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Veröffentlicht am 12.02.2017

Sneijders wohl persönlichster Fall...

Todesmärchen
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Inhalt:
In Bern wird unter einer Brücke eine aufgehängte Leiche entdeckt. In ihren Körper ist ein Zeichen eingeritzt. Sabine Nemez bringt die Tote mit zwei anderen, erst vor kurzer Zeit verübten Morden ...

Inhalt:
In Bern wird unter einer Brücke eine aufgehängte Leiche entdeckt. In ihren Körper ist ein Zeichen eingeritzt. Sabine Nemez bringt die Tote mit zwei anderen, erst vor kurzer Zeit verübten Morden in Verbindung. Und die Mordserie ist noch lange nicht zuende... Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez jagen den Killer, der sich auf einem privaten Rachefeldzug und ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint...
Einige Tage zuvor hat die junge Psychologin Hannah ihr Praktikum in einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher auf einer norddeutschen Insel angetreten. Besonders der Mörder Piet van Loon scheint ihr Interesse zu wecken, den Sneijder vor einigen Jahren hinter Gitter bringen konnte und dessen damalige Morde im Zusammenhang zu stehen scheinen zu der aktuellen Mordserie...

Meine Meinung:
"Todesmärchen" ist der dritte gemeinsame Fall für Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Ich habe bereits die vorheringen zwei verschlungen und war daher sehr gespannt und voller Erwartungen auf Teil 3.
Andreas Grubers Schreibstil gefällt mir sehr. Anstatt lange drumherum zu reden, kommt er direkt zum (stellenweise sehr brutalen und blutigen) Geschehen.
Der Plot ist gut durchdacht, beinhaltet so einige überraschende Wendungen und ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und fesselnd.

Die Protagonisten Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez sind ein gutes Team, vor dem kaum ein Verbrecher sicher ist. Es macht Spaß, mit ihnen als Leser auf Verbrecherjagd zu gehen. Aber dieses Mal scheinen die beiden an ihre Grenzen zu stoßen, denn sie bekommen es mit einem sehr intelligenten, strukturierten Mörder zu tun.
Sabine Nemez ist eine mutige und intelligente Frau - sonst hätte sie die Ausbildung beim BKA mit Sneijder als Lehrer und Mentor wohl auch kaum geschafft. Sie ist mutig und lässt sich auch von Sneijder inzwischen nicht mehr aus der Fassung bringen. Ich bewundere sie sehr (schon allein, dass sie es so lange mit ihm aushält) und finde die sehr sympatisch.
Sneijder hingegen ist ein Stinkstiefel. Mit seiner rauen, direkten, oftmals unhöflichen Art ist er alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse. Zudem leidet er ständig unter Clusterkopfschmerzen, weswegen er regelmäßig zum Joint greift. Aber er ist intelligent, genial und in seinem Job brilliant. Und eigentlich ist er im Inneren - auch wenn seine kalte und harte Schale es oftmals nicht vermuten lässt- ein gefühlvoller Mensch, dem seine engsten Vertrauten am Herzen liegen. Im Laufe des Buches erfährt der Leser viel (Neues) über ihn und seine Vergangenheit, denn der Fall ist wohl einer der persönlichsten seiner Laufbahn...

Auch der Mörder ist (psychologisch) gut gelungen, da er ihn nicht rein oberflächlich hält, sondern Tiefe und Charakter verleiht. Er ist extrem intelligent, arbeitet strukturiert und vorausschauend. Seine Taten, die an Märchen angelehnt sind, sind sehr brutal. Der Leser bekommt einen Einblick in seine verstörende Welt und erfährt von seinen Beweggründen. Ein beängstigender und zugleich faszinierender Täter, den man als Leser so schnell nicht vergisst...

Erst nach und nach wird der Zusammenhang zwischen den beiden Erzählsträngen (Nemezs und Schneijders Ermittlungen bzw. Hannahs Praktikum im Gefängnis) sowie den Rückblicken auf Sneijders Ermittlungen von vor 5 Jahren gegen Piet van Loon klar. Zutage kommt eine unfassbare, erschreckende Wahrheit, die dem Leser die Sprache raubt...
An manchen Stellen war es mir too much, insbesondere was die persönlichen Verstrickungen der verschiedenen Charaktere angeht. Das Ende lässt den Leser absolut sprach- und fassungslos zurück. Ich persönlich hätte es mir anders gewünscht...

Fazit:
Sneijders wohl persönlichster Fall - spannend, brutal und nervenaufreibend. Aber das Ende gefällt mir leider gar nicht... =( Ich bin gespannt, wie der Autor sprichwörtlich "den Karren wieder aus dem Dreck ziehen wird".

Veröffentlicht am 03.01.2021

Zeitreise ins New York der 80er

Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens
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Inhalt:

New York, 1979. Der 23-jährige Anton ist der Sohn des bekannten Late-Night-Show-Moderators Buddy Winter. Buddy, der sich nach einem Nervenzusammenbruch vor laufenden Kameras eine Auszeit nahm, ...

Inhalt:

New York, 1979. Der 23-jährige Anton ist der Sohn des bekannten Late-Night-Show-Moderators Buddy Winter. Buddy, der sich nach einem Nervenzusammenbruch vor laufenden Kameras eine Auszeit nahm, befindet sich nun auf dem absteigenden Ast. Mit Antons Hilfe will er zurück ins Showbiz und an erfolgreiche Zeiten anknüpfen. Da trifft es sich, dass ihr Nachbar und guter Freund niemand anderes als John Lennon ist.

Meine Meinung:

Das Setting ist interessant und speziell und hat mich neugierig gemacht. Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen. Trotzdem brauchte ich einige Zeit, um in die Geschichte hineinzufinden, da ich zu Beginn nicht so recht warm wurde mit der Story und den Charakteren.

Mit seinen bildhaften Beschreibungen der damaligen Zeit, der Stadt und des Showbusiness gelingt es Autor Tom Barbash eine tolle und authentische Atmosphäre zu schaffen. Für meinen Geschmack verliert er sich dabei aber teilweise zu sehr in Nebensächlichkeiten, baut zu viele reale Daten in die Geschichte ein, die zwar dafür sorgen, dass man sich in das New York der 80er Jahre zurückversetzt fühlt, die aber teilweise überhaupt keinen Bezug zur Handlung des Buches haben.

Wie der Klappentext schon verspricht enthält das Buch viele Informationen rund um die Beatles und insbesondere John Lennon. Dem Autor gelingt es dadurch, die Legende - zumindest für eine kurze Zeit - wieder aufleben zu lassen. Da der Erfolg der Band aber lange vor meiner Geburt war, kann ich den Hype vermutlich nicht so recht nachvollziehen. Ich fand es zwar interessant und unterhaltsam, mehr über Lennon zu erfahren, konnte das, was der Autor hier geschaffen hat, aber sicher nicht in der Form würdigen, wie ein waschechter John-Lennon-/Beatles-Fan es tun würde. Auch mit den Namen anderer Berühmheiten konnte ich entsprechend nicht viel anfangen.

Die Geschichte von Anton und seinem Vater hat mir gut gefallen. Streckenweise hätte ich mir gewünscht, dass ihre Beziehung und Antons Selbstfindung noch mehr im Vordergrund steht und tiefgründiger beleuchtet wird.

Fazit:

Auch wenn mich das Buch insgesamt leider nicht so richtig begeistern konnte, werden Fans der Beatles und John Lennons hier sicherlich voll auf ihre Kosten kommen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2020

Hatte mehr erwartet

Die Spiegelreisende
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Inhalt:
Die Archen sind von Rissen überzogen und stehen kurz vor der Zerstörung, die nur aufgehalten werden kann, wenn »der Andere« gefunden wird. Können Orphelia und Thorn gemeinsam ihre Heimat retten?

Meine ...

Inhalt:
Die Archen sind von Rissen überzogen und stehen kurz vor der Zerstörung, die nur aufgehalten werden kann, wenn »der Andere« gefunden wird. Können Orphelia und Thorn gemeinsam ihre Heimat retten?

Meine Meinung:
"Im Echo des Sturms" ist der vierte und damit letzte Teil der Spiegelreisenden-Reihe. Die Handlung schließt unmittelbar an den Vorgänger an und schon nach wenigen Seiten ist man als Leser wieder mittendrin im Geschehen. Der Schreibstil der Autorin ist wie bei den vorherigen Bänden sehr bildhaft. Mit den Archen ist es ihr gelungen, eine eigene, in sich schlüssige Fantasiewelt zu erschaffen, in die man als Leser gerne zurückkehrt.

Die Charaktere sind einem bereits aus den vorherigen Teilen bekannt und ans Herz gewachsen. Dies gilt insbesondere für Protagonistin Orphelia, aus dessen Sicht der Großteil der Geschichte erzählt wird. Im Laufe der Geschichte hat sie sich sehr weiterentwickelt und ist zu einer starken jungen Frau herangewachsen. Trotzdem ist sie im Kern immernoch die selbe geblieben.
So langsam kommt man auch Thorn etwas näher, was nicht zuletzt an dem Abschnitt liegt, der aus seiner Sicht erzählt wird und dem Leser die Möglichkeit gibt, dem unnahmbaren, kühlen Thorn einmal in den Kopf zu schauen.

Das Buch beginnt spannend, lässt dann aber ab der Mitte leider deutlich nach. Für mich war es stellenweise zu wirr, außerdem hätte ich mir gewünscht, dass Thorn und Orphelia noch mehr zu einer Einheit zusammengefunden hätten. Vom Ende dieser Reihe hätte ich mir dann doch irgendwie was anderes erwartet. So lässt mich das Buch mit gemischten Gefühlen zurück.

Fazit:
Ein Muss für alle Fans der Reihe, ich hätte vom Finale aber mehr erwartet...

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Veröffentlicht am 27.05.2019

Gefangen in der Niemalswelt

Niemalswelt
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Inhalt:
Seit Jims ungeklärtem Tod vor einem Jahren hatte Bee keinen Kontakt mehr zu ihren gemeinsamen Freunden. Bis sie sich entschließt, einer Einladung in ein Wochenendhaus zu folgen. Doch der Abend ...

Inhalt:
Seit Jims ungeklärtem Tod vor einem Jahren hatte Bee keinen Kontakt mehr zu ihren gemeinsamen Freunden. Bis sie sich entschließt, einer Einladung in ein Wochenendhaus zu folgen. Doch der Abend endet mit einem schweren Autounfall. Als die 5 Freunde anschließend in das Haus zurückkehren, steht plötzlich ein alter Mann vor der Tür. Er erzählt ihnen, dass er der Wächter der Niemalswelt sei und sie alle bei dem Autounfall umgekommen seien. Alle - bis auf einen. Sie selbst müssen entscheiden, wer von ihnen als einziger den Unfall überleben soll. So lange hängen sie in einer Zeitschleife zwischen Leben und Tod fest, der sogenannten Niemalswelt, und erleben immer wieder den selben Tag. Doch jeder von ihnen scheint Geheimnisse zu haben - die irgendwie mit Jims Tod zusammenzuhängen scheinen... Verzweifelt machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Was passierte wirklich in der Nacht, in der Jim in den Steinbruch stürzte?

Meine Meinung:
Als ich den Klappentext des Buches das erste Mal las, war ich sogleich fasziniert von dem unglaublich interessant und spannend aber auch irgendwie etwas verrückt klingenden Plot. Tatsächlich hält das Buch, was der erste Eindruck verspricht: Die Geschichte ist sehr ungewöhnlich, eine unterhaltsame und gelungene Mischung aus Realität und Fantasie. Die Niemalswelt - so verworren und ungeordnet sie auch zu Beginn wirkt - hat ihre eigenen Regeln und Gesetze. Die Autorin hat hier tatsächliche eine Art eigene Welt zwischen Leben und Tod erschaffen.

Zu Beginn hat man als Leser das Gefühl, dass sich die fünf Freunde in einem Hamsterrad bewegen. Irgendwie scheint jeder seinen eigenen Weg zu gehen und doch unausweichlich wieder zurück in das Wochenendhaus zu kehren. Doch nach und nach raufen sie sich zusammen und machen sich auf die Suche nach der Wahrheit über Jims Tod, die nicht nur einige Überraschungen bereithält sondern auch ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt. Nach und nach erfahrt der Leser so immer mehr über Jim und die Nacht, in der er starb, aber auch über Bees und Jims Beziehung. Leider war es für meinen Geschmack an einigen Stellen einfach zu ausschweifend, es gab zu viele Rückblicke, die es nicht wirklich gebraucht hätte, sodass - auch wenn ich unbedingt wissen wollte, was hinter Jims Tod steckt - ein Teil der Spannung auf der Strecke geblieben ist.

Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von Julia Nachtmann. Ihre Stimme ist sehr angenehm zu hören und man kann ihr trotz der zeitweise recht wirren Handlung gut folgen. Auch wenn ich ihrer Stimme sehr gerne gelauscht habe, wäre aufgrund der zwischenzeitlichen Längen die gekürzte Hörbuchversion vermutlich die bessere Wahl gewesen.

Fazit:
Eine faszinierende Mischung aus Realität und Fantasie - sehr speziell und trotz zwischenzeitlicher Längen spannend.

Veröffentlicht am 26.03.2019

Verfluchtes Hamburg

Das Haus der Mädchen
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Inhalt:
Leni kommt für ein Praktikum nach Hamburg. Über eine Zimmervermietung findet sie schnell ein Zimmer in einer alten Villa direkt am Kanal und lernt bei ihrer Ankunft ihre extrovertierte Zimmernachbarin ...

Inhalt:
Leni kommt für ein Praktikum nach Hamburg. Über eine Zimmervermietung findet sie schnell ein Zimmer in einer alten Villa direkt am Kanal und lernt bei ihrer Ankunft ihre extrovertierte Zimmernachbarin Vivien kennen. Die beiden beginnen sich anzufreunden, doch dann ist Vivien plötzlich über Nacht verschwunden...
Freddy lebt seit kurzem auf der Straße. Eines Abends beobachtet er, wie jemand einen Mann erschießt. Doch der Mörder hat auch ihn gesehen und ist seit dem auf der Suche nach dem einzigen Zeugen. Freddy dreht den Spieß um: um sein Leben zu retten, sucht er den Mörder. Und trifft dabei auf Leni...

Meine Meinung:
Von der Grundidee erinnert Andreas Winkelmanns Thriller "Das Haus der Mädchen" ein bisschen an den Film "Verfluchtes Amsterdam" aus den 80er Jahren. Da ich den Film liebe, musste ich dieses Buch daher unbedingt lesen!

Der Leser begleitet im Laufe der Geschichte verschiedene Charaktere. Sei es die sehr naive, das erste Mal alleine in einer Großstadt unterwegs zu seiende Leni bei ihrem Start in Hamburg und ihrer anschließenden Suche nach Vivien. Den auf Abwegen geratenen und daher seit kurzem obdachlosen Freddy, der den Mord beobachtet und sich anschließend selbst auf Mörderjagd begiebt. Den ermittelnden Kommissar Jens, der eine Verbindung der aktuellen Geschehnisse zu einem früheren Fall findet. Und auch den Mörder und seine Opfer.... Dadurch bekommt man als Leser einen recht umfassenden Einblick in die Geschehnisse und wird zum miträtseln animiert.

Spannend führt Winkelmann die verschiedenen Erzählstränge nach und nach zusammen. Er legt jedoch auch immer wieder falsche Fährten, sodass die schlussendliche Auflösung überrascht. An manchen Stellen (gerade zum Ende hin) wirkte es an manchen Stellen dann aber doch etwas zu konstruiert.
Das Ende ist sehr fulminant und actionreich, für meinen Geschmack war es jedoch fast zu viel des Guten... Zudem hätte ich mir inbesondere hinsichtlich des Motivs einfach mehr erhofft.

Fazit:
Spannender Thriller mit fulminantem Ende, der für Gänsehaut sorgt und zum miträtseln einlädt, an manchen Stellen aber leider etwas zu konstruiert daher kommt.