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Veröffentlicht am 11.04.2026

Leichter Frühlingsroman für Teenager

Picking Daisies on Sundays
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Vielen Dank an den Ravensburger Verlag für das Rezensionsexemplar über NetGalley.

„Picking Daisies on Sundays“ ist für mich eine warmherzige, frühlingsleichte Romanze, die viele süße Momente hat und mich ...

Vielen Dank an den Ravensburger Verlag für das Rezensionsexemplar über NetGalley.

„Picking Daisies on Sundays“ ist für mich eine warmherzige, frühlingsleichte Romanze, die viele süße Momente hat und mich immer wieder zum Lächeln gebracht hat. Der Ton erinnert stark an Lynn Painter – humorvoll, sanft, unaufgeregt romantisch – und das rosa Cover mit Herzen und Blumen passt perfekt zur Stimmung des Buches. Es geht um erste Liebe, ums Verliebtsein durch die rosarote Brille und um all die Unsicherheiten, die damit einhergehen. Genau deshalb halte ich die Geschichte für ideal für Teenager zwischen 12 und 15 Jahren, die sich gerade mit Themen wie erstem Schwarm, ersten Gefühlen oder erstem Liebeskummer auseinandersetzen.

Dani (von Levi Daisy genannt) ist eine Protagonistin, die viel mit sich selbst kämpft. Ihr Traum, Designerin zu werden, begleitet sie seit ihrer Kindheit, doch sie designt nie etwas für sich selbst, weil sie sich nicht schön genug fühlt. Ihr geringes Selbstbewusstsein, ihre Naivität und die ständigen negativen Gedankenspiralen ziehen sich durch das ganze Buch und waren für mich oft ermüdend. Gleichzeitig fand ich es schön zu sehen, wie sie langsam mutiger wird, sich mehr zutraut und beginnt, ihren Platz in der Designwelt einzunehmen. Diese Entwicklung ist leise, aber spürbar.

Levi dagegen wirkt auf den ersten Blick wie der perfekte Love Interest: freundlich, hilfsbereit, gutaussehend, französisch sprechend, liebevoll im Umgang mit seiner Familie. Erst nach und nach zeigt sich, dass er mehr Tiefe hat, als man zunächst denkt. Die gemeinsame Vergangenheit der beiden – verbunden durch den Verlust ihrer Väter – macht ihre Freundschaft glaubwürdig und emotional. Umso unnatürlicher wirkte für mich ihr Wiedersehen nach vier Jahren Funkstille. Es fühlte sich an, als wäre nie etwas passiert, niemand stellt Fragen, niemand wundert sich über die plötzliche Nähe. Auch Daisys spontane Zustimmung zum Fake‑Dating wirkte für mich nicht ganz nachvollziehbar, gerade weil sie Levi gedanklich immer noch Dinge von vor vier Jahren vorhält.

Ein Punkt, der mich besonders irritiert hat, war die Darstellung der Nebenfiguren. Fast alle Frauen im Buch scheinen Single zu sein und Levi anzuschmachten, was ihn noch stärker in diese perfekte‑Traumtyp‑Rolle drängt. Bella, seine Exfreundin, bleibt trotz ihrer Bedeutung für die Handlung erstaunlich blass. Gerade hier hätte die Geschichte viel Potenzial für Drama und Spannung gehabt, das leider kaum genutzt wurde. Der Mittelteil zieht sich dadurch etwas, weil sich Daisys Gedanken ständig wiederholen und der große Konflikt aus der Vergangenheit einfach nicht angesprochen wird.

Sehr positiv hervorzuheben ist dagegen Daisys Freundeskreis. Der Club, in dem jede Woche der „Promi‑Style der Woche“ gesucht wird, die kleinen Streitereien, die dort bleiben, die Frühstücksrotation der Designgruppe und die Art, wie Jia, Daisy und Gabe sich auf Dates gegenseitig im Blick behalten und aus unangenehmen Situationen retten – all das hat dem Buch viel Charme und Wärme gegeben. Diese Freundschaften wirken authentisch, unterstützend und zeigen, wie wichtig ein stabiles Umfeld gerade in jungen Jahren sein kann. Auch Levis französische Gedichte, die unauffällig in das Buch eingewoben sind, haben mir sehr gefallen und der Geschichte eine leise, intime Tiefe verliehen. Ich habe tatsächlich zurückgeblättert, um die Stellen noch einmal zu lesen.

Das Ende hat für mich vieles wieder ausgeglichen. Die Szenen zwischen Levi und Daisy sind süß, warm und versöhnlich, und obwohl ich mir zwischendurch mehr Tiefe und etwas mehr Mut zu Konflikten gewünscht hätte, hat mich der Abschluss mit einem guten Gefühl zurückgelassen.

Fazit: Eine süße, frühlingshafte Friends‑to‑Lovers‑Romance, die besonders für jüngere Leser:innen zwischen 12 und 15 gut geeignet ist. Trotz einiger Längen, Wiederholungen und unausgeschöpftem Potenzial überzeugt das Buch mit warmen Momenten, einem tollen Freundeskreis und einem liebenswerten Love Interest.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Ein Buch, das mich persönlich sehr berührt hat

Pina fällt aus
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Danke an Thalia Book Circle und den List Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die fünf Sterne stehen für ein Buch, das mich auf eine Weise berührt hat, die selten vorkommt. “Pina fällt aus” beginnt mit ...

Danke an Thalia Book Circle und den List Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die fünf Sterne stehen für ein Buch, das mich auf eine Weise berührt hat, die selten vorkommt. “Pina fällt aus” beginnt mit einem Cover, das mich sofort in seinen Bann gezogen hat: der müde, direkte Blick der Frau, der gleichzeitig herausfordert und einlädt, genauer hinzusehen. Die kühle blaue Farbgebung erinnert an Krankenhauslicht und an jene Momente, in denen man erschöpft ist und trotzdem wachsam bleiben muss. Noch bevor ich den Klappentext gelesen hatte, fühlte ich mich in dieser Frau wieder – in ihrer Müdigkeit, ihrer Anspannung und ihrer ständigen Bereitschaft, alles zusammenzuhalten.

Im Roman setzt sich diese Intensität fort. Man ist sofort mitten in Pinas Alltag, in den vielen kleinen Handgriffen, den Ritualen und der ständigen Planung, die notwendig sind, damit der Tag mit Leo nicht aus dem Ruder läuft. Die Darstellung von Leos Gedankenwelt, besonders der Vergleich mit dem Automaten, hat mich tief berührt, weil er so treffend beschreibt, wie man manchmal den richtigen Mechanismus finden muss, damit etwas wieder funktioniert. Viele Szenen haben mich an meinen eigenen Alltag mit meiner Tochter erinnert – an die Supermarkt‑Momente, die fehlende Spontanität, die kostbaren Stunden Allein‑Zeit und die ständige Sorge, was passiert, wenn man selbst einmal ausfällt.

Gerade dieser Gedanke wird im Buch zu einem zentralen Thema, denn Pina fällt tatsächlich aus. Der Moment, in dem sie sich im Krankenhaus wiederfindet, ist ein Wendepunkt. Sie kämpft dort nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Es fällt ihr schwer, nicht ununterbrochen an Leo zu denken. Selbst während der Genesung kreisen ihre Gedanken darum, ob er zurechtkommt, ob er sicher ist, ob jemand seine Bedürfnisse wirklich versteht. Wie sehr sie selbst im Krankenhaus gedanklich bei ihm bleibt, ist so eindringlich geschildert, dass es mich beim Lesen tief berührt hat. Gleichzeitig wird deutlich, wie tief Pina in ihrer Verantwortung verwurzelt ist – selbst in Momenten, in denen sie längst an ihre Grenzen stößt.

Gerade deshalb ist ihre Entwicklung so bewegend. Pina muss lernen, sich auf andere zu verlassen. Sie muss akzeptieren, dass sie nicht alles allein schaffen kann, dass es Menschen gibt, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, und dass Leo nicht nur ihr Kind ist, sondern ein Mensch, der auch in anderen Herzen Platz findet. Der Moment, in dem sie sich eingesteht, künftig auf Leos „drei Vögel“ bauen zu müssen, ist einer der stärksten des Buches. Er zeigt, wie viel Mut es braucht, Hilfe anzunehmen – und wie befreiend es sein kann.

Zola ist dabei eine der Figuren, die mich am meisten überrascht haben. Unter ihrer Wut liegt eine enorme Einfühlsamkeit, die sich vor allem im Umgang mit Leo zeigt. Sie beobachtet, versteht intuitiv, reagiert richtig – und das, obwohl sie selbst kaum Halt bekommt. Ihre Entwicklung ist einer der emotionalsten Fäden des Buches, weil sie zeigt, wie viel Potenzial in einem Menschen steckt, dem niemand etwas zutraut. Gleichzeitig schmerzt es, wie wenig Anerkennung sie von ihrem Vater erhält, der weder zuhört noch versteht, was sie eigentlich braucht.

Inge ist eine Figur, die sich leise, aber kraftvoll ins Herz schleicht. Sie begegnet Zola ohne Vorurteile, hört zu, nimmt sie ernst und schafft damit einen Raum, in dem Zola sich öffnen kann. Ihre ruhige, klare Art und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, machen sie zu einem emotionalen Ankerpunkt der Geschichte. Gleichzeitig zeigt der Ärger um den Lebensnachweis, wie absurd bürokratische Hürden sein können und wie sehr sie Menschen belasten, die ohnehin schon viel tragen.

Wojtek hat mich ebenfalls berührt. Sein Verhalten wirkt an manchen Stellen so, als würde er selbst irgendwo auf dem Spektrum liegen, ohne dass es benannt wird. Es ist schön zu sehen, wie er durch Leo aufblüht und in der Nachbarschaft eine neue Rolle findet.

Der Roman macht sehr deutlich, wie verschieden Menschen mit Verantwortung umgehen. Manche wachsen daran, andere ziehen sich zurück oder blenden alles aus. Besonders schmerzhaft ist die Distanz mancher Figuren, die Pinas unsichtbare Arbeit nicht sehen wollen oder können. Gleichzeitig wirken die warmen Momente – gemeinsames Essen, kleine Rituale, gegenseitige Unterstützung – dadurch umso intensiver. Die Nachbarschaft mit ihren Geschichten, Problemen und kleinen Geheimnissen verleiht dem Buch zusätzlich Lebendigkeit und zeigt, wie sehr Leo die Menschen um sich herum verbindet.

Am Ende bleibt ein Gefühl von Aufbruch. Die Figuren stehen an einem Punkt, an dem neue Wege möglich werden, ohne dass alles auserzählt wird. Für Pina bedeutet das vor allem, dass sie sich selbst wiederfindet – nicht als jemand, der alles allein tragen muss, sondern als Teil eines Netzes, das sie hält. Dieses offene Ende fühlt sich ehrlich an, wie ein Moment des Durchatmens nach einer langen, schweren Zeit, in dem man spürt, dass Veränderung möglich ist.

Fazit: Ein zutiefst berührender Roman, der mit großer Sensibilität erzählt, wie sich Verantwortung, Erschöpfung, Liebe und Hoffnung im Alltag mit einem behinderten Kind anfühlen. Die Figuren sind vielschichtig, die Emotionen authentisch, und viele Szenen hallen lange nach. Für mich ein starkes, wichtiges Buch, das zeigt, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind – und wie viel Kraft in echter Verbundenheit steckt.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Schöne Graphic Novel zum Klassiker

Stolz und Vorurteil – die Graphic Novel nach Jane Austen
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Vielen Dank an den Knesebeck Verlag für dieses Rezensionsexemplar über NetGalley.

Ich lese die Bücher von Jane Austen sehr gern, und Stolz und Vorurteil gehört zu meinen Favoriten. Neben verschiedenen ...

Vielen Dank an den Knesebeck Verlag für dieses Rezensionsexemplar über NetGalley.

Ich lese die Bücher von Jane Austen sehr gern, und Stolz und Vorurteil gehört zu meinen Favoriten. Neben verschiedenen Ausgaben des Romans sammle ich inzwischen auch Graphic Novels, weshalb mich die neue Adaption von Anna Opel und Elias Linnekuhl besonders interessiert hat.

Der Roman wird von Anna Opel in einer klaren und gut verständlichen Form nacherzählt. Die Handlung ist auf das Wesentliche reduziert, sodass die Beziehungen zwischen den Figuren und die gesellschaftlichen Erwartungen leicht nachvollziehbar bleiben. Die Dialoge orientieren sich am Original, sind aber stark gekürzt, um den Erzählfluss nicht zu unterbrechen. Für Leser:innen, die den Roman kennen, funktioniert dies ganz gut. Wer Stolz und Vorurteil zum ersten Mal liest, könnte jedoch Schwierigkeiten haben, die Figuren auseinanderzuhalten oder der Handlung vollständig zu folgen.

Die Illustrationen von Elias Linnekuhl prägen den Charakter der Graphic Novel besonders stark. Seine klare Linienführung und die zurückhaltende Farbpalette erzeugen ein ruhiges, stimmiges Gesamtbild. Die Mimik und Körperhaltungen der Figuren sind einfach, aber sehr ausdrucksstark, sodass Emotionen ohne viele Worte verständlich werden. Die Innenräume und Landschaften sind stilisiert, vermitteln aber dennoch ein gutes Bild der Regency-Zeit. Die Panels sind übersichtlich gestaltet und nie überladen, was das Lesen angenehm macht und den Fokus auf die Figuren und ihre Gefühlsregungen lenkt. Ein Punkt hat mich jedoch gestört: Zwar wird bei jedem Ortswechsel der Schauplatz angegeben, aber nicht, wie viel Zeit vergangen ist. Selbst als Kennerin des Romans musste ich gelegentlich innehalten, um mich zeitlich einzuordnen.

Fazit: Insgesamt bietet die Graphic Novel eine angenehme und zugängliche Leseerfahrung. Sie vermittelt die Grundstimmung des Originals in einfacher, moderner Form und eignet sich besonders für Leser:innen, die den Klassiker kennenlernen möchten oder eine visuelle Erzählweise bevorzugen. Dennoch empfehle ich, zusätzlich den Roman von Jane Austen zu lesen, um die fehlenden Details und Zusammenhänge vollständig zu erfassen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

REM – Ein Horrortrip mit Sogwirkung

REM
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„REM“ war für mich ein echtes Blind Date, weil ich weder Annika Strauss noch Sebastian Fitzek zuvor gelesen hatte. Vielleicht war genau das der Vorteil: Ich konnte völlig unvoreingenommen in die Geschichte ...

„REM“ war für mich ein echtes Blind Date, weil ich weder Annika Strauss noch Sebastian Fitzek zuvor gelesen hatte. Vielleicht war genau das der Vorteil: Ich konnte völlig unvoreingenommen in die Geschichte eintauchen. Schon das Cover hat mich sofort gepackt – dieses schwarze Auge mit der gesprungenen Linse jagt mir jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken, sobald ich das Buch in die Hand nehme.

Die Handlung zieht einen ohne Umwege hinein. Die Rückblende in Alysees Vergangenheit wirft sofort Fragen auf, die einen durch das ganze Buch begleiten: Was haben ihr Vater und sein Freund erforscht, und warum verfolgt Alysee diese Angst bis heute so hartnäckig? Der Schreibstil ist leicht und flüssig, und ehe ich mich versah, war ich schon tief in der Geschichte. Die Sogwirkung ist enorm – man liest weiter und weiter, weil man unbedingt wissen möchte, was hinter all dem steckt.

Die Figuren bleiben insgesamt eher oberflächlich, was mich aber nicht gestört hat. Über Alysee und Nico erfährt man am meisten, während die anderen Charaktere zwar kurzzeitig wichtig sind, aber nicht wirklich Tiefe bekommen. Alysee wirkt auf mich wie eine starke Protagonistin, die trotz ihres Kindheitstraumas versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen und Pläne für eine bessere Zukunft schmiedet. Nico dagegen war mir von Anfang an unsympathisch. Es wirkt, als würde er Alysees Gutmütigkeit ausnutzen, gerade weil ihre Gefühle für ihn kompliziert sind. Die Entwicklung ihrer Beziehung fand ich etwas merkwürdig und emotional eher flach – aber es ist ein Horrorbuch und keine Romanze, daher ist das wohl eher mein persönliches Empfinden.

Besonders intensiv wird die Atmosphäre, als Alysee und Nico das alte „Hotel“ betreten, das Alysee geerbt hat. Der Verfall, die düstere Stimmung – all das bildet die perfekte Kulisse für das, was noch kommt. Die Nebencharaktere Amir, Dani und Mike verfolgen ihre eigenen finsteren Pläne, was zusätzliche Spannung erzeugt. Einige Szenen haben einen deutlichen Ekelmoment, etwa Amirs Erinnerung an die Straßenkinder oder Danis traumatische Vergangenheit. Das ist nichts für schwache Nerven, aber sehr wirkungsvoll eingesetzt.

Ab etwa 80 Prozent verliert die Geschichte für mich etwas an Kraft. Der Plot Twist kam zwar überraschend, fühlte sich aber ein wenig konstruiert an und nahm der zuvor aufgebauten Spannung den Druck. Bis dahin war das Buch für mich klar auf Fünf‑Sterne‑Kurs. Trotzdem bleibt „REM“ ein starkes, atmosphärisches und sehr gut lesbares Buch mit einem offenen Ende, das Raum für eine Fortsetzung lässt – und die würde ich definitiv lesen.

Besonders hervorheben möchte ich die Illustrationen von Jörn Stollmann. Sie sind düster, atmosphärisch und unglaublich ausdrucksstark. Die Zeichnungen zwischen Kapitel 35 und 36 haben mich besonders überrascht – dunkel, detailreich und unheilvoll, als würden sie die kommende Handlung vorwegnehmen.

Fazit: Ein düsterer, flüssig erzählter Horror‑Thriller mit beeindruckenden Illustrationen und einer Handlung, die einen packt und nicht mehr loslässt. Auch wenn der späte Twist nicht ganz mithalten kann, bleibt das Buch absolut lesenswert – und ich wäre einer Fortsetzung von Alysees Geschichte definitiv nicht abgeneigt.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Romantik am Rand des Chaos

Die romantischen Tragödien eines Drama Kings
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Das hellpinke Cover hat mich sofort zum Schmunzeln gebracht: extragroße, dramatische Schrift, der Protagonist im Rampenlicht – es versprach genau die Art von romantischer Komödie, auf die ich Lust hatte. ...

Das hellpinke Cover hat mich sofort zum Schmunzeln gebracht: extragroße, dramatische Schrift, der Protagonist im Rampenlicht – es versprach genau die Art von romantischer Komödie, auf die ich Lust hatte. Und tatsächlich: Der Einstieg ist witzig, leichtfüßig und angenehm überdreht.

Patrick, der sich zu Beginn des neuen Schuljahres nur noch „Patch“ nennt, versucht mit neuem Look – inklusive überdimensionierter Surferkette – sein Image aufzupolieren. An seiner Seite steht Jean, seine beste Freundin, die mit ihren Ratschlägen oft die Stimme der Vernunft ist. Anfangs funktioniert dieses Setup gut, die Situationskomik sitzt, und Patchs Selbstinszenierung wirkt noch amüsant.

Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher zeigt sich Patchs extreme Selbstverliebtheit. Er überdramatisiert jede Kleinigkeit, drängt sich in jede Szene und nimmt kaum Rücksicht auf die Gefühle anderer. Natürlich ist er erst 16, und vieles an seinem Verhalten lässt sich dadurch erklären, aber beim Lesen hat mich seine ständige Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen seines Umfelds zunehmend gestört. Jean, seine Mutter oder Ms. Jenkins aus der Drama‑AG versuchen ihn immer wieder zu bremsen, doch Patch stürzt sich impulsiv in Aktionen, tritt in Fettnäpfchen und lernt erstaunlich wenig daraus.

Auch der Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei: Besonders in den Briefpassagen driftet Patch gedanklich ab, formuliert lange, verschachtelte Sätze und verliert sich in Ausschweifungen. Zusammen mit seinem Hang zur Überinszenierung wurde das Lesen stellenweise anstrengend.

Trotzdem hat das Buch auch eine charmante Seite. Patchs lebhafte Fantasie passt gut zum Setting rund um Theater, Drama‑AG und Gefühlschaos. Vieles wirkt bewusst überzeichnet und spiegelt die Bühne wider, auf der Patch sich selbst sieht. Sehr mochte ich Ms. Beckett, die Englischlehrerin, die mit Ruhe und Verständnis auftritt und Patch auch dann zuhört, wenn er eine kleine Nervensäge ist.

Die Freundschaft zwischen Patch und Jean bildet einen zentralen Kern der Geschichte – weniger romantisch, dafür eine klare Hommage an platonische Nähe und gegenseitige Unterstützung. Patch macht im Verlauf eine emotionale Entwicklung durch, nicht groß, aber erkennbar. Er wächst an seinen Enttäuschungen und den Problemen, die er selbst überdramatisiert. Eine romantische Beziehung spielt erst ganz am Ende eine Rolle, als sich etwas zwischen ihm und einem der neuen Jungs aus dem Drama‑Club anbahnt. Der Schluss, besonders der Brief, wirkt fast so, als könnte eine Fortsetzung folgen – und tatsächlich erscheint im Dezember 2026 der zweite Band "Das legendäre Comeback eines Drama Kings".

Fazit: Am Ende bleibt "Die romantischen Tragödien eines Drama Kings" für mich eine nette Coming‑of‑Age‑Geschichte, die humorvoll startet, dann aber stärker von Patchs Egozentrik und seiner inneren Theaterwelt geprägt wird. Manche Passagen sind mühsam, andere überraschend warmherzig. Wer jugendliches Chaos, Theateratmosphäre und viel Fantasie mag, wird hier gut unterhalten. Trotz allem bin ich gespannt, wie es im nächsten Buch mit Patch weitergeht – und wie viel Drama er diesmal in sein Leben bringt.

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