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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2017

Toller Thriller zu einem aktuellen Thema

Der Präsident
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Amerika hat nicht den Präsidenten bekommen, den es haben wollte. So sehen es zumindest einige seiner Mitarbeiter in diesem Roman.
Doch das Volk hat ihn gewählt, und nun müssen sie sich mit einem egozentrischen ...

Amerika hat nicht den Präsidenten bekommen, den es haben wollte. So sehen es zumindest einige seiner Mitarbeiter in diesem Roman.
Doch das Volk hat ihn gewählt, und nun müssen sie sich mit einem egozentrischen und machtbesessenen Staatsoberhaupt herumschlagen, der durch seine unüberlegten Entscheidungen den ganzen Weltfrieden in Gefahr bringt. Kein Wunder also, dass hinter den Kulissen Intrigen geschmiedet werden, um den Präsidenten für unzurechnungsfähig zu erklären. Doch der Plan hinterlässt Spuren, denen die eifrige Maggie Costello beharrlich folgt. Sie deckt Verschwörungen, Morde und schließlich einen Attentatsversuch auf den Präsidenten auf. Als sie der Wahrheit immer näher kommt, und die wahren Drahtzieher entlarvt, gerät auch ihr eigenes Leben in Gefahr.

Mir hat dieser Polithriller von Sam Bourne sehr gut gefallen. Gleich zu Beginn nimmt er Fahrt auf, als der Präsident versucht, einen Bombenangriff auf Nordkorea zu befehlen. Sehr schnell bekommt man ein Bild vom gefährlichen Charakter des Staatsoberhauptes. Der Roman wirft die Frage auf, wie weit man in einer solchen Situation gehen darf? Welche Möglichkeiten bleiben, um einen Machtmissbrauch zu verhindern? Darf man bis zum Äußersten gehen und zum Wohle der ganzen Welt einen einzelnen Menschen töten?

Der Thriller ist spannend geschrieben und lebt von seinen interessanten Charakteren. Bis zum Attentat hat er mich durchweg gefesselt und nachdenklich gemacht. Das Ende jedoch konnte mich nicht gänzlich überzeugen. Es wirkte schließlich doch etwas konstruiert und unglaubwürdig. Trotzdem war es für mich ein insgesamt überzeugender Thriller, mit einer aktuellen Thematik, der sehr lesenwert ist.

Veröffentlicht am 23.03.2019

Sklaverei unter Magiern

Witchmark
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Die Spur der Toten ist der erste Teil der Fantasyreihe von C. L. Polk. Es geht um einen Psychiatrie-Arzt, der kranke Soldaten untersucht, die aus dem Krieg zurück gekommen sind. Als ein Mord geschieht, ...

Die Spur der Toten ist der erste Teil der Fantasyreihe von C. L. Polk. Es geht um einen Psychiatrie-Arzt, der kranke Soldaten untersucht, die aus dem Krieg zurück gekommen sind. Als ein Mord geschieht, verpflichtet er sich dem Sterbenden gegenüber, das Verbrechen aufzuklären. Dabei entdeckt er ein Netzwerk politischer Intrigen, die auch sein persönliches Leben betreffen. 

Zunächst einmal bin ich total begeistert von der Aufmachung des Buches: Das Cover ist ein echter Blickfang und der Schriftzug leuchtet sogar im Dunkeln. Großartig! Auch die Leseprobe konnte mich total überzeugen. Der Schreibstil von C. L. Polk hat mir sehr gefallen und ich hatte schnell hohe Erwartungen an das Buch. Es klang geheimnisvoll, mysteriös und gruselig. 

Ich muss aber gestehen, dass ich nicht leicht in die Geschichte reingekommen bin und sie mich zwischenzeitlich etwas verloren hat. Mir waren besonders in der ersten Hälfte des Romans die Unterschiede zwischen Magiern, Sturmsängern, Sekundären und Hexern sowie Adamanthinen nicht ganz klar. Hier hätte ich persönlich noch etwas mehr Erklärungen gebraucht, um mich in diese Welt hineinzufühlen. Später wurde es etwas besser, aber so ganz klar ist es mir bis zum Schluss nicht geworden. Ich bin manchmal über Kleinigkeiten gestolpert, z. B. dass die Bezeichnung "Hexe" auch eine männliche magisch begabte Person beschreiben kann. An anderer Stelle hieß es dann aber wieder "Hexer", so dass ich ab und zu verwirrt war, welches Geschlecht nun gemeint ist. 

Aber das waren nur Kleinigkeiten, denn ab ca. der Hälfte des Buches wurde ich dann doch vom Geschehen mitgerissen. Es wurde richtig spannend und bei der Hauptfigur platzt endlich der Knoten. Zu Beginn kam Miles mir teilweise etwas zu passiv rüber, was aber wohl aus der Angst resultierte, als Magier entlarvt zu werden. Schließlich kann er aber aus sich herausgehen und ab da gefällt er mir viel besser. Die Liebesbeziehung zwischen ihm und seinem Freund hat mich ab und zu gestört, weil sie mich aus dem Spannungsbogen herausgerissen hat. Man hätte auch gut darauf verzichten können, aber es spiegelt natürlich auch einen Teil von der Persönlichkeit des Protagonisten wider. Für den Fall an sich ist es nicht wichtig. 

Insgesamt hat mich das Buch nach anfänglichen Problemen doch noch überzeugen können. Das Setting in der Psychiatrie ist außergewöhnlich, hätte aber ruhig noch etwas gruseliger sein dürfen. Ich mochte es sehr, wenn Miles sich um seine Patienten gekümmert und seine Forschungen vorangetrieben hat. Im Vordergrund des Romans steht ohnehin weniger der Mordfall, den es aufzuklären gilt, als das persönliche Schicksal von Miles im Zusammenhang mit der politischen und ethischen Situation des Landes. Da mir der Schreibstil so gefallen hat, bin ich schon gespannt auf den zweiten Teil und wie es mit Miles weitergeht. 

Diesmal kann ich euch wirklich die Leseprobe ans Herz legen. Wenn euch der Auftakt und der Schreibstil gefallen, dann werdet ihr an diesem Roman viel Spaß haben. 

Veröffentlicht am 21.03.2019

Spurensuche in Hongkong

Tödliches Spiel in Hongkong
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Endlich ist er da, der sechste Fall von Daisy Wells und Hazel Wong. Diesmal wächst Hazel über sich hinaus, denn es geht in ihre Heimat nach China, wo ihr Opa verstorben ist. Doch dort angekommen wartet ...

Endlich ist er da, der sechste Fall von Daisy Wells und Hazel Wong. Diesmal wächst Hazel über sich hinaus, denn es geht in ihre Heimat nach China, wo ihr Opa verstorben ist. Doch dort angekommen wartet nicht nur eine Überraschung auf das Detektivduo.
Normalerweise kennen wir Hazel als die ruhigere und zurückhaltendere der beiden Freundinnen. In China hat sie Daisy allerdings einiges voraus, denn sie kennt die Kultur und die Sprache, während Daisy sich erst an die neuen Gepflogenheiten gewöhnen muss. Das Setting ist exotisch und genau so, wie ich es von einer Reise nach China erwartet hatte. Anhand der praktischen Karten im Buch hatte ich schnell einen Eindruck davon, wie riesig das Anwesen der Wongs ist. Neben Hazels Familie wohnen dort auch viele Angestellte, die alle ihre eigenen Geheimnisse haben. Zu den Intrigen innerhalb der Familie gesellen sich auch die Bande der Triaden, dubiose Wettgeschäfte und eine Detektivkonkurrenz aus dem feindlichen Lager.
Hazel und Daisy bekommen jede Menge zu tun, geben aber nie auf. Besonders beeindruckt hat mich neben Hazels Verwandlung auch die andere Seite von Daisy, die sich diesmal tatsächlich zurück nimmt und Hazel das Kommando überlässt. Sie handelt dadurch sehr weise und ist eine großartige Unterstützung für Hazel. Diese wird nicht müde, immer wieder zu betonen, dass Daisy die Sitten in China nicht nachvollziehen kann, was mich irgendwann wirklich genervt hat. Denn Daisy gibt sich große Mühe, die Kultur und die Menschen in Hazels Heimat zu verstehen. Da Hazel in diesem Fall jedoch unter großem Druck steht, kann ich es ihr verzeihen.
Aus dem Abenteuer in China ist wieder ein toller Krimi für Mädchen geworden. Die Auflösung konnte mich zwar diesmal nicht überraschen, aber ich fand es trotzdem spannend zu lesen. Ich sehe Daisy und Hazel immer gerne dabei zu, wie sie Beweise sammeln, die Motive herausarbeiten und das Puzzle Stück für Stück zusammen setzen.
Für mich wieder ein gelungener Wells & Wong Teil. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall!

Veröffentlicht am 05.03.2019

Rätselhafter Doppelmord

Gefährliche Zuflucht
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Das "Hannover House" bietet straffällig gewordenen Menschen einen Neustart ins Leben. Als eines Tages die beiden christlichen Leiter des Hauses ermordet aufgefunden werden, ist die Erschütterung im Ort ...

Das "Hannover House" bietet straffällig gewordenen Menschen einen Neustart ins Leben. Als eines Tages die beiden christlichen Leiter des Hauses ermordet aufgefunden werden, ist die Erschütterung im Ort Cape Refuge groß. Ist der Mörder noch unter ihnen? Zwar ist schnell ein Täter ausgemacht, doch zu ihm passt diese Gewalttat eher nicht. Und schon tauchen weitere Verdächtige auf, die Polizeichef Cade misstrauisch machen.

Zudem haben die Menschen im Ort jetzt Angst. Soll das Haus für die ehemaligen Kriminellen besser geschlossen werden? Was wird dann aus den Töchtern der Ermordeten? Es stellen sich viele Fragen und die Dinge ereignen sich Schlag auf Schlag. Immer wieder gibt es neue Wendungen, die die Spannung weiter aufbauen und das Tempo hoch halten. Mir gefiel sowohl der Haupthandlungsstrang als auch die Nebengeschichte über die Ausreißerin sehr gut, die eher zufällig in das Geschehen mithineingezogen wird.

Die Charaktere sind interessant gestaltet und ich habe niemandem den Mord zugetraut, hatte aber von Anfang an eine Idee. Auch wenn die Auflösung für mich dann nicht ganz überraschend kam, habe ich den spannenden Showdown zum Schluss genossen! Ich könnte mir dieses Buch wunderbar als Kinofilm vorstellen, weil es neben dem guten Thema auch viel Action hat.

Besonders gemocht habe ich auch die Dialoge über den Glauben. Blair hadert im Gegensatz zu ihrer Schwester sehr mit Gott: Warum lässt er das Böse in der Welt zu? Warum hat er ihre Eltern, die so viel für ihn getan haben, nicht beschützt? Das Buch setzt sich gekonnt mit diesen christlichen Fragestellungen auseinander, ohne aufgesetzt oder konstruiert zu klingen. Die Charaktere handeln authentisch und nachvollziehbar, so dass ich mich gut in die Situation hineinversetzen konnte.

Terri Blackstock ist mit "Gefährliche Zuflucht" ein großarttiger Auftakt zur Cape Refuge-Reihe gelungen. Es kombiniert Krimielemente mit Familiengeheimnissen und christlichen Inhalten, ist für Jugendliche sowie Erwachsene empfehlenswert und kann durchaus auch Leser ansprechen, die dem christlichen Glauben fern stehen. Für mich war es eine rundum gelungene Sache und hat mich sehr neugierig auf Band 2 gemacht.

Veröffentlicht am 02.03.2019

Ein Schatz für alle

Goldschatz
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Als Trixie von ihrer Tante ein altes Bauernhaus erbt, ist schnell klar: Hier soll eine Studenten-WG entstehen. Mit Feuereifer geht es zur Sache, und aus der Renovierung wird zunehmend eine Sanierung. So ...

Als Trixie von ihrer Tante ein altes Bauernhaus erbt, ist schnell klar: Hier soll eine Studenten-WG entstehen. Mit Feuereifer geht es zur Sache, und aus der Renovierung wird zunehmend eine Sanierung. So sind die fünf Freunde bald knapp bei Kasse und stöbern im Haus nach antiken Gegenständen für den Flohmarkt. Dabei machen sie einige überraschende Entdeckungen. 

Ingrid Noll hat hier wieder einen spannenden Roman geschaffen, der mich von Beginn an fesseln konnte. Sie hat eine wunderbare Erzählstimme, die einen nur so durch die Seiten fliegen lässt. Die Idee mit dem alten Bauernhaus, das so einige Geheimnisse verbirgt, hat sie sehr gut in Szene gesetzt. Ich hätte selbst gerne hier im Keller oder auf dem Dachboden gestöbert. 

Interessant war auch die Zusammensetzung der WG. Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich, so dass Reibereien nicht lange auf sich warten lassen. Augenscheinlich ist alles in bester Ordnung und alle bringen sich in die WG ein, unter der Oberfläche brauen sich jedoch Geheimnisse und Abneigungen zusammen, die eine spannende Mischung ergeben. Nicht zu vergessen der schrullige alte Nachbar, der einen erheblichen Teil zum Chaos beiträgt. Seine Geschichte hat mich besonders fasziniert. Immer wieder sorgt dieser Nachbar für Verwirrung und Überraschungsmomente. 

Mich konnte die Geschichte durchweg begeistern, auch wenn ich zwischendurch mal gedacht habe, dass diese jungen Leute hier ein wenig zu locker mit der ganzen Situation umgehen. Sie sind teilweise wirklich abgeklärt und kaltherzig. 
Das Ende konnte mich ebenfalls nicht ganz glücklich machen. Ich würde jetzt irgendwie gerne wissen, wie es weiter geht. Ich habe das Buch so gerne durchgelesen, dass es ruhig noch ein paar Seiten mehr hätten sein dürfen. Alles hatte sich langsam und intensiv aufgebaut und dann war es mir zu plötzlich vorbei. 

Es fällt mir schwer, mich jetzt von dem Bauernhaus und seiner Geschichte zu trennen. Gerne würde ich noch ein bißchen weiter den Garten umgraben oder im Nachbarhaus durch die Kisten stöbern. Ich habe immer noch das Gefühl, dass dort noch weitere Geheimnisse verborgen liegen.
Auch Trixies Schicksal liegt mir am Herzen. Ich konnte zwar nicht jede ihrer Entscheidungen gutheißen, denn sie hat schon ein paar Fehler gemacht, aber sie handelte für mich immer nachvollziehbar und authentisch. Ich mochte sie trotz allem. 

Da ich nicht häufig diese Art von Romanen lese, war ich sehr neugierig auf das Buch und wurde nicht enttäuscht. Dies ist nicht nur für Fans von Ingrid Noll eine schöne Geschichte. Ich kann sie jedem Romanliebhaber empfehlen, der gerne auf Schatzjagd geht.