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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Ist es das Ende oder erst der Anfang?

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Die Menge an Plankton reduziert sich drastisch, die Böden vertrocknen, die Lebensmittel werden knapper. Jede Entwicklung für sich ist bereits eine Herausforderung für die Menschheit. Was passiert jedoch, ...

Die Menge an Plankton reduziert sich drastisch, die Böden vertrocknen, die Lebensmittel werden knapper. Jede Entwicklung für sich ist bereits eine Herausforderung für die Menschheit. Was passiert jedoch, wenn alles auf einmal passiert?
Aus der Sicht von verschiedenen Personen wird die Verschlechterung unserer Umwelt beschrieben, dabei wird z.B. die wirtschaftliche oder politische Sichtweise aufgezeigt und wie alles miteinander verbunden ist. Leider sind es gerade die vielen verschiedenen Charaktere, die sich innerhalb von wenigen Seiten immer wieder abwechseln, welche mir ein wenig die Freude am Lesen genommen haben. Auch wenn es am Ende des Buchs ein Personenverzeichnis gibt und man nach 700 Seiten weiß, wer wer ist, konnte ich mich anfangs nur schwer in die verschiedenen Personen hineinversetzen. Ich verstehe, dass so die weltweite Vernetzung deutlich gemacht werden soll, trotzdem hätte ich mir von meinen Lieblingscharakteren eindeutig ein häufigeres Auftreten gewünscht.
Ansonsten hat mich der Roman sehr erschüttert. Natürlich war mir einiges bewusst, aber welche extremen Auswirkungen es haben kann, wenn die Sojaernte zum Beispiel nur teilweise ausfällt, war mir nicht klar. Elsberg erklärt die Zusammenhänge zwischen unserem Handeln und den Auswirkungen auf die Natur sehr eindrücklich, ohne zu sehr in Richtung Lehrbuch abzudriften. Es regt zum Nachdenken an und ich frage mich in letzter Zeit öfters, ob ich das, was ich im Leben gerade alles habe und nutze, auch tatsächlich brauche. Wer Veränderungen scheut, sollte dieses Buch also besser nicht lesen…
Dies ist kein Buch für jemanden, der den Klimawandel als eine Lüge ansieht oder das Schweineschnitzel als Kulturgut. Wer sich aber offen mit dem aktuellen Thema unserer immer weiter zerstörten Umwelt auseinander setzen möchte, kann hier mal einen anderen Weg finden. Es geht nicht um einen erhobenen Zeigefinger oder ein schlechtes Gewissen. Vielmehr wird uns gezeigt, was sich an unserem Denken ändern muss, damit wir auch in Zukunft diese Erde bewohnen können. Natürlich können wir einfach so weitermachen wie bisher, aber dann müssen wir auch mit den Konsequenzen leben.
Es ist kein einfaches Buch. Es zwingt einen Hinzuschauen, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und in den Gesamtkontext einzuordnen. Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr gut geschriebenes Buch, welches die Spannung bis zum Schluss immer weiter aufbaut. Es bietet keine Musterlösungen, sondern eine Starthilfe zum Umdenken. Es muss nicht alles enden… vielleicht können wir gerade jetzt neu anfangen?

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Düstere und abgründige Romance

Limerence
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Poppy hat ein Stipendium für die elitäre Lionswood Prep erhalten und fristet dort ein unauffälliges Dasein, bis der einzige andere Stipendiat eines mysteriösen Todes stirbt. Als sie Nachforschungen anstellt, ...

Poppy hat ein Stipendium für die elitäre Lionswood Prep erhalten und fristet dort ein unauffälliges Dasein, bis der einzige andere Stipendiat eines mysteriösen Todes stirbt. Als sie Nachforschungen anstellt, gerät sie mit Adrian aneinander, dem eigentlichen Starschüler und Charmingboy der ganzen Schule, der auf den zweiten Blick aber noch mehr zu verbergen hat als Poppy. Es entwickelt sich zwischen den beiden eine Beziehung, die auf moralischen Abgründen aufbaut.

Für mich war das Besondere an diesem Roman Poppy und Adrian. Endlich mal Charaktere, die nicht sofort zu durchschauen sind und den man anmerkt, dass sie viele dunkle Geheimnisse haben. Es ist nicht die klassische Geschichte vom armen braven Mädchen, dass sich in den reichen, beliebten Jungen verliebt. Natürlich, Adrian ist mehr als reich und besitzt eine Macht, die sich die meisten nicht einmal vorstellen können. Aber in der Art und Weise, wie sie ihr Umfeld manipulieren und welche Mittel sie einsetzen, um ein Ziel zu erreichen, sind sich Poppy und Adrian beinahe ebenbürtig. Gleichzeitig hat Poppy für mich auch einen guten Sinn für Humor und konnte sich mit ihrer toughen Art immer wieder behaupten, ohne sich von Reichtum und Macht einschüchtern zu lassen.

Bei der Frage, warum das Buch erst ab 18 Jahre ist, muss man wohl sagen, es liegt eher nicht an den spicy Szenen, die sehr selten vorkommen, obwohl es eindeutig oft zwischen den beiden kribbelt. Vielmehr ist es diese völlige Verdrehung von moralischen Grundsätzen zum eigenen Wohl und dem Anwenden von Gewalt, um die eigenen Ziele durchzusetzen. Trotz der ständigen Grenzüberschreitungen hat es für mich in diesem Roman aber gepasst, sowohl in der Beziehung zwischen den beiden als auch im gesamten Plot bis hin zum Schluss.

Es handelt sich weder um eine klassische noch um eine richtige „dark“ Romance, mich hat es aber trotzdem oder gerade deswegen fasziniert, weil ich nie wusste, was mich erwartet. Wem „Maxton Hall“ zu freundlich war, dieses Genre aber prinzipiell gerne liest, ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Crashkurs moderner Beziehungsformen

Open Hearts
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Nachdem sich Mistys Verlobter nach einer langjährigen Beziehung von ihr trennt, zieht Misty zunächst zu ihrer Mutter, um wieder auf die Beine zu kommen. Als sie wieder mit dem Daten beginnt, trifft sie ...

Nachdem sich Mistys Verlobter nach einer langjährigen Beziehung von ihr trennt, zieht Misty zunächst zu ihrer Mutter, um wieder auf die Beine zu kommen. Als sie wieder mit dem Daten beginnt, trifft sie auf Christopher, bei dem ihr erst auf den zweiten Blick bewusst wird, dass er eine offene Beziehung führt. Sie lässt sich darauf ein, auch um ihr eigenes Verhalten in Partnerschaften zu hinterfragen und lernt dabei viel über sich selbst und das Leben in einer modernen Gesellschaft.

Ich verstehe, dass diese Art Roman polarisieren soll und die Meinungen sehr weit auseinander gehen können. Tatsächlich bin ich etwas hin- und hergerissen, weil mir die Idee und meistens auch die Protagonistin gut gefallen haben, es für mich aber insgesamt nicht stimmig war. Daher gibt es heute meine Bemerkungen in Pro und Kontra aufgeteilt:

Pro:
Misty ist für mich zumindest am Anfang ein sehr sympathischer und humorvoller Mensch. Sie hat keine Schwierigkeiten sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und besitzt einen interessanten Freundeskreis. Ihre Einstellungen innerhalb von Beziehungen sind teilweise sehr fragwürdig, aber auch das finde ich für den Roman in Ordnung. Ich denke jeder kennt das Gefühl, dass man sich bis zu einem gewissen Grad anpassen muss, die Frage ist nur, wie weit darf es gehen?
Der Roman zeigt viele verschiedene Möglichkeiten, von ganz traditionellen Beziehungen, wie Vater-Mutter-Kind, bis zu offenen Partnerschaften, Polyamorie, queere… Er regt zum Nachdenken an, was man für sich selbst wirklich möchte und was uns nur von der Gesellschaft als richtig suggeriert wird.
Der Schreibstil ist an sich angenehm zu lesen, auch wenn die häufigen Fehler den Schreibfluss durchaus stören können.

Kontra:
Leider war mir Christopher schlicht und ergreifend unsympathisch. Er hat Misty mit einer gewissen Regelmäßigkeit spüren lassen, dass sie für ihn zu ungebildet ist und sogar sein Sohn mehr Wörter als sie kennen würde. Auch seine offene Beziehung hat in mir immer mehr den Eindruck hinterlassen, dass es sich eher um einen Freifahrtschein zum Fremdgehen gehandelt hat als alles andere, weil es eindeutig an emotionaler Nähe zu seiner festen Partnerin fehlte. Und damit geht für mich auch der Sinn des Romans verloren. Bis jetzt weiß ich nicht, was die Botschaft des Buches sein soll und wenn man schon einen polarisierenden Roman schreibt, dann sollte es auch irgendeine Aussage geben und den Leser, in diesem Fall mich, nicht völlig verwirrt zurück lassen. Hinzu kommt, dass Misty zwar eine Entwicklung ihrer Persönlichkeit durchmacht hat, aus der sie auch gestärkt herausgeht, aber leider gleichzeitig völlig humorlos wird. So mochte ich ihr am Ende auch nicht mehr besonders gerne zuhören.

Fazit:
Ich fand die Idee des Romans an sich sehr gut, denn jeder sollte darüber nachdenken, was er wirklich im Leben möchte und sich nicht nach den klassischen gesellschaftlichen Erwartungen richten. Trotzdem haperte es für mich an der Umsetzung. Während der Anfang mir durch seine humorvolle Art sehr gut gefiel, war ich am Ende nur noch verwirrt und teilweise auch etwas gelangweilt.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Vielleicht zu viel erwartet...

Selling Dreams
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Marissa hat sich durch harte Arbeit, Leidenschaft und jede Menge Charme einen Ruf als hervorragende Immobilienmaklerin erkämpft. Nachdem sie von ihrem alten Arbeitgeber enttäuscht wurde, erhält sie glücklicherweise ...

Marissa hat sich durch harte Arbeit, Leidenschaft und jede Menge Charme einen Ruf als hervorragende Immobilienmaklerin erkämpft. Nachdem sie von ihrem alten Arbeitgeber enttäuscht wurde, erhält sie glücklicherweise einen neuen Job bei der besten Agentur in NYC. Der Haken: sie muss nun ausgerechnet mit ihrem ehemaligen Konkurrenten Calder zusammen arbeiten, bei dem sie sich im Laufe der Zeit immer häufiger fragt, ob die Spannung zwischen den beiden wirklich nur aufgrund des Wettkampfs um die meisten Verkäufe besteht.

Ich liebe Marissa. Sie ist tough, temperamentvoll und weiß genau was sie möchte. Auch wenn von Anfang an eine wahnsinnige Spannung zwischen ihr und Calder besteht, lässt sie sich nicht direkt um den Finger wickeln, sondern kontert schlagfertig jede seiner Charmeoffensiven. Trotzdem hat sie eine sehr weiche und gefühlvolle Seite. Selbst bei den Immobilienverkäufen geht es ihr nicht nur ums Geld, sondern sie möchte wirklich, dass ihre Kunden glücklich sind und ein Zuhause finden. Nach Marissas begeisternden Art würde ich am liebsten auch in die Welt rausgehen und für jeden die perfekte Immobilie finden… Aber auch für ihre Freunde und Familie ist sie da. Natürlich hat sie ihre Fehler und vor allem in letzter Zeit stand der Beruf einfach viel zu häufig an erster Stelle, aber sie ist trotzdem sehr loyal und möchte sich glaubhaft bessern.

Ganz anders sah es für mich bei Calder aus. Marissa ist eindeutig Feuer, aber wieso er das Eis repräsentieren soll, ist mir nicht klar. Anfangs fand ich ihn wirklich sympathisch und auch im Umgang mit seiner Familie toll, aber dann hat die Autorin versucht ihm eine neue Tiefe zu geben, die für mich einfach nicht gepasst hat. Natürlich ist es toll, wenn Charaktere vielschichtig sind, aber das muss im Verhalten auch erkennbar werden. Für mich kann niemand nach außen Everybody´s Darling sein und der beste Verkäufer eines riesigen Unternehmens, um dann im Privaten eine völlige Kehrtwende zu machen. Ich mag Calder und auch den Rest seiner Familie (ich glaube seine beiden Brüder gefallen mir sogar noch besser), aber das Gesamtpaket fand ich nicht überzeugend.

Und jetzt zur Handlung. Das Thema der High-End-Immobilien fand ich sehr interessant und auch die Einblicke in die Arbeitsweise eines riesigen Unternehmens fand ich spannend. Da leider ein großer Anteil vom Plot auf Calders Problemen beruht und irgendwann auch nicht mehr so viel passiert, fand ich das Buch zeitweise sehr langatmig. Wenn ihr dieses Buch lesen solltet, werdet ihr merken, dass viele wichtige Themen angesprochen werden und bitte versteht mich nicht falsch, das finde ich auch sehr wichtig. Trotzdem möchte ich gerade bei einer Romance gut unterhalten werden und den Love Interest faszinierend finden. Ich war dagegen eher irritiert und leicht gelangweilt.

Der Roman hat eine temperamentvolle, starke und trotzdem liebenswerte Protagonistin und viele interessante Anspielungen auf die folgenden Bände, nur hat mich der Start leider nicht überzeugt. Sowohl die zwischenzeitlichen Längen als auch die männliche Hauptfigur haben es für mich eher zu einem durchschnittlichen Roman werden lassen. Trotzdem würde ich nicht ausschließen, dass ich den Folgeband noch lese, da der Schreibstil wirklich sehr angenehm war und ich das zukünftige Pärchen gerne mag.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Herzerwärmende, humorvolle und bittersüße Romance

Ein Buchladen zum Verlieben
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Die schwedische Sara will ihre Brieffreundin in dem kleinen heruntergekommen Städtchen Broken Wheels in Iowa besuchen. Doch der Urlaub läuft nicht wie geplant. Kurzerhand eröffnet sie einen Buchladen und ...

Die schwedische Sara will ihre Brieffreundin in dem kleinen heruntergekommen Städtchen Broken Wheels in Iowa besuchen. Doch der Urlaub läuft nicht wie geplant. Kurzerhand eröffnet sie einen Buchladen und bringt den Menschen dort nicht nur das Lesen wieder näher, sondern lernt nach und nach auch die Bewohner dort zu lieben.

Ich habe ehrlich gesagt lange überlegt, ob ich das Buch wirklich lesen sollte. Es klang nicht besonders spannend und es passiert tatsächlich so gut wie Nichts in dem Roman. Die Handlung von 450 Seiten kann man praktisch in 3 Sätzen zusammenfassen. Dazu kamen viele sehr schlechte Bewertungen. Aus irgendeinem Grund habe ich dann doch begonnen das Buch zu lesen und konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Aus ein paar Seiten wurden ein paar Kapitel bis ich die letzten Tage praktisch in jeder freien Minute gelesen habe. Und ich kann bis jetzt nicht sagen, warum ich es so gerne mochte.

Alle Charaktere wurden etwas überspitzt dargestellt, aber dabei so liebenswert, dass ich sie alle in mein Herz geschlossen habe. Falls jemand Pixar-Filme mag, es hat mich sehr an „Cars“ und das kleine verlassene Städtchen Radiator Springs erinnert. Sara hat Broken Wheels auf ihre einfache und charmante Weise so viel Hoffnung wiedergegeben, mit ihrer sanften und ruhigen Art hat sie sich in das Herz der Bewohner und in mein Herz geschlichen.

Man sollte aber schon eine große Affinität zu Bücher haben, denn in jedem Kapitel gibt es mehrere Anspielungen auf Klassiker oder Bestseller. Und obwohl ich relativ bunt gemischt und viel lese, hab ich nicht alles erkannt und man muss damit leben können, vielleicht nicht alles zuordnen zu können. Andererseits hat Sara mir wieder viele Autoren und Bücher in Erinnerung gebracht, die ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte (das Buch ist von 2013).

Fazit: Ich habe Tränen geweint und gelacht, mit allen mitgefiebert und auf ein gutes Ende gehofft. Es geht um die Liebe zum Lesen, aber auch um die Liebe zu den Menschen und wie wichtig Gemeinschaft für uns ist. Ab und zu braucht man einfach ein Buch, das glücklich macht.

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