Leider enttäuschend
West of Wicked. Folge deinem VerlangenDer Plot orientiert sich sehr stark an dem Original, nur dass Dorothy jetzt erwachsen ist und somit auch andere Wünsche und Bedürfnisse hat. Wer den „Zauberer von Oz“ kennt, wird bei der Handlung selten ...
Der Plot orientiert sich sehr stark an dem Original, nur dass Dorothy jetzt erwachsen ist und somit auch andere Wünsche und Bedürfnisse hat. Wer den „Zauberer von Oz“ kennt, wird bei der Handlung selten überrascht werden, es gibt nur Variationen bei der konkreten Umsetzung. Prinzipiell finde ich es bei einer neuen Version eines Klassikers völlig okay, wenn sich nicht zu viel an der grundlegenden Struktur ändert. Aber dann muss das Buch durch interessante, vielschichtige Charaktere bestechen, einen guten Schreibstil oder durch eine besondere Atmosphäre haben. Während die ersten Kapitel vielversprechend geklungen haben, gerade durch ihre mysteriöse und rätselhaften Beschreibungen, wurde das Buch im Laufe der Zeit immer unspektakulärer. Am Ende gab es noch einen interessanten Plottwist, den ich leider bereits vermutet hatte. Das war natürlich mein persönliches Pech, machte es für mich jedoch auch nicht spannender.
Am Anfang des Buches gab es außerdem eine Triggerwarnung, sie wurde nur leider nicht so benannt. Ich finde solche Hinweise sehr wichtig, jedoch möchte ich selbst entscheiden, ob ich sie lese oder nicht. So habe ich erst zu spät gemerkt, worum es ging und wusste daher leider zum Beispiel bereits, wann und wie viele spicy Szenen es geben wird.
Dorothy ist zwar nun erwachsen, wirkt aber weiterhin sehr naiv und unreif. Ihre Therapeutin hat bei ihr Bindungsangst diagnostiziert, was auch immer wieder betont wird. Ansonsten zeigt Dorothy leider keine weitere charakterliche Tiefe. Auch ihre Beziehung zu ihrem Love Interest ist die ganze Zeit über sehr oberflächlich und hat bei mir von Anfang an einen unangenehmen Beigeschmack hinterlassen, sodass sich für mich keine romantische Stimmung aufgebaut hat. Am interessantesten waren für mich noch zwei der Nebencharaktere, die meinetwegen wesentlich öfter hätten vorkommen können.
Das Buch soll eine dunklere und spicy Version vom „Zauberer von Oz“ sein, dieses Ziel wurde für mich nicht erreicht. Die spicy Szenen trafen nicht meinen Geschmack und gerade die letzte Szene geschah für mich auch im völlig falschen Augenblick. Ich schätze es in Romanen durchaus, wenn sie etwas düsterer sind und subtil eine dunkle Atmosphäre aufbauen, aber hier war es einfach nur stumpf. Anscheinend gibt es nur zwei Möglichkeiten einen anderen Menschen umzubringen und Messer und Äxte spielen dabei eine große Rolle.
Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut und gerade nach „Wicked“ war ich sehr gespannt auf dieses Buch, gerade weil es düster und spicy sein sollte. Aber für mich war das einzig Gute an diesem Roman die Welt von Oz und die kann ich leider nicht dieser Autorin anrechnen. Die wirklich gute Idee wurde durch die oberflächlichen Charaktere und einige fast skurril anmutende Szenen leider zerstört. Vielleicht ist es für jemanden spannenderer, der den Zauberer von Oz nicht kennt, aber das kann ich leider nicht beurteilen.