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Veröffentlicht am 24.02.2025

Voller Höhen und Tiefen

Beneath Broken Skies
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"Beneath broken skies" von Anna Savas ist ein Buch, das eine emotionale Achterbahnfahrt bereithält. Maddie und Wes begleiten wir durch alle möglichen Höhen und Tiefen und erleben ihr erstes Zusammentreffen ...

"Beneath broken skies" von Anna Savas ist ein Buch, das eine emotionale Achterbahnfahrt bereithält. Maddie und Wes begleiten wir durch alle möglichen Höhen und Tiefen und erleben ihr erstes Zusammentreffen seit sechs Jahren. In einem Setting voll mit Büchern, mitten im Herzen von London ergibt sich eine Geschichte, die schlussendlich die ein oder andere Frage unbeantwortet lässt.

Der Schreibstil von Anna Savas ist wirklich angenehm und die Emotionen und Gefühle werden gut widergespiegelt, so dass man eine gewisse Nähe zu den Protagonisten aufbauen kann. Durch die wechselnden Perspektiven wird das Ganze noch etwas intensiver. Besonders Maddie lernt man dadurch genauer kennen. Wir erfahren ihre Ängste, ihre familiäre Vergangenheit und wieso sie Bücher so liebt.
Wes dagegen ist besonders zu Beginn des Buches sehr verschlossen und über ihn und seine Familienverhältnisse erfährt man erst im Laufe der Zeit immer mehr. Besonders die Beziehung zu seinem Bruder Adam wirft brisante Fragen auf und lässt sich auch am Ende des Buches nur schwierig erklären.

Die Kommunikation zwischen Wes und Maddie dagegen lässt sich eigentlich nur als „Misscommunication“ beschreiben, denn richtig miteinander kommuniziert haben beide nicht. Und ich bin wirklich kein Fan davon. Viele Dinge hätten sich viel entspannter klären lassen, wenn beide einfach miteinander gesprochen hätten. Auch die spicy Szenen waren meiner Ansicht nach, nicht immer nötig. Ebenfalls hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass manche Ideen aufgegriffen, aber nicht richtig zu Ende gedacht wurden. So blieb ein wenig Potenzial auf der Strecke. Auch habe ich mir erhofft, dass meine Fragen beantwortet werden – dies ist leider nur zum Teil geschehen.
Trotz dieser Dinge hatte ich dennoch eine gute Zeit beim Lesen und bin immer tiefer in die Verlagswelt abgetaucht. Hier kann man durchaus noch das ein oder andere lernen und die kleinen Eastereggs wurden gut in die Geschichte eingearbeitet.

Schlussendlich habe ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr von dieser Geschichte und diesem Buch erhofft, gerade weil es zwischendurch seine Längen hatte und am Ende alles auf einmal kam. Band zwei werde ich dennoch lesen, denn die Geschichte war keinesfalls schlecht und es gibt ein paar Dinge, die ich unbedingt wissen muss!
Es ist eine Empfehlung für alle, die sich nicht an Misscommunication stören und eine Geschichten mit Verlagssetting lieben.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 13.02.2025

Ehrlich und rau

Klapper
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4,25 von 5

"Klapper" von Kurt Prödel ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Es ist so ehrlich, rau und eindringlich geschrieben, dass es noch lange im Kopf hängen bleibt. Wir begegnen Klapper ...

4,25 von 5

"Klapper" von Kurt Prödel ist ein Buch, das mich positiv überrascht hat. Es ist so ehrlich, rau und eindringlich geschrieben, dass es noch lange im Kopf hängen bleibt. Wir begegnen Klapper und Bär, die zumindest vom Äußeren her nicht unterschiedlicher sein können. Im Laufe des Buches lässt sich dann doch die ein oder andere Gemeinsamkeit feststellen. Nur was ist passiert, dass Bär seit 4891 Tagen nicht mehr online war? Das erfahren wir ebenfalls und es kommt überraschend.

Beeinflusst durch den Schreibstil, der durch eine einfache Wortwahl und kurze Sätze überzeugt, bekommt die Geschichte von Klapper und Bär ein authentisches Flair. Durch die Erwähnung von einem IKEA-Wellenspiegel und Zitronenkrümeleistee fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt. Es fühlt sich so an, als wäre man im Jahr 2011 unterwegs und nicht schon in 2025. Zwar mag sich die Geschichte an manchen Stellen etwas repetitiv anfühlen, so wird nur das Leben von Klapper und Bär widergespiegelt. Und so wie das Leben nun mal ist, kann es nicht immer spannend sein. Dennoch ist die Geschichte Abwechslungsreich und es kommen immer wieder neue Aspekte hinzu.

Mit den Protagonisten dagegen bin ich nicht immer warm geworden. So sind mir die Familien der Beiden doch eher unsympathisch gewesen, sodass ebenfalls häufig eine gewisse Distanz vorhanden war. Klapper und Bär dagegen hat man auf tieferen Ebenen kennengelernt. Besonders von Klapper hat man immer wieder mal andere Seiten gesehen und auch wenn seine Emotionen für mich manchmal nicht nachvollziehbar waren, so konnte ich ihn doch zum Großteil verstehen. Bei Bär dagegen ist es etwas anderes: Man sieht Ausschnitte aus ihrem Leben und kann sich in gewisser Hinsicht in sie hineinversetzen. Trotzdem werden ihre tiefgehenden Gefühle nie explizit erwähnt. Das fehlt dem Buch auch nicht, aber an manchen Stellen wäre es irgendwie schön gewesen.

Im Großen und Ganzen ist die Geschichte wirklich ehrlich und rau. Es wird nichts beschönigt und alles geschildert, wie es ist. Dazu gehört auch ein hartes Ende. Ein Ende, das man vielleicht nicht erwartet hat, aber einen super Abschluss der Geschichte bildet.
So kann ich die Geschichte nur allen empfehlen, die auch mal was anderes als Wohlfühl-Geschichten lesen wollen. Diese Geschichte ist eine Erinnerung daran, dass hinter jeder Fassade ein Mensch mit Gefühlen steckt und dass man das Leben genießen soll, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Dunkle Familiengeheimnisse

Verlassen
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4,5 von 5

"Verlassen" von Eva Björg Ægisdóttir ist das Prequel zu ihren anderen drei Büchern, in denen man die Kommissarin Elma begleitet. Deshalb spielt dieses Buch in der Zeit, kurz bevor Elma zurück ...

4,5 von 5

"Verlassen" von Eva Björg Ægisdóttir ist das Prequel zu ihren anderen drei Büchern, in denen man die Kommissarin Elma begleitet. Deshalb spielt dieses Buch in der Zeit, kurz bevor Elma zurück nach Akranes kehrt. Dieser Band fokussiert sich dafür auf die Familie Snæberg, die in einem Hotel zusammenfindet, um ein Familienfest zu feiern. Nach und nach kommen allerding immer mehr dunkle Geheimnisse ans Licht und fast jeder scheint etwas zu verbergen.

Wieder mal ist zu sagen, dass die Autorin eine Meisterin der psychologischen Spannung ist. Sie lässt Hinweise in die Geschichte einfließen, die man nicht direkt wahrnimmt und doch ergibt sich am Ende ein logisches, unvorhersehbares Bild. Man wird auf falsche Fährten gelockt. Man denkt, man kennt den Täter oder die Täterin. Aber schlussendlich weiß man nichts und doch vieles.
Durch den Schreibstil, der so intensiv und phasenweise eindringlich ist, wird man als Leser*in noch tiefer in die Geschichte hineingezogen. Dazu kommt, dass die Geschichte aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben ist, sodass es zu Beginn etwas unübersichtlich werden kann – gerade, was die ganzen Familienverhältnisse angeht – man dennoch das Gefühl bekommt, ein Teil dieser Feier zu sein. Man lernt die Protagonisten auf einer ganz anderen Ebene kennen und bekommt Einblicke in ihre dunklen Seiten.
Dieses Buch zeigt einfach, dass es keine Brutalität oder viel Blut braucht, um spannend zu sein. Manchmal reicht schon eine Familie und die richtigen Verbindungen aus.

Allerdings gab es besonders am Anfang immer wieder Phasen, in denen es etwas überfordernd war mit den ganzen Protagonisten und ihren Verhältnissen. Da musste ich das ein oder andere Mal wieder zum Stammbaum, ganz vorne im Buch, blättern. Zudem beschlich mich das Gefühl, dass manche Dinge etwas repetitiv waren. Dieses Gefühl hielt allerdings nie wirklich lange an, denn irgendwann ist man so im Geschehen drin, dass sich alle Fäden langsam zusammenfinden und man an nichts anderes mehr denken kann.

Alles in allem konnte mich auch dieses Buch von Eva Björg Ægisdóttir wieder überzeugen. Durch die raue Landschaft Islands, das unbeständige Wetter und eine Familie die alles andere als perfekt ist, ergibt sich ein Krimi, der nur schwer mit anderen Büchern dieser Art zu vergleichen ist. Eine Empfehlung für alle, die vor psychologischer Raffinesse nicht zurückscheuen.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

An der Oberfläche gekratzt

A Bookboyfriend for Christmas
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„A Bookboyfriend for Christmas“ von Freya Miles ist ein Buch, von dem ich mehr erwartet habe. Tiefere Gefühle, mehr Humor. Irgendwie wurde immer nur an der Oberfläche gekratzt – insbesondere bei den Protagonisten.

Doch ...

„A Bookboyfriend for Christmas“ von Freya Miles ist ein Buch, von dem ich mehr erwartet habe. Tiefere Gefühle, mehr Humor. Irgendwie wurde immer nur an der Oberfläche gekratzt – insbesondere bei den Protagonisten.

Doch gab es auch positive Dinge: Der Schreibstil zum Beispiel ist wirklich sehr angenehm, durch einfachen Satzbau und unkomplizierte Wortwahl. Zwar wurden mir viele englische Begriffe und der Begriff „Bookboyfriend“ quasi zu inflationär verwendet, dennoch habe ich mich irgendwann daran gewöhnt.
Auch das Setting mit dem eingeschneiten Buchladen und der gemütlichen Atmosphäre hat mir gefallen. Doch wirkten viele Dinge und Geschehnisse sehr konstruiert und waren eher unpassend. Wegen möglichen Spoilern möchte ich diese nicht nennen.

Mia war mir als Protagonisten zu Beginn recht sympathisch und man hat einen wirklich guten ersten Eindruck von ihr bekommen. Leider blieb es auch dabei und tiefere Gefühle waren kaum spürbar. Dafür hat sie gefühlt nur an Sex gedacht als feststand, dass Nick für eine geraume Zeit bei ihr im Buchladen bleiben würde, und das war definitiv zu viel. Mehr Emotionen und tiefere Gefühle wären definitiv angebrachter gewesen, gerade auch, weil Nick super viel Potenzial für eine starke Entwicklung hatte. Dieses wurde aber nicht aufgegriffen.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass mir von dieser Geschichte recht wenig im Gedächtnis bleibt du sie für mich zu schnelllebig und an manchen Stellen zu undurchdacht war. Schlussendlich kann ich nur festhalten, dass man dieses Buch lesen kann, aber definitiv nicht muss und keine allzu hohen Erwartungen haben sollte.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Voller Überraschungen

Hug me, Mr. Grinch
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„Hug me Mr. Grinch“ von Amelia Lemon ist ein Buch, das die eine oder andere Überraschung bereithält. Man begegnet Charakteren, die auf den ersten Blick vielleicht etwas oberflächlich erscheinen, doch immer ...

„Hug me Mr. Grinch“ von Amelia Lemon ist ein Buch, das die eine oder andere Überraschung bereithält. Man begegnet Charakteren, die auf den ersten Blick vielleicht etwas oberflächlich erscheinen, doch immer mehr Tiefen offenbaren. Es entwickeln sich Freundschaften, die man nicht erwartet hat und am Ende entsteht doch etwas recht besonders.

Es muss gesagt sein, dass für diese Geschichte mit der Weihnachtszeit und New York das perfekte Setting gewählt wurde. Dieses schnelllebige in Verbindung mit dem gemütlichen der Weihnachtszeit hat einfach sehr gut harmoniert. Ebenfalls ist der Schreibstil sehr angenehm, was besonders durch die einfache Sprachwahl beeinflusst wurde. Wenn man einmal in der Geschichte drin ist, dann kommt man nicht so schnell wieder raus.
Dennoch hat sich die Geschichte an manchen Stellen etwas gezogen und hat repetitiv gewirkt. Verwundert hat mich dies allerdings nicht, da die Geschichte wirklich ziemlich schnell an Tempo gewinnt und ich mich schon nach wenigen Seiten gefragt habe, was denn jetzt noch alles passieren soll. Aber ja, es passiert trotz mancher Phasen definitiv noch genug.

Genug passiert auch zwischen Connor und Rachel, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Er Anwalt, sie professionelle Kuschlerin – und das finde ich mega. Denn Rachel sticht aus der Masse heraus und es war irgendwie super interessant mal darüber etwas zu lesen. Abweichend davon hat man im Verlaufe der Geschichte immer weiter gemerkt, wie sie ihre Emotionen etwas rauslassen. Die Kommunikation auf der anderen Seite, war dann zwischendurch doch eher Mangelware.

Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte gut gefallen, weil es die ein oder andere Überraschung gab, manche Dinge aber auch vorhersehbar waren. Alles in allem ist es eine tolle Geschichte für zwischendurch.

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