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Veröffentlicht am 17.05.2022

Keine emotional leichte Geschichte

Erst der Regen verzaubert das Licht
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Gemeinsam mit ihrer Freundin genießt Lilith ihren Urlaub in Nizza. Als sie auf dem Weg in ein Kunstmuseum ist, begegnet sie dem charismatischen Alex, der ihr Herz höher schlagen lässt. Doch eigentlich ...

Gemeinsam mit ihrer Freundin genießt Lilith ihren Urlaub in Nizza. Als sie auf dem Weg in ein Kunstmuseum ist, begegnet sie dem charismatischen Alex, der ihr Herz höher schlagen lässt. Doch eigentlich wollte sie demnächst heiraten. Lilith entscheidet sich für ihren langjährigen, zuverlässigen Partner, mit dem sie daraufhin all ihre Pläne Wirklichkeit werden lässt. Zehn Jahre später bringt ihre beste Freundin Bine ihren neuen Freund zu einer Party mit, und Lilith fällt aus allen Wolken: Es ist der eine, den sie nie wirklich vergessen hat.

Das Cover führte mich zu diesem Buch! Die schönen Farben wirkten unglaublich fröhlich und positiv. Nach dem Lesen des Klappentextes stand für mich fest, dass ich die Protagonistin dieser Geschichte unbedingt begleiten wollte.

So versprach ich mir eine romantisch-freche Liebesgeschichte, die wohl auch etwas chaotisch werden würde. Im Nachhinein betrachtet war mir diese Geschichte jedoch zu bedrückend. Für mich transportierte das Cover und der Klappentext eine ganz andere Energie, wie die Erzählung selbst. Hätte ich gewusst, welche selbstzerstörerischen Gefühlskämpfe hier ausgefochten werden, hätte ich die Finger von dem Buch gelassen. Ich suchte ein Wohlfühlbuch, und dieser Roman war meines Erachtens weit davon entfernt.

Das Thema an sich wurde aber gut ausgearbeitet, die Autorin zeigte die Schmerzen und Entbehrungen einer unerfüllten Liebe und die Auswirkungen der enormen Anziehungskraft zwischen zwei Menschen, die das Schicksal zusammengeführt hatte. Eine nervenaufreibende Mischung, bei der meiner Meinung nach die liebevollen Seiten der Beziehung so gut wie gar nicht vorhanden waren.

Die Protagonistin konnte ich anfangs in ihrer Entscheidung verstehen, später über ihr Gefühlschaos und die damit verbundenen Handlungen nur den Kopf schütteln, und am Ende hat mich das gefühlt ständige Hin und Her nur noch genervt. Leider konnte ich Lilith von Anfang an keine Sympathie entgegenbringen, dafür war sie mir viel zu egozentrisch und unzufrieden. Die Scherben, die sie in ihren Beziehungen zur Familie und Freunden hinterließ, machten mich wütend und fassungslos. Kurzum, es waberte ständig eine diffus-deprimierende Atmosphäre mit. Nichts für mich.

Grundsätzlich ließ sich das Buch aber gut lesen, obwohl ich mit den Zeitsprüngen manchmal meine Schwierigkeiten hatte. Die Autorin schreibt jedoch in einer natürlichen Art und Weise, in der man sich wiederfinden kann. Ich schließe daher nicht aus, ein weiteres Buch von ihr zu lesen.

„Erst der Regen verzaubert das Licht“ besticht durch die ausführliche Auseinandersetzung mit der Tragweite ignorierter Herzenswünsche. Ein emotional anspruchsvoller Roman, der nach dem Lesen noch einige Zeit nachklingt. / 2,5 Sterne

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Veröffentlicht am 17.05.2022

Großartige Unterhaltung

Die Ladys von Somerset – Die Liebe, der widerspenstige Ambrose und ich
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London, 1807: Die belesene und theaterbegeisterte Emma gerät in finanzielle Not und muss sich daher eine Anstellung als Gesellschafterin suchen. Ihre Arbeitgeberin, Lady Darlington, erwartet Großes von ...

London, 1807: Die belesene und theaterbegeisterte Emma gerät in finanzielle Not und muss sich daher eine Anstellung als Gesellschafterin suchen. Ihre Arbeitgeberin, Lady Darlington, erwartet Großes von Emma: Sie soll ihrer Tochter Anthea Literatur-Kenntnisse übermitteln, um eine Verlobung mit Lord Livingston zu erzielen. Doch so einfach ist es nicht, denn plötzlich taucht der attraktive Ambrose Beauchamp auf, der allen anwesenden Frauen den Kopf verdreht.

Die Regency-Romance-Welt hat es mir angetan, und dafür ist zum Teil auch Julie March verantwortlich. Ihre Geschichte hob definitiv meine Laune, da Emmas turbulente Erlebnisse äußerst charmant erzählt wurden, ganz im Rahmen des damaligen Zeitgeistes. Mir wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig, da ich die abenteuerlichen Beziehungen zwischen den Figuren und deren unfreiwillige Komik höchst amüsant fand.

Ich mochte die Bodenständigkeit und das Engagement der klugen Emma und ihre Fähigkeit mit Zuversicht und Mut durch alle Schwierigkeiten zu navigieren, und damit auch den tragischsten Momenten ein Pflaster aufzukleben. Aber auch den etwas windigen Dandy Ambrose habe ich nach und nach in mein Leserherz geschlossen. Beide Protagonisten zeigten eine vorsichtige Annäherung, die aber deutlich spürbar war und bis zum Ende eine fantastische Entwicklung enthüllte. Ich habe das gefühlsbetonte Auf und Ab der beiden mit großem Vergnügen verfolgt.

Die Geschichte präsentierte sich für mich im Großen und Ganzen überraschend vielfältig und humorvoll. Die Autorin konnte die Stimmung einzelner Szenen sehr gut festhalten. Darüber hinaus spiegelten sich die Manieren der Epoche in ihrem Schreibstil wider, ihre Wortwahl betonte die Höflichkeit und Erziehung der Gesellschaft im Roman. Alles passte perfekt.

„Die Ladys von Somerset – Die Liebe, der widerspenstige Ambrose und ich“ hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert. Emmas Erlebnisse waren regelrechte Abenteuer, mit reizenden Figuren und einem entschlossenen Blick nach vorne. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Wahnsinnig gut ausgeklügelt

Freunde. Für immer.
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Auf dem College waren sie unzertrennlich. Doch die Freunde Stephanie, Maeve, Derrick, Keith und Jonathan hüten auch ein Geheimnis, das niemand erfahren darf. Jahre später trifft sich die frühere Clique ...

Auf dem College waren sie unzertrennlich. Doch die Freunde Stephanie, Maeve, Derrick, Keith und Jonathan hüten auch ein Geheimnis, das niemand erfahren darf. Jahre später trifft sich die frühere Clique für ein Wochenende in einem Ferienhaus in den Catskill Mountains, wo Derrick und Keith plötzlich verschwinden. Bald darauf findet die örtliche Polizei eine entstellte Leiche, und damit wird der Fall an Detective Julia Scutt übergeben. Julia ahnt eine Verbindung zu einem früheren Verbrechen und beschließt, die Collegefreunde einmal näher zu beleuchten.

„Freunde. Für immer.“ ist für mich das erste Buch aus der Feder von Kimberly McCreight. Das Cover ist mir gleich ins Auge gesprungen. Ich war neugierig, welche Art Thriller sich hinter diesem edlen, gepflegten Erscheinungsbild verbarg.

Im Nachhinein sehe ich dieses Buch als Glücksgriff, denn ich war ziemlich schnell von der Geschichte gebannt. Der „Thrill“ lag für mich vor allem in der Ungewissheit und der Frage, ob man einen Menschen wirklich kennt, bzw. ihn einschätzen kann. Dieser Aspekt wurde hier fantastisch in Szene gesetzt, während wiederholte Zeitsprünge im Leben der einzelnen Charaktere überraschende Begebenheiten aufdeckten.

Den Schreibstil der Autorin fand ich recht nüchtern, als stellte sie die verschiedenen Blickwinkel einfach nur vor, und überließ damit mir die Entscheidung über die Vertrauenswürdigkeit einer Figur. Das machte die Sache jedoch noch interessanter, und ich durfte fleißig mutmaßen, wer in welcher Situation wohl nicht ganz ehrlich war. Allerdings musste ich meine Meinung mehrmals ändern, weil Kimberly McCreight die wahre Persönlichkeit ihrer Protagonisten erst nach und nach entblätterte. Unheimlich spannungsgeladen aufgebaut!
Leider kam mir der Handlungsstrang bezüglich der Detective Julia etwas zu schwach daher. Hier hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht, was die Geschichte meiner Meinung nach nicht schmälerte.

Ich mochte die Idee der Story, hinter der ich anfangs gar nicht so viel Dynamik vermutete. Auch die Protagonisten sah ich erst als recht durchschaubar an. Doch die individuellen Ziele innerhalb des Beziehungsgeflechtes ließen jede Figur außerordentlich unberechenbar erscheinen. Je mehr ich las, desto weniger konnte ich das Buch aus der Hand legen. Ich war wie gefangen in meiner Neugier!

„Freunde. Für immer.“ empfehle ich gerne weiter. Wer Psychothriller mag, der kommt hier voll auf seine Kosten, denn größeres Blutvergießen sucht man hier vergeblich. Ich bin jetzt schon gespannt, was die Autorin als nächstes für uns auf Lager hat.

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Veröffentlicht am 04.05.2022

Bin hin- und hergerissen

Lonely Heart
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Der Drummer der Band Scarlet Luck, Adam „Beast“ Sinclair, lernt auf ungewöhnliche Weise die Webshow-Moderatorin Rosie kennen. Ein gemeinsames Interview geht schrecklich schief und stürzt Rosies Leben ins ...

Der Drummer der Band Scarlet Luck, Adam „Beast“ Sinclair, lernt auf ungewöhnliche Weise die Webshow-Moderatorin Rosie kennen. Ein gemeinsames Interview geht schrecklich schief und stürzt Rosies Leben ins Chaos. Ihr guter Ruf ist in Gefahr, weil ihr die Fans von Scarlet Luck ihren Faux-Pas nicht verzeihen. Als dann Rosies Karriere einzustürzen droht, springt Adam ihr überraschend zur Seite. Doch mehr ist nicht drin, denn Adam hat ein Geheimnis, unter dem er schrecklich leidet.

Mona Kasten ist zurück! Bisher habe ich alle ihre Bücher leidenschaftlich gerne gelesen und konnte mich nun auf den Auftakt ihrer neuen Reihe freuen. Das ansprechend gestaltete Cover ließ mich schon im Vorfeld erahnen, dass diese Geschichte sensibel behandelt werden und nur mit viel Verständnis zu begreifen sein würde.

Diese Erzählung war viel mehr als eine gewöhnliche Rockstar-Romanze, wobei das Star-Flair deutlich spürbar war, aber auch noch eine andere Ebene bediente. Ziemlich schnell konnte ich die sympathischen Protagonisten ins Herz schließen, obwohl sie anfangs nicht so recht zueinander zu passen schienen. Doch während die Autorin deren Persönlichkeitsanteile und Erfahrungen ins Licht zerrte, Situationen der Hilflosigkeit und Hoffnung beschrieb und vor allem auf die Wichtigkeit von Vertrauenspersonen hinwies, wurde mir mehr und mehr die Bedeutung von Rosies und Adams Beziehung klar.

Doch trotz der fantastisch gewählten Themen und der Authentizität im Verhalten der Figuren, konnte mich die Geschichte nicht restlos begeistern. Vielleicht lag es an den zeitweilig langweiligen Dialogen zwischen Rosie und Adam oder an Situationen, die sich meines Erachtens zu oft wiederholten. Ein wenig störten mich auch die detaillierten Beschreibungen über Klamotten, was mir viel zu oberflächlich war und in meinen Augen nicht zu der Geschichte passen wollte. Außerdem musste ich mich ständig daran erinnern, wie jung die Bandmitglieder für die Story dargestellt wurden! Irgendwie irritierte mich dieser Sachverhalt mehr als einmal.

Als großen Pluspunkt sah ich allerdings das Vorgehen, mit dem Mona Kasten die Folgen der lebensverändernden Erfahrungen von Adam und Rosie ausarbeitete. Sie widmete sich jeder Hauptfigur auf andere Weise, da jeder von beiden eine andere Art Lösung für sein jeweiliges Problem benötigte. Für Rosie konzipierte sie mehr einen klaren Schnitt, während sie sich Adam überaus sensibel näherte und sein Trauma Stück für Stück entblätterte. Dies spiegelte sich auch in ihrem Schreibstil wider: Rosies Kapitel signalisierten eine andere Energie, als Adams. Hervorragend!

„Lonely Heart“ hat mich mit seinen Themen überrascht! Und obwohl ich jetzt noch entrüstet über den fiesen Cliffhanger bin, kann ich das Buch nur empfehlen. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2 der Reihe.

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Veröffentlicht am 03.05.2022

Traumhafter Handlungsschauplatz

A Place to Love
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Die Obstfarm Cherry Hill in Colorado ist seit dem Tod des Familienoberhauptes ganz in Frauenhand. Die 25-jährige Juniper weiß noch ganz genau, wie sehr ihr Vater diese Farm liebte und fühlt sich daher ...

Die Obstfarm Cherry Hill in Colorado ist seit dem Tod des Familienoberhauptes ganz in Frauenhand. Die 25-jährige Juniper weiß noch ganz genau, wie sehr ihr Vater diese Farm liebte und fühlt sich daher für das Fortbestehen des Unternehmens verantwortlich. Darunter leidet allerdings ihr Privatleben. Vor einigen Jahren beendete sie sogar unter einem Vorwand ihre Beziehung zu ihrer großen Liebe Henry. Dass dieser jedoch eines Tages unangekündigt vor ihrer Tür auftaucht, stürzt nicht nur Junipers Gefühle ins Chaos, sondern überrascht auch ihre ganze Familie.

Da ich die Green-Valley-Reihe wahnsinnig gerne mochte, habe ich mich um diese Neuerscheinung förmlich gerissen! Tatsächlich hatte ich dann auch eine unterhaltsame Lesezeit, mit vielen sympathischen Charakteren vor traumhafter Kulisse.

Lilly Lucas Schreibstil schmiegte sich regelrecht an ihren Handlungsschauplatz. Meiner Meinung nach schreibt sie sehr natürlich, ohne unnötige Ausschweifungen oder Kitsch, womit sie das Flair von Cherry Hill und die Charaktereigenschaften der einzelnen Bewohner des quirligen Frauenhaushaltes überaus stimmig einfangen konnte.
Das Miteinander der Schwestern hat mir gut gefallen. Die Darstellung der Höhen und Tiefen und der Entbehrungen, die jede für das Unternehmen in Kauf nehmen musste, wurden nicht verschwiegen, aber in eine positive Atmosphäre gelenkt. Dies machte es für mich leichter über die ernsten Hintergründe der Familie McCarthy und auch Junipers Situation nachzudenken.

Mit den Protagonisten Juniper und Henry wurde ich jedoch nicht so richtig warm. Mit Henry noch eher, er zeigte die Bereitschaft zur Lösungsfindung, während Juniper sehr egoistisch agierte und gefühlt dafür noch Applaus erwartete, da sie ja ihren Henry angeblich nur schützen wollte. Ich weiß gar nicht, wie ich so ein Verhalten bewerten sollte, ich fand es einfach nur unlogisch und unsympathisch. Ehrlich gesagt hat mich dieses seltsame Gehabe ziemlich genervt, vor allem, weil Henry ihr wie ein Hündchen nachlief. Das Schlimmste daran war, dass das letzte Viertel des Buches ein ständiges und unnötiges Hin und Her zwischen den beiden war, das gar nicht mehr aufhören wollte.

Kurzum, an die Green-Valley-Geschichten kam dieser Auftakt der Cherry-Hill-Reihe meines Erachtens nicht heran. Was allerdings lediglich an den Hauptfiguren lag. Natürlich werde ich den nächsten Band trotzdem lesen, es ist ja noch nicht aller Tage Abend. / 3,5 Sterne

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