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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2024

Fantastische Adaption, die sich lohnt

Agatha Christie Classics: Hercule Poirots Weihnachten
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Der Krimi-Klassiker von Agatha Christie gehört zu der Comic-Reihe «Agatha Christie Classics» und ist künstlerisch ein hochwertiges Highlight.
«Hercule Poirots Weihnachten» erzählt von einem Familientreffen, ...

Der Krimi-Klassiker von Agatha Christie gehört zu der Comic-Reihe «Agatha Christie Classics» und ist künstlerisch ein hochwertiges Highlight.
«Hercule Poirots Weihnachten» erzählt von einem Familientreffen, einem Mord und den Ermittlungen des berühmten Hercule Poirot an Heiligabend. Ein absolut unvorhersehbarer, spannender und raffinierter Fall für Krimi-Fans, mit allen klassischen Elementen, bei dem das Miträtseln besonders Spaß macht, da man durch den klaren Stil viele Details entdecken kann, was mich dazu bewogen hat, auch mal zurück zu blättern, um mir die Mimik und Reaktionen der Protagonisten oder ihre Aufenthaltsorte nochmal anzusehen. Nacheinander werden die Verdächtigen verhört und Text und Bilder sind gleichsam bedeutend. Mir hat auch gefallen, dass man durch die authentischen Elemente der 30er Jahre (Kleidung, Einrichtung etc.) in diese Zeit eintaucht und das herrschaftliche Ambiente zur Weihnachtszeit genießen kann, obwohl allen beteiligten nicht sehr weihnachtlich zumute ist. Das Buchformat erinnert an große Bilderbücher für Kinder. Dadurch sind die Darstellungen nicht so klein, während sich die Sprechblasen überwiegend unterordnen. Vorne und hinten findet sich eine Weltkarte mit Agatha Christies Werken. Insgesamt finde ich die Umsetzung fantastisch, weil sie alle Stärken eines Comics ausspielt und das Drama um Simeon Lees Ermordung spannend, stimmungsvoll und unterhaltsam präsentiert. Absolut empfehlenswert und ein wunderbares Lesevergnügen.

Veröffentlicht am 19.11.2024

Schüchterne Kleinstadtromanze

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
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Jeanie ist die neue Besitzerin des Pumpkin-Spice-Cafés in der Kleinstadt Dream Habour. Gleich daneben gibt es einen Buchladen und neben Pumpkin-Spice-Latte und gemütlichen Schauplätzen erwartet Jeanie ...

Jeanie ist die neue Besitzerin des Pumpkin-Spice-Cafés in der Kleinstadt Dream Habour. Gleich daneben gibt es einen Buchladen und neben Pumpkin-Spice-Latte und gemütlichen Schauplätzen erwartet Jeanie ein Buchklub und neue Freundschaften. Bereits im ersten Kapitel begegnet Jeanie Logan, einem stillen Farmer. Er hilft ihr bei einem Problem und sie kommen sich näher. Allerdings wurde Logan kürzlich das Herz gebrochen und die überbesorgten Kleinstadtbewohner (jeder mischt sich in die Angelegenheiten der anderen ein) raten Jeanie davon ab, diesen freundlichen und rücksichtsvollen Mann wieder zu verletzten. Das sorgt für Unsicherheit auf beiden Seiten und ein ständiges Auf und Ab, obwohl sich beide anschmachten. Außerdem will jemand Jeanie wieder loswerden und macht ihr das Leben schwer, aber das spielt nur eine Nebenrolle. Die Schreibweise ist ebenso seicht wie die Romanze, aber wenn man genau das sucht, dann kann man sich davon einfach berieseln lassen. Wer sich ein Bild machen möchte, sind hier zwei Eindrücke zum einordnen: „Jeanie atmete den Duft von warmem Heu und trockenem Laub ein. Ein Hauch von Holzfeuer und überreifen Äpfeln strich vorbei. Der ganze Ort roch nach Logan. Man sollte den Duft in Flaschen abfüllen. Eau de sexy Farmer.“ „ Er wollte, dass Jeanie ihm gehörte.“ Ich fand das Hin und Her ermüdend und einiges sehr fragwürdig umgesetzt. Für Nebenbei war es akzeptabel, aber ich würde es nicht empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2024

Kosmos der Rechtsmedizin

Über Leben und Tod
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Der Journalist Florian Klenk gibt Einblicke in die spektakulären Fälle, den Arbeitsalltag, Anekdoten und die Familiengeschichte des österreichischen Gerichtsmediziners Christian Reiter. Seine Schreibweise ...

Der Journalist Florian Klenk gibt Einblicke in die spektakulären Fälle, den Arbeitsalltag, Anekdoten und die Familiengeschichte des österreichischen Gerichtsmediziners Christian Reiter. Seine Schreibweise ist von genauen Beobachtungen geprägt, die einem das Gefühl geben, selbst dabei zu sein. Mir haben die Fälle im zweiten Teil des Buches besonders gefallen. Man erfährt beispielsweise, wie die „Schwarze Witwe“ Elfriede Blauensteiner ihre Männer durch eine Anzeige gefunden und getötet hat, bis Reiter ihr schließlich, durch seine Befunde, Mord nachweisen konnte. Das Studierzimmer von Christian Reiter ist ebenso spannend, denn auch seine Leidenschaft für Maden, spiegelt sich hier wieder und es gibt viele interessante Fakten dazu.

Besonders beeindruckt hat mich der Satz, den Reiter auf die Frage antwortet, was ein menschlicher Leichnam ihm bedeutet, denn für ihn ist es eine Hülle und der leere Abdruck einer Phase der Existenz. „Wer heute bei mir am Tisch liegt, hat gestern noch gelebt.“ Der Flugabsturz in Thailand und die Beschreibungen sind makaber und kaum vorstellbar. Es geht auch um das Versagen des Rechtsstaates, Missstände in der Branche, das „Sparen im System“ und wie wichtig die gerichtsmedizinische Rechtspflege für die Opfer ist, wenn es um die Befunde für Verletzte und Verprügelte geht. Das war nicht nur eine lehrreiche Lektüre, sondern auch eine, die mir neue Sichtweisen über das Leben und den Tod geschenkt hat.

Veröffentlicht am 07.11.2024

InnSæi als dringend benötigte Superkraft?

Die Kunst des InnSæi
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nnSæi ist das isländische Wort für Intuition und hat in der Vorstellung viel mit Wasser zutun. „Die beste Möglichkeit, auf dem Ozean des Lebens zu navigieren, ist, sich mit dem inneren Meer vertraut zu ...

nnSæi ist das isländische Wort für Intuition und hat in der Vorstellung viel mit Wasser zutun. „Die beste Möglichkeit, auf dem Ozean des Lebens zu navigieren, ist, sich mit dem inneren Meer vertraut zu machen.“ Poetisch beschreibt es die Welt in uns und unser Wirken im Außen, wenn wir mit einem emphatischen Geisteszustand handeln.
Hrund Gunnsteinsdóttir macht, in einer sehr angenehmen Erzählweise, immer wieder deutlich, dass alles miteinander verbunden ist. Dabei erzählt sie auch aus ihrem Leben. Sie vermittelt anschaulich, wie man InnSæi definiert und wie es von Erwartungen, starrem Denken und Ängsten blockiert wird. Ich fand es beispielsweise tröstlich, wie Schmerz uns zu mehr Menschlichkeit und Weisheit führt. Dazu gibt es auch Geschichten von Menschen, die diese Erfahrungen gemacht haben, was besonders anschaulich war, jedoch fiel es mir trotzdem schwer, deren Erkenntnisse auf mich zu übertragen. Generell ist «Die Kunst des InnSæi» inspirierend. Ich hatte mir jedoch ein paar neue Sichtweisen erhofft, aber wenn man sich schon mit Persönlichkeitsentwicklung und Achtsamkeit beschäftigt hat, findet man wenig Neues. Das ging mir auch im letzten Kapitel des Buches so, wo es um praktische Übungen und Tipps geht, um mit InnSæi in Einklang zu kommen. Viel dreht sich auch um Wahrnehmung und die Verbundenheit mit der Natur und anderen Menschen. Es gibt einige Überschneidungen zu anderen Konzepten, die ich anschaulicher finde.

Veröffentlicht am 07.11.2024

Horrido!

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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«Wir finden Mörder» ist das erste Buch von Richard Osman, das ich gelesen habe. Deshalb war ich unvoreingenommen, hatte aber bei Vergleichen mit Dan Browns »Sakrileg« schon eine Erwartung und hoffte, auf ...

«Wir finden Mörder» ist das erste Buch von Richard Osman, das ich gelesen habe. Deshalb war ich unvoreingenommen, hatte aber bei Vergleichen mit Dan Browns »Sakrileg« schon eine Erwartung und hoffte, auf den angepriesenen Humor. Der ist dabei, aber Spuren von »Sakrileg« konnte ich beim Lesen nicht finden. Für mich eher eine irreführende Werbung. Dafür bekommt man ein sehr unterhaltsame Konstellation präsentiert, die sich aus dem pensionierten Polizisten Steve, seiner Schwiegertochter Amy, die als Bodyguard arbeitet und der erfolgreichen Thrillerautorin Rosie zusammensetzt. Die drei haben ein amüsantes Zusammenspiel und ich mochte den wertschätzenden und liebevollen Umgang zwischen Steve und Amy. Er, der „fesche Bursche“, der sein gemütliches Leben in England nur wiederwillig unterbricht und die schöne, mutige Schwiegertochter, die zur Zielscheibe wird, nachdem Influencer ermordet wurden und sie die Fälle aufklären wollen. Die Handlung ist schon etwas abgedreht, wenn ich an den bösen Schurken denke, der sehr selbstsicher im Hintergrund die Strippen zieht und mit ChatGPT Mails im Stil eines freundlichen englischen Gentlemans formuliert. Es gibt einige überspitzte Figuren, einen stetigen Perspektivenwechsel und dank der reichen Rosie tun sich viele Möglichkeiten auf. Für mich war es ein Unterhaltungkrimi mit sympathischen Charakteren, der mit vielen Dialogen und Orten für Abwechslung sorgt. Tatsächlich war es mir jedoch einfach zu viel des Guten und fehlte an Spannung, aber der wunderbare Schreibstil und das amüsante Trio machen diesen Auftakt dennoch lesenswert.