geliebte des Kaisers" hörte sich vom Klappentext her erst einmal sehr vielversprechend an. Leider haben sich meine Erwartungen nicht erfüllt.

Es beginnt schon mit dem Titel. Ich hatte mir viel mehr Szenen von Otto und Mena gemeinsam bei Hofe erhofft. Otto stirbt allerdings direkt am Anfang des Buches. Dass er überhaupt Gefühle für Mena hat, bekommt man überhaupt nicht mit.

Der Hauptteil des Buches dreht sich also um Menas Weg nach Augsburg. Dabei überzeugt der Autor zwar durchaus mit einem gut zu lesenden Schreibstil, allerdings ist das auch schon alles.

Die Geschichte plätschert so vor sich hin. Ständige Perspektivwechsel (zwischen Mena, einem Leibdiener Ottos und ihren Verfolgern) wirkten auf mich störend und verhinderten vor allem, dass man Nähe oder gar Sympathie zur Protagonistin empfindet. Sie wirkte das ganze Buch über auf mich naiv und weitgehend emotionslos. Daher konnte man auch nicht wirklich mit ihr mitfiebern.

Einige spannende Momente waren zwar dabei, allerdings wurden diese wieder zunichte gemacht von mehreren logischen Fehlern in der Handlung oder auch Handlungssträngen, die im Nichts verliefen. Dadurch hat man sich ständig gefragt, ob man etwas überlesen hat und angefangen, zurückzublättern. Vieles in der Geschichte wirkte auch konstruiert. So holen ihre Verfolger Mena zum Beispiel immer wieder ein, sei es auch noch so unlogisch in der jeweiligen Situation.

Für mich hätte die Geschichte definitiv Potential gehabt, so kann ich aber lediglich drei (wohlwollende) Sterne geben und die auch nur für den flüssigen Schreibstil, die anschaulichen Landschaftsbeschreibungen bei Menas Alpenüberquerung und die recht harte, aber bestimmt zutreffende (und auf keinen Fall romantisierte), Beschreibung des Lebens im Mittelalter.

Ein Buch, dass ich leider nicht weiterempfehlen kann.

  • Authentizität
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil