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Veröffentlicht am 03.12.2017

Die Puppe

Das Porzellanmädchen
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Inhalt:
Als sie 16 war, wurde Luna Moor entführt. Während ihrer tagelangen Gefangenschaft Zwang der Täter Luna - den sie aufgrund seiner Gasmaske "Das Insekt" nannte - sich wie eine Puppe zu kleiden ...

Inhalt:
Als sie 16 war, wurde Luna Moor entführt. Während ihrer tagelangen Gefangenschaft Zwang der Täter Luna - den sie aufgrund seiner Gasmaske "Das Insekt" nannte - sich wie eine Puppe zu kleiden und missbrauchte sie mehrfach. Ihr einziger Beistand in der schweren Zeit: eine Puppe mit zwei unterschiedlich blauen Augen. Nur knapp entkam sie schließlich dem Tod - der Täter aber wurde nie gefasst....
Heute ist Luna Moor eine gefeierte Thrillerautorin. In ihrem neuesten Buch will sie die damaligen Geschehnisse verarbeiten. Sie kehrt zurück in das Haus, in dem sie gefangen gehalten wurde - gemeinsam mit der unheimlichen Puppe. Doch schon bald passieren immer mehr unheimliche Sachen, die Situation gerät außer Kontrolle...

Meine Meinung:
Ich liebe die Nils-Trojan-Reihe von Max Bentow und war daher sehr gespannt, wie das Stand-Alone des Autors wohl sein würde.

Max Bentow schreibt wie immer sehr angenehm. Sehr bildhaft und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, was einige Szenen sehr brutal werden lässt. Aber es gibt auch ruhigere, weniger actionsreiche Szenen und trotzdem keine Längen. Ich persönliche kann stundenlang in seinen Büchern lesen und die Zeit vergessen.

Die Story an sich ist bis zur allerletzten Seite sehr spannend. Durch Zufall findet Luna die gruselige Puppe und daraufhin das Haus am Wald, in dem sie gefangen wurde, wieder. Sie mietet es an und schreibt vor Ort ihr neuestes Buch, nachts schläft sie im Anbau nebenan. Allein der Ort ist gruselig und beängstigend. Und sehr einsam. Doch die Puppe, die sich mit Luna zu unterhalten scheint, ist noch viel gruseliger! Hinzu kommt, dass der Täter von damals noch immer auf freiem Fuß ist und mehr oder weniger hinter jeder Ecke lauern könnte....

Die Handlung spielt in der Gegenwart. Einige Seiten sind jedoch wie ein Buch im Buch - der Leser liest, was Luna in ihrem neuesten Roman geschrieben hat. Das Geschriebene hat erschreckend viel Ähnlichkeit zu Lunas eigenem Leben...
Luna musste in ihrer Jugend schreckliches mitmachen! Die Entführung, der Missbrauch, und dann nach ihrer Rettung der anschließende Spießrutenlauf in der Schule, die ständigen Besuche bei Psychologen... Sie kann einem wirklich Leid tun! Und das alles nur wegen ihres puppenhaften Aussehen...
Trotzdem ist man als Leser im Laufe des Buches hin und her gerissen zwischen Sympathie und Argwohn.
Wie viel Ähnlichkeit hat Luna wirklich mit der Protagonistin ihres neuesten Buches? Geht sie bei der Suche nach ihrem damaligen Entführer über Leichen?

Absoluter Sympathieträger war hingegen Leon, der Sohn von Lunas bester Freundin, auf den Luna 2 Wochen aufpassen muss und den sie notgedrungen mit in das alte Haus am Waldrand nimmt, in dem sie damals gefangen genommen wurde. Er ist für sein Alter sehr Erwachsen und übernimmt die Beschützerrolle für Luna - die sie dringender benötigt als erwartet...

Besonders gefallen hat mir das Ende bzw die Auflösung. Es war überraschend, aber realistisch, und nochmal ein absoluter Spannungshöhepunkt!

Fazit:
Unglaublich spannend, fesselnd, beängstigend und verstörend! Einzig die vielen Seiten aus Lunas eigenem Buch hätte ich nicht unbedingt benötigt, hier wäre ein wenig weniger in meinem Augen mehr gewesen. Ich konnte das Buch dennoch gar nicht mehr aus der Hand legen und habe es in kürzester Zeit verschlungen, daher 5 Sterne!

Veröffentlicht am 21.11.2017

Thiebeck undercover

Puppenruhe
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Inhalt:
In seinem nunmehr 3.Fall ermittelt Ex-Kriminalkommissar Johnny Thiebeck als V-Mann verdeckt im Drogenmilieu. Währenddessen beginnt eine brutale Mordserie. Hochrangige Mitglieder der Drogenbande, ...

Inhalt:
In seinem nunmehr 3.Fall ermittelt Ex-Kriminalkommissar Johnny Thiebeck als V-Mann verdeckt im Drogenmilieu. Währenddessen beginnt eine brutale Mordserie. Hochrangige Mitglieder der Drogenbande, in die Thiebeck eingeschleust wurde, werden entführt, verstümmelt, gefoltert und ermordet. Alles deutet darauf hin, dass ein verfeindeter Drogenboss der Auftraggeber ist, und ein Bandenkrieg bahnt sich an. Doch Thiebeck findet Hinweise darauf, dass jemand ganz anderes hinter den grausamen Taten steckt...

Meine Meinung:
"Puppenruhe" ist -wie von Ben Bauhaus gewohnt- spannend und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind vom Autor allesamt sehr authentisch und komplex gezeichnet, insbesondere der charismatische Protagonist Johnny Thiebeck. Dieser schlüpft im Laufe des Buches in die Rolle von Johnny Ticker, einem vorbestraften Drogendealer, und zieht in eine Dealer-WG. Ticker ist kompromisslos und großspurig, kommt aber gerade damit bei den hochrangigen Mitgliedern gut an und kann sich schnell hocharbeiten. Ich persönlich finde Thiebeck wesentlich sympathischer als Ticker, zumal letzterer für meinen Geschmack zu oft zum Joint greift. Dennoch hat Ben Bauhaus mit Johnny Ticker eine fantastische Maskerade für Johnny Thiebeck geschaffen.

Auch inhaltlich konnte mich "Puppenruhe" überzeugen. Der Plot ist interessant, insbesondere die Thematik des V-Manns in der Drogenszene hat mir gefallen. Dank gewaltsamer und dramatischer, aber auch unterhaltsamer amüsanter Szenen, spannender und ungeahnter Wendungen und falscher Spuren bleibt das Buch von Anfang bis zum Schluss absolut fesselnd und überraschend. Zum Abschluss lässt Ben Bauhaus mit einem extrem spannenden und dramatischen Ende das (Thriller-)Leserherz noch einmal höher schlagen, bei dem Thiebeck mal wieder alles riskiert... Aber ob es auch dieses Mal gut ausgeht für ihn?

Fazit:
Mit "Puppenruhe" ist Ben Bauhaus erneut ein richtig spannender, mitreißender Thriller gelungen. Die Thiebeck-Reihe entwickelt sich -nicht zuletzt wegen des grandiosen Protagonisten - immer mehr zu einer meiner absoluten Lieblings-Thriller-Reihen!

Veröffentlicht am 21.11.2017

Thiebeck is back

Killerverse
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Inhalt:
Eine Reisegruppe, die vor einigen Jahren gemeinsam in Irland war, wird nach und nach ermordet. Der Täter klebt seinen Opfern Augen, Nase und Mund zu, woran sie qualvoll ersticken, und hinterlässt ...

Inhalt:
Eine Reisegruppe, die vor einigen Jahren gemeinsam in Irland war, wird nach und nach ermordet. Der Täter klebt seinen Opfern Augen, Nase und Mund zu, woran sie qualvoll ersticken, und hinterlässt neben ihnen die Zeilen eines irischen Kinderreims. Johannes Thiebeck, ehemals selbst Kommissar, wird von einer jungen LKA-Beamtin, deren Schwester damals zu der Reisegruppe gehörte, um Hilfe gebeten. Was ist während der gemeinsamen Irlandreise passiert und wieso schweigen die noch lebenden Mitglieder beharrlich?

Meine Meinung:

Auch der zweite Teil der Thrillerreihe um den ehemaligen Kommissar Johannes Thiebeck überzeugt auf ganzer Linie. Der Schreibstil ist direkt, detailliert und schonungslos, aber dennoch (oder gerade deshalb) sehr angenehm zu lesen.

Den Protagonisten Johannes Thiebeck kann man wohl sehr gut mit der Redewendung „harte Schale, weicher Kern“ umschreiben. Er ist Boxer und hat eine imposante Erscheinung. Außerdem ist er sehr direkt, sagt seine Meinung (womit er öfters mal aneckt) und hat auch immer einen trockenen Spruch parat. Sich an Regeln zu halten liegt im überhaupt nicht, er greift lieber zu unkonventionellen teils nicht legalen Methoden, und Konfrontationen geht er auch nicht unbedingt aus dem Weg… Aber hinter dieser Fassade ist er im Grunde ein sehr sympathischer und intelligenter Typ, auf den man sich verlassen kann, der seinen Freunden aus der Klemme hilft und seiner Freundin zu Liebe sogar versucht, romantisch zu sein. Er ist ein toller, authentischer Charakter mit Ecken und Kanten, die ihn speziell und charismatisch machen.

Der Plot von „Killerverse“ ist ebenso wie der seines Vorgängers gut durchdacht und durchgehend spannend. Die Verbrechen, mit denen Thiebeck in seinem 2. Fall konfrontiert wird, sind wirklich grausam. Das Vorgehen des Täters ist brutal, aber auch originell und kreativ. Die inoffiziellen Ermittlungen Thiebecks und insbesondere seine Alleingänge bringen ihn im Laufe des Buches das ein oder andere Mal in Bedrängnis und sorgen so regelmäßig für actionreiche, spannende Szenen. Um mehr über die Reisegruppe und ihre Tour in Erfahrung zu bringen reist Thiebeck während seiner Ermittlungen nach Irland. Dieser „Ausflug“ sorgt für Abwechslung und bietet dem Leser eine kleine Verschnaufpause, ebenso wie die Beschreibungen der wunderschönen Landschaft.

Das spannende Ende bildet einen gelungenen Abschluss dieses sehr packenden und temporeichen Thrillers und hält sogar noch die eine oder andere Überraschung für den Leser bereit. Schlussendlich eine tolle Auflösung, die schockiert, aber alle noch offenen Fragen klärt.

Fazit:

Absolut spannender und rundherum gelungener zweiter Fall von „Thiebeck, dem Tier“.

Veröffentlicht am 21.11.2017

Liebknechts 1. Fall

Celeste bedeutet Himmelblau
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Inhalt:
Mitten auf einem Feld wird eine Leiche entdeckt: ein Bauer aus der Nachbarschaft, den keiner so recht zu kennen scheint. Die Behörden gehen von einem Unfall aus und wollen den Fall zu den Akten ...

Inhalt:
Mitten auf einem Feld wird eine Leiche entdeckt: ein Bauer aus der Nachbarschaft, den keiner so recht zu kennen scheint. Die Behörden gehen von einem Unfall aus und wollen den Fall zu den Akten legen. Nur Frank Liebknecht, noch nicht lange Polizist in Vielbrunn im Odenwald, glaubt nicht daran und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei kommt er der Wahrheit auf die Spur, die tief in der Vergangenheit verborgen liegt und bringt dadurch nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr…

Meine Meinung:

Ich habe mich auf den 1. Blick in das schöne Cover verliebt und nachdem ich auch den Klappentext gelesen hatte, stand für mich fest: Das Buch MUSS ich lesen! Und ich wurde nicht enttäuscht:
Der Schreibstil gefällt mir sehr, das Buch lässt sich flüssig lesen und schon nach wenigen Seiten war ich absolut gefesselt. Hauptsächlich wird aus Sicht der Polizisten Frank Liebknecht berichtet, nur einige Kapitel sind aus Sicht anderer Personen, wodurch der Leser einiges mehr in Erfahrung bringen kann und einen leichten Wissensvorsprung erhält.
Durch die Beschreibung der Umgebung von Vielbrunn, zusammen mit den Dorfbewohnern und dessen Lebensweise, wird eine authentische, ländliche Atmosphäre geschaffen. Dennoch hat man nicht das Gefühl, einen typischen Regionalkrimi zu lesen. Es ist vIelmehr ein spannender Krimi, der halt mal nicht in einer Großstadt spielt und genau das macht seinen Charme aus.

Der Protagonist Frank Liebknecht ist noch nicht sehr lange bei der Polizei in Vielbrunn im Odenwald und hat daher auch im Dorf noch nicht den rechten Anschluss gefunden. Er ist Anfang 30 und leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Nach einem Vorfall hat er sich aufs Land versetzen lassen. Von seinen ehemaligen Kollegen von der Kripo wird er belächelt und verspottet und keiner nimmt ihn und seinen Verdacht, dass es sich nicht bloß um einen Unfall handelt, Ernst. Doch Frank ist ein wirklich sympathischer und fähiger Ermittler, hartnäckig und nicht auf den Kopf gefallen, und nimmt die Ermittlungen selbst in die Hand. Er findet Hinweise, die seine ehemaligen Kollegen übersehen und schafft es so, der wirklich Wahrheit und den Geheimnissen einer religiösen Sekte auf die Spur zu kommen.

Die Story ist gut durchdacht. Von den ersten Seiten an wirklich spannend, wird es vor allem zum Ende hin richtig brenzlig und man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zwar kann man sich einiges selbst zusammenreimen und durchschauen, dennoch hält das Buch das ein oder andere Überraschungsmoment für den Leser bereit. Auch der Prolog fügt sich im Nachhinein perfekt in die Handlung ein.

Fazit:
Ein gelungener Serienauftakt mit viel Spannung, einem tollen Plot und einem sympathischen Polizisten. Ich bin absolut überzeugt und freu mich bereits auf den nächsten Teil.

Veröffentlicht am 21.11.2017

ein Lesehighlight 2017

Kleine Stadt der großen Träume
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Björnstadt - eine Kleinstadt mitten im Wald, einsam und abgeschieden. Doch die Bewohner halten zusammen - zumindest wenn es um ihre eigene Eishockeymannschaft geht. All ihre Hoffnungem und Träume liegen ...

Björnstadt - eine Kleinstadt mitten im Wald, einsam und abgeschieden. Doch die Bewohner halten zusammen - zumindest wenn es um ihre eigene Eishockeymannschaft geht. All ihre Hoffnungem und Träume liegen auf den Spielern, die Björnstadt zu neuem Ruhm und Ehre verhelfen sollen. Doch Träume zerplatze manchmal schneller, als einem lieb ist...

Meine Meinung:
Fredrik Backman hat seinen eigenen, sehr markanten Schreibstil. Sehr bildreich aber dennoch nicht ausschweifend. Sehr nüchtern aber dennoch voller Emotionen. Er verweilt nie lange bei einer Person, sondern springt von einem zum anderen, und dennoch hat man als Leser das Gefühl, die Charaktere zu begleiten und ihnen nahe zu kommen.

Die Björnstädter sind absolut nicht beneidenswert. So ziemlich jeder hat sein Päckchen zu tragen, ist in irgendeiner Hinsicht sympathisch und gleichzeitig zu bemitleiden. Fredrik Backman schafft es wie kaum jemand anderes, den Personen Tiefe, Charakter und Menschlichkeit zu verleihen.

Von Beginn an ist klar, dass etwas Schlimmes passieren wird. Aber erst nach und nach erfährt der Leser, wie es dazu kam und was überhaupt geschieht. Es bleibt dauerhaft spannend, nicht zuletzt dank einiger überraschender Wendungen, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Eishockey - bis dato keine Sportart, für die ich mich begeistern konnte. Doch der Autor schafft es, den Leser für die Sportart und die Björnstädter Mannschaft zu gewinnen. Man wird regelrecht von der Welle der Begeisterung mitgerissen.
Doch auch wenn Eishockey eine zentrale Rolle spielt, so geht es in diesem Buch um sehr viel mehr als nur Sport...

Mein Fazit:
Ein sehr tiefsinniges, emotionales Buch. Ich habe mitgelacht, - gefühlt und - gelitten. Definitiv ein Highlight des Jahres 2017.