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Veröffentlicht am 16.03.2026

Mutterrolle

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Die Covergestaltung dieses Romans hat mich neugierig gemacht, da sie recht auffällig ist, sowohl was die Abbildung als auch, was den Titel angeht. Nun, nach dem Lesen, weiß ich auch, dass es eine Verbindung ...

Die Covergestaltung dieses Romans hat mich neugierig gemacht, da sie recht auffällig ist, sowohl was die Abbildung als auch, was den Titel angeht. Nun, nach dem Lesen, weiß ich auch, dass es eine Verbindung zwischen dem Inhalt und dem gelben Vogel gibt.

Im Mittelpunkt des Roman, der ein bisschen wie ein Kammerspiel gestaltet ist, stehen zwei Paare. Matze und Felix sind Jugendfreunde. Felix hat es zu recht viel Geld gebracht und ist mit der einige Jahre jüngeren gut aussehenden Eva verheiratet, mit der er einen vierjährigen Sohn und ein weiteres Kind im Säuglingsalter hat. Er hat Matze und seine Freundin Linn zu einem Urlaub in einem teuren Ferienhaus in Südfrankreich eingeladen. Matze und Linn wünschen sich ein Kind und stecken gerade in einer Kinderwunschbehandlung. Im gemeinsamen Urlaub offenbaren sich insbesondere den beiden Frauen mehr und mehr Dinge, die sie sie von der jeweils anderen nicht erwartet hätten.

Ich fand das Setting des Romans mit den beiden Paaren im teuren Ferienhaus und dem unerfüllten Kinderwunsch auf der einen und der vermeintlich "glücklichen Familie" auf der anderen Seite sehr interessant. Zunächst hat mir auch sehr gut gefallen, wie sich nach und nach alles entwickelt hat. Gegen Ende wurde mir das, was passiert ist, aber teils zu abstrus und der Ausgang hat mich dann auch eher ratlos zurückgelassen. Hier wäre etwas weniger, gerade bei einem doch recht ernsten Thema, wie ungewollter Kinderlosigkeit, mehr gewesen. Zudem blieben für mich auch ein paar Leerstellen zu viel, was die Vorgeschichte mancher Personen angeht. Gut gefallen hat mir jedoch der moderne und anschauliche Schreibstil mit vielen passenden sprachlichen Bildern, sodass ich mich gut in die Situationen hineinversetzen konnte.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Was uns verbindet

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Bei diesem Roman handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe um drei Generationen von Frauen. Die Titel und auch die Covergestaltung aller drei Teile ähneln sich und dienen so als verbindendes Element. ...

Bei diesem Roman handelt es sich um den dritten Teil einer Reihe um drei Generationen von Frauen. Die Titel und auch die Covergestaltung aller drei Teile ähneln sich und dienen so als verbindendes Element. Allerdings ist es nun schon wieder einige Zeit her, dass der zweite Teil erschienen ist, sodass ich mich nicht mehr besonders detailliert an die darin beschriebenen Geschehnisse erinnere.

Der letzte Teil spielt auf zwei Zeitebenen und an zwei Orten. In Güstrow ab Mai 1945 und in Berlin 2023. 1945 versteckt sich die damals 14-jährige Marlen vor den Russen in einer Kommodenschublade und findet dort ein Gemälde, das eine junge Frau zeigt. Marlen bleibt in Güstrow und wird von der Künstlerin Wilma nicht ganz uneigennützig unter ihre Fittiche genommen.

Im Jahr 2023 lebt die 34-jährige Hannah Borowski in Berlin und wird von ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin verlassen, da diese schwanger ist. Zugleich meldet sich plötzlich Hannahs Erzeuger bei ihr, der sich bisher nicht für sie interessiert hat. Sie versucht mehr darüber rauszufinden, was damals zwischen ihm und ihrer Mutter vorgefallen ist, was aber nicht so leicht ist, weil sowohl ihre Mutter als auch ihre Oma tot sind.

Ich empfand den Roman als gut lesbar und fesselnd. Hannah war mir auf jeden Fall sehr sympathisch und auch Marlens Geschichte, wie sie zu Beginn der DDR bei einer Künstlerin aufwuchs, war sehr interessant. Allerdings hatte ich erwartet, dass die beiden Handlungsstränge am Ende noch etwas mehr miteinander verwoben werden und, dass das titelgebende Bild noch einmal eine gewichtigere Rolle einnimmt. Der Schreibstil der Autorin war aber gewohnt gut lesbar und auch die Sprecherin des Hörbuchs war passend gewählt, ihre Stimme passte zur Atmosphäre des Romans und man konnte ihr gut folgen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Dreiecksfreundschaft

Spielverderberin
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Im Mittelpunkt von Marie Menkes Roman stehen drei junge Frauen. Sophie und Lotte sind in der gleichen Bauerschaft im fiktiven Süthland aufgewachsen, wo jeder jeden kennt. Romy kam erst in der Oberstufe ...

Im Mittelpunkt von Marie Menkes Roman stehen drei junge Frauen. Sophie und Lotte sind in der gleichen Bauerschaft im fiktiven Süthland aufgewachsen, wo jeder jeden kennt. Romy kam erst in der Oberstufe zu ihnen, weil ihre Eltern aus München nach Süthland gezogen sind.

Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Zunächst treffen sich die drei Protagonistinnen einige Jahre nach dem Abi an einem Weiher in ihrem Heimatort wieder. Dann gibt es Rückblicke in die Schulzeit, als sich durch Romys Zuzug einige Veränderungen ergeben haben. Während Lottes Leben noch während der Schulzeit anders als geplant verläuft, ziehen Sophie und Romy zum Studium nach Köln, wobei Sophie sich das ganz anders vorgestellt hat, als es am Ende abläuft. Zu Beginn des Studiums kommt es dann zu einem Ereignis, dass das Leben aller drei jungen Frauen verändert. Was genau passiert ist, wird aber lange nur angedeutet.

Mir hat gefallen, wie die Autorin den Kontrast zwischen Stadt- und Landleben eingefangen hat, man kann sich gut in Sophie hineinversetzen, wie es für sie ist, plötzlich in der Großstadt Köln zu leben, die lange so reizvoll erschien und doch irgendwie das Gefühl zu haben, nicht richtig in der Stadt heimisch zu werden. Lotte hätte für meinen Geschmack eine etwas größere Rolle im Roman einnehmen dürfen, wie es ihr mit all dem Erlebten geht, bleibt weitgehend offen. Etwas viel war für mich auch die Obsession, die Sophie bezüglich Romy entwickelt hat, für mich wäre das Identifikationspotenzial größer gewesen, wäre es um eine rein platonische Dreier-Freundschaft gegangen, bei der immer eine Person das Gefühl hat, außen vor zu sein.

Die Autorin schreibt aber gut nachvollziehbar und auch die Spannung, was nun genau vorgefallen ist, bleibt bis zum Schluss erhalten. Ich habe das Hörbuch zum Roman angehört und empfand auch dessen Sprecherin als passend gewählt, Stimme und Tonfall passen zur Atmosphäre des Buches.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

(Nicht ganz) friedliche Ostertage in Neapel

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Das Cover dieses Neapel-Krimis fängt die süditalienische Atmosphäre der Hafenstadt sehr gut ein und versetzt einen direkt in die richtige Stimmung für die Lektüre.

Die Handlung spielt in der Osterwoche, ...

Das Cover dieses Neapel-Krimis fängt die süditalienische Atmosphäre der Hafenstadt sehr gut ein und versetzt einen direkt in die richtige Stimmung für die Lektüre.

Die Handlung spielt in der Osterwoche, sodass der Titel doppeldeutig und sehr passend gewählt ist. Commissario Gaetano verbringt die Feiertage eigentlich mit seinem Bruder, seiner schwangeren Nichte und deren Mann im Hinterland, wo die Familie ein kleines, wenig lukratives Weingut betreibt. Doch dann zieht es den Kommissar doch in die Stadt zurück, weil im Hafenbecken ein toter Mann angeschwemmt wurde und seine Kollegin Beppa Bellucci noch in der Ausbildung bei der Kriminalpolizei steckt.

Man merkt auf jeden Fall, dass der (deutsche) Autor längere Zeit in Neapel gelebt hat und sich in der Stadt auskennt und mit vielen Besonderheiten vertraut ist. Er schreibt sehr anschaulich und es findet sich eine Menge Lokalkolorit, sowohl was die Traditionen rund um Ostern, als auch was Kulinarisches oder beliebte Orte und auch die weniger schönen Seiten der Stadt angeht. Stellenweise finden sich auch kritisch-ironische Anmerkungen, die zum Schmunzeln anregen. Die beiden Ermittelnden sind sympathisch und menschlich. Commissario Gaetano hat einige Baustellen in seiner Familie zu bearbeiten und seine Kollegin Beppa Bellucci bringt frischen Wind in die Ermittlungen und ist dabei eine bodenständige einheimische Fischertochter, die teils auch von ihren Verwandten unterstützt wird, die ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge haben. Auf jeden Fall ein lesenswerter und nicht zu blutiger Krimi, durch seine Rahmenhandlung besonders jetzt in die Zeit um Ostern passend.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Grenzüberschreitung

Hazel sagt Nein
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Nur vom Cover von "Hazel sagt nein" ausgehend, dachte ich zunächst, es ginge um eine amerikanische Hausfrau, die beschließt ihr Leben umzukrempeln. Ganz unpassend ist die Covergestaltung aber auch, was ...

Nur vom Cover von "Hazel sagt nein" ausgehend, dachte ich zunächst, es ginge um eine amerikanische Hausfrau, die beschließt ihr Leben umzukrempeln. Ganz unpassend ist die Covergestaltung aber auch, was die wirkliche Handlung des Romans angeht, nicht. Denn die Familie Blum, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, zieht aus New York in die Kleinstadt Riverburg, weil Vater Gus dort eine Professur angeboten bekommt. Dort können sie sich auch direkt ein Einfamilienhaus kaufen, da Gus nun wesentlich mehr verdient und zugleich die Preise viel niedriger sind als in New York. Die 18-jährige Hazel und ihr jüngerer Bruder Wolf sind jedoch weniger begeistert über den Umzug.

Dann wird Hazel an ihrem ersten Schultag auch noch ins Büro des Direktors gerufen, der ihr mitteilt, dass er sich jedes Jahr eine Schülerin der Abschlussklasse aussucht, um mit ihr Sex zu haben und dieses Jahr sei seine Wahl auf Hazel gefallen. Hazel verweigert dies, obwohl er ihr damit droht, ihr den Weg an ihr Wunsch-College zu verbauen. Dieser Vorfall führt dann zu einer Menge an Ereignissen, die das Leben von Hazel und ihrer Familie auf den Kopf stellen.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, auch wenn ich ansonsten eher europäische Handlungsorte bevorzuge. Die Autorin schreibt in einem modernen, angenehm lesbaren Stil und es ist auch zwischen den Zeilen eine Menge Gesellschaftskritik vorhanden. Die Protagonist:innen, allen voran Hazel, die sich selbst treu bleibt, sind überzeugend ausgestaltet und auch die Atmosphäre in der amerikanischen Kleinstadt wird von Jessica Berger Gross, die selbst in der Gegend lebt, sehr gut eingefangen.

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