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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2020

Spannender Thriller mit Gänsehautmomenten

Todgeweiht: Thriller
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Das Besondere der Zons-Reihe sind für mich die parallel verlaufenden Ermittlungen. In der Gegenwart versucht Oliver Bergmann, den Mörder junger Frauen zu finden und im Mittelalter hat es der Stadtsoldat ...

Das Besondere der Zons-Reihe sind für mich die parallel verlaufenden Ermittlungen. In der Gegenwart versucht Oliver Bergmann, den Mörder junger Frauen zu finden und im Mittelalter hat es der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg mit vermeintlichen Pestopfern zu tun.

Wieder ist es Catherine Shepherd gelungen, in beiden Handlungssträngen einen hohen Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Dazu trägt wieder der fesselnde Schreibstil bei und die vielen kleinen Cliffhanger am Ende der einzelnen Kapitel beim Wechsel in die andere Zeitebene. Es war wieder sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen, war die Neugierde doch immer viel zu groß, was als Nächstes passieren würde. Auch die eingestreuten kurzen Rückblicke, die sich nach und nach als Erlebnisse des Mörders herausstellen, waren gut platziert.
Die Parallelen zur aktuellen Corona-Situation im mittelalterlichen Teil haben darüber hinaus für Gänsehautmomente gesorgt.
In beiden Handlungssträngen fiebert man mit den sympathischen Ermittlern mit, stellt eigene Überlegungen an, um (wie so oft) feststellen zu müssen, dass man (wieder einmal) völlig daneben gelegen hat. Aber gerade das gefällt mir an den Thrillern von Catherine Shepherd.
Das Ende war für mich wieder überraschend, dabei schlüssig und glaubwürdig, aber es kam, wie bei allen Thrillern der Autorin leider viel zu schnell.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 22.03.2020

Gelungener Mix aus hist. Roman, Liebesgeschichte und Familiengeheimnissen

Die Kleider der Frauen
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"Die Kleider der Frauen" ist eine gelungene Mischung aus historischem Roman, romantischen Liebesgeschichten und Familiengeheimnissen. Zwei Handlungsstränge entführen nach Paris um 1940 und nach New York ...

"Die Kleider der Frauen" ist eine gelungene Mischung aus historischem Roman, romantischen Liebesgeschichten und Familiengeheimnissen. Zwei Handlungsstränge entführen nach Paris um 1940 und nach New York in 2015.
Im Paris von 1940 lernen wir die junge Estella kenne, Schneiderin wie ihre Mutter und begabte Kopistin der neusten Haute Couture Modelle, die von einer eigenen Modelinie träumt. Ungeplant wird sie Botin für die Resistance und muss das Land verlassen. Dabei erfährt sie von ihrer amerikanischen Staatsbürgerschaft und flieht mit dem letzten Schiff nach Amerika.
New York, Paris, Australien - alles Plätze an denen Fabienne, Estellas Enkelin, sich hin und wieder aufhält. Nach dem Tod ihres Vaters kommen bei ihr einige Fragen auf, die sie von ihrer 97-jährigen Großmutter gerne noch beantwortet hätte.
Einmal begonnen ist es recht schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen, denn insbesondere Estellas Geschichte hat mich zunehmend gefesselt. Für die damalige Zeit war Estella recht mutig und hat auch nicht davor zurückgeschreckt ihre Gedanken in Worte zu fassen, was ihr oft genug zum Verhängnis geworden ist. Ihre Zielstrebigkeit und Kreativität haben ihr bei der Verwirklichung ihres Traums genauso geholfen wie ihre Freunde.
Auch Fabienne mausert sich im Laufe der Handlung. Zunächst eher zögerlich und ohne Selbstbewusstsein, blind für die eigene Begabung, wächst sie mit ihren Aufgaben, springt über ihren Schatten und damit auch in ihr Glück.
Es ist eine sehr emotionale Geschichte mit guten und auch schlechten Zeiten und es gibt dabei noch einen sehr interessanten Einblick in die Welt der Mode. Mein erster Roman von Natasha Lester hat mir so gut gefallen, dass der folgende Band gleich auf meiner Wunschliste gelandet ist.

  • Cover
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Veröffentlicht am 22.03.2020

Netter Sommerroman mit kleinen Mängeln

Das Haus am Orangenhain
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Als wäre der plötzliche Tod ihres Freundes nicht schon schlimm genug reißt sein Geheimnis ihr den Boden unter den Füßen weg. Eine Kollegin verhilft ihr zu einer 3-monatigen Auszeit in der Villa Naranja ...

Als wäre der plötzliche Tod ihres Freundes nicht schon schlimm genug reißt sein Geheimnis ihr den Boden unter den Füßen weg. Eine Kollegin verhilft ihr zu einer 3-monatigen Auszeit in der Villa Naranja in Spanien.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Die Protagonisten sind auch allesamt sehr sympathisch gezeichnet. Trotzdem fand ich die erste HÄlfte des Buches ziemlich zäh. Im Vordergrund steht dort immer noch die Trauerarbeit von Juno und trotz einiger weniger lustiger Begebenheiten hat mir das die Sommerstimmung doch etwas verhagelt.

Im 2. Teil nimmt die Handlung endlich etwas an Fahrt auf und der amüsante Sommerroman kommt zumindest immer wieder einmal zum Vorschein. Das Ende ist stimmig, wenn auch ein bisschen dick aufgetragen.

Insgesamt eine nette Zwischenmahlzeit.


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Veröffentlicht am 23.02.2020

Der Wert von Freundschaft

Wiedersehen in der kleinen Inselbuchhandlung
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Hauke, Wiebke, Nicole und Kai waren zu Kinder- und Jugendzeiten unzertrennlich, bis es nach dem Schulabschluss zu einem Bruch kommt, bei dem Wiebke allein auf der Insel zurückbleibt. Nach 20 Jahren kehrt ...

Hauke, Wiebke, Nicole und Kai waren zu Kinder- und Jugendzeiten unzertrennlich, bis es nach dem Schulabschluss zu einem Bruch kommt, bei dem Wiebke allein auf der Insel zurückbleibt. Nach 20 Jahren kehrt nun Hauke als erfolgreicher Autor für eine Lesung auf seine Heimatinsel zurück, mit gemischten Gefühlen gegenüber seiner ehemaligen Clique. Lässt sich die damalige Verbundenheit wieder beleben oder haben sich die 4 tatsächlich nichts mehr zu sagen?
Schon nach den ersten Zeilen des Prologes hat sich mein Kopfkino in Betrieb gesetzt und mich mit auf die Insel genommen.
Auch wenn die Stimmung zu Beginn etwas melancholisch war, passte sie perfekt zur Inselatmosphäre. Im Mittelpunkt steht diese ganz besondere Freundschaft und die Frage, was eine Freundschaft überhaupt ausmacht, was sie aushält und ob und wie sie sich im Laufe der Zeit verändern kann, hauptsächlich aus der Sicht von Hauke und Wiebke. In kleinen Rückblenden gibt es aber auch immer wieder einige Szenen aus der Vergangenheit.
Wer wie ich an chronischer Inselsehnsucht leidet freut sich natürlich über jeden Inselroman. Und wenn er dann noch auf der Lieblingsinsel spielt, aus der Feder von Janne Mommsen stammt und es ein Wieder"lesen" mit lieb gewordenen Figuren und Schauplätzen gibt, dann ist der Wohlfühlmodus schon vorprogrammiert.
Mein kleiner Inselbesuch war wieder Balsam für die Seele und ich hoffe, das Inselauszeitwohlgefühl noch einige Tage mit in den Alltag retten zu können.

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Veröffentlicht am 07.02.2020

Erfrischend anders

Sonne, Mord und Sterne
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Dies war mein erster Fall mit Stella, aber sicher nicht der letzte.
Im Mittelpunkt steht der Mord an Marlene Silberstein, einer bekannten und beliebten "Größe" aus der Astrologieszene, der gleich im Prolog ...

Dies war mein erster Fall mit Stella, aber sicher nicht der letzte.
Im Mittelpunkt steht der Mord an Marlene Silberstein, einer bekannten und beliebten "Größe" aus der Astrologieszene, der gleich im Prolog beschrieben wird. Danach folgt der Rückblick auf ihre letzten Tage und auf den Astrologiekongress, auf dem auch Stella und ihre Großmutter Maria alias Madame Pythia, Referentin bzw. Ausstellerin sind.
Durch einen dummen Zufall findet Stella die Leiche und befindet sich schneller als ihr lieb ist mitten in den Ermittlungen von Kommissar Arno Tillikowski wieder. Der arme Kerl hat inmitten des ganz speziellen Völkchens einiges auszustehen und kommt inmitten von Aurensehern, Engelsbegleitern und anderen Hell- und Wahrsagern schnell an seine Grenzen. Die mitunter abstrusen Situationen sind aber so amüsant geschildert, dass es einen Riesenspaß macht, ihn dabei in seiner Verzweiflung zu beobachten.
Stella und Maria erfahren auf dem Kongress dagegen jede Menge Klatsch und Tratsch rund um Marlene S.,die nun wirklich kein Kind der Traurigkeit war und sich mit ihrer skrupellosen Art auch viele Feinde und Neider gemacht hat. Mordmotive wie Neid, Eifersucht, gebrochene Herzen sind reichlich vorhanden und es fehlt auch nicht an möglichen Tätern.
Erfrischend anders, dabei witzig ohne plump zu sein, mit vielen mitunter speziellen Charakteren hat mich diese Krimödie bestens unterhalten und mir auch mehrfach die eine oder andere Lachträne beschert. Dafür vergebe ich gerne 5 Sterne.

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