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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2026

Perfide, makaber und absolut irreführend, ein wahrlich fesselnder Thriller!

Weil sie lügt
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Anna Brunner leidet unter ihrem Schicksal. Ihre Schwester und zugleich innigste Vertraute ist unter ungeklärten Umständen verschwunden, die Polizei vermutet einen Mord und versteift sich auf ihren Vater. ...

Anna Brunner leidet unter ihrem Schicksal. Ihre Schwester und zugleich innigste Vertraute ist unter ungeklärten Umständen verschwunden, die Polizei vermutet einen Mord und versteift sich auf ihren Vater. Dieser sitzt im Gefängnis, die Mutter zerbricht an ihrem Kummer und verfällt in ein Trauma, und es bleibt nur Anna, die sich um ihren kleinen Bruder kümmert und für ein kleines Einkommen sorgt. Doch Anna kann sich nicht mit der Situation abfinden und ermittelt auf eigene Faust.

Es ist das Cover, das schon einen verschwommenen Blick auf die Welt bietet, und eben diesen bekommt man auch laufend während der Lektüre. Denn Caroline Seibt versteht es einerseits bestens, Vertrauen zu erwecken, man spürt mit Anna den Schmerz des Verlustes, der Ungewissheit und die Trauer um die zerbrochene Familie, um dann andererseits in einen Abgrund aus Misstrauen und Ungewissheit zu stürzen. Kaum glaubt man, eine Spur zu erahnen, geschehen unerwartete Dinge, die jegliche Erkenntnisse zunichtemachen. Es ist ein makaberes Wechselbad der Gefühle, insbesondere natürlich für Anna, und es ist mir nicht gelungen, zu irgendeinem Protagonisten Vertrauen zu fassen, nicht einmal zu Anna. Zu seltsam sind die Entdeckungen, zu perfide die Wendungen und manchmal war ich geradezu ungeduldig, weil ich das Empfinden hatte, es geht nicht recht voran. Ich konnte mir zu keiner Zeit vorstellen, dass es eine stimmige und zufriedenstellende Auflösung geben könnte, wurde aber ein weiteres Mal überrascht.
Ein makaberer, beinahe beklemmender Thriller, bei dem Rebecca Veil und Elke Appelt noch für den absoluten Feinschliff sorgen. Denn die beiden lesen das Hörbuch so gekonnt aus abwechselnder Sicht ein, dass einem reichlich Gänsehaut beschert wird. Topp!

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Veröffentlicht am 07.06.2026

Sehr undurchsichtig, spannend und herrlich atmosphärisch! Adieu Lilou…

Lavendel-Jagd
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Sommer in der Provence, Touristen und Einheimische fluten den weithin bekannten Wochenmarkt in Carpentras. Und prompt wird einem Österreicher in Gedränge die Brieftasche gestohlen. Kein Einzelfall, das ...

Sommer in der Provence, Touristen und Einheimische fluten den weithin bekannten Wochenmarkt in Carpentras. Und prompt wird einem Österreicher in Gedränge die Brieftasche gestohlen. Kein Einzelfall, das weiß Commissaire Lilou Braque. Als dessen Papiere aber kurz darauf bei einem Toten gefunden werden, beginnt ein gruseliges Rätselraten, ein Wettlauf mit der Zeit, der auch Lilou ganz persönlich in Bedrängnis bringt.

Wunderschön reiht sich das Cover in die Vorgängerbände ein, und mit dem Wissen, das dies der letzte Fall der sympathischen Kommissarin Lilou Braque sein soll, kommt reichlich Wehmut auf.
Denn die sympathische Lilou begleite ich zum achten Mal, und die Autorin versteht es wie keine andere, einen ausgetricksten, undurchsichtigen und recht schaurigen Fall mit herrlichem provenzalischem Flair zu verbinden. Carine Bernard schreibt sehr flüssig, detailreich und warmherzig, schon nach wenigen Seiten startet das Kopfkino, man ist gefesselt und kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ihre Protagonisten, sollte man sie noch nicht kennen, wachsen einem schnell ans Herz, man darf eine ausgewogene Mischung aus Ermittlungen und Gefühl genießen und am Leben ihrer Kommissarin teilhaben. Für mich ist es die perfekte Kombination, und ein atemberaubender Showdown bietet dann noch den krönenden Abschluss! Ein Tränchen hat sich bei mir eingeschlichen, das aber angesichts der horrenden Geschehnisse gleich wieder versiegt ist!
Ein krasser Fall, ein bewegendes Ende und es bleibt die Hoffnung, doch noch einmal von Lilou zu hören! Wundervoller Krimi, unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Ein herrlich gemütlicher Landkrimi zum Schmunzeln und Miträtseln

Saure Milch
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Fanni Rot ist Hausfrau, Ehefrau und Mutter mit Leib und Seele und sehr zufrieden damit. Als eines Tages auf ihrer Grundstücksgrenze die junge Nachbarin einen gewaltsamen Tod findet, sind ihre Sinne geweckt. ...

Fanni Rot ist Hausfrau, Ehefrau und Mutter mit Leib und Seele und sehr zufrieden damit. Als eines Tages auf ihrer Grundstücksgrenze die junge Nachbarin einen gewaltsamen Tod findet, sind ihre Sinne geweckt. Die Meinungen über die Frau sind zwiespältig, doch wer hat ihr ernsthaft nach dem Leben getrachtet? Fanni und Kommissar Sprudel machen sich auf eine heimliche Spurensuche.

Das Cover passt sehr gut zum Inhalt, denn die Tote, eine ehemalige Prostituierte und damit im Dorf sehr verrufen, hat auf Nachbars Bauernhof eingeheiratet. Schnell hat die Polizei einen Täter im Visier, doch Fanni, gar nicht so sehr die Landpomeranze, wie man meinen möchte, hat berechtigte Zweifel.
Jutta Mehler schreibt so flüssig und detailreich, aber trotzdem geradlinig und schnörkellos, dass ich mich sofort mitten im Geschehen befand. Das Dorfleben, die geschwätzige Nachbarschaft und Fannis Familienleben sind einerseits heimelig und erinnern an die gute alte Zeit der Rollenverteilung, andererseits versteht man schnell, dass die liebenswerte und bescheidene Protagonistin keinesfalls auf den Kopf gefallen ist. Mir hat das Setting ausgesprochen gut gefallen, Fanni ist richtig sympathisch und der Fall ist undurchsichtig und spannend, denn es passieren auch einige unerklärliche mysteriöse Vorfälle. Ich finde, Saure Milch ist ein herrlich humorvoller Cosycrime mit angenehmer und gemütlicher niederbayerischer Atmosphäre, der mich unbedingt neugierig auf die Folgebände macht!

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Veröffentlicht am 03.06.2026

Vega Vargs persönlichster Fall – ein fulminanter Reihenauftakt!

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Als auf der idyllischen schwedischen Insel Südkoster ein Mord geschieht, gerät der ganze Ort in Aufruhr, denn der Tote ist allen bekannt, auch Vega Varg, Kriminalbeamtin vor Ort, kannte ihn seit seiner ...

Als auf der idyllischen schwedischen Insel Südkoster ein Mord geschieht, gerät der ganze Ort in Aufruhr, denn der Tote ist allen bekannt, auch Vega Varg, Kriminalbeamtin vor Ort, kannte ihn seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, eine norwegische Zeugin verschwindet spurlos und ein akribische Spurensuche beginnt, die Vega weit in die Vergangenheit führt.

Das Cover leuchtet geradezu und Vega Varg erkennt man als Titelfigur. Das Schweigen der Insel ist ein perfekter Titel, denn es dauert lange, bis Vega dieses Schweigen aufbrechen kann. Was dann ans Licht kommt, erschüttert nicht nur die Insel. Vega Varg ist für mich eine bodenständige Person, über sechzig, Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, die ebenfalls bei der Polizei arbeiten und einer Nachzüglertochter, die ihr stets Sorgen bereitet. Sie wirkt für mich überzeugend und echt, und Asa Hellberg versteht es gekonnt, ihre Leserschaft mit einem geradlinigen Stil sofort in den Strudel der Ermittlungen einzubeziehen. Es ist ein wahres Verwirrspiel, Fäden laufen in die Vergangenheit, Zusammenhänge erstehen und zerfallen wieder, der Mord bleibt undurchsichtig und zieht einen weiteren nach sich, und ich war bis zum unvorhersehbaren, atemberaubenden Ende stets am Rätseln und Zweifeln. Mich hat das Buch gepackt, auch weil Vega Varg in ihrer Situation und mit ihren Gefühlen sehr gut beschrieben ist, eine Protagonistin, die im Leben steht und bei mir sehr überzeugend und sympathisch ankommt. Ich bin jetzt schon gespannt auf den Folgeband!

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Kurz, knackig, super spannend und sehr atmosphärisch!

Gemünder Blut
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Ina Weinz, Kommissarin in Köln, nimmt sich nach einer schrecklichen Erfahrung eine Auszeit in ihrer Eifler Heimat. Das Dorf und die Menschen sind ihr vertraut, Erholung innerhalb der Familie liegt in greifbarer ...

Ina Weinz, Kommissarin in Köln, nimmt sich nach einer schrecklichen Erfahrung eine Auszeit in ihrer Eifler Heimat. Das Dorf und die Menschen sind ihr vertraut, Erholung innerhalb der Familie liegt in greifbarer Nähe, aber als ein Mord geschieht, fängt ihr Alltag sie sehr schnell wieder ein. Und so begibt sich Ina instinktiv auf eine gefährliche Spurensuche.

Das Cover fängt den Blick, ein Förster beobachtet sein Revier. Passt perfekt, denn Inas Freund und Lover ist Förster und zugleich der beste Freund ihres Bruders. Die beiden geraten unter Mordverdacht, der zwar wieder ausgeräumt werden kann, aber schnell stellt Ina fest, dass beinahe jeder im Ort Probleme mit dem aggressiven und feindseligen Toten hatte. Doch wohin führt die Spur wirklich?
Elke Pistor versteht es hervorragend, ein heimeliges Dorfleben zu beschreiben, eine eigentlich heile Welt mit reichlich Eifler Atmosphäre und liebenswertem Dialekt. Aber der Mord gibt Rätsel auf. Nicht wenige hatten eine Rechnung mit dem Toten offen, doch wer trachtete ihm tatkräftig nach dem Leben? Die Autorin stellt Fallen, erwägt, verwirft, stürzt ihre liebenswerte und lebensechte Kommissarin in Verzweiflung und fordert alles von ihr. Überraschende Wendungen sorgen für reichlich Abwechslung und selbst als man erahnt, wer der Täter sein könnte, ergeben sich noch jede Menge Hindernisse, die für reichlich Gänsehaut sorgen. Der perfekte Showdown lässt einen dann aber doch aufatmen. Für mich war das ein relativ kurzer, aber sehr knackiger Krimi, voller Spannung und Einfallsreichtum, bei dem die Seiten nur so geflogen sind! Einfach super, unbedingt lesen!

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