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Veröffentlicht am 13.02.2020

Emotionale Fortsetzung

Idol - Gib mir deine Liebe
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Nachdem ich Band 2 der VIP-Reihe in den höchsten Tönen gelobt habe und alle möglichen Oberflächen mit den Worten „Lexi Scott“ oder „Lexi & Gabriel 4 Ever!“ vollgekritzelt habe, freute ich mich dennoch ...

Nachdem ich Band 2 der VIP-Reihe in den höchsten Tönen gelobt habe und alle möglichen Oberflächen mit den Worten „Lexi Scott“ oder „Lexi & Gabriel 4 Ever!“ vollgekritzelt habe, freute ich mich dennoch auf den dritten Band und somit auf Jax.
Da wir den zweiten Sänger von Kill John in den Vorgängerbänden kaum kennenlernen konnten, war ich gespannt auf seine Sicht der Dinge – besonders im Zusammenhang mit seinem Selbstmordversuch. Ich war gespannt darauf zu erfahren, wieso es ihn so weit getrieben hat und wie er nun mit den Folgen seines Handelns zurechtkommt. In Jax´Fall gehört u.a. die öffentliche Zurschaustellung seiner „Fehler“ zu den großen Folgen und lässt ihn an sich selbst zweifeln. Hinzu kommt das schlechte Gewissen seinen Freunden gegenüber, was auch dazu beiträgt, dass er seine Tat nie ganz verwinden konnte. Er fühlt sich wie ein Versager und leidet, obwohl er nach außen hin den selbstbewussten Rockstar spielt.
Die Autorin hat das Thema Suizid und Depression meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt. An Jax erlebt man hautnah die Gefühlsschwankungen und sieht, dass man im einen Moment einen Höhenflug erleben, im nächsten aber bereits tief fallen kann. Jax fühlt sehr intensiv, was in seinen schlechten Phasen nicht gerade einfach für ihn ist. Aus diesem Grund hat er es sich zur Aufgabe gemacht, taub zu sein und nichts mehr zu fühlen. Das funktioniert ungefähr so lange, bis er auf Stella trifft.
Mit Stella hat Kristen Callihan eine perfekte Ergänzung für Jax geschaffen. Ihre offene und freundliche Art beißt sich stark mit seinem introvertieren und sarkastischen Charakter. Die Streitgespräche der beiden haben mich mehrmals heftig zum Lachen gebracht.

„Ich schwöre, meine erste Grundschulliebe hatte eine Puppe, die genauso aussah wie du. Ich glaube, sie nannte sie Chucky.“ S. 73

Stella war für mich grundsätzlich eine fantastische Figur und nach Libby die Protagonistin, mit der ich mich am meisten identifizieren kann. Ich mochte ihren zwiespältigen Charakter und dass sie einerseits an sich selbst zweifelt, andererseits aber genau ihren Wert kennt. Sie sorgt dafür, dass sich andere wohlfühlen und das mit einer Selbstlosigkeit, die sogar ihre eigene Einsamkeit noch verstärkt.

„Ich habe keine echten Freunde. Nur Leute, die meine oberflächliche Persönlichkeit kennen. Manchmal schmerzt die Einsamkeit, die das mit sich bringt, so sehr, dass sie meine Brust zerquetscht wie ein Schraubstock.“ S. 203

Auch wenn das Buch in der Mitte (für mich) unnötige Längen hatte und die Beziehung zwischen Stella und Jax nur sehr langsam an Fahrt aufnahm, kann ich das aufgrund der Umsetzung verzeihen. Da beide Protagonisten nur schwer Vertrauen aufbauen und Jax an seinem (bereits im Vorhinein zum Scheitern verurteilten) Zölibat festhält, ist der langsame Beziehungsstart glaubhaft gewählt. Trotzdem hätte ich mir hier etwas mehr Spannung gewünscht. Besonders da im Vorgängerband mit Gabriel und Sophie bewiesen wurde, dass auch eine langsame Beziehung sehr spannend sein.

Apropos Gabriel: Die Szenen mit ihm, Sophie und Felix waren mein Highlight. Zu erleben, wie der große, vormals kalte, Gabriel Scott für einen Säugling zum Butler wird, war einfach großartig und zum Schreien komisch!

FAZIT

Idol – Gib mir deine Liebe ist ein sehr emotionales Buch, das auch die Schattenseiten des Ruhms beleuchtet und mit Jax eine zerbrochene und leidende Figur ins Zentrum setzt. Schon im ersten Band wollte ich mehr über den einsamen Mann erfahren und herausfinden, wieso für ihn ein Suizidversuch die Lösung seiner Probleme darstellte. Leider hatte das Buch zwischendurch unnötige Längen, wodurch mir die anfangs aufgebaute Spannung durch die Finger rutschte und ich zwischenzeitlich den Faden verlor. Zudem kam mir die Musik und die Band als Ganzes etwas zu kurz.
Alles in allem war es eine solide Fortsetzung mit einer tollen neuen weiblichen Protagonistin, die für mich aber leider nicht mit Band 2 mithalten kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.02.2020

Überraschendes Highlight!

Nevernight - Die Prüfung
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„Du fängst mit nichts an. Dir gehört nichts Du weißt nichts. Du bist nichts.“ S. 179

MEINE MEINUNG

Wow … Einfach nur wow!
Nevernight – Die Prüfung ist eines jener Bücher, die man nur schwer beschreiben ...

„Du fängst mit nichts an. Dir gehört nichts Du weißt nichts. Du bist nichts.“ S. 179

MEINE MEINUNG

Wow … Einfach nur wow!
Nevernight – Die Prüfung ist eines jener Bücher, die man nur schwer beschreiben kann. Der Schreibstil ist einzigartig intensiv und besticht durch einen humorvollen (vielleicht sogar verrückten) Erzähler, der seine Eindrücke immer wieder in Fußnoten kundtun muss. Durch diesen besonderen Stil wird dem/der LeserIn viel Hintergrundwissen vermittelt. Man lernt die Stadt Gottesgrab auf diese Weise von vielen Seiten kennen: Geschichte, Geografie, Politik, Religion, Mythen und Legenden. Es ist gewöhnungsbedürftig und ich muss zugeben, dass ich die meisten Fußnoten nur überflogen oder auch übersprungen habe, aber sie haben definitiv für den ein oder anderen Lacher oder AHA-Moment gesorgt.

Inhaltlich möchte ich gar nicht viel zum Buch sagen, da das nicht ohne Spoiler geht, deshalb gehe ich hier mehr auf die Charaktere ein. Denn Mia hat mir wirklich unsagbar gut gefallen!
Sie ist keine typische Protagonistin. Sie hat viele Ecken und Kanten und ist weit (sehr weit) davon entfernt, perfekt zu sein. Sie versucht es auch gar nicht erst, denn alles, was sie interessiert, ist ihre Rache. Um ihr Ziel zu erreichen und die Männer zu töten, die für den Zerfall ihrer Familie verantwortlich sind, tut sie wirklich alles. Sie geht sprichwörtlich über Leichen und zögert nicht.

„Sie würde niemals vergeben. Niemals vergessen. Niemals.“ S. 270

Obwohl mir das Buch richtig gut gefallen hat, kam ich sehr schwer in die Handlung hinein. Mia war am Anfang nicht leicht zu durchschauen und man konnte sie wegen ihrer kühlen Art kaum kennenlernen. Erst in den Gesprächen mit dem frechen Herrn Freundlich kam ihr Humor zu mir durch und ich fing an, hinter ihre Maske zu schauen. Sie ist kein klassisches Mädchen. Ganz und gar nicht…
Sie flucht, sie raucht, sie ist direkt. Sie nimmt sich, was sie haben will, sie spricht, worüber sie sprechen will und sie sagt, was sich andere nicht auszusprechen wagen. Diese direkte (manchmal fast vulgäre) Art hat mir gut gefallen und Mia in meinen Augen sympathisch gemacht. Zudem ist sie wirklich witzig. Ihr trockener Humor hat mich oft herzhaft lachen lassen.

Mia Corvere ist ein Charakter, der einer Zwiebel gleichkommt. Sie ist vielschichtig und manche Teile von ihr bringen einen wirklich zum Weinen. Ihre Geschichte ist tragisch und durchtränkt von Blut und Gewalt. Die Dunkelheit, die sie kontrolliert ist schwarz wie die Nacht und ebenso dunkel wie ihr Inneres. Gefühle streitet sie ab, auch wenn das in Trics Nähe nicht immer leicht ist.

FAZIT

Nevernight – die Prüfung ist ein wahnsinnig intensives Buch, das mir den Einstieg nicht sehr leicht gemacht hat. Die Welt, die Jay Kristoff hier erschaffen hat, ist gewaltig und bietet neben Mord und Totschlag auch eine bildgewaltige Kulisse.
Die Charaktere sind vielschichtig und haben alle eine tragische Vergangenheit, die sie in ihrem Handeln beeinflusst. Es gibt eine Liebesgeschichte, die jedoch nicht den Handlungsschwerpunkt ausmacht, was mir sehr gut gefallen und mich an Throne of Glass erinnert hat.

Apropos Throne of Glass: Von vielen Fans der ToG Reihe habe ich gelesen, dass Nevernight noch besser sein soll. Dieser Meinung kann ich mich bisher noch nicht anschließen. Ich finde beide Reihen toll, aber Nevernight kommt für mich aufgrund des intensiven Schreibstils nicht an die ToG Reihe heran. Die Handlung hatte leider am Anfang und in der Mitte unnötige Längen, die mir zwar die Charaktere nähergebracht haben, mich aber auch von der Haupthandlung entfernt haben.
Dennoch ist Nevernight – Die Prüfung ein überraschendes Highlight für mich geworden und ich freue mich auf Band 2 und Band 3!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere