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JohannaMaus

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2025

Ein ehrliches, tief berührendes und zugleich informatives Buch über den Kinderwunsch

Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert
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Mit „Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert“ ist Marie von den Benken ein außergewöhnliches Werk gelungen, das gleichermaßen emotional wie aufklärend ist.

Bereits ab der ersten Seite spürt man die Ehrlichkeit, ...

Mit „Das Leben ist kein Kinderwunschkonzert“ ist Marie von den Benken ein außergewöhnliches Werk gelungen, das gleichermaßen emotional wie aufklärend ist.

Bereits ab der ersten Seite spürt man die Ehrlichkeit, mit der sie über ihre eigene Kinderwunschreise schreibt. Acht Jahre voller Hoffen, Bangen, medizinischer Eingriffe und seelischer Grenzerfahrungen – das liest man nicht einfach, das fühlt man mit. Viele ihrer Fragen und Gedanken werden den Leser:innen vertraut vorkommen, sei es aus eigener Erfahrung oder aus dem Umfeld.

Besonders stark ist die Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht, Tagebucheinträgen und fundiertem Fachwissen. Dadurch entsteht ein Buch, das berührt, informiert und Orientierung bietet. Themen wie Endometriose, späte Mutterschaft, Eizelleneingfrieren oder Adoption werden nicht nur angerissen, sondern verständlich erklärt. Ergänzt durch die Stimmen anderer Betroffener sowie von Fachleuten aus Medizin und Psychologie entsteht ein vielschichtiges Bild, das die Realität von ungewollter Kinderlosigkeit aufzeigt.

Gerade weil das Thema in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabu ist, halte ich dieses Buch für sehr wichtig. Es macht Mut, gibt Kraft und vermittelt das Gefühl: „Du bist nicht allein.” Gleichzeitig sensibilisiert es all jene, die bisher keinen Bezug dazu hatten – und genau das ist nötig, um mehr Verständnis und Empathie zu schaffen.

Am Ende bleibt ein Gefühl der Hoffnung. Dass es trotz aller Rückschläge Wege geben kann und Glück viele Formen haben darf. Für mich ist dieses Buch ein Mutmacher, ein Augenöffner und ein wertvoller Beitrag zu einem Thema, das viel mehr Gehör finden sollte.

Fazit:
Ein authentisches, mutmachendes und wichtiges Buch, das ich Betroffenen, Angehörigen und Interessierten nur empfehlen kann.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Zum Schmunzeln und laut Lachen

Bordgeflüster
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Steffi von Wolff gelingt es, das Leben an Bord so lebendig und humorvoll einzufangen, dass man sich fast selbst auf dem Segelboot „Alte“ wähnt. Die kleinen Geschichten aus dem Hafenalltag sind kurzweilig, ...

Steffi von Wolff gelingt es, das Leben an Bord so lebendig und humorvoll einzufangen, dass man sich fast selbst auf dem Segelboot „Alte“ wähnt. Die kleinen Geschichten aus dem Hafenalltag sind kurzweilig, charmant und voller Situationskomik. Manchmal habe ich laut gelacht und konnte nicht anders, als die Szenen meinem Freund vorzutragen.

Besonders gut haben mir die Schilderungen der typischen Marotten von Seglern, chaotischer Begegnungen und der Reibungen zwischen Skipper und Crew mit viel Selbstironie und Witz gefallen. Man merkt, dass jede Anekdote aus eigener Erfahrung stammt. Das macht das Buch so authentisch und unglaublich unterhaltsam.

Für mich ist „Bordgeflüster” ein Buch, das sowohl Segler*innen als auch „Landratten” genießen können. Es eignet sich perfekt, um zwischendurch ein Kapitel zu lesen, herzhaft zu lachen und gute Laune zu bekommen.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

„Büromonster“ – humorvoll, praxisnah und tiefgründig

Büromonster.
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„Büromonster“ hat mich positiv überrascht. Was zunächst wie eine witzige Bürolektüre klingt, erweist sich gleichzeitig als praktischer Leitfaden für den Arbeitsalltag. Die Autoren Andri Hinnen und Martin ...

„Büromonster“ hat mich positiv überrascht. Was zunächst wie eine witzige Bürolektüre klingt, erweist sich gleichzeitig als praktischer Leitfaden für den Arbeitsalltag. Die Autoren Andri Hinnen und Martin J. Eppler zeigen auf humorvolle Weise, wie man die Monster in sich selbst, in Kollegen oder in organisatorischen Strukturen erkennt und mit ihnen umgeht.

Besonders gut gefallen haben mir die kreativen Monsterporträts, die humorvollen Skizzen und die praxisnahen Tipps – vom Umgang mit dem Ja-Yeti über den Energievampir bis hin zu den Hype-Feen. Dabei bleibt das Buch leicht und unterhaltsam, regt aber gleichzeitig zum Nachdenken an. Der Selbsttest am Ende ist ein spaßiger und zugleich aufschlussreicher Abschluss, der die Selbstreflexion unterstützt.

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die den Büroalltag mit einem Augenzwinkern betrachten und gleichzeitig wertvolle Impulse für den Umgang mit Kollegen, Strukturen und sich selbst mitnehmen möchten.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Leidenschaft, Zerrissenheit und literarische Exzesse – Ein Leben voller Sinne

Liebesrausch
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„Liebesrausch“ entführt die Leserschaft in das aufregende Paris der 1930er Jahre und zeichnet das ungezügelte, skandalumwitterte Liebesleben der Schriftstellerin Anaïs Nin nach. Charlotte von Feyerabend ...

„Liebesrausch“ entführt die Leserschaft in das aufregende Paris der 1930er Jahre und zeichnet das ungezügelte, skandalumwitterte Liebesleben der Schriftstellerin Anaïs Nin nach. Charlotte von Feyerabend verbindet historische Fakten und biografische Details mit einer packenden, lebendigen Erzählweise.



Im Mittelpunkt stehen Anaïs Nin und Henry Miller, deren Begegnung im Jahr 1931 ein leidenschaftliches Feuer entfacht. Beide inspirierten sich gegenseitig literarisch, doch ihre Beziehung spiegelt auch Anaïs’ innere Konflikte wider: Sie ist hin- und hergerissen zwischen der konventionellen Ehe mit ihrem treuen und finanziell unterstützenden Ehemann Hugo und ihrer hemmungslosen Liebe zu Henry. Anaïs sucht nach Sinnlichkeit, Freiheit und Selbstverwirklichung. Die Autorin stellt diese Zerrissenheit sehr nuanciert dar.



Besonders beeindruckend sind die poetische, bildgewaltige Sprache und die Fähigkeit, die Innenwelt der Charaktere authentisch zu beleuchten. Anaïs’ Tagebücher geben faszinierende Einblicke in ihre Gedankenwelt und werfen Fragen nach Moral, Leidenschaft und persönlicher Freiheit auf, die auch heute noch relevant sind. Gleichzeitig zeichnet Feyerabend ein lebendiges Bild von Paris in den 1930er Jahren mit seinen rauschenden Festen, literarischen Kreisen und exzessiven Lebensfreuden, die das Umfeld der beiden Autoren prägten.



Die Figuren sind komplex und vielschichtig: Anaïs Nin ist eine leidenschaftliche, suchende und doch verletzliche Protagonistin, Henry Miller ist ein charismatischer, hemmungsloser Künstler und Hugo ist ein bodenständiger, liebevoller Kontrapunkt. Die Autorin wahrt dabei die Balance zwischen historischen Fakten, fiktiver Darstellung und literarischer Dramatik.



Das Buch wird durch Anmerkungen, Quellenangaben und literarische Hinweise abgerundet, die den biografischen Hintergrund weiter vertiefen. „Liebesrausch” ist ein fesselnder, sinnlicher Roman, der nicht nur Fans literarischer Biografien begeistert, sondern auch die Ära und die Menschen hinter den Schriftstellern lebendig werden lässt.



Fazit: Ein poetischer, intensiver Roman über Leidenschaft, Zerrissenheit und die Suche nach sich selbst. Von mir gibt es klare 5 von 5 Sternen – eine absolute Leseempfehlung für alle, die in die Welt einer der faszinierendsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts eintauchen möchten.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Zwischen Schuld, Wahrheit und Verrat – ein Roman, der nachhallt

Die Dolmetscherin
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Mit „Die Dolmetscherin” legt Titus Müller einen eindrucksvollen historischen Roman vor, in dem er Fakten und Fiktion gekonnt miteinander verwebt. Die Geschichte handelt von Asta, die zunächst im Kurhotel ...

Mit „Die Dolmetscherin” legt Titus Müller einen eindrucksvollen historischen Roman vor, in dem er Fakten und Fiktion gekonnt miteinander verwebt. Die Geschichte handelt von Asta, die zunächst im Kurhotel „Palace“ in Mondorf-les-Bains für die Amerikaner als Dolmetscherin arbeitet und schließlich bei den Nürnberger Prozessen eingesetzt wird. Dort muss sie nicht nur die unfassbaren Grausamkeiten der Nazi-Verbrechen übersetzen, sondern auch ihr eigenes Gewissen prüfen.

Besonders gut haben mir die Einblicke in die Arbeit der Simultanübersetzer gefallen: die enorme Konzentration, die dieser Beruf erfordert, und die psychische Belastung durch die Grausamkeiten der Verhandlungen. Asta ist eine starke und zugleich empathische Frau, die sich in einer Männerwelt behaupten muss. Gleichzeitig spielt sie ein gefährliches Doppelspiel, denn auch der russische Geheimdienst fordert ihren Einsatz.

Die Begegnung mit Leonhard bringt eine weitere Ebene in die Geschichte: Vertrauen, Liebe und Verrat liegen nah beieinander und die Frage, ob er Freund oder Feind ist, bleibt lange bestehen. Besonders berührend fand ich zudem die Schilderungen rund um Leonhards Sohn Robert, der trotz seiner schwierigen Lebensumstände Hoffnung und Menschlichkeit verkörpert.

Titus Müller ist es hervorragend gelungen, die Atmosphäre der unmittelbaren Nachkriegszeit einzufangen. Durch die Verbindung von belegten Fakten und ausgedachten Handlungssträngen entsteht ein dichtes Bild, das fesselnd und erschütternd wirkt. Auch moralische Fragen nach Verantwortung, Schuld und Vergebung ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch.

Für mich war „Die Dolmetscherin” ein packender Roman, der nicht nur spannende Unterhaltung bietet, sondern auch zum Nachdenken anregt und lange nachhallt.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ von 5 Sternen – eine klare Leseempfehlung für alle, die historische Romane mit Tiefgang lieben!

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