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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein düsterer, atmosphärischer und raffiniert konstruierter Thriller!

Der Kuckucksjunge
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Darun geht es:

Als in Kopenhagen eine Frau spurlos verschwindet, sorgt eine rätselhafte Nachricht auf ihrem Handy bei Kommissarin Naia Thulin sofort für Alarm. Dieselben Worte tauchten bereits im Zusammenhang ...

Darun geht es:

Als in Kopenhagen eine Frau spurlos verschwindet, sorgt eine rätselhafte Nachricht auf ihrem Handy bei Kommissarin Naia Thulin sofort für Alarm. Dieselben Worte tauchten bereits im Zusammenhang mit einem früheren Gewaltverbrechen auf.

Gemeinsam mit Mark Hess beginnt sie zu ermitteln. Schnell zeigt sich, dass der aktuelle Fall kein Einzelfall ist. Neue Spuren und weitere Opfer deuten auf ein beunruhigendes Muster hin – und auf einen Täter, der seine Opfer gezielt auswählt und lange im Voraus beobachtet.

Während sich immer mehr Verbindungen zwischen den Fällen offenbaren, wächst der Druck auf die Ermittler, den Täter zu stoppen, bevor erneut jemand verschwindet.

Mein Leseeindruck:

Obwohl ich den Vorgängerband „Der Kastanienmann“ von Søren Sveistrup nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Probleme, in diesen Thriller einzusteigen. Der zweite Fall für Naia Thulin und Mark Hess funktioniert auch ohne Vorkenntnisse hervorragend, sodass ich mich schnell in der Geschichte und den Ermittlungen zurechtgefunden habe.

Für mich war dieser Thriller von Anfang an äußerst spannend konstruiert. Die düstere, teilweise beklemmende Atmosphäre hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Besonders gut gefallen hat mir, wie der Autor immer wieder falsche Fährten legt und überraschende Wendungen einbaut. Dadurch hatte ich ständig das Gefühl, selbst miträtseln zu können und habe mir immer wieder den Kopf darüber zerbrochen, wer hinter den Taten steckt.

Der Täter spielt ein perfides Versteckspiel, das beim Lesen immer wieder für Gänsehautmomente gesorgt hat. Einige Szenen waren so intensiv, dass mir die bedrohliche Stimmung richtig unter die Haut gegangen ist.

Im Verlauf der Handlung entfalten sich mehrere Erzählstränge, die sich nach und nach miteinander verweben und schließlich in ein packendes und sehr starkes Finale münden. Gerade dieser Moment, in dem sich alles zusammenfügt, hat mir besonders gut gefallen. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist die Länge des Buches. Mit über 660 Seiten hätte der Thriller an manchen Stellen etwas straffer erzählt werden können. Dennoch hat mich die Geschichte insgesamt mit ihrer dichten Atmosphäre, den vielen Wendungen und der konstant hohen Spannung absolut überzeugt.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein düsterer, atmosphärischer und raffiniert konstruierter Thriller voller Spannung, falscher Fährten und Gänsehautmomente.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Ein leise und tief berührender Roman

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Darum geht es:

Bo ist neunundachtzig Jahre alt und spürt, dass sich sein Leben verengt. Die Tage sind still geworden, seit seine Frau in einem Pflegeheim für Menschen mit Demenz lebt. Ihr gemeinsames ...

Darum geht es:

Bo ist neunundachtzig Jahre alt und spürt, dass sich sein Leben verengt. Die Tage sind still geworden, seit seine Frau in einem Pflegeheim für Menschen mit Demenz lebt. Ihr gemeinsames Leben ist auf Erinnerungen geschrumpft. Was bleibt, ist Routine. Und sein Hund Sixten.

Als sein Sohn beginnt, ihm immer mehr Entscheidungen abzunehmen, gerät Bos fragile Ordnung ins Wanken. Plötzlich steht nicht nur seine Selbstständigkeit in Frage, sondern auch die letzte verlässliche Beziehung in seinem Alltag. In der Sorge des Sohnes liegt Fürsorge, doch Bo empfindet sie als Entmündigung. Zwischen beiden steht vieles, was nie ausgesprochen wurde.

Der drohende Verlust seines Hundes zwingt Bo, innezuhalten. Erinnerungen steigen auf. Alte Verletzungen und unausgesprochene Erwartungen drängen an die Oberfläche. Es geht um Stolz und um Liebe, um Schuld und um Versöhnung. Vor allem aber geht es um die Würde eines Menschen, der trotz seines Alters noch immer selbst über sein Leben bestimmen möchte.

Mein Leseeindruck:

Ich habe dieses Buch aufgeschlagen und war sofort in der Geschichte versunken. Schon nach wenigen Seiten war da dieses Gefühl von Nähe. Bo war mir von der ersten Minute an vertraut. Ich habe ihn tief in mein Herz geschlossen.

Die Autorin erzählt mit großer Zärtlichkeit von Veränderung und vom schmerzhaften Gefühl der Fremdbestimmung. Sie beschreibt das Altwerden ohne Beschönigung, aber mit viel Respekt. Jede Szene wirkt durchdacht. Jeder Ton sitzt. Die Traurigkeit zieht sich leise durch die Seiten, und doch ist der Text nie schwer um seiner selbst willen. Die Autorin findet eine klare, ehrliche Sprache für das, was oft unausgesprochen bleibt. Mich hat besonders berührt, wie fein die inneren Konflikte gezeichnet sind. Die Einsamkeit, die Würde, die Angst vor dem Verlust von Selbstständigkeit. All das wirkt echt und nah. Am Ende musste ich meine Tränen trocknen.

Vor dem Lesen hatte ich mir sehr gewünscht, dass dieses Buch mein Jahreshighlight wird. Ganz erreicht hat es diesen Platz für mich nicht. Und doch ist es ein grandioser Roman. Still, klug und sehr bewegend.

Mein Fazit:
4/5 ⭐️ Ein leiser, tief berührender Roman über Würde, Verlust und Liebe im Alter, der lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Ein emotionaler und mitreißender Roman!

Die Frauen von Ballymore
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Darum geht es:
Sorcha O’Donovan glaubt an Ordnung, Herkunft und Versprechen. Bis sie Con Daly begegnet. Ein Musiker. Frei. Unangepasst. Gefährlich für alles, was sie kennt.

Ihre Liebe bleibt nicht unentdeckt. ...

Darum geht es:
Sorcha O’Donovan glaubt an Ordnung, Herkunft und Versprechen. Bis sie Con Daly begegnet. Ein Musiker. Frei. Unangepasst. Gefährlich für alles, was sie kennt.

Ihre Liebe bleibt nicht unentdeckt. Neid und Macht zerstören, was gerade erst begonnen hat. Sorcha verliert ihr Zuhause und muss sich entscheiden.

London wird zum Neuanfang. Die Stadt lebt laut. Die 1960er Jahre dulden keine Halbheiten. Con steigt auf. Ruhm verändert alles. Auch die Liebe.

Doch Vergangenheit vergeht nicht. Sie folgt. Und wenn alte Schuld zurückkehrt, zeigt sich, was wirklich zählt.

Ein Roman über Aufbruch und Verrat. Über Musik, Macht und Sehnsucht. Und über eine Frau, die lernen muss, für sich selbst einzustehen.

Mein Leseeindruck:
Ich liebe die Romane von Lucinda Riley und bin sehr dankbar, dass ihr Sohn ihr literarisches Erbe mit so viel Feingefühl weiterführt und diesen Roman behutsam überarbeitet hat. Man spürt auf jeder Seite den Respekt vor ihrer Stimme.

Anfangs war ich ehrlich gesagt skeptisch. Eine Geschichte rund um eine Musikband. Ich hatte kurz Sorge, dass mich das Thema nicht abholt. Doch das Gegenteil war der Fall. Ich wurde positiv überrascht und vollkommen hineingezogen. Die Geschichte ist ergreifend, voller tragischer Verstrickungen und bis zur letzten Seite spannend.

Der Roman wird auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, mit einem Abstand von zwanzig Jahren. Ein Stilmittel, das ich sehr liebe und das ich auch diesmal besonders genossen habe. Liebe und Verlust ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Ich habe jede Seite förmlich inhaliert, das Buch in einem Rutsch gelesen, und ja, das ein oder andere Tränchen ist geflossen. Lucinda Rileys Schreibstil ist einzigartig. Man liest ihre Geschichten so, wie man sein Lieblingsessen genießt. Mit Hingabe. Ohne Eile. Und mit dem Wunsch, dass es niemals endet.

Fazit:
4,5/5 ⭐️ Ein emotionaler, mitreißender Roman, der lange nachhallt und mich von der ersten bis zur letzten Seite berührt hat.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Leise, schwer, nachwirkend.

Die Liebe, später
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Mein Leseeindruck:
Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ...

Mein Leseeindruck:
Gisa Klönne findet für diesen einfühlsamen und lebensklugen Roman sehr präzise Worte. Mit großer Sensibilität zeichnet sie Koras innere Zerrissenheit nach und macht ihre Unsicherheit, ihre Unentschlossenheit und ihre Verlorenheit eindringlich spürbar. Die oft düstere und bedrückende Stimmung passt zu diesem brüchigen Lebensgefühl und verleiht der Geschichte eine konsequente Tiefe.

Zugleich beleuchtet der Roman das fragile Gefüge einer langjährigen Partnerschaft, in der Nähe und Distanz über Jahre hinweg sorgsam austariert wurden und nun neu bestimmt werden müssen. Es geht um Identität, um unerfüllte Sehnsüchte und um die Frage, wie viel Veränderung eine Liebe tragen kann. Anselm tat mir dabei mehr als einmal leid, weil seine Hoffnung auf Gemeinsamkeit auf eine Frau trifft, die innerlich auf Abstand geht.

Der Roman hat durchaus einige Längen, und man sollte in der passenden Stimmung sein, um sich auf diese leise, intensive und zugleich spürbar schwere Geschichte einzulassen. Die Atmosphäre kann stellenweise emotional nach unten ziehen. Dennoch habe ich die Erzählung sehr gerne gelesen und sie mit einem zufriedenen Gefühl beendet.

Fazit:
4/5 ⭐️ Leise, schwer, nachwirkend.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Berührt still, aber intensiv!

Mathilde und Marie
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Darum geht es:

Redu ist ein kleines Bücherdorf in den belgischen Ardennen, ein Ort, an dem Ruhe und Gelassenheit den Alltag prägen. Die junge Französin Marie verlässt ihr gewohntes Leben in Paris, um ...

Darum geht es:

Redu ist ein kleines Bücherdorf in den belgischen Ardennen, ein Ort, an dem Ruhe und Gelassenheit den Alltag prägen. Die junge Französin Marie verlässt ihr gewohntes Leben in Paris, um einen Neuanfang zu wagen. Auf der Zugfahrt begegnet sie Jónína, einer Frau mit einem bemerkenswerten Gespür für Menschen, die erkennt, was Marie gerade braucht. Durch diese Begegnung findet Marie ihren Weg nach Redu, wo sie eine Gemeinschaft entdeckt, die das Leben bewusst und achtsam gestaltet und die kleinen Momente schätzt. Hier lernt sie, wie wertvoll Aufmerksamkeit, Freundschaft und bewusstes Erleben sind.

Mein Leseeindruck:

Der Autor Torsten Woywod schreibt mit einem ruhigen, leisen Ton, der dennoch sehr eindringlich wirkt und beim Lesen wie eine warme, sanfte Umarmung erscheint. Besonders deutlich wird, wie kostbar Zeit ist und wie wertvoll es sein kann, bewusst mit ihr umzugehen. Man muss nicht durch das Leben hetzen, sondern kann mit Achtsamkeit und Minimalismus die Augenblicke wahrnehmen, die wirklich zählen. Ich habe Redu während der Geschichte sofort ins Herz geschlossen. Es war eine große Freude, Marie auf ihrer Reise zu begleiten, ihre inneren Veränderungen mitzuerleben und die anderen Bewohner kennenzulernen, die alle auf ihre eigene, lebendige Weise einzigartig sind. Die Geschichte vermittelt ein tiefes Gefühl von Ruhe und Geborgenheit, aber auch eine inspirierende Botschaft darüber, wie erfüllend ein Leben sein kann, das nicht vom Tempo, sondern von Aufmerksamkeit und Wertschätzung geprägt ist.
Als ich die letzte Seite schloss, war mein Herz erfüllt von Wärme, Dankbarkeit und einer leisen Sehnsucht nach diesem besonderen Ort.

Fazit:
4/5 ⭐️ Der Roman berührt still, aber intensiv und erinnert daran, wie wertvoll Gemeinschaft, Achtsamkeit und bewusstes Leben sind.

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