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Veröffentlicht am 07.05.2026

Leider enttäuschend

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
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Der Plot orientiert sich sehr stark an dem Original, nur dass Dorothy jetzt erwachsen ist und somit auch andere Wünsche und Bedürfnisse hat. Wer den „Zauberer von Oz“ kennt, wird bei der Handlung selten ...

Der Plot orientiert sich sehr stark an dem Original, nur dass Dorothy jetzt erwachsen ist und somit auch andere Wünsche und Bedürfnisse hat. Wer den „Zauberer von Oz“ kennt, wird bei der Handlung selten überrascht werden, es gibt nur Variationen bei der konkreten Umsetzung. Prinzipiell finde ich es bei einer neuen Version eines Klassikers völlig okay, wenn sich nicht zu viel an der grundlegenden Struktur ändert. Aber dann muss das Buch durch interessante, vielschichtige Charaktere bestechen, einen guten Schreibstil oder durch eine besondere Atmosphäre haben. Während die ersten Kapitel vielversprechend geklungen haben, gerade durch ihre mysteriöse und rätselhaften Beschreibungen, wurde das Buch im Laufe der Zeit immer unspektakulärer. Am Ende gab es noch einen interessanten Plottwist, den ich leider bereits vermutet hatte. Das war natürlich mein persönliches Pech, machte es für mich jedoch auch nicht spannender.

Am Anfang des Buches gab es außerdem eine Triggerwarnung, sie wurde nur leider nicht so benannt. Ich finde solche Hinweise sehr wichtig, jedoch möchte ich selbst entscheiden, ob ich sie lese oder nicht. So habe ich erst zu spät gemerkt, worum es ging und wusste daher leider zum Beispiel bereits, wann und wie viele spicy Szenen es geben wird.

Dorothy ist zwar nun erwachsen, wirkt aber weiterhin sehr naiv und unreif. Ihre Therapeutin hat bei ihr Bindungsangst diagnostiziert, was auch immer wieder betont wird. Ansonsten zeigt Dorothy leider keine weitere charakterliche Tiefe. Auch ihre Beziehung zu ihrem Love Interest ist die ganze Zeit über sehr oberflächlich und hat bei mir von Anfang an einen unangenehmen Beigeschmack hinterlassen, sodass sich für mich keine romantische Stimmung aufgebaut hat. Am interessantesten waren für mich noch zwei der Nebencharaktere, die meinetwegen wesentlich öfter hätten vorkommen können.

Das Buch soll eine dunklere und spicy Version vom „Zauberer von Oz“ sein, dieses Ziel wurde für mich nicht erreicht. Die spicy Szenen trafen nicht meinen Geschmack und gerade die letzte Szene geschah für mich auch im völlig falschen Augenblick. Ich schätze es in Romanen durchaus, wenn sie etwas düsterer sind und subtil eine dunkle Atmosphäre aufbauen, aber hier war es einfach nur stumpf. Anscheinend gibt es nur zwei Möglichkeiten einen anderen Menschen umzubringen und Messer und Äxte spielen dabei eine große Rolle.

Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut und gerade nach „Wicked“ war ich sehr gespannt auf dieses Buch, gerade weil es düster und spicy sein sollte. Aber für mich war das einzig Gute an diesem Roman die Welt von Oz und die kann ich leider nicht dieser Autorin anrechnen. Die wirklich gute Idee wurde durch die oberflächlichen Charaktere und einige fast skurril anmutende Szenen leider zerstört. Vielleicht ist es für jemanden spannenderer, der den Zauberer von Oz nicht kennt, aber das kann ich leider nicht beurteilen.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Vielschichtige Frauenfreundschaften

Schon schwankte die Welt
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Nach dem Auszug ihrer Tochter beginnt Viktoria wieder in ihrer alten Forschungsstation mit Raben zu arbeiten. Dort lernt sie den wesentlich jüngeren Polly kennen. Die Verbindung zwischen den beiden stellt ...

Nach dem Auszug ihrer Tochter beginnt Viktoria wieder in ihrer alten Forschungsstation mit Raben zu arbeiten. Dort lernt sie den wesentlich jüngeren Polly kennen. Die Verbindung zwischen den beiden stellt sowohl die Beziehung zu ihrer langjährigen Freundin Helene auf die Probe, als auch zu ihrer Tochter Lara.

Viktoria hat sich jahrelang aufopferungsvoll um ihre Tochter gekümmert, doch nun sieht sie ihre Pflicht erfüllt und möchte ihr Leben genießen und vielleicht bis zu einem gewissen Grad die Leichtigkeit vergangener Jahre zurückholen. Wenig Verständnis haben dafür sowohl ihre Tochter, die sich überflüssig und abgeschoben fühlt, als auch ihre Freundin Helene, die fest im Leben steht und die Beziehung zum wesentlich jüngeren Polly nicht verstehen kann. Für sie sind Männer Mittel zum Zweck, aber nicht der Lebensmittelpunkt.
Die Beziehungen zwischen den Frauen sind vielschichtig und zeigen ihre ganz eigene Dynamik. Obwohl jede einen anderen Standpunkt einnimmt, konnte ich die Gefühle gut verstehen und auch die jeweiligen Handlungen nachvollziehen. Der Roman zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sein können und dass es mehr als eine Wahrheit geben kann.

Über dem Ganzen steht das Thema Kommunikation: Missverständnisse, Unausgesprochenes, verbale und non-verbale Kommunikation und welche Einflüsse sie auf den jeweils anderen haben können. Vieles hätte vermieden werden können, wenn die Beteiligten offen gesprochen hätten. Schön ist dabei der Bezug zu Viktorias Forschungsarbeit und die Kommunikation von Raben.

Mein wesentlicher Kritikpunkt ist die Darstellung von Polly. Die männlichen Charaktere werden insgesamt sehr einseitig, oberflächlich und negativ beschrieben, sie zeigen kaum Tiefe und müssen als Ursache für die Übel der weiblichen Welt herhalten. Auch wenn ich durchaus verstehe, dass wir teilweise gesellschaftlich noch weit entfernt sind von einer Gleichstellung aller Geschlechter, kann es nicht die Lösung sein die Männer zu verteufeln. Hier hätte ich mir eine reflektierte Darstellung gewünscht und vielleicht auch einen weiteren Blick auf andere Beziehungsformen. So scheint im Roman vor allem die feministische Sichtweise in den Vordergrund zu treten und lässt andere Optionen eher außen vor, was nicht mehr unserer Zeit entspricht.

Insgesamt besticht für mich das Buch durch die komplexe Beschreibung und Dynamik der Dreieckbeziehung zwischen Viktoria, ihrer besten Freundin und Viktorias Tochter. Die Sprache ist schonungslos ehrlich und viele Aussagen haben mich zum Nachdenken angeregt. Trotzdem war die Story für mich nicht ganz rund, als hätten gerade zum Ende hin ein paar Kapitel gefehlt, um manchen Aspekten mehr Tiefe zu geben.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Eine kleine Auszeit

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene erfüllt ihren Job als Managerin einer großen Firma sehr erfolgreich: Sie arbeitet strukturiert, effizient und sorgt für gute Zahlen. Doch um CEO zu werden reicht es nicht aus, da werden weitere ...

Marlene erfüllt ihren Job als Managerin einer großen Firma sehr erfolgreich: Sie arbeitet strukturiert, effizient und sorgt für gute Zahlen. Doch um CEO zu werden reicht es nicht aus, da werden weitere Kompetenzen gefordert. Aus diesem Grund schickt Marlenes Chef sie zu Alex Grow, einem Lebenscoach, der ihr helfen soll, ihre menschliche Seite besser zu entwickeln. Doch während des Coachings wird deutlich, dass nicht alles immer so läuft, wie geplant und auch der beste Trainer manchmal etwas Unterstützung braucht.

Im ersten Moment hat man das Gefühl, dass wirklich jedes Klischee zum Thema Lifestyle und Coaching parodiert wird, bis man es fast nicht mehr aushält. Die Maßnahmen wirken überspitzt, lächerlich und überflüssig. Eine Hilfe für Menschen, die eigentlich keine Hilfe brauchen. Doch dann ändert sich ganz unauffällig die Stimmung und der Roman bekommt mehr Tiefe. Marlene ist zwar eine sehr rationale Person, aber je besser man sie kennenlernt, desto mehr kann man es verstehen. Und auf einmal spürt man, dass ein Coaching vielleicht doch etwas bewirken kann. Jeder hat seine eigene Geschichte und eigene Dämonen, mit denen er kämpfen muss und sehr oft verbirgt sich hinter einer Person viel mehr, als man auf den ersten Blick erkennen kann.

Zu den Charakteren: Mit Alex bin ich leider über den ganzen Roman hinweg nicht wirklich warm geworden, ich kann seine Lebensweise schlicht und ergreifend nicht nachvollziehen. Dafür habe ich Marlene im Laufe der Zeit wirklich schätzen gelernt. Ihre pragmatische Art, die ehrliche Art und Weise, wie sie Situationen beschreibt und den Nagel auf den Kopf trifft, hat mich des Öfteren Tränen lachen lassen. Auch einige Nebenfiguren haben mir sehr gut gefallen, sofern sie nicht lebende Klischees waren.

Es passiert nicht viel, trotzdem habe das Buch fast in einem Stück durchgelesen und hätte alle Charaktere gerne noch etwas länger begleitet, um zu erfahren, wie sie ihr weiteres Leben meistern. Es ist ein sehr angenehmer, leichter und unterhaltsamer Roman, der durch manche Szenen und Rückblicke einen gewisse Tiefe erhält.

Aufgrund es Covers habe ich mit einem etwas „anspruchsvolleren“ Roman gerechnet. Es handelt sich jedoch vor allem um ein lustiges und unterhaltsames Buch, welches ein paar traurige oder nachdenkliche Szenen enthält. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht, für mich ist es die perfekte Lektüre für zwischendurch, auch wenn es wahrscheinlich nicht allzu lange bei mir in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Ist es das Ende oder erst der Anfang?

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Die Menge an Plankton reduziert sich drastisch, die Böden vertrocknen, die Lebensmittel werden knapper. Jede Entwicklung für sich ist bereits eine Herausforderung für die Menschheit. Was passiert jedoch, ...

Die Menge an Plankton reduziert sich drastisch, die Böden vertrocknen, die Lebensmittel werden knapper. Jede Entwicklung für sich ist bereits eine Herausforderung für die Menschheit. Was passiert jedoch, wenn alles auf einmal passiert?
Aus der Sicht von verschiedenen Personen wird die Verschlechterung unserer Umwelt beschrieben, dabei wird z.B. die wirtschaftliche oder politische Sichtweise aufgezeigt und wie alles miteinander verbunden ist. Leider sind es gerade die vielen verschiedenen Charaktere, die sich innerhalb von wenigen Seiten immer wieder abwechseln, welche mir ein wenig die Freude am Lesen genommen haben. Auch wenn es am Ende des Buchs ein Personenverzeichnis gibt und man nach 700 Seiten weiß, wer wer ist, konnte ich mich anfangs nur schwer in die verschiedenen Personen hineinversetzen. Ich verstehe, dass so die weltweite Vernetzung deutlich gemacht werden soll, trotzdem hätte ich mir von meinen Lieblingscharakteren eindeutig ein häufigeres Auftreten gewünscht.
Ansonsten hat mich der Roman sehr erschüttert. Natürlich war mir einiges bewusst, aber welche extremen Auswirkungen es haben kann, wenn die Sojaernte zum Beispiel nur teilweise ausfällt, war mir nicht klar. Elsberg erklärt die Zusammenhänge zwischen unserem Handeln und den Auswirkungen auf die Natur sehr eindrücklich, ohne zu sehr in Richtung Lehrbuch abzudriften. Es regt zum Nachdenken an und ich frage mich in letzter Zeit öfters, ob ich das, was ich im Leben gerade alles habe und nutze, auch tatsächlich brauche. Wer Veränderungen scheut, sollte dieses Buch also besser nicht lesen…
Dies ist kein Buch für jemanden, der den Klimawandel als eine Lüge ansieht oder das Schweineschnitzel als Kulturgut. Wer sich aber offen mit dem aktuellen Thema unserer immer weiter zerstörten Umwelt auseinander setzen möchte, kann hier mal einen anderen Weg finden. Es geht nicht um einen erhobenen Zeigefinger oder ein schlechtes Gewissen. Vielmehr wird uns gezeigt, was sich an unserem Denken ändern muss, damit wir auch in Zukunft diese Erde bewohnen können. Natürlich können wir einfach so weitermachen wie bisher, aber dann müssen wir auch mit den Konsequenzen leben.
Es ist kein einfaches Buch. Es zwingt einen Hinzuschauen, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und in den Gesamtkontext einzuordnen. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr gut geschriebenes Buch, welches die Spannung bis zum Schluss immer weiter aufbaut. Es bietet keine Musterlösungen, sondern eine Starthilfe zum Umdenken. Es muss nicht alles enden… vielleicht können wir gerade jetzt neu anfangen?

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Düstere und abgründige Romance

Limerence
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Poppy hat ein Stipendium für die elitäre Lionswood Prep erhalten und fristet dort ein unauffälliges Dasein, bis der einzige andere Stipendiat eines mysteriösen Todes stirbt. Als sie Nachforschungen anstellt, ...

Poppy hat ein Stipendium für die elitäre Lionswood Prep erhalten und fristet dort ein unauffälliges Dasein, bis der einzige andere Stipendiat eines mysteriösen Todes stirbt. Als sie Nachforschungen anstellt, gerät sie mit Adrian aneinander, dem eigentlichen Starschüler und Charmingboy der ganzen Schule, der auf den zweiten Blick aber noch mehr zu verbergen hat als Poppy. Es entwickelt sich zwischen den beiden eine Beziehung, die auf moralischen Abgründen aufbaut.

Für mich war das Besondere an diesem Roman Poppy und Adrian. Endlich mal Charaktere, die nicht sofort zu durchschauen sind und den man anmerkt, dass sie viele dunkle Geheimnisse haben. Es ist nicht die klassische Geschichte vom armen braven Mädchen, dass sich in den reichen, beliebten Jungen verliebt. Natürlich, Adrian ist mehr als reich und besitzt eine Macht, die sich die meisten nicht einmal vorstellen können. Aber in der Art und Weise, wie sie ihr Umfeld manipulieren und welche Mittel sie einsetzen, um ein Ziel zu erreichen, sind sich Poppy und Adrian beinahe ebenbürtig. Gleichzeitig hat Poppy für mich auch einen guten Sinn für Humor und konnte sich mit ihrer toughen Art immer wieder behaupten, ohne sich von Reichtum und Macht einschüchtern zu lassen.

Bei der Frage, warum das Buch erst ab 18 Jahre ist, muss man wohl sagen, es liegt eher nicht an den spicy Szenen, die sehr selten vorkommen, obwohl es eindeutig oft zwischen den beiden kribbelt. Vielmehr ist es diese völlige Verdrehung von moralischen Grundsätzen zum eigenen Wohl und dem Anwenden von Gewalt, um die eigenen Ziele durchzusetzen. Trotz der ständigen Grenzüberschreitungen hat es für mich in diesem Roman aber gepasst, sowohl in der Beziehung zwischen den beiden als auch im gesamten Plot bis hin zum Schluss.

Es handelt sich weder um eine klassische noch um eine richtige „dark“ Romance, mich hat es aber trotzdem oder gerade deswegen fasziniert, weil ich nie wusste, was mich erwartet. Wem „Maxton Hall“ zu freundlich war, dieses Genre aber prinzipiell gerne liest, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.

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