Die Wahrheit kommt immer ans Licht
Schweigend aus der NachtWir befinden uns irgendwo in der schönen Schweiz. Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben und der Erzähler nimmt uns mit in eine Handlung, die sich nach und nach als sehr fesselnd und tiefgründig ...
Wir befinden uns irgendwo in der schönen Schweiz. Die Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben und der Erzähler nimmt uns mit in eine Handlung, die sich nach und nach als sehr fesselnd und tiefgründig erweist. Leider ist er nicht gerade ein Mann, der auf den ersten Blick besonders sympathisch erscheint, er spricht gerne diversen alkoholischen Getränken zu und trauert der intimen Beziehung seiner Ex-Freundin Fabienne hinterher, die er lange Zeit intensiv gepflegt hatte, trotz ihrer Heirat mit dem "Banker". Nun wird Fabiennes Geburtstag gefeiert, groß und mit Stil, denn der Herr Gemahl verfügt ja über eine Bank und hat alles, was Rang und Namen hat eingeladen, auch einen berühmten Regisseur namens Sander, der im naheliegenden Frauenkloster einen Film dreht und der Stargast auf diesem Fest sein soll. Doch der Stargast erscheint auch nach Stunden nicht und es erfolgt die Nachricht, dass er durch einen tragischen Unfall verstorben sei.
Der Erzähler begibt sich nach einiger Zeit wohlig gefüllt mit erlesenem Rotwein nach Hause und sinniert über seine verlorene Beziehung zu Fabienne, da erscheint ihm Herr Sander, der doch eigentlich tot sein müsste. Zumindest macht ihn der Erzähler darauf aufmerksam, doch es ist Sanders Geist, der ihn von einem dunklen Geheimnis etwas erzählt und ihn, den Erzähler, und nur ihn um Hilfe bittet. Der Leser erfährt nun etwas mehr über den Erzähler, der aktuell eine Buchhandlung unterhält, jedoch in früherer Zeit einmal als Investigativjournalist unterwegs war, bis er erkennen musste, dass die Subjekte, die an der Macht sind, auch weiter an der Macht bleiben, völlig egal, was ihnen nachgewiesen werden konnte. Das ist ja für alle aufgeweckten Leser nichts Neues.
Auf jeden Fall wird die Neugier des Erzählers geweckt, denn in diesem ungeheuerlichen Fall geht es um das nahe Frauenkloster, in dem er schon einmal recherchierte und in dem die führende Schwester Theophila einen nachhaltigen Eindruck auf ihn hinterlassen hatte, denn sie hatte eine Kraft und einen Glauben, der etwas in ihm anrührte. Leider ist auch Schwester Theophila einem Unfall zum Opfer gefallen, Sachen gibts. Er macht sich auf die Suche und kommt einem Geflecht von Macht, Gier und Verrat auf die Spur, auch ein mysteriöser Männerbund spielt eine gewisse Rolle, der alles daran setzt, dass die Wahrheit unter Verschluss bleibt, doch wenn einmal das Licht in die Dunkelheit gefallen ist......
Ein sehr ungewöhnlicher Thriller, der durchaus noch mehr Seiten hätte haben können und mich positiv überrascht hat. Es braucht ein wenig, sich auf den Schreibstil der indirekten Rede einzulassen, doch es lohnt sich zu lesen. Ein gesellschaftlicher Thriller, von dem es mehr geben darf.