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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein tief berührender Roman, der Geschichte lebendig macht und lange im Herzen bleibt.

Lebensbande
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Darum geht es:
Die Geschichte erzählt vom Schicksal dreier Frauen, deren Leben während und nach dem Zweiten Weltkrieg eng miteinander verbunden ist. In einer Zeit voller Angst und Bedrohung entwickeln ...

Darum geht es:
Die Geschichte erzählt vom Schicksal dreier Frauen, deren Leben während und nach dem Zweiten Weltkrieg eng miteinander verbunden ist. In einer Zeit voller Angst und Bedrohung entwickeln Lene, Nora und Lieselotte eine tiefe Freundschaft, die sie über große Entfernungen und schwerste Prüfungen hinweg trägt. Sie erleben Krieg, Verfolgung und Zwangsarbeit in der Sowjetunion und müssen Entscheidungen treffen, die ihr Leben und das der Menschen, die sie lieben, maßgeblich beeinflussen. Jahrzehnte später bringt ein unerwarteter Brief die Vergangenheit erneut in das Leben einer der Frauen und konfrontiert sie mit Erinnerungen, die lange zurückzuliegen schienen.

Mein Leseeindruck:
Ein Lesegenuss vom Allerfeinsten!
Bevor ich erzähle, warum mich dieses Buch so sehr berührt hat, möchte ich euch unbedingt ans Herz legen, wenn ihr die Chance habt, eine Lesung von Mechthild Borrmann zu besuchen, nutzt sie. Es macht große Freude, Hintergründe zu erfahren und ihre Texte von ihr selbst lesen zu hören.

Der Roman erzählt die Geschichte von Lene, Nora und Lieselotte, drei Frauen, deren Leben vom Zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall in Ost und Westdeutschland eng miteinander verbunden sind. Auf zwei Zeitebenen entfaltet sich die Handlung, in der Gegenwart 1991 und in der Vergangenheit ab 1931.

Die Erzählweise ist zart und leise und gleichzeitig unglaublich kraftvoll. Man spürt die Freude, das Glück und die Hoffnung, aber auch den Schmerz, der oft so nah beieinanderliegt. Ich habe die Protagonistinnen mit dem Herzen begleitet, mit ihnen gelitten, gehofft und gestaunt. Diese Geschichte bewegt, erschüttert und berührt. So könnte Geschichtsunterricht wirklich Spaß machen. Ein Buch, das noch lange nachklingt.

Fazit:
5/5 ⭐ Ein tief berührender Roman, der Geschichte lebendig macht und lange im Herzen bleibt. ♥️

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Geschichte, Spannung und Historie perfekt kombiniert.

Die weiße Nacht
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Darum geht es:
Der Roman spielt im Berlin des Hungerwinters 1946/47 und verbindet eine Mordermittlung mit der Auseinandersetzung über Erinnerung und Schuld in der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt stehen ...

Darum geht es:
Der Roman spielt im Berlin des Hungerwinters 1946/47 und verbindet eine Mordermittlung mit der Auseinandersetzung über Erinnerung und Schuld in der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt stehen die junge Fotografin Lou Faber, deren Bilder unbeabsichtigt Teil polizeilicher Ermittlungen werden, und Kriminalkommissar König, der in einem zunehmend komplexen Fall unter starkem zeitlichem und moralischem Druck steht. Die Handlung verknüpft private Wahrnehmung und professionelle Ermittlungsarbeit und führt von einem einzelnen Todesfall zu einer Serie von Verbrechen. Dabei rückt eine Vergangenheit in den Fokus, die von Verdrängung und Schweigen geprägt ist und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Mein Leseeindruck:
Zuallererst ein großes Lob für das Cover. Es passt perfekt zur Geschichte und zeigt, als würde man durch eine Kamera blicken, ein Kettenkarussell als Symbol für den Wiederaufbau und die Rückkehr zur Normalität in der Nachkriegszeit. Das ist einfach wunderschön gestaltet und weckt die Neugier auf die Geschichte.

Anne Sterns Schreibstil ist wie gewohnt einfach großartig: präzise, einfühlsam und mit einer erzählerischen Leichtigkeit, die selbst schwere Themen zugänglich macht. Mit Lou Faber und Kriminalkommissar König schafft sie ein neues Ermittlerduo, das sofort lebendig wirkt. Beide Protagonisten haben die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und der Nazi-Zeit überlebt, und ihre Erfahrungen prägen ihr Handeln und ihre Wahrnehmung der Welt.

Die Leiche, die den Ausgangspunkt der Geschichte bildet, hat auch bei mir viele Fragen aufgeworfen. Ich habe mit großer Spannung die Ermittlungsarbeiten von Lou und König verfolgt, mitgerätselt und dabei eine echte Gänsehaut bekommen, angesichts dessen, was sich nach und nach aufgetan hat. Die Auflösung des Falls hat mir sehr gefallen, und obwohl er abgeschlossen ist, bleiben am Ende viele Fragen offen. Ich freue mich riesig auf den nächsten Fall für Lou und König.

Anne Stern verbindet ihr fundiertes historisches Wissen gekonnt mit einem packenden Kriminalfall. Das Ergebnis ist ein spannender, emotional dichter Roman, der Geschichte und Krimi auf außergewöhnliche Weise vereint.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Geschichte, Spannung und Historie perfekt kombiniert. Ich kann den nächsten Fall kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein starker achter Band, der die Reihe auf hohem Niveau fortsetzt.

Fräulein Gold: Der Preis der Freiheit
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Darum geht es:
Berlin 1932. Die Hebamme Hulda Gold arbeitet im Frauengefängnis in der Barnimstraße und kümmert sich dort um inhaftierte Schwangere. Sie begegnet Frauen, die oft verzweifelt sind und kaum ...

Darum geht es:
Berlin 1932. Die Hebamme Hulda Gold arbeitet im Frauengefängnis in der Barnimstraße und kümmert sich dort um inhaftierte Schwangere. Sie begegnet Frauen, die oft verzweifelt sind und kaum Gehör finden. Als eine junge Insassin innerhalb der Gefängnismauern plötzlich stirbt, kommen Zweifel an der offiziellen Todesursache auf. Der Verdacht richtet sich gegen Anna Marwitz, die wegen Mordes verurteilt wurde und kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes steht. Hulda beginnt, an ihrer Schuld zu zweifeln. Die Ermittlungen übernimmt Kriminalkommissarin Irma Siegel, mit der Hulda eine schwierige gemeinsame Vergangenheit verbindet. Während sich die politischen Verhältnisse in Deutschland zunehmend zuspitzen und radikale Kräfte an Einfluss gewinnen, geraten beide Frauen in einen gemeinsamen Kampf gegen Unrecht. Sie kämpfen für die Zukunft aller Frauen und den Schutz ihrer Familien.

Mein Leseeindruck:
Anne Stern schafft es auch im achten Band der Reihe „Die Hebamme von Berlin“ wieder mühelos, mich von der ersten Seite an in ihre Geschichte hineinzuziehen. Ihr stimmungsvoller, feinfühliger Schreibstil lädt sofort zum Abtauchen ein. Kaum aufgeschlagen, befindet man sich mitten im Berlin des Jahres 1932. Seit dem ersten Band verfolge ich mit großer Begeisterung nicht nur die politische Entwicklung dieser Zeit, sondern ganz besonders den Weg von Hulda Gold. Ich liebe es, wie Anne Stern über all die Jahre hinweg Huldas private Entwicklung erzählt. Zu lesen, wie Hulda den Spagat zwischen Beruf, Verantwortung und ihrem ganz persönlichen Leben meistert, ist für mich einer der schönsten Aspekte dieser Reihe. Der achte Band führt uns diesmal in das berühmt berüchtigte Frauengefängnis in der Barnimstraße. Ein Setting, das ich als äußerst gelungen empfunden habe. Dank der hervorragend recherchierten Details und der spürbaren Ortskenntnisse der Autorin entsteht beim Lesen ein eindringliches Bild. Die Mordaufklärung entfaltet sich vor einer düsteren, beklemmenden Atmosphäre, während der Nationalsozialismus immer stärker seine Schatten vorauswirft.

Ein besonderes Highlight war für mich das Wiedersehen mit vertrauten, liebgewonnenen Figuren, die sich wie alte Bekannte anfühlen und der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen. Der Preis der Freiheit verbindet historische Spannung mit viel Gefühl und beleuchtet eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auf bewegende und fesselnde Weise.

Fazit:
5/5 ⭐️
Ein starker achter Band, der die Reihe auf hohem Niveau fortsetzt.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Eine dichte, düstere Stimmung!

Rauhnächte
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Darum geht es:
Als die fast 22-jährige Pia ausgerechnet an Weihnachten erfährt, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, zerbricht ihr bisheriges Leben. Das Gefühl, nie ganz dazuzugehören, bekommt plötzlich ...

Darum geht es:
Als die fast 22-jährige Pia ausgerechnet an Weihnachten erfährt, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, zerbricht ihr bisheriges Leben. Das Gefühl, nie ganz dazuzugehören, bekommt plötzlich einen Namen und eine Vergangenheit, über die niemand sprechen wollte. Auf der Suche nach Antworten reist Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. In den engen Gassen des mittelalterlichen Städtchens ziehen schaurige Gestalten umher. Masken eines alten Brauchs, der in den Rauhnächten die Geister vertreiben soll. Doch in diesen Nächten, so heißt es, kehren verdrängte Wahrheiten zurück. Je näher Pia dem Geheimnis ihrer Herkunft kommt, desto bedrohlicher wird die Atmosphäre um sie. Bald geht es nicht mehr nur um Antworten, sondern um ihr Leben.

Mein Leseeindruck:
Ich liebe die Spannungsromane von Ellen Sandberg und jedes Mal, wenn in der Verlagsvorschau ein neuer Titel von ihr auftaucht, ist die Vorfreude sofort da. Auch dieses Buch hat mich wieder überzeugt. Dank ihres großartigen, klaren Schreibstils findet man mühelos in die Geschichte hinein. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, die beide gleichermaßen spannend sind und sich perfekt ergänzen. Keine davon wirkt schwächer oder nur wie Beiwerk. Im Gegenteil, ich habe beide Stränge mit großer Begeisterung gelesen.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Sie ist dicht, düster und stellenweise fast mystisch. Es gab Momente, in denen ich tatsächlich kurz gezögert habe weiterzulesen, weil die Stimmung so unheimlich und bedrückend war, im allerbesten Sinne. Pia auf ihrer Spurensuche zu begleiten, hat mir unglaublich gut gefallen. Ich habe eigene Theorien entwickelt und war mir ziemlich sicher, auf der richtigen Fährte zu sein, nur um dann von Ellen Sandberg erneut verunsichert zu werden. Genau diese gezielten Wendungen machen für mich den Reiz ihrer Geschichten aus. Der Schluss war schlüssig, rund und hat mich zufrieden zurückgelassen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Auch wenn dieser Roman für mich nicht ganz zu Ellen Sandbergs allerbesten gehört, ist er dennoch ein atmosphärisch sehr starker Spannungsroman. Die dichte, düstere Stimmung und die psychologische Tiefe haben mich durchgehend gefesselt.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Eine Geschichte die berührt und inspiriert!

Bernadette ändert ihr Leben
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Darum geht es:
Bernadette steckt fest. Beruflich weit entfernt von ihren ursprünglichen Träumen, privat allein für alles verantwortlich, begleitet sie das Gefühl von Stillstand jeden Tag. Plötzlich ergibt ...

Darum geht es:
Bernadette steckt fest. Beruflich weit entfernt von ihren ursprünglichen Träumen, privat allein für alles verantwortlich, begleitet sie das Gefühl von Stillstand jeden Tag. Plötzlich ergibt sich die Chance, für einen Monat nach Madrid zu reisen und sie entscheidet sich spontan dafür. Ohne Spanischkenntnisse, aber offen für neue Begegnungen, taucht sie in eine fremde Umgebung ein. Die Stadt, die Menschen und die Distanz zum Alltag setzen etwas in Bewegung, das sie selbst nicht vorhersehen konnte.

Mein Leseeindruck:
Ich habe Bernadette unheimlich gerne auf ihrer Reise begleitet, aber gerade zu Beginn hätte ich sie am liebsten geschüttelt wie eine liebe Freundin, um ihr zu zeigen, dass sie mehr Stärke in sich trägt. Sie ist so lieb, gutmütig und fürsorglich, dass ich mich oft gefragt habe, ob sie merkt, wie sehr sie sich selbst zurücknimmt.
Madrid wird in diesem Buch so atmosphärisch beschrieben, dass ich mich fast selbst neben Bernadette durch die Straßen schlendern sah. Die Eindrücke der Stadt und der Menschen setzen etwas in ihr in Bewegung, das ich intensiv miterleben konnte. Ich konnte mich sehr gut in die Gefühlswelt von Bernadette und Tom einfinden und ihre Gedanken und Emotionen nachfühlen. An manchen Stellen wirkt die Geschichte leicht skurril, was ihr Charme und Originalität verleiht.
Der flüssige Schreibstil der Autorin macht das Lesen angenehm und leicht. Für mich ist es ein feinfühliger Roman über Wendepunkte im Leben, über Mut, Veränderung und die kleinen Momente, die alles in Bewegung bringen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein Buch, das mich berührt und inspiriert hat.

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