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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2021

Von Abschied und Neubeginn

Für Glück ist es nie zu spät
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Johanna, Anfang 50 und gerade verwitwet, zieht nach der Beerdigung ihres Mannes eine ernüchternde Bilanz ihres bisherigen Lebens: Was ist bloß aus ihren Plänen, Träumen und Zielen geworden? Nichts, denn ...

Johanna, Anfang 50 und gerade verwitwet, zieht nach der Beerdigung ihres Mannes eine ernüchternde Bilanz ihres bisherigen Lebens: Was ist bloß aus ihren Plänen, Träumen und Zielen geworden? Nichts, denn neben dem einnehmenden Wesen des Gatten war kein Platz dafür. Alles verpufft in einer letztlich unglücklichen Ehe.

Ihre ehemals beste Freundin, die sie auch aus den Augen verloren hat, erinnert sie in einer sehr persönlichen Trauerkarte daran, dass sie früher ihrem Tagebuch alles anvertraut hat und schickt gleich eine Blankokladde mit. Und Johanna beginnt, sich alles von der Seele zu schreiben, ihre Trauer um die verlorenen Jahre in Worte zu fassen und ihr Leben komplett zu entrümpeln.

Der Schreibstil ist eingängig und die Kapitel lassen sich flüssig lesen. Johanna ist eine sympathische Protagonistin, in die ich mich leicht hineinversetzen konnte, wahrscheinlich auch, weil uns nur einige Jahre trennen. Es hat Spaß gemacht, mit Johanna auszumisten, in der Vergangenheit zu schwelgen und dann im Hier und Jetzt anzukommen, sich wieder anzunähern und zu versöhnen sowie neue Wege zu beschreiten. Und wie der Titel schon sagt: "Für Glück ist es nie zu spät" und für eine Spätsommerliebe erst recht nicht.

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Veröffentlicht am 10.09.2021

Mut zu Neuanfängen

Sternflüstern
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Von der Autorin Patricia Koelle, die hinter dem Pseudonym steckt, habe ich schon etliche Bücher gelesen und alle haben mir sehr gut gefallen. Von daher war ich umso gespannter, was sich hinter dem Pseudonym ...

Von der Autorin Patricia Koelle, die hinter dem Pseudonym steckt, habe ich schon etliche Bücher gelesen und alle haben mir sehr gut gefallen. Von daher war ich umso gespannter, was sich hinter dem Pseudonym verbirgt.

Ein teils sehr poetischer Schreibstil lädt zum Mitträumen ein in dieser Geschichte, die von Trauer, Freundschaften und Neubeginn erzählt. Drei Frauen verbindet eine Gemeinsamkeit und über das gemeinsame Abschied nehmen von einem für sie wichtigen Menschen schmieden sie Pläne für eine gemeinsame Zukunft. Mit Irith hatte ich im ersten Drittel des Buches so meine Probleme. Ihre niedergeschriebenen Gedankengänge waren mir zu chaotisch und unstrukturiert, so dass ich mehrfach eine Lesepause eingelegt habe.

Wunderschön beschrieben waren wieder die vielen Momente in der Natur, sei es bei Lunis im Wald oder im Garten des Fuchshauses. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht zum Mitträumen abholen können.

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Veröffentlicht am 07.09.2021

Die unerwartete Wirkung eines kleinen Notizbuchs

Montags bei Monica
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Es ist schon erstaunlich, welche Wirkung ein unscheinbares kleines Notizbuch mit dem Titel „Projekt Aufrichtigkeit“ haben kann. Monica findet es in ihrem Cafe´, und die darin niedergeschriebenen Gedanken ...

Es ist schon erstaunlich, welche Wirkung ein unscheinbares kleines Notizbuch mit dem Titel „Projekt Aufrichtigkeit“ haben kann. Monica findet es in ihrem Cafe´, und die darin niedergeschriebenen Gedanken und Gefühle von Julian berühren sie so, dass sie ihn finden und ihm helfen will. Und sie schickt das Büchlein mit ihrer eigenen Geschichte weiter auf die Reise.
Insgesamt sind es 6 Personen, die am Projekt Aufrichtigkeit teilnehmen, und sich letzten Endes alle im Monicas Cafe´wieder treffen und sich kennen lernen. Die Charaktere sind zum Teil unterschiedlich wie Tag und Nacht und alle irgendwie frustriert vom Leben. Aber sie sind bemüht, am Leben der anderen teilzuhaben, es zum Guten zu verändern und achtsamer miteinander umzugehen.
Jedes Kapitel ist einer Person gewidmet und so lernt man nach und nach alle Protagonisten besser kennen, wobei der ständige Wechsel keineswegs verwirrend ist. Dadurch blieb die Handlung die ganze Zeit über interessant und es kam keine Langeweile auf. Der Schreibstil ist sehr eingängig und das Buch lässt sich flüssig lesen, genau das Richtige zum Entspannen.
Die Geschichte berührt, macht nachdenklich, bringt einen zum Lächeln und ruft vielleicht auch ein Tränchen hervor. Ein herzerwärmender Wohlfühlroman wie eine liebevolle Umarmung, den ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 04.09.2021

Wieviel Schmerz erträgt die Liebe?

Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe
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In Ulrike Renks neuer Familiensaga - "Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe" dreht sich in Band 1 alles um die Älteste von 4 Geschwistern der jüdischen Familie Oppenheimer im Zeitraum 1878 -1899.
Paula ...

In Ulrike Renks neuer Familiensaga - "Eine Familie in Berlin - Paulas Liebe" dreht sich in Band 1 alles um die Älteste von 4 Geschwistern der jüdischen Familie Oppenheimer im Zeitraum 1878 -1899.
Paula wächst in einem offenen jüdischen Elternhaus auf und wird nach ihrem Schulabschluss von ihrer verwitweten und gut situierten Tante Auguste zur Gesellschafterin ausgebildet. Diese ermöglicht ihr auch den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen und literarischen Salons und eröffnet Paula so den Zugang zu einer ganz anderen Welt.

Durch ihren Bruder Franz lernt sie den jungen Dichter Richard Dehmel kennen, verliebt sich in ihn und heiratet ihn trotz aller familiären Widerstände. Die Liebe kann alles, die Liebe trägt alles, aber hört die Liebe wirklich niemals auf?

Ulrike Renk versteht es wieder einmal durch ihren bildhaften Schreibstil den Figuren Leben einzuhauchen und hat mich dabei in das Berlin vergangener Zeiten mitgenommen. Auch wenn Paulas Geschichte zunächst eher unaufgeregt dahinplätschert war es schön, sie bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Die Schilderung ihrer Liebe zu Richard Dehmel hat bei mir dann noch für genug Aufregung gesorgt und der „Mein Duling, du..“-Schriftwechsel war zwar mitunter schwer zu lesen, aber für den einen oder anderen Lacher gut. Es waren eben andere Zeiten.

Die Familiensaga basiert auf einer realen Familiengeschichte bzw. um Frauen einer besonderen Familie. Die Kombination aus wahren Begebenheiten und fiktiven Teilen ist wieder wunderbar gelungen und ergebt diesen interessanten Einblick in das Leben von Paula Dehmel.

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Veröffentlicht am 29.08.2021

Unterhaltsame "Zwischendurch-Lektüre"

Bis ans Ende aller Fragen
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Es ist schon einige Zeit her, seitdem ich den letzten Roman dieses Autorinnenduos gelesen habe und daher war ich umso gespannter darauf.

Im Mittelpunkt steht Maxi, eine Ü40 Singlefrau, deren Teenagerträume ...

Es ist schon einige Zeit her, seitdem ich den letzten Roman dieses Autorinnenduos gelesen habe und daher war ich umso gespannter darauf.

Im Mittelpunkt steht Maxi, eine Ü40 Singlefrau, deren Teenagerträume sich als Schäume entpuppt haben: kein Traumberuf, kein Traummann, keine glückliche kleine Traumfamilie in Sicht, dafür steigt der Frustpegel täglich. Was also dagegen tun? Ihre Nicht hat eine (meiner Meinung nach ziemlich geschmacklose) Idee - Witwer mit Kindern findet man am besten in einer Trauergruppe. Und damit nimmt das Chaos seinen Lauf.

Die Geschichte kommt leicht und humorvoll daher und lässt sich gut lesen. Maxi ist nicht unsympathisch, kommt mir für ihr Alter aber doch mitunter recht unreif vor und manovriert sich in teilweise unmögliche Situationen, aus denen sie kaum noch einen Ausweg findet.

Gut gefallen haben wir auch die immer wieder eingefügten Tagebuchein-tragungen des Teenagers Maxi.

Ein unterhaltsamer Roman für zwischendurch, den man nicht zu ernst nehmen darf.

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