Leander Lost ist einfach genial
Lautlose FeindeMit „Lautlose Feinde“ ist meiner Meinung nach Gil Ribeiro wieder ein Meisterstück gelungen. Es hat genau die richtigen Anteile an spannendem Krimi, dann aber auch wieder sehr familiäre Szenen und Lokalkolorit ...
Mit „Lautlose Feinde“ ist meiner Meinung nach Gil Ribeiro wieder ein Meisterstück gelungen. Es hat genau die richtigen Anteile an spannendem Krimi, dann aber auch wieder sehr familiäre Szenen und Lokalkolorit der Ostalgarve.
Worum geht es:
Am Tag vor der Hochzeit von Leander Lost und Soraia wird der Zollbeamte André Bento getötet, seine Enkelin, die ihm gerade etwas bringen wollte, wird entführt. Das Kind wird befreit, aber die Entführer entkommen.
Der Leser wechselt vom Ermittlerteam um Graciana zu zwei Paaren, die offensichtlich hinter dem Koffer eines Amerikaners her sind und sich in seinen Besitz bringen wollen. Im Zuge dieser Jagd nach dem Koffer verlieren drei Menschen ihr Leben.
Leander und Isadora waren für mich die herausragenden Ermittler in diesem Fall. Graciana hatte ihre Leitungsfunktion kurzfristig an Miguel Duarte abgeben müssen, der aber in alte Muster zurückfällt und sich hauptsächlich darum kümmert, in der Presse gut dazustehen.
Die Zusammenarbeit zwischen Leander und Isadora funktioniert einwandfrei und ich fand es genial, den beiden in ihren Schlüssen zu folgen.
Privat haben Soraia und Leander endlich ihr Glück gefunden und in einer ergreifenden Zeremonie geheiratet. Für einen Asperger-Patienten wächst er mit seiner Liebeserklärung an Soraia über sich hinaus: „Sein Herz brachte ihn zum Lächeln, denn es tanzte, tanzte vor Vergnügen. »All das lässt nur eine Hypothese zu: du bist mein ganz persönliches Wunder, Soraia.«“ Fast hätte dieses Glück nur einen Tag gedauert, auch hier empfand ich es als großen Liebesbeweis Leanders, Soraia seinen Wächtern anzuvertrauen und selbst darauf zu verzichten.
Und natürlich kommt auch die portugiesische Küche nicht zu kurz, wofür alleine schon Carlos mit seinem steten Hunger und Raquel mit ihrer hervorragenden Kochkunst sorgen. Eine Hochzeitszeremonie in Fuseta mit der Einbeziehung des ganzen Dorfes miterleben zu dürfen, das hatte schon etwas Besonderes.
Ich war bereits von Band 6 der Reihe um Leander Lost sehr angetan gewesen und finde, Gil Ribeiro hat sich mit Band 7 noch weiter gesteigert. Er ist absolut lesenswert und hoffentlich folgt auch noch Band 8. Die Bewunderung Victoria Coens und Gloria Santos für die schnellen Schlüsse Leanders lassen fast auf einen Karriereschritt im nächsten Buch schließen. Allerdings glaube ich dann doch nicht, dass er die Ostalgarve verlassen wird.