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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2020

Herausfordernd

All Saints High - Der Rebell
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Luna und Knight sind seit ihrer Kindheit ein Herz und eine Seele. Beide wurden von ihren leiblichen Müttern verlassen, was bei Luna eine selbstauferlegte Stummheit auslöste. Knight wird mit der Zeit zum ...

Luna und Knight sind seit ihrer Kindheit ein Herz und eine Seele. Beide wurden von ihren leiblichen Müttern verlassen, was bei Luna eine selbstauferlegte Stummheit auslöste. Knight wird mit der Zeit zum Football-Star der Schule und geht mit vielen Mädchen aus, insgeheim liebt er aber immer nur Luna. Mehrmals versucht Knight durch Annäherung aus Freundschaft Liebe werden zu lassen, was Luna furchtbar erzürnt. Eine Phase der Missverständnisse beginnt.

Kaum hatte ich zu lesen begonnen, war ich begeistert von der Atmosphäre, die zwischen den Protagonisten herrschte. Spannung in vielen Facetten war ständig spürbar, und trotzdem lag zwischen den beiden eine Harmonie in der Luft. Ich fand die Dynamik zwischen Luna und Knight sehr kraftvoll, wenn auch anstrengend. Die Autorin hat so viel Problematiken in dieses Buch gepackt, ich wurde regelrecht von einem Wirrwarr an Gefühlen überflutet! So wurde ich dazu angehalten mehrmals meine Ansichten zu bestimmten Themen zu überdenken, bis hin zur Akzeptanz von Tatsachen oder Geschehnissen. Es ist immer faszinierend, wenn eine Autorin den Leser so herausfordern kann. Sie hat gezeigt, wie verletzlich ein Mensch hinter seiner so hart erarbeiteten Fassade sein kann.

Die Figuren fand ich allerdings ganz schön extrem in ihren Verhaltensweisen, was aber wohl der problembehafteten Story geschuldet war. Vor allem Luna, die eine massive Entwicklung durchlebt, wurde mir nach und nach immer unsympathischer. Ihr Verhalten konnte ich an einigen Stellen überhaupt nicht nachvollziehen, wobei es mir vorkam, als spiele sie ihre Macht gegenüber allen möglichen Personen in ihrem Umfeld aus. Und was ich wirklich schlimm fand, war die Tatsache, dass die Teenager sich bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen benehmen wie Pornostars – und natürlich den allerbesten Sex überhaupt haben, mit mehrfachen Orgasmen. Hallo?? Welche Botschaft wird denn hier übermittelt! Und lächerlich ist das noch dazu. Für diese Protagonisten hätte ein liebevolles Herantasten an die Sexualität besser gepasst, als oberflächlicher Matratzensport. Von mir gibt es daher einen Abzug bei der Bewertung.

Den Erzählstil von L.J. Shen mochte ich sehr, sprachlich authentisch und auch etwas rotzig, passend ins Bild der aufmüpfigen Teenager. Gut gefallen haben mir auch die jung gebliebenen Eltern, diese Interpretation wirkte auf mich freundlich und frisch.

Es ist ein spannungsgeladenes Buch, mit einer Fülle von Triggern. Für mich war die Problemdichte ein wenig zu viel, es geht beispielsweise um Adoption, Sucht, Verrat, Stalking, Krankheit, Tod, usw. Man hätte locker zwei Bücher daraus machen können. Wer damit klar kommt, hat bestimmt Spaß bei der Lektüre. Und eins habe ich daraus gelernt: „Träume sind nur Realität in der Warteschleife“.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2020

Hat mich leider nicht begeistert

Dangerous Hearts – Mit dir gegen jede Gefahr
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Der Ranger Jared und die Angestellte Nikki begegnen sich im Glacier Nationalpark, wo beide für die Saison einen Job angenommen haben. Sie teilen ein ähnliches Schicksal und suchen den Abstand zu ihrer ...

Der Ranger Jared und die Angestellte Nikki begegnen sich im Glacier Nationalpark, wo beide für die Saison einen Job angenommen haben. Sie teilen ein ähnliches Schicksal und suchen den Abstand zu ihrer Heimat. Während sie sich kennenlernen, machen Wilderer den Nationalpark unsicher, wobei Jared mit seinem Ranger-Team den Spuren nachgeht.

Für mich war es das erste Buch der Autorin Romina Gold, die bereits einige Bücher erfolgreich publiziert hat. Nicht nur das schöne Cover, sondern auch das Thema und der Bezug zur Natur hat mich hier direkt angesprochen! Der Glacier Nationalpark als Schauplatz und die dort angesiedelten Berufsgruppen haben mich in der Leseprobe überzeugt und ich wollte das Buch unbedingt lesen.

Meine Begeisterung hat sich allerdings bereits nach ein paar Kapiteln gelegt. Für meinen Geschmack wurde allgemein alles zu schnell abgehandelt. Beispielsweise waren die Protagonisten nicht mehr nur aneinander interessiert, sondern plötzlich in einer Beziehung, und die Handlung kam mir vor, als würde einfach Punkt für Punkt nacheinander abgehakt – zu sachlich und monoton. Das Buch wurde als „Romantik-Thriller“ beworben, das fand ich interessant und ich war sehr gespannt was mich erwarten würde. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass ich den Teil mit den Wilderern nicht als Thriller bezeichnen würde. Natürlich wollte ich auch wissen, was dahinter steckt und wie das Abenteuer ausgeht, aber Nervenkitzel hat es bei mir nicht verursacht. Im Ganzen konnte mir die Story keinerlei Emotionen entlocken, ich habe die Handlung zwar aufgenommen, war aber nicht mittendrin.

Die Figuren waren mir bis zum Schluss ziemlich unklar, ich konnte sie nicht so richtig einordnen. Den Charakter des Rangers Jared konnte man erahnen, ihn hätte man noch mehr beleuchten können. Doch Nikki fand ich nur nervig, kindisch und klischeehaft, vor allem ihre Fixierung auf eine feste Beziehung, bzw. Ehe. Und das nach wenigen Wochen mit einem Mann, den sie noch nicht wirklich kennt.

Die Geschichte ist flüssig geschrieben, aber sprachlich hat es mich nicht angesprochen. Oft las ich Sätze oder Ausdrucksweisen, die so banal waren, dass ich regelmäßig mit den Augen rollen musste.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ich die Geschichte gut gefunden hätte, wenn alles mehr ausgearbeitet gewesen wäre. Meiner Meinung nach kann man das Buch ganz gut lesen, man sollte aber nicht zu viel erwarten.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 03.08.2020

Für die Gefühlswelt fast zu viel

Sommer der Wahrheit
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Im Nebraska der 90er-Jahre lebt Sheridan Grant mit ihrer Familie auf einer Farm. Dort hat sie es nicht leicht, denn ihre Adoptivmutter lässt kein gutes Haar an ihr. Haltlos lässt sie sich auf verschiedene ...

Im Nebraska der 90er-Jahre lebt Sheridan Grant mit ihrer Familie auf einer Farm. Dort hat sie es nicht leicht, denn ihre Adoptivmutter lässt kein gutes Haar an ihr. Haltlos lässt sie sich auf verschiedene Männer ein und stolpert durch ihr Leben. Bis eines Tages in einer Halloween-Nacht entscheidende Weichen gestellt werden.

Durch das ansprechende Cover bin ich auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ich habe erst später bemerkt, dass er aus der Feder von Nele Neuhaus stammt. Und das hat mich dann erst recht neugierig gemacht.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt diesen ersten Teil der Sheridan-Grant-Reihe zu lesen, die Autorin schreibt wunderbar, ließ mit Leichtigkeit Bilder in meiner Fantasie entstehen. Obwohl diese Bilder nicht gerade oft vor Harmonie strotzten, denn der Lebensweg der Protagonistin war ganz schön steinig und hat mich emotional ziemlich mitgenommen. Nele Neuhaus konnte die nie enden wollenden Erniedrigungen Sheridans und deren Haltlosigkeit in dieser verstaubten Familie wahnsinnig gut transportieren. Vor allem ihre ersten Erfahrungen in Sachen Sexualität fand ich etwas verstörend, man beachte das Alter. Trotz allem wurde Sheridan mit all ihren Facetten dargestellt, schonungslos. Es hatte etwas kraftvolles, diese Naivität, Traurigkeit, Scheu, und noch so viel mehr – fokussiert auf dieses Mädchen.

„Der Sommer der Wahrheit“ ist herausfordernd, aber toll geschrieben. Auf jeden Fall darf man nicht den Fehler machen, dieses Buch mit einem Krimi der Autorin zu vergleichen. Ein eindrucksvoller Auftakt einer Roman-Trilogie.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2020

Hat mich nicht losgelassen

Die verstummte Frau
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Ein Mord in einem Gefängnis bringt Saras verstorbenen Ehemann Jeffrey Tolliver wieder ins Gespräch. Allerdings nicht im Guten. Ein Häftling beschuldigt den ehemaligen Chief der Vertuschung von Straftaten ...

Ein Mord in einem Gefängnis bringt Saras verstorbenen Ehemann Jeffrey Tolliver wieder ins Gespräch. Allerdings nicht im Guten. Ein Häftling beschuldigt den ehemaligen Chief der Vertuschung von Straftaten und behauptet wichtige Informationen zu einem alten Mordfall zu haben. Denn der Täter von damals scheint aktuell wieder aktiv zu sein. Für das Ermittlerteam wird dieser Fall zu einer aufreibenden Zeitreise in einem schockierenden Serienmörder-Fall.

Endlich ein Wiedersehen mit Sara und Will! Dieser Thriller von Karin Slaughter steht seinen Vorgängern der Reihe in nichts nach, ich finde ihn sogar ganz besonders. Der Autorin ist es gelungen, verschiedene Fälle, Zeitleisten und persönliche Beziehungen so ineinander zu verweben, dass man kaum glauben kann, wie sich diese Fäden am Ende zu einem erschreckenden Finale verschmelzen. Besonders gefallen hat mir das Wiedersehen mit Jeffrey Tolliver, der lange Zeit mit Sara Linton das perfekt unperfekte Traumpaar war. Ich mag es, wie die Autorin die emotionale Ebene der einzelnen Figuren in die Handlung mit einbringt, es macht die Geschichte noch lebendiger. Jeder Charakter hat Ecken und Kanten, wirkt dadurch nahbar und unverfälscht. Vor allem spürt man in diesem Buch das Leid Saras, Wut und Trauer, die immer noch an ihr nagen und aus verschiedenen Wendepunkten ihres Lebens hervorgehen.

Als wäre dies noch nicht genug, packt Karin Slaughter mit einem unfassbar brutalen Täter noch eine Schippe drauf! Unglaublich detailliert beschreibt sie medizinische Einzelheiten und berufsspezifische Arbeitsabläufe von Ärzten, Polizei oder Bestattern, und gibt damit dem Ermittlerteam einen perfekt authentischen Touch. Ich gebe zu, dass ich schon recht früh ahnte, wer der Täter sein könnte, doch die Abscheulichkeit hinter der Maske wurde von der Autorin sehr gut kaschiert und letztlich aufgedeckt.

Die Grant-County-Reihe verwoben mit der Georgia-Serie! Ein absoluter Pageturner, der die Beziehung von Sara und Jeffrey nochmals in den Fokus rückt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2020

Vielfältige Auswahl an Rezepten ohne Schnickschnack

Vegan! Das Goldene von GU
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Das klare goldene Cover und der prägnante Titel vermitteln den Eindruck die ultimative Rezeptsammlung für die Zubereitung von veganen Speisen in den Händen zu halten. Untermauert wird dies noch durch die ...

Das klare goldene Cover und der prägnante Titel vermitteln den Eindruck die ultimative Rezeptsammlung für die Zubereitung von veganen Speisen in den Händen zu halten. Untermauert wird dies noch durch die überraschende Dicke und Schwere des Buches.

Gestolpert bin ich allerdings über den Untertitel „Tierfreie Rezepte (...)“. Zuallererst gefällt mir der Ausdruck grundsätzlich nicht, und dann würde tierfrei eigentlich „vegetarisch“ bedeuten. Vegan bedeutet bekanntlich ohne irgendwelche tierischen Produkte (Ei, Milch, usw.)! Die Haptik der Seiten und deren Aufmachung mit geschmackvollen Bildern finde ich grundsätzlich ansprechend. Jedoch sind die Bilder sehr groß, sie nehmen einen beträchtlichen Teil einer Doppelseite ein. Ohne Fotos würde das Buch wahrscheinlich nur noch den halben Umfang aufweisen, und das Gewicht des Buches würde drastisch reduziert werden. Würde mir ehrlich gesagt besser gefallen.

Die Auswahl der Rezepte finde ich toll. Es gibt ausreichend Spielraum um Abwechslung auf den Tisch zu bringen und dies zu allen Mahlzeiten des Tages. Dabei ist für jeden etwas dabei: Vom Basic-Gericht, bis zu etwas aufwändigeren, teils ländertypischen Speisen. Wer mutig ist und es wagen möchte, findet sogar Anleitungen zur Herstellung von veganem Käse und veganer Wurst.

Der Rezeptteil wird durch Tipps und Tricks für Geschmacksvarianten oder für die Handhabung einzelner Zutaten, bzw. durch Einkaufsratschläge ergänzt. Wirklich praktisch finde ich das Register nach Hauptzutaten! Habe ich z.B. Kartoffeln zu Hause, kann ich „Kartoffeln“ im Register suchen und es wird mir gleich angezeigt, welche Gerichte ich daraus machen kann.

Meiner Meinung nach ist dies ein solides veganes Koch-und Backbuch mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich kann es durchaus empfehlen.