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Veröffentlicht am 06.01.2021

Vergebung einer alten Schuld

Das letzte Licht des Tages
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Um ihre frisch geschiedene Enkelin Olivia, genannt Liv, auf andere Gedanken zu bringen erwählt die skurrile und hochbetagte Edith sie als Reisebegleitung für einen Abstecher nach Frankreich. Es wird eine ...

Um ihre frisch geschiedene Enkelin Olivia, genannt Liv, auf andere Gedanken zu bringen erwählt die skurrile und hochbetagte Edith sie als Reisebegleitung für einen Abstecher nach Frankreich. Es wird eine Reise in ihre Vergangenheit, denn Edith scheint am Ende ihres langen Lebens noch etwas bereinigen zu wollen, das ihr zu schaffen macht. Nur Liv ist noch ahnungslos, was ihr bevorstehen wird.

Der 2. Handlungsstrang spielt zur Zeit des 2. Weltkrieges in der Champagne auf einem abgelegenen Weingut. Hier leben der Weingutbesitzer Michel und seine Ehefrau Ines sowie sein Kellermeister Theó mit Ehefrau Celine. Aus den Erzählperspektiven von Ines sowie Celine erfährt man nicht nur eine Menge über das Leben auf dem Weingut und die Champagnerherstellung in unterirdischen Gewölben sondern auch über die Beziehungen der 4 Personen untereinander. So verworren wie das Kellerlabyrinth angelegt ist kam mir auch die Verbindungen zwischen allen vor. Michel war von seiner Frau durchgängig genervt, Ines einsam und verzweifelt, Celine und Theo hatten ständig Streitereien und die gesamte Geheimniskrämerei rund um den französischen Widerstand war zuletzt nur noch anstrengend. So richtig warm geworden bin ich in dieser Zeitebene auch mit keiner der genannten Figuren. Sehr schade, denn gerade der Widerstand in Frankreich zur Zeit der deutschen Besetzung gibt so viel her.

Obwohl ich Kristin Harmels Schreibstil sehr mag, hatte ich mit diesem Abschnitt so meine Probleme.

In der Gegenwart gelingt es Liv ein Puzzleteilchen nach dem anderen zusammenzusetzen und es zeichnet sich ganz langsam eine Familientragödie ab – eine unbedachte Handlung, die lebenslange Schuldgefühle hervorgerufen hat. Aber es gibt auch Hoffnung auf Vergebung und so ganz nebenbei entwickelt sich eine Liebesgeschichte.

Da Kristin Harmel mich mit anderen Büchern schon mehr begeistern konnte: 3,5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2021

Manchmal hilft nur Hoffnung beim Überlebenskampf

Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück
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Von einem auf den anderen Tag ist das trotz erster Kriegswirren bisher so beschützte Leben der 11-jährigen Anna vorbei. Nach der plötzlichen Einberufung ihres Nennonkels Matthias sieht sie sich mit ihrer ...

Von einem auf den anderen Tag ist das trotz erster Kriegswirren bisher so beschützte Leben der 11-jährigen Anna vorbei. Nach der plötzlichen Einberufung ihres Nennonkels Matthias sieht sie sich mit ihrer Tante Maria in der Pflicht, die Bäckerei irgendwie am Laufen zu halten, denn sie haben ihm versprochen, dass niemand im Viertel Hunger leiden muss. Doch nach einem verheerenden Bombardement auf Köln bleibt auch von ihrem Haus nicht mehr allzu viel übrig…
Die Autorin schreibt so realistisch und bildlich, dass man mit Anna und Marie die Schrecklichkeiten des Krieges mit all seinen Bombenangriffen, Nächten in überfüllten Bunkern und vor allem den ständigen Hunger und den täglichen Kampf um das nackte Überleben mit durchlebt. Vor allem Anna wächst dabei über sich hinaus, glänzt dabei mit ihrer Flexibilität, sich den Dingen anzupassen und das beste für die Familie herauszuholen.
Die Geschichte ist aber nicht nur düster angesichts der Kriegsgräuel und Entbehrungen, sie lebt auch von der Hoffnung, von Freundschaften, von Liebe und vor allem von Träumen.
Ein Roman, der mitreißt und berührt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2021

Gouvernante bei den britischen Royals

Teatime mit Lilibet
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Die junge Lehrerin Marion Crawford hat ein Ziel: sie möchte Kindern in den Slums Wissen vermitteln. Doch wie so oft hat das Leben andere Pläne mit ihr, und so findet sie sich plötzlich in adeligen Kreisen ...

Die junge Lehrerin Marion Crawford hat ein Ziel: sie möchte Kindern in den Slums Wissen vermitteln. Doch wie so oft hat das Leben andere Pläne mit ihr, und so findet sie sich plötzlich in adeligen Kreisen wieder, um die Prinzessinnen Lilibet und Margaret von York zu unterrichten.

Beginnend im Jahr 1931 gibt der Roman einen kleinen Einblick in das Leben und das tägliche Einerlei der britischen Royals über knapp 2 Jahrzehnte. Marion selbst stammt aus einfachen Verhältnissen und möchte den beiden Mädchen auch das „normale“ Leben näherbringen. Und so gehören ein Kinobesuch, Einkäufe bei Woolworth oder eine Fahrt mit der U-Bahn sicherlich zu den aufregenden Erlebnissen außerhalb des steifen Protokolls.

Auch wenn Marion, von der Familie liebevoll Crawfie genannt, anfangs immer wieder betont, ihre Stellung sei nur vorübergehend, wird sie im Laufe der Zeit zu einer Vertrauten der beiden Mädchen, die sie bald wie ihre eigenen Kinder liebt. Aber um welchen Preis? Freundschaften innerhalb des Palastes sind eher rar, und alle ihre Erfahrungen mit Männern außerhalb der Palastmauern verlaufen enttäuschend, da sie sich immer wieder für die Prinzessinnen entscheidet.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, hat aber auch einige Längen. Mir haben mitunter die politischen Ansichten der jungen Lehrerin zu sehr im Vordergrund gestanden. Interessiert hätte mich auch, wieviel um die realen Begebenheiten herum „dazu gedichtet“ worden ist. Ich kann mir vorstellen, dass Margaret und Philipp bei einigen Stellen im Buch „not amused“ wären.

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Veröffentlicht am 06.01.2021

Die Liebe hört nie auf

Wo du nicht bist
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Wo du nicht bist… da will auch Irma eigentlich nicht sein. Nicht ohne ihren Erich, einen jüdischen Arzt, den sie eher zufällig kennengelernt hat. Aus einem ersten Verliebtsein hat sich nach und nach eine ...

Wo du nicht bist… da will auch Irma eigentlich nicht sein. Nicht ohne ihren Erich, einen jüdischen Arzt, den sie eher zufällig kennengelernt hat. Aus einem ersten Verliebtsein hat sich nach und nach eine tiefe, innige Liebe entwickelt und die beiden haben begonnen, Heiratspläne zu schmieden. Aber im Deutschland der 30er Jahre wird bereits der Judenhass geschürt, den auch diese beiden mehr als deutlich zu spüren bekommen und der für Erich in Theresienstadt enden wird.

Anke Geberts Roman basiert auf wahren Begebenheiten; er ist die Geschichte einer Liebe, die alles erträgt und aushält, nur das Alleinsein nicht, eine Liebe, die selbst über den Tod hinaus fortbesteht. Und Irma entwickelt dabei ungeahnte Kräfte, um diesen einen Traum zu verwirklichen, den sie mit Erich erleben wollte: ihn zu heiraten.

Die Geschichte von Irma und Erich ist ein stiller, leiser, sehr emotionaler Roman, der mich mehr als einmal zu Tränen gerührt hat.

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Veröffentlicht am 06.01.2021

Bewegende Schicksale

Erinnerungen aus Glas
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Dieses Buch hat eigentlich alles, was ich an Romanen schätze:

Einen flüssigen Schreibstil, eine angenehme Schriftgröße, zwei Handlungsstränge, die sich nach und nach ergänzen und ein abgerundetes Gesamtbild ...

Dieses Buch hat eigentlich alles, was ich an Romanen schätze:

Einen flüssigen Schreibstil, eine angenehme Schriftgröße, zwei Handlungsstränge, die sich nach und nach ergänzen und ein abgerundetes Gesamtbild ergeben und sympathische Protagonistinnen.

Die Geschichte um die Erlebnisse der Freundinnen Eliese und Josie während der Nazi-Herrschaft in den Niederlanden war atmosphärisch und sehr bewegend, und auch Avas Familienrecherche in der Gegenwart war interessant zu verfolgen. Und dennoch hat es mehr als die Hälfte des Buches gedauert, bis ich so einigermaßen warm mit den Charakteren geworden bin. Ich fühlte mich sehr auf Distanz gehalten, so dass es sehr schwer gefallen ist, bei der Handlung durchgehend am Ball zu bleiben.

Letztendlich hat sich die Mühe aber doch noch gelohnt, denn das letzte Drittel konnte mich dann doch noch überzeugen.

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