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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein emotionaler und mitreißender Roman!

Die Frauen von Ballymore
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Darum geht es:
Sorcha O’Donovan glaubt an Ordnung, Herkunft und Versprechen. Bis sie Con Daly begegnet. Ein Musiker. Frei. Unangepasst. Gefährlich für alles, was sie kennt.

Ihre Liebe bleibt nicht unentdeckt. ...

Darum geht es:
Sorcha O’Donovan glaubt an Ordnung, Herkunft und Versprechen. Bis sie Con Daly begegnet. Ein Musiker. Frei. Unangepasst. Gefährlich für alles, was sie kennt.

Ihre Liebe bleibt nicht unentdeckt. Neid und Macht zerstören, was gerade erst begonnen hat. Sorcha verliert ihr Zuhause und muss sich entscheiden.

London wird zum Neuanfang. Die Stadt lebt laut. Die 1960er Jahre dulden keine Halbheiten. Con steigt auf. Ruhm verändert alles. Auch die Liebe.

Doch Vergangenheit vergeht nicht. Sie folgt. Und wenn alte Schuld zurückkehrt, zeigt sich, was wirklich zählt.

Ein Roman über Aufbruch und Verrat. Über Musik, Macht und Sehnsucht. Und über eine Frau, die lernen muss, für sich selbst einzustehen.

Mein Leseeindruck:
Ich liebe die Romane von Lucinda Riley und bin sehr dankbar, dass ihr Sohn ihr literarisches Erbe mit so viel Feingefühl weiterführt und diesen Roman behutsam überarbeitet hat. Man spürt auf jeder Seite den Respekt vor ihrer Stimme.

Anfangs war ich ehrlich gesagt skeptisch. Eine Geschichte rund um eine Musikband. Ich hatte kurz Sorge, dass mich das Thema nicht abholt. Doch das Gegenteil war der Fall. Ich wurde positiv überrascht und vollkommen hineingezogen. Die Geschichte ist ergreifend, voller tragischer Verstrickungen und bis zur letzten Seite spannend.

Der Roman wird auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, mit einem Abstand von zwanzig Jahren. Ein Stilmittel, das ich sehr liebe und das ich auch diesmal besonders genossen habe. Liebe und Verlust ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Ich habe jede Seite förmlich inhaliert, das Buch in einem Rutsch gelesen, und ja, das ein oder andere Tränchen ist geflossen. Lucinda Rileys Schreibstil ist einzigartig. Man liest ihre Geschichten so, wie man sein Lieblingsessen genießt. Mit Hingabe. Ohne Eile. Und mit dem Wunsch, dass es niemals endet.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein emotionaler, mitreißender Roman, der lange nachhallt und mich von der ersten bis zur letzten Seite berührt hat.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Leise, schwer, nachwirkend.

Die Liebe, später
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Mein Leseeindruck:
Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ...

Mein Leseeindruck:
Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ihre Unentschlossenheit und ihre Verlorenheit eindringlich spürbar. Die oft düstere und bedrückende Stimmung passt zu diesem brüchigen Lebensgefühl und verleiht der Geschichte eine konsequente Tiefe.

Zugleich beleuchtet der Roman das fragile Gefüge einer langjährigen Partnerschaft, in der Nähe und Distanz über Jahre hinweg sorgsam austariert wurden und nun neu bestimmt werden müssen. Es geht um Identität, um unerfüllte Sehnsüchte und um die Frage, wie viel Veränderung eine Liebe tragen kann. Anselm tat mir dabei mehr als einmal leid, weil seine Hoffnung auf Gemeinsamkeit auf eine Frau trifft, die innerlich auf Abstand geht.

Der Roman hat durchaus einige Längen, und man sollte in der passenden Stimmung sein, um sich auf diese leise, intensive und zugleich spürbar schwere Geschichte einzulassen. Die Atmosphäre kann stellenweise emotional nach unten ziehen. Dennoch habe ich die Erzählung sehr gerne gelesen und sie mit einem zufriedenen Gefühl beendet.

Fazit:
4/5 ⭐️ Leise, schwer, nachwirkend.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Berührt still, aber intensiv!

Mathilde und Marie
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Darum geht es:

Redu ist ein kleines Bücherdorf in den belgischen Ardennen, ein Ort, an dem Ruhe und Gelassenheit den Alltag prägen. Die junge Französin Marie verlässt ihr gewohntes Leben in Paris, um ...

Darum geht es:

Redu ist ein kleines Bücherdorf in den belgischen Ardennen, ein Ort, an dem Ruhe und Gelassenheit den Alltag prägen. Die junge Französin Marie verlässt ihr gewohntes Leben in Paris, um einen Neuanfang zu wagen. Auf der Zugfahrt begegnet sie Jónína, einer Frau mit einem bemerkenswerten Gespür für Menschen, die erkennt, was Marie gerade braucht. Durch diese Begegnung findet Marie ihren Weg nach Redu, wo sie eine Gemeinschaft entdeckt, die das Leben bewusst und achtsam gestaltet und die kleinen Momente schätzt. Hier lernt sie, wie wertvoll Aufmerksamkeit, Freundschaft und bewusstes Erleben sind.

Mein Leseeindruck:

Der Autor Torsten Woywod schreibt mit einem ruhigen, leisen Ton, der dennoch sehr eindringlich wirkt und beim Lesen wie eine warme, sanfte Umarmung erscheint. Besonders deutlich wird, wie kostbar Zeit ist und wie wertvoll es sein kann, bewusst mit ihr umzugehen. Man muss nicht durch das Leben hetzen, sondern kann mit Achtsamkeit und Minimalismus die Augenblicke wahrnehmen, die wirklich zählen. Ich habe Redu während der Geschichte sofort ins Herz geschlossen. Es war eine große Freude, Marie auf ihrer Reise zu begleiten, ihre inneren Veränderungen mitzuerleben und die anderen Bewohner kennenzulernen, die alle auf ihre eigene, lebendige Weise einzigartig sind. Die Geschichte vermittelt ein tiefes Gefühl von Ruhe und Geborgenheit, aber auch eine inspirierende Botschaft darüber, wie erfüllend ein Leben sein kann, das nicht vom Tempo, sondern von Aufmerksamkeit und Wertschätzung geprägt ist.
Als ich die letzte Seite schloss, war mein Herz erfüllt von Wärme, Dankbarkeit und einer leisen Sehnsucht nach diesem besonderen Ort.

Fazit:
4/5 ⭐️ Der Roman berührt still, aber intensiv und erinnert daran, wie wertvoll Gemeinschaft, Achtsamkeit und bewusstes Leben sind.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Ein emotional stark erzählter Roman mit eindrucksvollen Figuren

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Darum geht es:

Im Mai 1945 versteckt sich die vierzehnjährige Marlen in einem verlassenen Forsthaus vor den russischen Soldaten. Wilma, eine Frau aus der Umgebung, rettet ihr das Leben und nimmt das ...


Darum geht es:

Im Mai 1945 versteckt sich die vierzehnjährige Marlen in einem verlassenen Forsthaus vor den russischen Soldaten. Wilma, eine Frau aus der Umgebung, rettet ihr das Leben und nimmt das Waisenmädchen bei sich auf. Zwischen den beiden entsteht eine enge Verbindung, die von Anfang an unter einem Schatten steht. Wilma verschweigt Marlen etwas. Ein Porträt, das Marlen im Forsthaus findet, wird zum stillen Zeugen dieses unausgesprochenen Geheimnisses.

Fast achtzig Jahre später lebt Hannah in Berlin. Als ihr Vater nach langer Abwesenheit wieder ernsthaft Kontakt sucht, gerät das Familiengefüge ins Wanken. Hannah beginnt zu begreifen, dass ihre Mutter und Großmutter Entscheidungen getroffen haben, deren Gründe ihr nie erklärt wurden. Und dann ist da immer noch die verschwundene wertvolle Leinwand von Hannahs Urgroßmutter, die wie ein ungelöstes Rätsel über der Familiengeschichte schwebt.

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman hat mich vor allem durch seinen Ton berührt. Alena Schröders Schreibstil ist warmherzig, feinfühlig und von großer emotionaler Tiefe. Ihre Sprache nimmt sich Zeit für die Figuren. Sie urteilt nicht. Sie lässt Nähe entstehen.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, die sich abwechseln. So durfte ich zwei Frauen über einen langen Weg begleiten. Marlen, die als junges Mädchen das Ende des Krieges erlebt, und Hannah, die viele Jahrzehnte später beginnt, die Risse in ihrer eigenen Familie zu erkennen. Beide Frauen sind unterschiedlich, aber gleichermaßen glaubwürdig. Ihre Lebenswege habe ich mit Spannung verfolgt. Beide haben mich auf ihre eigene Weise tief berührt.

Besonders Marlens Geschichte hat lange nachgewirkt. Ihre Verletzlichkeit, ihre Stärke und das Schweigen, das sie umgibt, sind eindrücklich erzählt. Aber auch Hannahs Suche nach Wahrheit und Zugehörigkeit ist nahbar und leise, ohne je belanglos zu wirken. So sehr mich beide Erzählstränge für sich genommen überzeugt haben, blieb für mich ein entscheidender Punkt unbefriedigend. Der rote Faden zwischen den beiden Zeitebenen hat sich für mich nicht klar genug herausgebildet. Die Verbindung wirkte stellenweise zu lose. Ich habe lange darauf gewartet, dass sich die Geschichten stärker ineinanderschieben und einander vertiefen. Dieses Gefühl stellte sich für mich nicht vollständig ein.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein emotional stark erzählter Roman mit eindrucksvollen Figuren, der mich sehr berührt hat, auch wenn die Verbindung der Zeitebenen für mich nicht ganz aufgegangen ist.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Highlight!

Niemands Töchter
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Darum geht es:
Der Roman erzählt von zwei Frauen, deren Leben von einer gemeinsamen Leerstelle geprägt ist. Alma wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel auf. Sie ist klug und neugierig, fühlt sich jedoch ...

Darum geht es:
Der Roman erzählt von zwei Frauen, deren Leben von einer gemeinsamen Leerstelle geprägt ist. Alma wächst in den Achtzigerjahren in der Eifel auf. Sie ist klug und neugierig, fühlt sich jedoch fremd in ihrer Familie. Über ihre Herkunft wird geschwiegen. Fast vierzig Jahre später lebt Isabell in Berlin. Auch sie trägt einen Verlust in sich, der ihr Denken, Fühlen und ihr eigenes Familienleben nachhaltig prägt.

Alma und Isabell spiegeln gemeinsam das Suchen nach Zugehörigkeit, die Sehnsucht nach Nähe und die Frage nach dem eigenen Platz im Leben. Zwischen Erinnerungen, Bildern und leisen Momenten der Begegnung entsteht ein dichtes Gewebe aus Vergangenheit und Gegenwart. Der Roman zeigt, wie eng Herkunft, Verlust und Selbstfindung miteinander verbunden sind.

Mein Leseeindruck:
Dieses Debüt von Judith Hoersch war für mich ein echtes Highlight. Ein Roman, der mich nicht nur während des Lesens begleitet hat, sondern darüber hinaus. Die Geschichte ist zart und zugleich von großer innerer Kraft. Sie entfaltet sich ruhig, aber mit einer Intensität, die lange nachwirkt.

Im Zentrum stehen Alma und Isabell, zwei Frauen aus unterschiedlichen Zeiten, deren Leben von Verlust, Schweigen und einer schmerzhaften Leerstelle geprägt ist. Die Autorin erzählt ihre Geschichten mit großer Genauigkeit und einem feinen Gespür für Zwischentöne. Besonders die innere Gefühlswelt von Alma und Isabell wird mir sehr nah gebracht. Ihre Gedanken, ihre Unsicherheiten und ihre Sehnsucht nach Zugehörigkeit sind klar spürbar, ohne je überzeichnet zu wirken.

Schon mit den ersten Seiten bin ich in diesen Roman eingetaucht. Ich habe mich schnell mit den Figuren verbunden und mich ihnen emotional sehr nahe gefühlt. Es war eines dieser Bücher, bei denen man liest und merkt, dass man angekommen ist. Die Geschichte trägt, sie hält, und sie lässt nicht mehr los.

Besonders eindrücklich zeigt der Roman, welche Auswirkungen familiäres Schweigen haben kann. Das Ungesagte steht zwischen den Generationen und formt Biografien, oft leise, aber nachhaltig. Der frühe Tod von Isabells Mutter hinterlässt bei ihr eine große Lücke, die ihr Denken, Fühlen und ihr eigenes Familienleben prägt. Diese Leerstelle zieht sich durch den Text und verleiht ihm eine stille Schwere.

Die wechselnden Perspektiven empfand ich als große Stärke. Sie sind klar geführt und fein aufeinander abgestimmt. Dadurch konnte ich mich immer wieder neu in die Figuren hineinversetzen und ihre jeweiligen Sichtweisen verstehen. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander und verdichten sich zu einem stimmigen Gesamtbild.
Für mich ist dieser Roman anspruchsvolle Literatur, die keine lauten Mittel braucht. Er erzählt ruhig, präzise und mit großer emotionaler Tiefe. Ein Buch, das mir im Gedächtnis bleibt und eines der stärksten Leseerlebnisse für mich war.


Fazit:
5/5 ⭐️ Ein leiser, tiefgehender Roman, der mit großer Klarheit von Verlust, Herkunft und der Suche nach Zugehörigkeit erzählt und lange nachhallt.

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