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Veröffentlicht am 07.08.2025

Wie da Calafati auf'm Prater Ringelspü', steh' i do und i waß net, wie ma gschiecht...

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Wien Ende des 19. Jahrhunderts: Der vierte Fall von Leopold von Hertzfeld führt in den Prater, in die Welt der Zauberei und Magie. Seit dem letzten Band der Totengräber-Reihe sind einige Monate vergangen, ...

Wien Ende des 19. Jahrhunderts: Der vierte Fall von Leopold von Hertzfeld führt in den Prater, in die Welt der Zauberei und Magie. Seit dem letzten Band der Totengräber-Reihe sind einige Monate vergangen, und während dieser Zeit gab es einige Änderungen, wie wir gleich zu Beginn des Romans erfahren. So zum Beispiel ist Julia Wolf nicht mehr für die Polizei tätig sondern arbeitet inzwischen als Zeitungsreporterin. Auch hat sie sich von Leopold getrennt. Ihre Beweggründe kann man gut nachvollziehen, und doch hadert sie selbst mit ihrer Entscheidung, denn Leo geht ihr nicht aus dem Kopf.
Als sie mit ihrem neuen Verehrer eine Zaubervorstellung besucht, wird sie Zeugin eines tragischen Unglücks, denn der Zaubertrick von der zersägten Jungfrau geht schief, und die junge Assistentin des Zauberers kommt dabei ums Leben. Was auf den ersten Blick wie ein Unfall wirkt, stellt sich schnell als Mord heraus. Es bleibt nicht bei diesem einen Todesfall, denn Julia findet heraus, dass mehrere junge Frauen im Umkreis des Praters spurlos verschwunden sind. Während Julia für einen Zeitungsbericht über die Sache recherchiert, trifft sie auch Leo wieder, denn dieser ist mit den Ermittlungen betraut. Schnell wird klar, dass einer allein den Fall nicht lösen kann. Leo steckt in einer Sackgasse, während ihm Julia wertvolle Informationen liefern kann. Und doch gestalten sich die Todes- und Vermisstenfälle immer verworrener und rätselhafter, und die beiden ziehen sehr bald ihren alten Freund, den Totengräber Augustin Rothmayer hinzu, denn der hat Kontakte zu diversen Personen im Prater. Aber er hat noch andere Probleme, hauptsächlich mit seiner Adoptivtochter Marie. Das Mädchen ist gerade im pubertären, rebellischen Alter und treibt sich gerne mit Jungs beim Fußballspielen herum.

Die Geschichte beginnt mit vielen einzelnen Handlungsfäden, die jedoch sehr schnell zusammenfinden und einen dicken, anfangs noch recht undurchsichtigen Strang bilden. Zwar wendet Leo schon die neuesten Erkenntnisse bei der Spurensuche am Tatort an, so nutzt er beispielsweise die Daktyloskopie (das Verfahren zur Identifizierung durch Fingerabdrücke), was die meisten seiner Kollegen eher skeptisch beäugen.
Und doch tritt er auf der Stelle. Erst nach und nach verbinden sich die losen Fäden zu einem logischen Ganzen. Bis dahin erleben die Protagonisten aber viel Schreckliches und geraten in ernste Gefahr. Auch muss Leo feststellen, dass anscheinend jemand aus den Reihen der Kollegen seine Arbeit sabotiert.

Wie man es von Oliver Pötzsch kennt, erzählt er mitreißend und sehr autenthisch. Seine Romane haben viel Lokal- und Zeitkolorit, so auch dieser neue Fall. Man fühlt sich direkt ins alte Wien versetzt. Die Protagonisten sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen, und ich habe mich sehr gefreut, an ihrer Seite in die kriminalistische Welt Wiens abzutauchen. Auch eine gute Portion schwarzer Humor ist dabei, und vor allem bei einem Versuch von Augustin mit einer besonderen Fliege musste ich herzhaft lachen.
Dieser historische Krimi hat alles was man sich von guter Lektüre wünscht; er ist fesselnd, geheimnisvoll, ein wenig gruselig, aber es ist auch eine Portion Romantik dabei. Außerdem konnte ich einiges lernen, denn der Autor hat eine Liste österreichischer Begriffe mit Erklärung zusammengestellt. Vieles kann ich zwar aus dem Bayerischen ableiten, aber bei Bezeichnungen wie "Pompfüneberer" musste ich passen, weiß aber inzwischen, dass es sich dabei um Bestattungsunternehmer handelt.
Am Ende des Buches klärt sich zwar der Fall, aber die Geschichte von Leo und Julia, von Augustin und Marie geht weiter, und darauf sowie auf weitere spannende Fälle freue ich mich schon sehr.
Noch bemerken möchte ich, dass ich, da der Calafati im Roman eine wichtige Rolle einnimmt, während des Lesens einen Ohrwurm hatte. Mir ging nämlich ständig das Lied von Peter Cornelius im Kopf herum, vor allem weil der Refrain zu diesem Song vorne im Buch abgedruckt ist. So hat man beim Lesen automatisch eine "musikalische Abrundung".

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Frauenschicksal im dreißigjährigen Krieg

Das Pestkind
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Rosenheim 1648. Marianne Leitner hat in ihrer Kindheit als einzige ihrer Familie die damalige Pestepidemie überlebt. Seitdem lebt sie bei ihrer Ziehmutter Hedwig Thaler. Diese führt die Brauerei ihres ...

Rosenheim 1648. Marianne Leitner hat in ihrer Kindheit als einzige ihrer Familie die damalige Pestepidemie überlebt. Seitdem lebt sie bei ihrer Ziehmutter Hedwig Thaler. Diese führt die Brauerei ihres verstorbenen Mannes weiter, und Marianne ist eine billige Arbeitskraft. Sie bekommt von der Witwe kein gutes Wort, sondern wird sehr ungerecht und lieblos behandelt. Aber selbst Hedwig Thalers leiblicher Sohn hat es nicht besser. Anderl ist nicht wie seine Altersgenossen. Die Rosenheimer halten ihn für verrückt, nur seine Stiefschwester Marianne versteht ihn. Ihr geht es ähnlich, denn die Menschen meiden das Mädchen. Dass sie die Pest überlebt hat, halten sie für Teufelswerk. Als eines Tages Hedwig Thaler auf ihrem Hof erschlagen wird, fällt der Verdacht auf Anderl. Aber Marianne hat einen starken Verdacht, wer sie umgebracht hat, allerdings fehlen ihr die Beweise.
Anderl sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Verurteilung. Marianne gibt ihm bei einem Besuch das Versprechen, dass sie wiederkommt und alles gut wird.
Als die Schweden vor Rosenheim stehen und die Gefahr groß ist, dass sie die Stadt einnehmen und plündern, handelt Pater Franz, der Abt des nahen Klosters, einen Schutzbrief mit dem schwedischen General Wrangel aus. Marianne muss die Stadt verlassen und gerät ins schwedische Lager. Ihr Versprechen kann sie nicht einlösen und bittet Pater Franz, sich um Anderl zu kümmern. Wie es Marianne weiterhin ergeht, möchte ich hier gar nicht näher ausführen. Ihre Zukunft ist auf jeden Fall sehr abenteuerlich. Irgendwie scheint sie allen Menschen, die ihr irgendwie nahe stehen, Unglück zu bringen.
Die Autorin hat die letzte Phase des dreißigjährigen Krieges sehr lebendig und anschaulich dargestellt. Man erlebt das Elend der Menschen mit, ganze Dörfer werden mitleidlos zerstört und geplündert, die Menschen geschändet und umgebracht. Marianne gerät auf eine Odyssee, ständig schwankend zwischen Hoffnung und Mutlosigkeit. Sie lernt die große Liebe kennen und verliert sie wieder. Auch andere Menschen, die ihr nahe stehen, werden ihr wieder genommen. Ständig macht sie sich Gedanken um Anderl und setzt alles daran, zurück nach Rosenheim zu kommen, in der Hoffnung, dem Jungen helfen zu können.
Man lernt zahlreiche Charaktere kennen, und wie die Autorin im Nachwort erklärt, sind einige davon historisch belegt. Vieles was im Roman geschieht, hat auch wirklich stattgefunden, beispielsweise die Verhandlungen zwischen Pater Franz und General Wrangel. Auch das Pestkind hat es wirklich gegeben, wenn auch nicht überliefert ist, wie das Mädchen wirklich hieß. Der Bezug im Roman zu realen historischen Ereignissen hat mir sehr gefallen.
Die Kirche kommt in vielen historischen Romanen eher schlecht weg. Hier hat man es aber einmal mit redlichen, gütigen und sehr sympathischen Ordensmännern zu tun, die das Herz auf dem rechten Fleck tragen. Auch diese Darstellung fand ich sehr schön.
Was Marianne angeht, so ist sie eine sehr liebenswerte Protagonistin, die aber manchmal recht unüberlegt handelt bzw. erst zu spät nachdenkt. Auch hat sie die Verluste, die quasi ihren Weg pflastern, immer recht schnell weggesteckt. Die Katastrophen in ihrer Gegenwart häufen sich sehr, was mir dann doch des Guten etwas zu viel war und nicht so ganz glaubwürdig auf mich wirkte. Auch wurde mir der Zufall zu häufig bemüht.
Der Roman liest sich flüssig, denn die Autorin schreibt kurzweilig und sehr lebendig. Allerdings gab es im Mittelteil doch ein paar Längen, die meines Erachtens nicht hätten sein müssen.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Montmartre - Vom Armenquartier zum Künstlerviertel

Montmartre - Licht und Schatten
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Paris im 19. Jahrhundert: Man begleitet im Roman zwei junge Frauen von der Kindheit ins Erwachsenenalter. Elise Lambert und Valérie Dumas erblicken am gleichen Tag das Licht der Welt. Jedoch leben sie ...

Paris im 19. Jahrhundert: Man begleitet im Roman zwei junge Frauen von der Kindheit ins Erwachsenenalter. Elise Lambert und Valérie Dumas erblicken am gleichen Tag das Licht der Welt. Jedoch leben sie in ganz unterschiedlichen Verhältnissen. Während Elise, als Tochter einer einfachen Wäscherin, im Armenviertel auf dem Hügel von Montmartre aufwächst, hat Valérie, die Tochter eines betuchten Pariser Kunsthändlers, eine behütete Kindheit und Jugend. Was beiden gemeinsam ist, sind ihre Träume nach einen besseren, selbstbestimmten Leben und ihr unerschütterlicher Wille, sich durchzusetzen. Valéries große Leidenschaft ist die Malerei, und sie darf, nach langem Ringen, als einzige Frau an der Kunstakademie studieren. Mitstudenten sind unter anderem Henri Toulouse Lautrec und Vincent van Gogh. An der Akademie lernt sie auch Pascal Didier kennen, ihre große Liebe. (Für ihn und seine Werke stand der reale Maler Émile Bernard Pate).

Elise findet schon früh Gefallen am Tanzen, woran ihre Kindheitsfreundin Louise Weber nicht unschuldig ist. Durch Louise lernt sie den Pariser Modetanz CanCan kennen und lieben, und sehr bald wächst in ihr der Wunsch, selbst Tänzerin zu werden. Elises Verlobter André Renard sieht die Auftritte seiner Geliebten mit gemischten Gefühlen, aber letztendlich ist das junge Paar auf das Geld angewiesen, denn André muss die Schulden seines verstorbenen Onkels abzahlen. Eine Hochzeit rückt für die beiden in weite Ferne.

Marie Lacrosse hat Paris Montmartre, die Welt der beiden fiktiven Protagonistinnen, sehr lebendig und farbenprächtig wiedergegeben. Man begegnet ungeheuer vielen Künstlern der damaligen Zeit, die sich alle in Montmartre aufhalten oder dort leben. Man erfährt sehr viel über die damalige Kulturszene, lernt Maler kennen, die damals noch unbedeutend waren und inzwischen weltberühmt sind. Die Kunstwerke, die im Roman erwähnt werden, hat die Autorin alle im Anhang zusammengestellt, jeweils mit Jahr der Entstehung. Auch wird erwähnt, wo man sie heute noch bewundern kann. Hier werden auch die verschiedenen Stilrichtungen der Malerei zur damaligen Zeit erklärt.

Mit Elise taucht man in die Welt des CanCan ein. Obwohl sie häufig Diskrepanzen mit Louise hat, die sich inzwischen La Goulue nennt, sind die beiden doch durch ihren Beruf verbunden und haben gemeinsame Auftritte. Die Dritte im Bunde ist Lucienne Beuze, später genannt Grille d’Egout.

Es ist gut, dass es im Anhang auch eine ausführliche Personenliste gibt. Hier kann man nachlesen, welche Charaktere fiktiv sind und bei welchen es sich um historische Persönlichkeiten handelt. Die Autorin greift zahlreiche Themen auf, die damals von Belang waren, so unter anderem auch die Prostitution in Paris und die Stadtentwicklung. Weitere Themen sind der Bau des Panamakanals, der eine Rolle bei Valéries weiterem Schicksal spielt. Wir besuchen die Weltausstellung 1889 und begegnen Gustave Eiffel, dem Erbauer des Eiffelturms. Auch Menschen wie die Anarchistin Louise Michel, der französische General und Aufrührer Boulanger, das Modehaus Worth und der Romancier Emile Zola finden Erwähnung.

Das Buch hat über 600 Seiten, und ich muss gestehen, dass ich lange dafür gebraucht habe, denn ich war ständig dabei, Gemälde, Künstler oder andere Personen, von denen im Roman die Rede war, nachzuschlagen. Das hat zwar den Lesefluss etwas gebremst aber meinen Wissensdurst gestillt und mir viele neue Erkenntnisse gebracht. Es ist der Autorin sehr gut gelungen, die damalige Zeit authentisch darzustellen und die Lücken zwischen den historischen Informationen mit einer fesselnden fiktiven Geschichte zu füllen. Es ist der erste Teil einer Dilogie, und die Fortsetzung erscheint heuer im November, worauf ich schon sehr gespannt bin.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Dystopischer Jugendroman, der mich nicht so ganz überzeugen konnte.

The Last Bookstore on Earth
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Nach einem verheerenden Sturm und vernichtendem Regen hat sich die 17-jährige Liz in der Buchhandlung niedergelassen, wo sie vor der Katastrophe gearbeitet hat. Sie ist allein, und mit den wenigen Menschen, ...

Nach einem verheerenden Sturm und vernichtendem Regen hat sich die 17-jährige Liz in der Buchhandlung niedergelassen, wo sie vor der Katastrophe gearbeitet hat. Sie ist allein, und mit den wenigen Menschen, die vorbei kommen, betreibt sie einen Tauschhandel, um an nützliche und unverzichtbare Dinge zu kommen. Bei ihr können die Durchreisenden Nachrichten für Angehörige oder Freunde hinterlassen, in der Hoffnung, dass diese ihre Empfänger finden. Das Haus, in dem sich die alte Buchhandlung befindet, ist zum Teil schwer beschädigt und vieles zerstört.
Eines Tages kommt eine Fremde vorbei. Liz vermutet, sie wolle einbrechen und stellt sie zur Rede. Maeve ist energisch und tatkräftig. Anfangs führen die beiden jungen Frauen heftige Diskussionen, aber letztendlich bleibt Maeve und setzt ihre Fähigkeiten ein, um die Buchhandlung weiterhin bewohnbar zu machen. Aber bald erfahren die beiden, dass es einen neuen, gefährlichen Sturm geben soll, und es taucht eine Gruppe von Fremden auf, die Liz und Maeve ihr Domizil streitig machen wollen.
Bei diesem Buch hat mich das Cover total angesprochen, denn darauf ist das alte Haus mit der Buchhandlung zu sehen. Das Cover der deutschen Ausgabe gefällt mir um einiges besser als beim englischen Original. Was mir in letzter Zeit häufig auffällt, ist, dass deutsche Romane englische Titel tragen. Der Grund dafür erschließt sich mir nicht wirklich. Vermutlich soll das modern wirken? Aber das sind im Grunde genommen Oberflächlichkeiten, die man mag oder eben auch nicht.
Wichtig ist ja die Handlung. Es handelt sich bei der Geschichte um einen dystopischen, queeren Liebesroman, und das Buch wendet sich an junge Erwachsene bzw. Jugendliche ab 14 Jahren. Es ist der Debütroman der 19-jährigen Autorin, und ich finde, sie hat sich da einen guten Plot überlegt. Liz, die Ich-Erzählerin handelt oft impulsiv und nicht unbedingt vernünftig. Sie tut Dinge, über die man nur den Kopf schütteln kann. Aber es war für mich auch schwierig, mich in ihre Lage zu versetzen, denn sie hat einiges durchgemacht und Schlimmes erlebt. Hier wundert es mich, dass sie die traumatischen Erlebnisse so "wegsteckt". Aber vielleicht ist da auch ein großer Teil Verdrängung im Spiel, denn auch mit Maeve, der sie im Lauf der Zeit näher kommt, kann sie lange nicht über das Vergangene sprechen.
Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden in eine Zeit, als Liz noch bei ihrer Familie lebte. Hier taten sich schon sehr bald Krisen auf, denn Liz's Mutter ist der Typ Mensch, der am liebsten den Kopf in den Sand steckt, um die Probleme nicht zu sehen. Der Vater hat eine konkrete Vorstellung, wie man verfahren sollte, aber er zögert, denn eine Entscheidung würde zum Bruch der Familie führen.
An der Lebenssituation in der Buchhandlung war mir einiges nicht so recht klar, denn anscheinend gab es kein Wasser, und auch die Elektrizität ist ausgefallen. Es wird auch nicht so ganz klar, ob die Katastrophe auf die Region beschränkt war, in der sich die Handlung abspielt oder ob sie weltweit war. Der angekündigte zweite Sturm würde noch mehr Unheil anrichten, was kaum vorstellbar ist, denn die Stadt ist vorher schon kaum bewohnbar. Aber Liz will bleiben. Die Handlung entwickelt sich spannend aber an manchen Punkten nicht so ganz glaubwürdig. Vor allem das Ende hat mich dann doch etwas irritiert, denn da gibt es nochmal eine gewaltige Veränderung - einfach so?
Obwohl vieles im Dunkeln blieb, habe ich das Buch gerne und mit Faszination gelesen und kann es vor allem jüngeren Menschen wirklich empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Faszinierdende Adaption zu "David Copperfield"

Demon Copperhead
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"David Copperfield" habe ich vor vielen Jahren gelesen, und als ich nun das Hörbuch von "Demon Copperhead" gehört habe, sind mir tatsächlich viele Parallelen aufgefallen. Demon Copperhead hat eine richtig ...

"David Copperfield" habe ich vor vielen Jahren gelesen, und als ich nun das Hörbuch von "Demon Copperhead" gehört habe, sind mir tatsächlich viele Parallelen aufgefallen. Demon Copperhead hat eine richtig miese Kindheit, der Vater verstorben, die Mutter auf Entzug. Seine Nachbarn und Freunde geben ihm Halt, aber auch die Beziehung zu ihnen wird gestrichen, als Demon einen Stiefvater bekommt. Die Zukunft sieht für den Jungen alles andere als rosig aus. Er bekommt die ganze Ungerechtigkeit der Welt zu spüren, muss herbe Verluste verkraften und ist im Grunde genommen auf sich allein gestellt. Fabian Busch spricht das Hörbuch sehr gefühlvoll und authentisch. Er verleiht dem Ich-Erzähler Demon Copperhead seine Lebendigkeit. Trotz all dem Mist, den der Junge erlebt, verliert er nicht seinen unerschütterlichen Optimismus und seinen trockenen, manchmal auch makabren Humor. Das Buch hat 864 Seiten und kommt somit fast an sein klassisches Vorbild heran. Das Hörbuch ist zwar gekürzt, aber man braucht trotzdem fast einen ganzen Tag (über 20 Stunden), es zu hören.Während dieser ganzen Zeit habe ich mit dem Protagonisten mitgebangt, mitgelitten und mitgehofft. Auch wenn ich manche Szenen als etwas langgezogen empfand, so hat mich die Geschichte doch von Anfang bis Ende gefesselt und berührt. Der Sprecher des Hörbuchs hat die Story so gut umgesetzt, wie man es sich nur wünschen kann.

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